Blinddarmreizung – Symptome und Therapie

Astrid Goldmayer

Unter einer Blinddarmreizung versteht die Medizin die Reizung des blind endenden Wurmfortsatzes des Blinddarms. Dieser befindet sich beim Menschen in der rechten Körperhälfte im Unterbauch. Im Alter von 9 bis 14 Jahren kommt es am Häufigsten zu Blinddarmreizungen. Da der Krankheitsverlauf bei Kindern oft atypisch ist, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Die Blinddarmreizung ist zunächst nicht bedrohlich. Entwickelt sie sich jedoch zu einer Blinddarmentzündung, ist eine Operation in der Regel unvermeidbar, da die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs besteht. Es wird deshalb dringend geraten, auch bei einer vermuteten Blinddarmreizung einen Arzt aufzusuchen, um eine Entzündung mit ernsten Folgen ausschließen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Blinddarmreizung
Symptome
Ursachen der Reizung
Behandlungsmethoden

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Symptome

Zu den häufigsten Symptomen bei einer Blinddarmreizung gehören Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe. Die Schmerzintensität kann stark schwanken und reicht von leichten bis sehr starken Schmerzen. Viele Betroffene klagen zusätzlich über einen Berührungsschmerz. Selbst die Berührung durch Kleidung oder eine Decke, kann unerträgliche Schmerzen bereiten. Ein weiteres Indiz für eine Reizung des Blinddarms kann der sogenannte Loslassschmerz sein. Legt ein Arzt die Finger auf die schmerzende Stelle und lässt dann abrupt los, verursacht diese Symptom-Diagnose Schmerzen. Die Betroffenen nehmen häufig eine gekrümmte Schonhaltung ein. Generell versuchen sich die Erkrankten möglichst wenig zu bewegen, um Beschwerden zu vermeiden.

Eine Reizung des Blinddarms bedarf schneller medizinischer Hilfe.
Eine Reizung des Blinddarms bedarf gegebenenfalls schneller medizinischer Hilfe. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

In einigen Fällen tritt Fieber mit Schüttelfrost auf. Unter diesem Beschwerdebild leiden meist Kindern häufiger als Erwachsene. Gleiches gilt auch für Übelkeit und Erbrechen. Wichtig: Die beschriebenen Symptome treten auch bei einer Blinddarmentzündung auf und sind deshalb kein eindeutiges Indiz für eine Blinddarmreizung! Wer unter genannten Beschwerden leidet, sollte unverzüglich als Notfall in eine Klinik eingeliefert werden. Warten Patienten zu lange, können lebensbedrohliche Situationen eintreten. Es droht bei einer Blinddarmentzündung ein Blinddarmdurchbruch.

Ursachen der Reizung

Durch seine zahlreichen Lymphfollikel können sich leicht Erreger im Wurmfortsatz des Blinddarms einnisten und Entzündungen verursachen. Manchmal sind auch Fremdkörper wie z.B. Kirsch- oder Weintraubenkerne Auslöser einer Infektion. Das Abknicken des Wurmfortsatzes kann ebenso zu einer Entzündung führen wie in selteneren Fällen ein Wurmbefall.

(Bild: decade3d/fotolia.com)
Reizungen des Blinddarms gehen oft mit Schmerzen einher. (Bild: decade3d/fotolia.com)

Behandlungsmethoden

Während bei einer akuten Blinddarmentzündung in der Regel eine sofortige Operation nötig ist, bei der der Wurmfortsatz des Blinddarms entfernt wird, können leichte bis mittelschwere Blinddarmreizungen zum Teil mit Antibiotika therapiert werden. In einigen Fällen verschwindet die Reizung sogar von allein. Von einer Behandlung mit Naturheilverfahren ist abzuraten, da in jedem Fall zunächst schulmedizinisch abgeklärt werden muss, in wie weit die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs besteht. Die Einnahme von Antibiotika ist häufig unumgänglich. Konnte klinisch eine Blinddarmentzündung ausgeschlossen werden, können Schüßler Salze bei einer Reizung zur Heilung unterstützend eingesetzt werden. Ein homöopathisch arbeitender Arzt oder Heilpraktiker verordnet in der Regel entsprechende Therapien. (ag)