Blut im Sperma – Ursachen und Therapie

Nina Reese
Blut im Sperma (Hämospermie) sorgt bei dem meisten Männern für große Beunruhigung. Denn rötlich gefärbtes Ejakulat wird häufig als Hinweis auf Krebs oder eine andere ernste Erkrankung interpretiert. Stattdessen handelt es sich oft um relativ harmlose Ursachen wie zum Beispiel eine Samenblasentenzündung oder eine starke Quetschung, welche in der Regel gut behandelbar sind. Dennoch können auch ernstere Gründe wie eine Entzündung der Prostata oder Nebenhoden vorliegen, welche bei ausbleibender Behandlung unangenehme Folgen haben kann. Um kein Risiko einzugehen, sollte bei blutigem Sperma dementsprechend in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Beschwerden nach drei bis vier Tagen nicht nachlassen und weitere Symptome wie z.B. Fieber, Probleme beim Wasserlassen und Hoden- oder Penisschmerzen auftreten.

Ursachen von Blut im Ejakulat

Wer blutig-rötliche Verfärbungen in der Samenflüssigkeit entdeckt, bekommt normalerweise einen großen Schreck. Denn viele Betroffene fürchten einen ernsthaften Hintergrund, wobei die Angst vor Krebs oftmals am größten ist. Doch eine Tumorerkrankung ist bei Blut im Ejakulat (medizinisch: „Hämospermie“) selten, vielmehr kann bei mehr als der Hälfte (50-70%) der Betroffenen gar keine klare Ursache ausgemacht werden. In den anderen Fällen handelt es sich oft um relativ „harmlose“ Gründe wie z.B. eine Verletzung der Eichel oder ein geplatztes Äderchen. Neben dem können mechanische Einwirkungen durch einen Unfall, Quetschungen oder sportliche Aktivität bzw. körperliche Beanspruchung der Auslöser sein. Unkontrollierte Bewegungen während des Geschlechtsverkehrs sowie härtere Sexualpraktiken können den Penis verletzen und dadurch ebenfalls Blutbeimengungen im Ejakulat verursachen.

Die Gründe für Blut im Ejakulat können harmlos aber auch sehr ernst sein. Bild: Henrie-fotolia
Die Gründe für Blut im Ejakulat können harmlos aber auch sehr ernst sein. Bild: Henrie-fotolia

Ursache Prostatabeschwerden

Zu den häufigen Ursachen zählt eine so genannte „Prostatitis“ von der etwa 10% der männlichen Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen ist. Bei dieser handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse), welche sich bei Männern unterhalb der Blase befindet. Die Erkrankung kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, typisch sind im akuten Fall vor allem ein starkes Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen im Bereich des Dammes. Im Falle einer chronischen bzw. abakteriellen Entzündung kommen meist weitere Symptome hinzu. Möglich sind hier unter anderem Hoden-, Unterleib- und Leistenschmerzen, Erektionsstörungen, Blut im Sperma, Schmerzen beim Stuhlgang und beim Samenerguss.

Eine Prostatitis kann verschiedene Ursachen haben. Möglich sind zum Beispiel Bakterien, die in die etwa kastaniengroße Drüse eindringen und eine Abwehrreaktion des Gewebes hervorrufen. In den meisten Fällen sind hierbei Darmbakterien (Escherichia coli, Enteroccocus faecalis) der Auslöser, möglich sind aber auch andere Keime wie zum Beispiel Klebsiellen, Enterokokken oder Erreger bestimmter Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien oder Gonokokken (Tripper).

Liegt eine chronische Entzündung vor, kann die Ursache hingegen oft nicht eindeutig bestimmt werden (idiopathische Prostatitis). Zum Teil können auch hier Bakterien nachgewiesen werden, häufiger handelt es sich jedoch um eine „abakterielle“ chronische Prostatitis, die auch als „chronisches Beckenschmerzsyndrom“ bezeichnet wird. Dieses kann unter anderem durch Blasenentleerungsstörungen oder Verengungen in den ableitenden Prostatawegen (z.B. durch Prostatasteine, Harnröhrenverengung) hervorgerufen werden. Finden sich keine organischen Ursachen, werden häufig psychische Faktoren wie Stress, Ängste oder Probleme in der Partnerschaft vermutet.

