Blutblasen – Ursachen, Therapie und Hausmittel

Hat sich die Blutblase geöffnet, ist eine besonders vorsichtige Versorgung geboten, um Komplikationen zu vermeiden. (Bild: showcake/fotolia.com)
Susanne Waschke

Entstehung und Versorgung von Blutblasen

Blutblasen entstehen durch übermäßige Reibung beziehungsweise mechanischen Druck. Zum Beispiel durch zu enge Schuhe oder ungewohntes Arbeiten mit einem Werkzeug. Durch die Reibung werden übereinanderliegende Hautschichten voneinander gelöst und der dabei entstandene Hohlraum wird mit Gewebsflüssigkeit („normale“ Blase) oder auch mit Blut gefüllt. Kleinere Blutblasen können durchaus mit Hausmitteln versorgt werden, bei größeren sollte jedoch ein Arzt hinzugezogen werden.

Blutblasen aufstechen ? Was dabei zu beachten ist

Blasen im Allgemeinen, aber auch Blutblasen, animieren dazu, sie aufzustechen. Sind sie klein, kann dies mit der notwendigen Vorsicht zuhause durchgeführt werden. Größere Blutblasen gehören aber in die Hand eines Arztes, da hier die Infektionsgefahr zu groß ist.

Blutblasen entstehen durch Druck und Reibung zum Beispiel bei ungeeigneten Schuhen. (Bild: Fotos 593/fotolia.com)
Blutblasen entstehen durch Druck und Reibung zum Beispiel bei ungeeigneten Schuhen. (Bild: Fotos 593/fotolia.com)

Die Nadel, die für das Eröffnen der Blutblase verwendet wird, muss steril sein. Nach dem Aufstechen sollte das Blut komplett ablaufen können. Danach wird die entstandene Wunde gesäubert. Hierzu dient Calendula Essenz – ein bis zwei Teelöffel davon werden mit einem viertel Liter abgekochtem, abgekühltem Wasser vermischt und damit wird die Wunde gespült. Auch kann eine hiermit getränkte Kompresse für circa 15 Minuten aufgelegt werden. Die Calendula Essenz desinfiziert nicht nur sehr gut, sondern trägt auch zur Heilung bei.

Nach dem Aufstechen der Blutblase muss die Wunde stets sauber gehalten werden. Wiederholtes Auswaschen oder Betupfen mit der verdünnten Calendula Essenz ist zu empfehlen. Ebenso hilfreich ist eine, mit abgekochtem Wasser verdünnte Spitzwegerichtinktur.

Hat sich die Blutblase geöffnet, ist eine besonders vorsichtige Versorgung geboten, um Komplikationen zu vermeiden. (Bild: showcake/fotolia.com)
Hat sich die Blutblase geöffnet, ist eine besonders vorsichtige Versorgung geboten, um Komplikationen zu vermeiden. (Bild: showcake/fotolia.com)

Die Wunde wird am besten noch durch einen, nicht zu fest sitzenden, Verband geschützt. Bei Rötungen, Schwellungen oder gar allgemeinem Krankheitsgefühl ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Ist die Wunde nicht mehr offen, kann diese mit einer Calendula Salbe (Ringelblumensalbe) versorgt werden.

Blasen am Fuß oder am Finger

Blutblasen sollten unbedingt richtig abheilen. Deshalb müssen Druck und Reibung verhindert werden. Spezielle Blasenpflaster schützen den Bereich. Die Blase kann nicht aufbrechen und sich nicht entzünden. Ansonsten werden die Blutblasen mit speziellen Salben, Gels oder Tinkturen versorgt.

Spezielle Blasenpflaster verhindern eine weitere Belastung der geschädigten Haut und fördern die Heilung. (Bild: Dron/fotolia.com)
Spezielle Blasenpflaster verhindern eine weitere Belastung der geschädigten Haut und fördern die Heilung. (Bild: Dron/fotolia.com)

Hausmittel bei offenen Wunden

Die Wunde der offenen Blutblase kann mit einer sterilen Kompresse, getränkt mit Kamillentee, mehrmals täglich abgetupft werden. Der dafür zu verwendende Kamillentee wird aus einem Esslöffel Blüten und einem halben Liter kochendem Wasser zubereitet. Nach einer Ziehzeit von circa 10 Minuten wird der Tee abgeseiht und kann, wenn er etwas abgekühlt ist, für die wundheilende Kompresse verwendet werden. Kamille wirkt antientzündlich, antibakteriell, granulationsfördernd und blutstillend.

