Blut im Ohr

Ohrenbluten kann Folge von Verletzungen beim Reinigen sein, aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. (Bild: Miriam Dörr/fotolia.com)
Fabian Peters

Ohrenbluten

Blut im Ohr muss nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten. Eine kleine Verletzung durch Kratzen oder zu kräftiges Ohrenreinigen kann durchaus der Grund dafür sein. Trotzdem sollten Krankheiten ausgeschlossen werden. In den folgenden Zeilen erfahren Sie, welche Ursachen zu Blut im Ohr führen können und was dabei zu beachten ist.

Ursachen

Blut im Ohr muss nicht zwangsweise auf eine ernste Erkrankung hinweisen. Die häufigste Ursache ist eine unsachgemäße, unsanfte Reinigung oder das Verwenden von spitzen Gegenständen, um gegen auftretenden Juckreiz anzugehen. Dies kann jedoch im schlimmsten Fall zu einer Verletzung des Trommelfells führen, was alles andere als harmlos ist und den sofortigen Gang zum Arzt erfordert. Die Reinigung der Ohren ist immer vorsichtig und sanft durchzuführen. Mit dem Ohrenstäbchen wird stets nur der äußere Gehörgang und niemals das Innere des Ohres gesäubert.

Ohrenbluten kann Folge von Verletzungen beim Reinigen sein, aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. (Bild: Miriam Dörr/fotolia.com)
Ohrenbluten kann Folge von Verletzungen beim Reinigen sein, aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. (Bild: Miriam Dörr/fotolia.com)

Schwere Verletzungen
Jedoch können auch andere Ursachen zu Blut im Ohr führen. Sind damit Schmerzen verbunden, muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ein Unfall, bei dem der Kopf verletzt wurde und in diesem Zusammenhang Blut aus dem Ohr austritt, ist ein Notfall, der sofort in eine Klinik muss. Eine Hirnblutung oder eine eventuelle Schädelbasisfraktur könnten hier die Ursache sein.

Explosionstrauma
Bei einem Explosionstrauma wird das Ohr massiv geschädigt. Dies kann zum Beispiel bei Sprengarbeiten oder Bombenexplosionen passieren. Das Explosionstrauma gehört zu den akustischen Traumen. Eine plötzlich auftretende, massive Schalldruckwelle mit mehr als 150 Dezibel, ausgelöst durch Sprengarbeiten, Bombenexplosionen oder Platzen eines Airbags führt zu der Verletzung. Circa drei Millisekunden wird dabei das Ohr der extremen Lärmbelastung ausgesetzt. Meistens werden beide Ohren davon in Mitleidenschaft gezogen. Sowohl Innen- als auch Mittelohr werden durch die Lärmbelastung geschädigt. Häufig reißt durch den Druck das Trommelfell ein.

Die Betroffenen leiden unter Blut im Ohr (durch den Trommelfellriss), Hörverlust beidseits, Druckgefühl in den Ohren und stechenden Schmerzen. Zu diesen Beschwerden gesellen sich eventuell noch Tinnitus (Ohrsausen) und Schwindel. Ein Explosionstrauma sollte so schnell, wie möglich behandelt werden. Dazu gehören eine Behandlung in einer speziellen Druckkammer und ein eventueller operativer Eingriff, um das Trommelfell zu schließen. Die Patienten bekommen durchblutungsfördernde Infusionen und eine Kortisonbehandlung. Im schlimmsten Fall bleibt die Schwerhörigkeit dauerhaft bestehen.

Mittelohrentzündung (Otitis media)
Eine Mittelohrentzündung entsteht meistens in Folge eine Nasen-Rachen-Infektes, ausgelöst durch Bakterien. Häufig sind davon Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Über die Ohrtrompete wandern Erreger ins Ohr, die Schleimhaut schwillt an, wird rot und dick, ein Erguss bildet sich und das Trommelfell wölbt sich nach außen. Hierbei kann dieses durch den Druck reißen, was zu Blut im Ohr führt. Die Betroffenen leiden unter massiven Schmerzen, wobei diese meist abrupt aufhören, wenn das Trommelfell geplatzt ist. Bei einer Mittelohrentzündung ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. In der Regel bekommen die Patienten ein Antibiotikum. Das Trommelfell verschließt sich dabei häufig von selbst.
Auch eine Mittelohrentzündung ist als Ursache für Blut im Ohr in Betracht zu ziehen. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Traumatische Trommelfellperforation
Eine Verletzung des Trommelfells, eine traumatische Trommelfellperforation, kann durch Gewalteinwirkung ausgelöst werden. Mögliche Ursachen dafür sind ein heftiger Schlag auf das Ohr, ein Kopfsprung oder aber auch ein zu harter Wasserstrahl bei unsachgemäßer Durchführung einer Ohrspülung. Die Betroffenen leiden unter akutem, stechendem Schmerz, Blut im Ohr und einer plötzlichen Hörminderung. Kleinere Verletzungen heilen von alleine ab, bei Größeren muss eventuell operiert werden.