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Neben dem kommt bei blutigem Sperma eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, kurz: BPH) in Betracht. Diese tritt bei einem Großteil der Männer im mittleren bis höheren Alter infolge einer übermäßigen Vermehrung von Zellen auf, ist aber weder eine Form von Krebs noch eine Vorstufe und dementsprechend an sich relativ harmlos. Vergrößert sich das Volumen der Prostata jedoch so stark, dass die Harnröhre einengt wird, entsteht ein sogenanntes „benignes Prostatasyndrom“, welches mit verschiedenen Beschwerden einhergeht. Kennzeichnend sind vor allem sukzessive stärker werdende Probleme beim Urinieren wie z.B. starker Harndrang, häufiges Wasserlassen in der Nacht und Schmerzen. Hinzu kommen hemmende Symptome wie ein schwacher bzw. verzögerter Harnstrahl, Nachtropfen und unterbrochenes Urinieren („Harnstottern“). Im weiteren Verlauf ist es Betroffenen häufig nicht mehr möglich, die Blase vollständig zu leeren („Restharnbildung“), wodurch zusätzlich Harnwegsinfekte sowie teilweise auch Urinverlust und Blasensteine auftreten.

Wird die Erkrankung nicht spätestens zu diesem Zeitpunkt entsprechend behandelt, droht schließlich in Phase drei durch den immer stärker werdenden Druck auf die Harnröhre ein Harnverhalt sowie in der Folge eine sehr schmerzhafte Blasenüberdehnung. Zudem kann es durch den Rückstau des Urins bis in die Nieren zu einer Abnahme der Nierenfunktion oder sogar einem Nierenversagen kommen. Dementsprechend sollten Männer bereits bei den ersten Anzeichen einer gutartigen Prostatavergrößerung (verzögertes Wasserlassen, dünner Harnstrahl etc.) unbedingt einen Urologen aufsuchen. Denn dieser kann die Beschwerden z.B. durch eine rektale Untersuchung und Ultraschall schnell abklären und gegebenenfalls sofort die notwendigen Behandlungsschritte einleiten.

Ein weiterer Auslöser kann eine so genannte „Prostatatuberkulose“ sein. Hier handelt es sich um eine sehr ernste und nur schwer zu behandelnde Erkrankung, da das Leiden in den seltensten Fällen auf die Vorsteherdrüse beschränkt bleibt. Stattdessen bilden sich meist auch in anderen Urogenitalorganen Tuberkulose-Herde, wobei besonders häufig die Nebenhoden und Samenblasen betroffen sind. In einigen Fällen bleibt die Erkrankung zunächst lange symptomlos, teilweise leiden Betroffene unter allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit und leichtem Fieber.

Häufiger zeigen sich jedoch schon früh ähnliche Krankheitsanzeichen wie bei einer chronischen Prostatitis. Hierzu zählen unter anderem ein vermehrter Harn- und Stuhldrang, ein Druckgefühl im Bereich des Dammes sowie brennende Schmerzen nach dem Wasserlassen. Häufig treten zudem Eiterbeimischungen im Urin, starke Schmerzen bei der Ejakulation sowie Blut im Sperma auf, in stark fortgeschrittenen Fällen bleibt die Samenentleerung zumeist ganz aus. Aufgrund der schlechten Heilungschancen bei einer einmal entwickelten Prostatatuberkulose kommt der Vorbeugung eine besonders wichtige Rolle zu. Dementsprechend ist es ratsam, tuberkulöse Herde in anderen Bereichen (z.B. in den Nebenhoden) unbedingt frühzeitig zu entfernen. Zudem sollten bereits an Tuberkulose erkrankte und erhöht anfällige Personen wie z.B. HIV-Infizierte, Alkoholkranke, Drogenabhängige sowie immungeschwächte und alte Menschen unbedingt eine Gonorrhoe-Infektion vermeiden bzw. diese bei Bestehen auf jeden Fall entsprechend behandeln lassen.

Prostatakrebs

Neben der gutartigen Vergrößerung kann in selteneren Fällen auch ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse für Blut nach der Ejakulation verantwortlich sein. Das so genannte „Prostatakarzinom“ zählt dabei mit mehr als 60.000 Neuerkrankungen im Jahr zu den häufigsten Krebsarten beim Mann und tritt in erster Linie ab dem 60. Lebensjahr auf. Die Krankheit ist besonders tückisch, denn es zeigen sich kaum typische Warnzeichen und zu Beginn meist keinerlei Beschwerden. Diese werden erst im fortgeschrittenen Stadium deutlich, wobei es sich oft um unspezifische Symptome handelt, die auch auf andere Prostata-Leiden hindeuten können. Hierzu zählen beispielsweise Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang, verstärkter Harndrang, Schmerzen in der Prostata sowie bei der Ejakulation, Erektionsstörungen und Blutbeimengungen, die sowohl im Urin als auch in der Samenflüssigkeit vorkommen können. Haben sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Knochen gebildet, können starke Beschwerden im unteren Rücken, Bein- oder Hüftschmerzen hinzukommen.

