Ausschlag am Bauch

Susanne Waschke
Ein Ausschlag am Bauch kann sehr unangenehm sein, vor allem, wenn dieser mit Juckreiz verbunden ist. Der Ausschlag tritt oft in Kombination mit weiteren Symptomen auf, kann aber auch völlig isoliert vorliegen. Die möglichen Ursachen sind vielfältiger Art und mitunter nur schwer behandelbar.

Auftreten und Ausprägung

Auftreten und Ausprägung eines Ausschlags am Bauch sind sehr unterschiedlich. Die Hauterscheinungen machen sich in Form von Quaddeln, roten Flecken, Bläschen, Blasen, Pusteln (mit oder ohne Eiter), großflächigen Rötungen oder durch kleine punktförmige Blutungen bemerkbar. Der Ausschlag kann jucken, brennen, Schmerzen verursachen oder aber völlig symptomlos verlaufen. Dabei ist mitunter nur der Bauch betroffen, nicht selten zeit sich das Beschwerdebild jedoch an weiteren Körperstellen.

Hautausschlag am Bauch kann auf zahreiche unterschiedliche Ursachen zurückgehen und wird oft begleitet von weiteren Beschwerden. Er kann jedoch auch als alleiniges Symptom vorliegen. (Bild: PixieMe/fotolia.com)

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten von Ausschlag am Bauch sind unterschiedlicher Natur. Dazu zählen Infektionskrankheiten, Allergien, Kontaktdermatitis, Neurodermitis, Autoimmunerkrankungen und Nahrungsmittelallergien.

Infektionskrankheiten

Einige Infektionskrankheiten zeigen sich in Verbindung mit Hautausschlag. Dies sind vor allem die bekannten Kinderkrankheiten wie Röteln, Ringelröteln, Masern, Scharlach und Windpocken. Dabei sind neben dem Bauch auch andere Stellen des Körpers von Ausschlag betroffen.

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Gürtelrose

Gürtelrose, ausgelöst durch den Varicella Zoster Virus, kann an verschiedenen Hautstellen vorkommen. Diese Erkrankung breitet sich nicht wie Windpocken (die denselben Erreger haben) über den gesamten Körper aus, sondern nur im Versorgungsgebiet der befallenen Nerven. So beginnt der juckende Hautausschlag häufig im Bereich der Wirbelsäule und verläuft dann gürtelförmig zur Brust, eventuell bis hin zum Bauch.

Tage bevor die Krankheit den typischen Hautausschlag in Form von kleinen Bläschen hervorbringt, zeigen sich Müdigkeit, leicht erhöhte Temperatur und brennende Schmerzen im Bereich des befallenen Bereiches. Aufgrund der Schmerzen und des allgemeinen Krankheitsgefühls suchen die Betroffenen in der Regel relativ schnell einen Arzt auf. Dieser behandelt mit Virostatika und Schmerzmitteln.

Bei einer Gürtelrose zeigt sich ein massiver Hautausschlag, der oftmals schmerzhaft ist. (Bild: hawanafsu/fotolia.com)

Kontaktallergie

Eine Kontaktallergie ist eine Allergie auf Stoffe, die direkt Kontakt mit der Haut haben. So zum Beispiel der Jeansknopf, der die Haut am Bauch reizt und dann einen Ausschlag verursacht. Aber auch ein T-Shirt oder eine Hose, die ungewaschen getragen wird, kann zu Ausschlag am Bauch und an anderen, mit der Kleidung in Verbindung kommenden Stellen führen. Ebenso sind Pflegemittel wie zum Beispiel Duschgel oder Körperlotion, zu de Allergie auslösenden Substanzen zu zählen. Die Haut entzündet und rötet sich, dabei entstehen kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen und/oder Knötchen, begleitet durch meist starken Juckreiz.

Wer weiß, was den Ausschlag ausgelöst hat, sollte dies natürlich meiden. Ist jedoch der Grund, beziehungsweise der Auslöser dafür unklar, wird am besten ein Hautarzt aufgesucht. Dieser macht einen sogenannten Epikutan-Test. Dafür werden auf dem Rücken verschiedene Allergene in Form von Tropfen oder Salben aufgetragen und mit speziellen Pflastern abgeklebt. Das Ergebnis kann nach 24, 48 und 72 Stunden abgelesen und schriftlich fixiert werden.

Die Behandlung verlangt in erster Linie das Vermeiden des auslösenden Allergens. Gegen den Juckreiz werden passende Salben, eventuell kurzzeitig auch cortisonhaltige, eingesetzt.

Arzneimittelexanthem

Eine allergische Hautreaktion im Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme wird als Arzneimittelexanthem bezeichnet. Wird das auslösende Medikament abgesetzt, verschwindet meistens auch der Ausschlag recht schnell. Die Arzneimittelexantheme entstehen oftmals durch die Einnahme von Penicillin. Auch andere Antibiotika können Hautreaktionen auslösen. Häufig sind hier außerdem weitere Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Schleimhautschwellungen und Herz-Kreislaufstörungen festzustellen.

