Augenschwellungen: geschwollene Augen (Lidödem)

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Schwellungen am Augenlid (Lidödem)

Augenschwellungen: Vielfältige Ursachen und zahlreiche Beschwerdebilder.
Schwellungen am Auge sind in der Praxis häufig auftretende Beschwerden, die dramatisch akut oder auch chronisch verlaufen können. Unterschieden werden ein- und beidseitige Schwellungen der Augenlider, die durch Verletzung, Entzündung oder aber durch Funktionsstörungen anderer Organsysteme verursacht werden. Zusätzlich auftretende Symptome können Hinweise auf die vielfältigen Ursachen geben. In jedem Fall sollte bei unklaren Schwellungen am Auge ein Arzt aufgesucht werden, um schwere Erkrankungen auszuschließen sowie ein Übergreifen entzündlicher Prozesse auf sensiblere Augenbereiche zu vermeiden.

close-up of upper eye lid swell after nose job plastic surgery
Schwellungen des Augenlids können als akutes Beschwerdebild auftreten und auf schwerwiegende Erkrankungen zurückgehen. (Bild: geargodz/fotolia.com)

Geschwollenen Augen durch Verletzung.
Steht eine Verletzung durch Druck oder Schlag hinter der Augenschwellung, ist meist ein Bluterguss am betroffenen Auge sichtbar, ein Hämatom um beide Augen weist auf einen Schädelbasisbruch hin (sog. „Brillenhämatom“).

Augenlidschwellungen bei entzündetem Augengewebe sind meist schmerzhaft.
Schwillt ein Augenlid plötzlich in Form einer geröteten und schmerzhaften Vorwölbung des Lidhaut in der Nähe des Wimpernrands an und wird vielleicht sogar ein Eiterhof sichtbar, handelt es sich wahrscheinlich um eine Lidentzündung oder ein Gerstenkorn.

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Pulsiert die schmerzende Augenschwellung gar bei starker Rötung und verengt sich der Lidspalt, kommt ein Abzess in Frage. Typisch für eine Tränendrüsenentzündung ist ein schmerzhaft geschwollenes äußeres Oberlid, das ein- oder beidseitig auftreten kann. Meist ohne Schmerzen, aber mit einem Druckgefühl geht dagegen das knotenartige Hagelkorn einher, jedoch sollte vor der Diagnose ein bösartiger Tumor der Augenhöhle ausgeschlossen werden.

Lidödeme können auch außerhalb des Auges verursacht werden
Auch eine Verletzung oder Entzündung der Nasennebenhöhlen kann zu (mitunter schmerzhaften) Augenschwellungen führen. Häufig trifft man im Rahmen einer Allergie auf (z. B. Heuschnupfen) geschwollene Augen, was auch innerhalb kurzer Zeit entstehen kann (Quincke-Ödem). Im Falle einer Allergie bestehen fast immer zusätzlich eine Augenrötung, Tränenfluss und Juckreiz.

Als weitere Ursachen für Augenschwellungen, welche außerhalb der Augen liegen und die durch Flüssigkeitseinlagerung im Unterhautgewebe entstehen (Lidödeme), sind die Schilddrüsenunterfunktion (mit Myxödem) gestaute Lymphflüssigkeit, Nierenerkrankungen (z.B. Glomerulonephritis, Nierenversagen) oder Herzinsuffizienz (mit Atemnot, Husten und Schwäche) zu nennen. Lymphstau und Myxödem sollen sich dabei eher oberhalb der Augen zeigen, Ödeme durch Funktionsstörungen von Herz und Niere eher unter den Augen („Augensäcke“).

Die Therapie erfolgt nach der Ursache, in jedem Fall sind schwere Krankheiten auszuschließen, sowie Entzündungen, die unbehandelt Sehnerv und Sehvermögen gefährden könnten. Für die meisten der genannten Störungen stehen naturheilkundliche Konzepte und Naturheilverfahren bereit, die alternativ oder unterstützend eingesetzt werden können. (Dipl.Päd. J. Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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Bild1: C Falk / pixelio.de