Die Ursachen eines Prostatakarzinoms sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es bestehen jedoch einige Risikofaktoren, die aus medizinischer Sicht eine Entstehung begünstigen können. Hierzu gehören in erster Linie das Alter, Hormone (Testosteron) und eine genetische Veranlagung. Dementsprechend besteht laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) z.B. bei Männern bis zu 65 Jahren mit drei betroffenen Brüdern ein 23-mal höheres Erkrankungsrisiko als bei denjenigen ohne betroffene Angehörige. Neben dem wird immer wieder auch ein möglicher Zusammenhang mit der Ernährung, Rauchen, Alkohol und Übergewicht diskutiert. Bislang ist jedoch nicht geklärt ob bzw. inwiefern ein „ungesunder Lebensstil“ tatsächlich Einfluss auf die Entstehung eines Prostata-Karzinoms hat.

Wird der Krebs frühzeitig erkannt, ist die Prognose in der Regel gut. Da gerade zu Beginn der Erkrankung keine typischen Symptome auftreten, kann diese nur durch eine Vorsorge-Untersuchung erkannt werden. Dementsprechend raten Mediziner allen Männern ab 40 Jahren immer wieder mit Nachdruck, die jährlich von den gesetzlichen Krankenkassen angebotene Früherkennung ein Mal im Jahr unbedingt in Anspruch zu nehmen.

Blut im Sperma nach Vasektomie

Eine weitere mögliche Ursache für blutiges Ejakulat stellt die männliche Sterilisation dar („Vasektomie“). Bei dieser werden die im Samenstrang befindlichen Samenleiter durchtrennt, wodurch sich keine Samenzellen mehr im Ejakulat befinden und eine Befruchtung der Eizelle unmöglich wird. Folglich zählt der Eingriff zu den sichersten Methoden der Empfängnisverhütung, bei der eine Vaterschaft zu knapp 100% ausgeschlossen werden kann. In den meisten Fällen wird die Vasektomie ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt, wobei je nach Behandlungsmethode Spritzen (konservative und „Non Scalpel-Vasektomie“) oder Luftdrucktechnik („No-Needle-No-Scalpel“) zum Einsatz kommen.

Die klassische bzw. konservative Vasektomie gilt hierzulande seit vielen Jahren als Standard und stellt dementsprechend die am weitesten verbreitetste Operations-Methode dar. Bei dieser werden zunächst mittels eines kleinen Schnitts die Samenleiter freigelegt, anschließend werden diese durchtrennt und ein etwa ein bis drei Zentimeter langes Stück entnommen. Es folgt die Verödung und das Vernähen der beiden Enden mit resorbierbaren Faden sowie das abschließende Auftragen eines sterilen Verbands. Neben dem bestehen mit der „Non-scalpel-“ und der „No-needle-no-scalpel“ Vasektomie zwei weitere Operationsverfahren, die sich lediglich in der Art der Betäubung (Nadel oder „Jet Injektion“) unterscheiden. Hier erfolgt kein direkter Hautschnitt, stattdessen wird zur Freilegung der Samenleiter die Hodensackhaut punktiert und auseinander gedehnt. Die weiteren Schritte ähneln der konservativen Methode, wobei die Hautöffnung in diesem Fall von selbst zuwächst und nicht vernäht werden muss.

Generell gilt die Sterilisation beim Mann unabhängig von der Operationsmethode als risikoarm. Kommt es in seltenen Fällen dennoch zu Komplikationen bei der Vasektomie, handelt es sich meist um Hämatome oder eine lokale Infektion, durch die an der betroffenen Stelle Rötungen entstehen. Darüber hinaus können bei einigen Betroffenen Fieber, Rötungen und Schwellungen des Hodensacks, Beschwerden beim Wasserlassen, Verwachsungen und Wundheilungsstörungen auftreten, ebenso wie langanhaltende und chronische Schmerzen im OP-Bereich (Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom) und bräunlich bzw. hellrot gefärbte Blutbeimengungen zum Sperma. Kommt es zu solchen Beschwerden, sollte sich der Patient sicherheitshalber umgehend an den entsprechenden Urologen wenden.