Der Ausschlag kann Stunden nach der ersten Einnahme des Arzneimittels ober aber auch bis zu zwei Wochen später nach der Ersteinnahme auftreten. Der Ausschlag ist überall, am gesamten Körper möglich, vor allem tritt dieser jedoch am Stamm, das heißt an Rücken, Bauch und Brust auf. Die Hautreaktionen sind recht unterschiedlich: Rötungen, Quaddeln, Blasen oder Knötchen.

Durch folgende Arzneimittel sind Arzneimittelexantheme möglich: Schmerzmittel (zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure), Lokalanästhetika, Impfstoffe, Heparin, Antiepileptika, Insulin, Kontrastmittel, ACE-Hemmer, Schilddrüsenhormone.

Je nach Ausprägung des Ausschlags, wird das auslösende Medikament vom behandelnden Arzt abgesetzt. Eventuell wird ein Ersatzmedikament verordnet. Der Ausschlag am Bauch oder auch an anderen Körperstellen wird in der Regel mit Salben, die ein Antihistaminikum oder Cortison enthalten, behandelt. Weitet sich die allergische Reaktion immer mehr aus, werden mitunter auch Antihistaminika in Form von Tabletten oder Infusionen nötig. Meist heilt das Exanthem jedoch innerhalb einiger Tage nach Absetzten des „Auslösers“ von alleine ab. Das Medikament sollte für immer gemieden werden. Eventuell wird ein Allergiepass ausgestellt.

Zahlreiche Arzneimittel können als Nebenwirkungen ein sogenanntes Arzneimittelexanthem auslösen . (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Sonne

Zu viel Sonne kann zu Ausschlag am Bauch führen. Dabei entstehen kleine Pusteln, die meistens mit massivem Juckreiz einhergehen. Hier hilft nur Sonne meiden, kühlen und mit einer Juckreiz stillenden Creme, wie zum Beispiel einem Aloe Vera Gel, versorgen.

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine in Schüben auftretende, entzündliche Hauterkrankung. Die Haut ist extrem trocken, mit massivem Juckreiz. Diese Erkrankung kann vererbt werden. Häufig kommt Neurodermitis zusammen mit Asthma, Heuschnupfen und Allergien vor. Bei den Erwachsenen sind vor allem der Augen–Stirnbereich, Beugeseiten der Extremitäten und Hand- und Fußrücken vom Ausschlag betroffen.

Bei Babys beginnt die Neurodermitis meist im Gesicht an den Wangen und am Scheitel. Auch kann die Kopfhaut betroffen sein. Im weiteren Verlauf breitet sich der Ausschlag am Bauch und an den Armen und Beinen aus.

Zur Behandlung der Neurodermitis gehören die Pflege der Haut, die Modulation des Immunsystems und bei Bedarf, im entzündlichen Stadium, die Verwendung von cortisonhaltigen Salben.

Autoimmunerkrankungen

Bei einer Autoimmunerkrankung greift der eigene Körper eigene Zellen und Gewebe an. Anfangs sind diffuse Symptome vorhanden wie zum Beispiel Müdigkeit, Kribbeln in Händen und Füßen, Verdauungsprobleme, Juckreiz und Ausschlag. Der Ausschlag kann am Bauch oder auch an anderen Körperstellen auftreten. Autoimmunerkrankungen sind nicht immer einfach zu diagnostizieren und zu behandeln. Hier sind ausführliche Untersuchungen und Tests nötig.

Nahrungsmittelallergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Symptome von Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind sich sehr ähnlich, obwohl sich beide Erkrankungen trotzdem voneinander unterscheiden. Bei einer, durch bestimmte Nahrungsmittel ausgelösten Allergie, bilden die Betroffenen entsprechende IgE Antikörper, was mitunter bis zu einem anaphylaktischen Schock führen kann. Hier läuft also das Immunsystem aus dem Ruder.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, wie zum Beispiel der Laktoseintoleranz, fehlt dem Körper ein Enzym, die sogenannte Lactase, die normalerweise den Milchzucker in seine Bestandteile aufspaltet und dadurch für den Körper verwertbar macht. Hier entstehen die Symptome durch das teilweise oder komplette Fehlen des Enzyms.

Beschwerden bei beiden Erkrankungen sind: Übelkeit, Durchfälle, Erbrechen, Juckreiz, Ausschlag, Anschwellen der Zunge und Vieles mehr.

Auch bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten ist Hautausschlag eine mögliche Folge. (Bild: pholidito/fotolia.com)

Hausmittel

Bei unkritischem Ausschlag am Bauch, wenn keine Infektionskrankheit oder Gürtelrose vorliegt, können Hausmittel durchaus Linderung verschaffen.

