Blutungen außerhalb der Regel

Susanne Waschke

Zwischenblutungen und Schmierblutungen

Blutungen außerhalb der Regel werden auch Zwischenblutungen oder Schmierblutungen (Spotting) genannt. Dies sind Blutungen, die außerhalb des monatlichen weiblichen Zyklus stattfinden. Solche, in der Fachsprache Metrorrhagien genannte, Blutungen sind nicht zwingend Anlass zur Sorge. So kann eine Zwischenblutung durchaus durch ungewohnten Stress oder auch durch einen Klimawechsel auftreten. Grundsätzlich sollten Blutungen außerhalb der Regel von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Zwischenblutungen ähneln in der Blutfarbe einer Monatsblutung, wogegen eine Schmierblutung eher bräunlich ist.

Ursachen

Die vielfältigsten Ursachen kommen für Blutungen außerhalb der Regel in Frage. Eine ärztliche Überprüfung mit einer ausführlichen Anamnese, Laboruntersuchungen und einer Ultraschalluntersuchung kann in den meisten Fällen die genaue Ursache feststellen.

Bei manchen Frauen treten auch zwischen den Monatsblutungen sogenannten Zwischenblutungen auf. Die Ursachen sind meist harmlos, können jedoch schlimmstenfalls auch in einer ernsthaften Erkrankung liegen. (Bild: andriano_cz/fotolia.com)

Eisprung

Nicht jede Frau empfindet den Eisprung gleich. Die Eine merkt ihn gar nicht und die Andere klagt über sogenannten Mittelschmerz, eventuell zusammen mit einer Ovulationsblutung. Diese ist harmlos, kann aber mit Hilfe der Naturheilkunde auch behandelt werden.

Einnistungsblutung

Eine Einnistungsblutung (Nidationsblutung) gehört ebenso zu den Blutungen außerhalb der Regel. Diese kann, muss aber nicht stattfinden und zwar etwa fünf bis sieben Tage nach der Einnistung der befruchteten Eizelle (Beginn einer Schwangerschaft). Das liegt an kleinen Blutgefäßen, die dabei etwas bluten können. Diese Blutung außerhalb der Regel ist leicht, also schwächer als die Menstruationsblutung. Sie ähnelt einer Schmierblutung und ist meist dunkelrot bis bräunlich. Die Dauer ist unterschiedlich. Sie dauert circa ein bis drei Tage und kann von Schmerzen begleitet sein.

Schwangerschaft

Blutungen außerhalb der Regel, die während der Schwangerschaft auftreten, müssen nicht zwingend bedrohlich sein, sollten jedoch unbedingt sofort abgeklärt werden.

Zeigen sich Blutungen während einer Schwangerschaft, sollten diese dringend ärztlich abgeklärt werden. (Bild: auremar/fotolia.com)

Die „Pille“

Während der Pilleneinnahme können unerwünschte Zwischenblutungen auftreten. Zum Beispiel dann, wenn mit der Pille neu begonnen oder das Präparat gewechselt wurde. Auch bei unregelmäßiger Einnahme kann dies passieren. Zudem können die Zwischenblutungen darauf hinweisen, dass die verschriebene Pille nicht zu der Frau passt und eventuell ein anderes Präparat genommen werden muss.

Hormonstörungen

Hormonstörungen können zu Blutungen außerhalb der Regel führen. Eine Schmierblutung, die zwei bis drei Tage vor der erwünschten Regelblutung auftritt, deutet auf einen Gelbkörpermangel hin. Eine Schmierblutung im Anschluss an die Menstruation, lässt an einen Mangel an Estradiol (das Wichtigste der drei „Östrogene“: Estradiol, Estron, Estriol) denken. In den Wechseljahren kommt die Frau in ein „Durcheinander der Hormone“. Dies kann ebenfalls zu Zwischen- oder Schmierblutungen führen. Aber auch in der Pubertät, bis sich der Zyklus der Mädchen so richtig eingespielt hat, sind Zwischenblutungen oder Schmierblutungen möglich.

Kontaktblutung

Blutungen außerhalb der Regel können als Kontaktblutung auftreten. Dies sind Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder in Verbindung mit einer gynäkologischen Untersuchung oder durch das Tragen einer Spirale. Dabei blutet die Schleimhaut, die sich nahe des Muttermundes befindet. Diese ist sehr dünn und die Gefäße, die die Schleimhaut versorgen, liegen sehr dicht unter der Oberfläche. Von Kontaktblutungen sind meistens junge Frauen betroffen. Häufig vergeht dieses Symptom von alleine, ganz ohne Behandlung. Jedoch sollten die Kontaktblutungen auf alle Fälle gynäkologisch abgeklärt werden.

Schilddrüsenstörungen

Eine vorliegende Schilddrüsenunterfunktion kann, muss aber nicht, zu Zyklusstörungen, wie zum Beispiel Blutungen außerhalb der Regel, führen. Sowohl die Schilddrüse, als auch die Eierstöcke, werden von den selben Schaltzentralen (Hypothalamus und Hypophyse) geregelt. Beispiel: Die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die Hashimoto-Thyreoiditis, bei der es im Laufe der Erkrankung zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt, wirkt sich auf den ganzen Körper und ebenso auf die Geschlechtshormone aus. Sind diese nicht im Gleichgewicht, können Zwischen– oder Schmierblutungen entstehen.

Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion, die mit Gewichtsverlust, vermehrtem Durst, Unruhe, Wärmeempfindlichkeit und Herzklopfen einhergeht, können sich Zyklusstörungen in Form von Blutungen außerhalb der Regel, bis hin zum Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe) hinzu gesellen.

Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt uns somit auch den normalen Zyklus einer Frau negativ beeinflussen kann.

Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen beeinflussen ebenso den gesamten Stoffwechsel, aber wirken sich auch auf die Ausschüttung der Hormone aus. Dies kann zu unregelmäßigen Blutungen oder gar zu einem kompletten Ausbleiben der Regel führen.

Entzündungen

Blutungen außerhalb der Regel können im Zusammenhang mit einer Entzündung des Gebärmutterhalses vorkommen. Die Betroffen leiden unter gelblichem Ausfluss. Kommen Schmerzen und Fieber hinzu, kann dies auf eine Entzündung der Gebärmutter hinweisen. Ursachen dafür sind zum Beispiel Chlamydien, Gonokokken und Streptokokken, die sich von der Scheide aus den Weg bis hin zur Gebärmutter bahnen.

Tumore, Polypen, Myome

Polypen oder Myome in der Gebärmutter können die Ursache für Blutungen außerhalb der Regel sein. Ein Myom ist eine gutartige Wucherung in der Muskelschicht der Gebärmutter. Ein Polyp in der Gebärmutter ist ein gutartiger Tumor, bestehend aus Gebärmutterschleimhautzellen.

Ein Krebsgeschehen kann ebenso Blutungen außerhalb der Regel bedingen, vor allem dann, wenn die Periode schon längst vorbei ist, die Frau sich also schon jenseits der Wechseljahre befindet. Solche unvermittelten Blutungen müssen so schnell wie möglich, untersucht werden.

Verschiedene Formen der Geschwüre und Polypen im Bereich der Gebärmutter können ebenfalls zu Zwischenblutungen führen. (Bild: nmfotograf/fotolia.com)

Untersuchung und Therapie

Bei Blutungen außerhalb der Regel, die einmalig vorkommen wie zum Beispiel durch psychische Belastungen oder Klimawechsel ist nicht unbedingt Anlass zur Besorgnis geboten. Treten die Blutungen jedoch häufiger auf, sollte dies dringend von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Eine Blutung nach den Wechseljahren sollte immer Anlass für eine fachärztliche Überprüfung sein.

Der Gynäkologe oder die Gynäkologin wird nach einer ausführlichen Anamnese die betroffene Frau genau untersuchen. Eventuell sind Laboruntersuchungen und ein MRT oder CT nötig. Zugrunde liegende Erkrankungen, die der Auslöser für die Blutungen sind, werden mit den geeigneten Mitteln behandelt.

Naturheilkundliche Behandlung

Bei Blutungen außerhalb der Regel ist zuerst der Gang zum Arzt nötig, bevor eine naturheilkundliche Behandlung bei einem Heilpraktiker erfolgen darf. Schwere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

Ist die Ursache für die Blutungen ein hormonelles Ungleichgewicht, so kann der Therapeut oder die Therapeutin einen Speichel-Hormontest anordnen, bei dem die verschiedenen Hormone wie zum Beispiel Progesteron und Estradiol getestet werden. Anhand des Befundes werden bio-identische Hormone oder aber Pflanzen aus der Phytotherapie verordnet. So wirkt zum Beispiel der Frauenmantel hormonell ausgleichend. Mönchspfeffer wird dafür eingesetzt, zwischen Östrogen und Progesteron ein Gleichgewicht herzustellen. Die Silberkerze, der Hopfen und der Bockshornklee wirken ganz sanft östrogenartig.

Unter den Heilpflanzen hat sich Frauenmantel als besonders wirksam gegen hormonell bedingte Zwischenblutungen erwiesen. (Bild: LianeM/fotolia.com)

Hormonelle Störungen werden in der Naturheilkunde zudem häufig mit Akupunktur behandelt. Eine Fußreflexzonen Therapie ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, die hormonelle Situation ins Gleichgewicht zu bringen. Schilddrüsenstörungen müssen ihrerseits natürlich ärztlich abgeklärt werden. Eine naturheilkundliche Therapie kann jedoch gleichzeitig mit der Schulmedizin gute Dienste leisten. Entzündungen können ebenfalls mit Phytotherapie, Homöopathie und durch Schüßler Salze gut therapiert werden.

Leberfunktionsstörungen gehört selbstverständlich in ärztliche Hand. Jedoch kann zum Beispiel die Mariendistel der Leber viel Gutes tun. Diese Pflanze wird in Form von Tee, in Kapsel – oder in Tropfenform verordnet.

Bei Kontaktblutungen, wenn vorher gynäkologisch abgeklärt, helfen je nach Ursache Pflanzen wie Frauenmantel, Hirtentäschel, Schafgarbe und Zinnkraut. Der Mittelschmerz, der häufig in Verbindung mit Blutungen auftritt, spricht recht gut auf folgende Heilpflanzen an: Frauenmantel gegen die krampfartigen Schmerzen und Blutungen, Gänsefingerkraut bei Krämpfen, Schafgarbe bei Schmerzen und Blutungen.

Schlusswort

Blutungen außerhalb der Regel sind stets ernstzunehmen. Sie müssen nichts Schlimmes bedeuten, sollten jedoch – vor allem, wenn sie immer wiederholt auftreten – unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Lieber einmal zu viel Abklärung als einmal zu wenig! (sw)