Ursache Entzündung der Samenblase oder Nebenhoden

Eine Entzündung der Samenblasen (Spermatozystitis) kommt ebenfalls in Betracht, wenn Blut im Sperma erkennbar ist. Diese kann ein- oder beidseitig auftreten und sowohl einen akuten als auch chronischen Verlauf nehmen. Die Spermatozystitis kann aufsteigend infolge eines Harnwegsinfekts auftreten, seltener werden die Erreger auch über das Blut verbreitet (hämatogene Infektion). In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Bakterien (z.B. Gonokokken), welche von der Prostata oder der Harnröhre aus über den so genannten „Spritzkanal“ (Ductus ejaculatorius) in die Samenblase gelangen. Typisch für eine Entzündung an dieser Stelle sind Unterbauchschmerzen sowie Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang, Schmerzen bei der Erektion bzw. Ejakulation und blutige Samenflüssigkeit, hinzu kommen Allgemeinsymptome wie Fieber und Schüttelfrost.

Eine Entzündung des Nebenhodens (Epididymis) kann ebenfalls der Auslöser für die Beschwerden sein. Diese tritt meist einseitig auf und ist vor allem durch langsam zunehmende Hodenschmerzen sowie eine Schwellung, Überwärmung und Rötung des betroffenen Bereichs gekennzeichnet. Hinzu können Schmerzen beim Harnlassen, Blut in Urin und Sperma sowie Fieber, Abgeschlagenheit und Schüttelfrost auftreten. Zu Beginn bleiben die Beschwerden in der Regel auf den Nebenhoden begrenzt. Doch in den meisten Fällen breitet sich die Entzündung aus, sodass zusätzlich eine Hodenentzündung (Orchitis) entsteht. In diesem Fall wird medizinisch von einer „Orchiepididymitis“ gesprochen.

In den meisten Fällen entsteht eine Epididymitis durch aufsteigende Keime infolge einer Prostatitis oder eines Harnwegsinfekts wie z.B. einer Harnröhren- oder Blasenentzündung. Die Erreger können auch über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Hier gelten bei Männern im jüngeren Alter Chlamydien als ein häufiger Auslöser, später hingegen vor allem Bakterien wie z.B. Escherichia coli oder Klebsiella. Möglich ist es auch, dass die Entzündung durch eine schwere Verletzung der Nebenhoden (Hodentorsion) infolge eines Tritts, Schlags o.ä. oder durch einen operativen Eingriff entsteht. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko bei Männern, die einen Dauerkatheter tragen oder z.B. von Fehlbildungen im Bereich des Samenleiters betroffen sind. Eher selten handelt es sich um eine hämatogene Infektion, bei welcher die Erreger über die Blutbahn in den Nebenhoden gelangen.

Wird eine Nebenhodenentzündung nicht entsprechend behandelt, kann es zu einem Verschluss der Nebenhodenkanälchen kommen, wodurch im Falle einer beidseitigen Entzündung eine Unfruchtbarkeit droht. Zudem kann eine akute Erkrankung bei unzureichender Ausheilung schnell einen chronischen Verlauf nehmen und dadurch zu immer wiederkehrenden Beschwerden sowie zu Komplikationen wie einem Abszess oder einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Dementsprechend sollte bei Schmerzen und/oder Schwellungen im Bereich der Hoden immer zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung von Blut im Sperma

In vielen Fällen liegt bei blutigem Ejakulat eine relativ harmlose Ursache (geplatztes Äderchen, leichte Verletzung etc.) vor, sodass die Beschwerden nach wenigen Tagen von alleine wieder verschwinden und keine spezielle Behandlung erforderlich ist. Dennoch sollte hier nicht lange gezögert werden, sondern immer vorsichtshalber ein Allgemeinmediziner bzw. Facharzt (Urologe) aufgesucht werden, um gesundheitliche Risiken und mögliche Spätfolgen wie z.B. eine Unfruchtbarkeit zu vermeiden.
Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit der Ursache und kann dementsprechend ganz unterschiedlich ausfallen. Liegt dem Blut im Sperma z.B. eine Verletzung zugrunde, ist vor allem die Schonung des Penis wichtig. Dementsprechend sollte bis zum vollständigen Abklingen der Beschwerden jegliche mechanische Reizung z.B. durch Geschlechtsverkehr oder enge Kleidung vermieden werden.