Kompressen auf Basis von Kamille wirken antientzündlich, antibakteriell und unterstützen die Heilung bei einer Blutblase. (Bild: kovaleva_ka/fotolia.com)
Kompressen auf Basis von Kamille wirken antientzündlich, antibakteriell und unterstützen die Heilung bei einer Blutblase. (Bild: kovaleva_ka/fotolia.com)

In der Akutphase ist ein Eichenrindenabsud hilfreich. Dafür wird ein Esslöffel getrocknete Eichenrinde mit einem viertel Liter kaltem Wasser gemischt, für ungefähr 15 Minuten gekocht und anschließend abgeseiht. Eichenrinde ist antientzündlich und antibakteriell.

Ebenso zu empfehlen ist zur Wundheilung die Schafgarbe. Ein Teelöffel getrocknetes Kraut wird kurz in 250 ml Wasser gekocht, leicht ausgedrückt und eingepackt in eine sterile Kompresse, auf die betroffene Stelle gelegt.

Wenn die Wunde schlecht heilt

Wenn die Wunde schlecht heilt, kann folgendes Hausmittel helfen: zu gleichen Teilen werden Ackerschachtelhalmtinktur, Ringelblumenblütentinktur und Sonnenhutfluidextrakt gemischt. Um die, durch die Blutblase entstandene, Wunde zu versorgen, werden von der Mischung 30 Tropfen mit einem halben Glas abgekochtem Wasser gemischt und damit wird die Stelle mehrmals täglich eingepinselt.

Ein ebenso wirksames Rezept besteht aus Kamillenblütentinktur, Ringelblumenblütentinktur und Schafgarbentinktur, zu gleichen Teilen gemischt. Die Anwendung entspricht der o.g. Mischung.

Dieses Teerezept unterstützt ebenso den Heilungsprozess: 20 g Kamillenblüten, 20 g Ringelblumenblüten und 10 g Spitzwegerichkraut. Davon wird ein Esslöffel voll mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen. Nach circa 10 Minuten ist der Tee fertig und muss nur noch etwas abkühlen, bevor er für Kompressen verwendet wird.

Vorsicht – keine fetthaltigen Substanzen auf offener Wunde

Fetthaltige Substanzen, wie Salben, Quark oder Cremes haben auf offenen Wunden nichts verloren. Die Wundränder können gerne mit entzündungshemmenden Salben versorgt werden, aber auf offenen Wunden haben diese nicht zu suchen. Damit wird das „Atmen“ behindert und dies kann zu einer Infektion führen.

Wenn die Blase nicht offen ist – Hausmittel

Ist die Wunde nicht mehr offen, oder wurde die Blutblase nicht geöffnet, können folgende Hausmittel helfen. Alle Salben und Gele, die hier erwähnt werden, sollten mehrmals täglich aufgetragen werden. Ein dicker Salbenverband über Nacht unterstützt den Heilungsprozess.

Gerade bei frischen Blutblasen hilft das Kühlen. Dies lindert die Schmerzen etwas. Mit Eis, eingepackt in einen Waschlappen, oder einem Eispack, eingehüllt in ein Handtuch, wird die betroffene Stelle gekühlt.

Ist die Blase noch geschlossen, bietet sich eine Behandlung mit dem Saft der Aloe vera an. (Bild: GreenArt Photography/fotolia.com)
Ist die Blase noch geschlossen, bietet sich eine Behandlung mit dem Saft der Aloe vera an. (Bild: GreenArt Photography/fotolia.com)

Aloe spendet Feuchtigkeit, wirkt kühlend und heilend. Am besten hilft hier natürlich die Pflanze. Ein Aloe Blatt aufgeschlitzt und mit der austretenden, gelartigen Substanz die Blutblasen versorgt – doch wer hat schon eine Aloe Pflanze zuhause? So muss meist auf ein Gel, das Aloe enthält, zurückgegriffen werden.