Auflagen mit Tee

Beispielsweise kann aus Kamillenblüten, Brennnesselblättern oder Stiefmütterchenkraut ein starker Absud hergestellt, damit ein Baumwolltuch getränkt und dies dann auf den Bauch gelegt werden. Gerne können auch die betroffenen Stellen, mehrmals täglich, mit entsprechendem Tee abgetupft werden.

Quarkumschlag

Der vielseitig anwendbare Quarkwickel schafft auch hier Abhilfe. Dazu wird Quark in ein Tuch gebracht und aufgelegt – am besten solange, wie dies als angenehm empfunden wird. Wer keinen Quark mag oder zuhause hat, kann als Alternative auch Joghurt verwenden.

Lavendelöl

Ist der Ausschlag am Bauch mit Juckreiz verbunden, kann ätherisches Lavendelöl helfen. Dafür wird ein gutes, hochwertiges Lavendelöl verwendet:. Auf 50 ml gutes, kaltgepresstes Mandelöl, Olivenöl oder Sesamöl kommen 4 Tropfen ätherisches Lavendelöl. Mit dieser Mischung wird der Bauch zweimal täglich eingerieben – am besten noch mit einem Tuch abgedeckt, damit die Ölmischung besser einwirken kann.

Wer kein ätherisches Lavendelöl mag oder zu allergischen Reaktionen neigt, verwendet nur Olivenöl, ganz ohne Zusätze.

Obstessig

Wenn die Stellen am Bauch nicht aufgekratzt sind, kann eine Mischung aus Wasser und Obstessig, im Verhältnis 1:1 helfen – damit wird der Ausschlag immer wieder abgetupft.

Aloe Vera Gel

Aloe Vera wirkt antientzündlich, heilend und Juckreiz lindernd. Insofern ist die Behandlung mit einem guten, hochwertigen Aloe Vera Gel auf jeden Fall ein gute Möglichkeit, den Ausschlag am Bauch zu beheben.

Honig

Honig schmeckt nicht nur lecker, sondern enthält auch heilende Substanzen, die äußerlich aufgetragen, ihre Wirkung entfalten können. So wird ein guter, hochwertiger Honig auf die betroffenen Stellen aufgebracht, dort für mindestens eine Stunde belassen und dann mit etwas lauwarmem Wasser abgewaschen. Vor allem, wenn der Ausschlag juckt, bringt dies relativ schnell Erleichterung.

Heilerde oder Haferflocken

Ausschlag, der nässt und/oder juckt, kann Auflagen mit Heilerde vertragen. Aus Heilerde und Wasser wird ein Brei angerührt, auf den Bauch aufgebracht und mit einem Tuch abgedeckt. Ist die Heilerde getrocknet, wird sie mit lauwarmem Wasser abgewaschen.

Als Alternative können Haferflocken dienen, die vor Gebrauch im Mixer zerkleinert werden.

Das Einreiben mit einer Paste aus Heilerde ist ein vielfach bewährtes Hausmittel und wirkt auch gegen Ausschlag am Bauch. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Mischung aus Quark, Öl und Heilerde

Zwei Esslöffel Quark, ein Esslöffel Heilerde und zwei Esslöffel Olivenöl werden vermischt und dienen als Paste, die dann den Ausschlag bedecken soll. So lange diese Auflage angenehm ist, kann sie auch bleiben. Danach wird sie mit lauwarmem Wasser entfernt.

Salz

Salz hat eine desinfizierende, entzündungshemmende und Juckreiz stillende Wirkung. Für einen Umschlag werden 10 Gramm Salz (Himalaja Salz oder Meersalz) mit einem Liter Wasser vermischt, damit wird ein Tuch damit getränkt und auf die betroffenen Stellen auf dem Bauch gelegt. Das Tuch bleibt so lange dort, wie dies als angenehm empfunden wird.

Zink, Calendula

In der Liste der bereits aufgeführten Hausmittel dürfen Zink – und Calendulasalbe nicht fehlen. Beides wirkt heilend und pflegend und kann auch bei Juckreiz Linderung verschaffen.

Schüßler Salze

Schüßler Salze können innerlich, aber auch äußerlich zur Anwendung kommen. Äußerlich, entweder als Salbe oder Gel (alle 12 Schüssler Salze sind in beiden Varianten erhältlich). Aber auch die kleinen Tablettchen können äußerlich zur Verwendung kommen Hierfür wird das passende Salz einfach mit etwas Wasser zu Brei vermischt und dann aufgetragen und später wieder abgewaschen. Anwendbare Schüssler Salze bei Ausschlag am Bauch sind Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 7 Magnesium phosphoricum und Nr. 8 Natrium chloratum. (sw)