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis werden hingegen Antibiotika verabreicht, die normalerweise für mindestens vier Wochen eingenommen werden, um einem chronischen Verlauf vorzubeugen. Parallel werden häufig schmerz- und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, leiden Betroffene zudem unter Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung, kann auch ein Bauchdeckenkatheter erforderlich werden. Ist beispielsweise eine Nebenhodenentzündung der Grund, erfolgt die Behandlung normalerweise ebenfalls durch entzündungs- und schmerzstillende Medikamente sowie im Falle eines bakteriellen Infekts durch Antibiotika. Gegen die Schmerzen kann das Hochlagern und Kühlen der Hoden mit kalten Umschlägen sehr wohltuend sein. Zudem sollte gerade bei Fieber bis zum Abklingen der Beschwerden unbedingt auf Bettruhe geachtet werden.

In einigen Fällen kann z.B. bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) auch ein operativer Eingriff notwendig werden. Hier stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die so genannte „Transurethrale Prostataresektion“ (TUR-P) eines der am häufigsten eingesetzten Verfahren darstellt. Bei dieser handelt es sich um eine minimal-invasive Methode, welche ohne äußeren Schnitt durch die Harnröhre hindurch erfolgt. Auch bei einem Prostata-Karzinom kann eine Operation angezeigt sein („Radikale Prostatektomie“). Alternativ stehen hier je nach Alter des Patienten, Art und Ausbreitung des Krebses eine Reihe weiterer Therapie-Möglichkeiten wie z.B. „aktives Beobachten“, Bestrahlung oder eine Hormontherapie zur Verfügung.

Hausmittel bei blutiger Samenflüssigkeit

Konnte die Ursache für das blutige Sperma medizinisch abgeklärt werden, bieten sich in einigen Fällen Hausmittel zur Linderung der Beschwerden an. Hier gilt allerdings zu bedenken, dass diese normalerweise eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sondern im besten Fall eine natürliche und wirkungsvolle Unterstützung darstellen können. Um keine Risiken einzugehen, empfiehlt es sich daher, die Verfahren nicht auf eigene Faust anzuwenden, sondern sich im Vorhinein von einem naturheilkundlich ausgerichteten Arzt oder Heilpraktiker beraten zu lassen.

Hausmittel haben sich insbesondere bei Prostatabeschwerden vielfach bewährt. In Frage kommen z.B. bei einer gutartigen Prostatavergrößerung verschiedene Heilpflanzen (Phytotherapeutika), wie Sägepalmenfrüchte, Kürbiskerne, Roggenpollen oder die Rinde des Afrikanischen Pflaumenbaums (Prunus africana). Auch Extrakte aus den Wurzeln der Brennnessel eignen sich gut, um Probleme beim Wasserlassen in Folge einer gutartigen Vergrößerung der Prostata im Alter zu lindern.

Kürbiskerne sind ein altes Hausmittel bei Prostata-Beschwerden. Bild: womue - fotolia
Kürbiskerne sind ein altes Hausmittel bei Prostata-Beschwerden. Bild: womue – fotolia

Die Homöopathie empfiehlt bei einer beginnenden Prostatavergrößerung unter anderem Sabal serrulatum (Zwergpalme), wobei das Mittel (D3 bis D6) besonders gut bei häufigem nächtlichem Harndrang, abgeschwächtem Harnstrahl und Schmerzen beim Wasserlassen eingesetzt werden kann. Ebenso eignet sich bei einer Vergrößerung und Entzündung der Vorsteherdrüse Pulsatilla pratensis (Wiesenküchenschelle), insbesondere wenn ein vermehrter Harndrang bei gleichzeitig verringerter Urinmenge und ein drückendes Gefühl im Bereich des Dammes besteht. Darüber hinaus können z.B. bei nächtlichem Wasserlassen Acidum Picrinicum oder bei abgeschwächtem Harnstrahl Clematis recta helfen.

Zur Vorbeugung von Blut im Sperma ist es empfehlenswert, auf einen übermäßigen Alkoholgenuss und Rauchen zu verzichten und generell auf einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung zu achten. Zudem gilt es, bestehende Erkrankungen und gesundheitliche Probleme wie z.B. Durchblutungsstörungen oder Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang immer ernst zu nehmen und regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen. In diesem Zusammenhang sollten alle Männer ab 40 Jahren unbedingt dem Rat medizinischer Experten folgen und ein Mal jährlich an Vorsorge-Untersuchungen teilnehmen. (nr)