Was sich ebenso bewährt, ist das Auftragen von Calendula Salbe. Calendula ist entzündungshemmend und regt die Neubildung von gesundem Gewebe an. Ebenso empfehlenswert sind Salben, die sowohl Calendula als auch Echinacea (Sonnenhut) enthalten.

Der immer wieder zitierte Manuka Honig kommt bei der Behandlung von Blutblasen gleichermaßen in Betracht. Dieser besondere Honig unterstützt die Wundheilung.

Ist die Blutblase noch geschlossen, so kann mit einer Arnikasalbe geholfen werden. Arnika wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend. Arnika sollte jedoch niemals auf offene Wunden gebracht werden.

Heilerde, ein alt bekanntes Hausmittel, ist auch bei Blutblasen die richtige Wahl. Diese wird mit Wasser zu einem Brei verrührt und dann auf die betroffene Stelle aufgebracht. Ist die Heilderde eingetrocknet, wird sie abgespült. Ähnlich wirkt ein Brei aus Kurkuma-Pulver, vermengt mit etwas Honig.

Zinksalbe wird in der Regel zur Heilung von Wunden eingesetzt. Diese hilft auch bei Blutblasen.

Blutblasen im Mund

Blutblasen im Mund sehen anfangs wie kleine Pickel aus. Sie können sowohl auf der Zunge als auch auf dem Zahnfleisch entstehen. Ursachen für Blutblasen im Mund sind kleinere Verletzungen, zum Beispiel durch das Kauen von hartem Brot. Aber auch allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel lassen diese unangenehmen, schmerzhaften Blasen entstehen. Weitere Gründe dafür sind der Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin C. Übermäßiger Alkohol- oder Tabakkonsum kann ebenso zu Blutblasen im Mund führen.

Bei Blutblasen im Mund sollte angesichts des Risikos einer Sekundärinfektion auf das Öffnen dringend verzichtet werden. (Bild fpic/fotolia.com)
Bei Blutblasen im Mund sollte angesichts des Risikos einer Sekundärinfektion auf das Öffnen dringend verzichtet werden. (Bild fpic/fotolia.com)

In der Regel heilen die kleinen Blutblasen ganz von alleine ab. Sie sollten nicht ausgedrückt werden, da sich dadurch eventuell eine sekundäre bakterielle Infektion entwickeln kann. Der Mund sollte häufig mit dafür geeigneten Mundspülungen gereinigt und die Mundhygiene ernst genommen werden. Hier hilft zum Beispiel das Spülen mit Ratanhia Mundwasser. Ratanhia wirkt entzündungshemmend und adstringierend. Die Ratanhia Wurzel wurde bereits von den Inkas zur Mund- und Zahnpflege verwendet.

Hilfreich ist auch Calendula Essenz. Mit Wasser verdünnt wird damit mehrmals täglich der Mund ausgespült. Weitere Hausmittel sind Teebaumöl, mit dem die Blutblasen abgetupft werden. Ebenso empfehlenswert ist Kamillentee, mit dem gespült und auch punktuell betupft wird. Schmerzlindernd und heilend wirkt nicht zuletzt das Bepinseln mit Myrrhentinktur.

Wann zum Arzt?

Große Blutblasen, aber auch kleinere Blasen, die sich nicht mit Hilfe der genannten Mittel behandeln lassen und/oder sehr schmerzhaft sind, sollten von einem Arzt versorgt werden.

Blutblasen im Mund, die recht klein sind, vergehen meist von ganz alleine. Bestehen Schmerzen und/schlägt die eigene Behandlung nicht an, ist der Gang zum Zahnarzt geboten. Dieser verordnet antibiotische Mundspülungen und Kortikosteroide.

Damit erst gar keine Blutblasen entstehen

Um sich vor Blutblasen an Füßen zu schützen, hilft das Tragen von Seidensocken unter den eigentlichen Socken. Neue Schuhe werden mit heißem Wasser ausgespült und dann angezogen oder aber vor dem ersten Tragen mit Vaseline eingerieben. Die Füße werden am besten mit Babypuder eingerieben – dies schützt vor Blasen. (sw)

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