Otitis externa (Gehörgangsentzündung)
Eine Gehörgangsentzündung ist eine recht schmerzhafte Angelegenheit. Anfangs beginnt dies mit Juckreiz im Gehörgang. Danach treten mitunter heftige Schmerzen auf – das Kauen tut weh und schon der leichteste Druck auf das Ohr ist schmerzhaft.

Zu häufiges Reinigen schadet der Schleimhaut im Ohr. Dadurch wird die Abwehr dort vermindert. Keime wie Viren, Pilze oder Bakterien können eindringen und eine Otitis externa auslösen. Häufiges Schwimmen begünstigt solch eine Entzündung. Eine eventuelle allergische Reaktion ist ebenso als Ursache möglich. Symptome sind, wie bereits erwähnt, Juckreiz und Schmerzen, begleitet von Otorrhoe (Ohrenfluss). Das austretende Sekret kann wässrig, eitrig aber auch blutig sein.

Barotrauma
Das Ohr ist mit dem Nasen-Rachen-Raum durch die Eustachische Röhre verbunden. Diese öffnet sich beim Gähnen und Schlucken und schafft so für Druckausgleich, der zum Beispiel beim Fliegen oder Tauchen sehr wichtig ist. Liegt eine Erkältung vor, so kommt es zu einer Schwellung im Bereich der Eustachischen Röhre und der Druckausgleich ist damit gestört. Dabei kann durch den hohen Druck das Trommelfell reißen. Symptome für ein Barotrauma sind heftige Schmerzen, Schwindel, eventuell Übelkeit und Blut im Ohr. Diese Erkrankung muss so schnell wie möglich behandelt werden. Um einem Barotrauma vorzubeugen, werden bei vorliegendem Schnupfen vor Flugantritt und auch während des Fluges abschwellende Nasentropfen verabreicht.

Ohrfurunkel
Ein Ohrfurunkel ist eine Haarbalgsentzündung im Gehörgang. Diese ist in der Regel mit Schmerzen verbunden. Wenn der gebildete Abszess aufplatzt, sei es durch Medikamente oder einfach so, tritt neben Eiter auch Blut im Ohr auf.

Tumor im Ohr
Bösartige Tumore im Ohr sind sehr selten. Sie können durch chronische Entzündungen entstehen. Meistens sind ältere Menschen davon betroffen. Die Patienten leiden unter einem Druckgefühl im Ohr, Hörverminderung und Blut im Ohr.

Untersuchungsmethoden

Um die Ursachen für Blut in den Ohren und die damit verbundenen Beschwerden herauszufinden, werden verschiedene Untersuchungsmethoden angewandt. An erster Stelle steht eine ausführliche Anamnese. Dies bedeutet, dass der Arzt den Patienten oder die Patientin nach Art der Schmerzen, zeitlichem Auftreten, Art des Sekrets usw. befragt. Dann wird das Ohr abgetastet und in Augenschein genommen. Dazu dient das Otoskop. Damit kann der äußere Gehörgang bis hin zum Trommelfell betrachtet werden. Weitere Untersuchungsmethoden sind Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Hörtests und Röntgen.

Zusammenfassung

Blut im Ohr, ohne Schmerzen und weitere Beschwerden ist in der Regel harmlos. Meist ist hier ein unsanftes Vorgehen bei der Reinigung die Ursache. Kommen Symptome wie zum Beispiel Schmerzen, Druckgefühl, Fieber, Schwindel oder Hörverlust hinzu, sollte nicht selbst „herumgedoktert“, sondern zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Denn zum Beispiel kann eine nicht rechtzeitig behandelte Mittelohrenzündung zu einer Entzündung des Innenohrs, einer Hirnhautentzündung oder einer Mastoiditis (Entzündung des Warzenfortsatzes) führen. Durch eine rechtzeitige Behandlung kann dies verhindert werden. (sw)

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