Brustschmerzen

Schmerzen in der Brust

Brustschmerzen

Mögliche Ursachen und Symptome bei Brustschmerzen, Schmerzen in der Brust. Neben Herzerkrankungen kommen oftmals Verspannungen in Frage.

Schmerzen im Bereich der Brust betreffen nicht nur Frauen. Häufig werden Brustschmerzen mit Herzschmerzen in Verbindung gebracht und lösen deswegen bei den Betroffenen Angst und Panik aus. Wir stellen einige wichtige funktionelle Problematiken dar, die in Erwägung gezogen werden können, nachdem ein Ausschluss von strukturellen Ursachen wie Herzinfarkt, Lungenembolie, Koronare Herzkrankheiten etc. ärztlich erfolgt ist. Patienten sollten zunächst innere Erkrankheiten beim Internisten und Kardiologen ausschließen.

Brustschmerzen:
Brustschmerzen
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Brustschmerzen
Funktionelle Ursachen

 

Synonyme

Chest pain, Brustbeschwerden, Thoraxschmerz, thoracic pain, Beschwerden im Brustbereich, zyklusabhängige Brustschmerzen, Schmerzen in der Brust, Brustschmerzen.

Symptome und Beschwerden bei Brustschmerzen

An der Oberfläche verlaufen die Brustmuskeln (Mm. Pectoralis minor und major). Sie können bei vielen Menschen sehr verspannt sein, durch ein Zusammenziehen vorne oder ständiges nach vorne lehnen. Es gibt auch im Bereich des Bodybuildings Menschen, die die Muskeln stark trainieren. Dadurch kommt es wohl zu Verspannungen und Triggerpunkten in den Muskeln selbst oder an den Ansätzen in der Mitte der Brust. Die Schmerzen treten meist plötzlich auf und halten sich. Bei Dehnung der Muskeln lassen die Schmerzen meist sofort nach. Insgesamt sind die Muskeln dann sehr druckempfindlich. Es könnte auch sein, dass durch den ständigen Zug der Muskeln die Ansätze der Rippen am Brustbein gereizt werden. Zwischen den Rippen und dem Brustbein befindet sich Knorpel. Dieser kann manchmal richtig hervortreten und auch das sogenannte „Tietze- Syndrom“ verursachen. Die Schmerzen sind dann auf diesen Bereich begrenzt und oftmals sehr punktförmig. Natürlich können auch Spannungen oder Blockierungen der Brustwirbelsäule Auswirkungen auf die Spannungssituation vorne an der Brust über Muskeln und Rippen haben.

Unter den Brustmuskeln liegen die Rippen. Zwischen den Rippen liegen auch Muskeln und vor allem Nerven. Auch diese Zwischenrippenmuskeln können sich verspannen und dann selbst Schmerzen bereiten oder die Nerven reizen. Die Schmerzen ziehen dann meistens zwischen den Rippen lang. Was wenig beachtet wird, ist die Tatsache, dass auch von innen ein Muskel von den Rippen zum Brustbein zieht- der M. Transversus thoracis. Auch er kann sich theoretisch verspannen und dann bei den Betroffenen Schmerzen auslösen, die mehr in der Tiefe in der unittelbaren Nähe des Brustbeins empfunden werden. Unter dem Musculus transversus thoracis laufen auch die Gefässe lang, was bei einer Verspannung oder Verhärtung für einen Stau sorgen könnte.

Eine Schicht tiefer liegt das Rippen- und dann das Lungenfell. Eine Vermutung ist, dass es nach Entzündungen des Lungenfells zu Verklebungen und somit zu Bewegungseinschränkungen und Beschwerden kommen kann. Gerade die Gleitschichten von angrenzenden Organen finden mittlerweile diagnostisch und therapeutisch in manuellen Behandlungsformen wie Rolfing oder Osteopathie viel Beachtung. Dies gilt auch für die Gleitschichten der darunter liegenden Organe wie der Lunge, dem Herzen (mit seinem Herzbeutel), der Speiseröhre und auch den Gefässen. Auf dem Fascia Research Course 2010 in Ulm zeigte die italienische Anatomin Carla Stecco, dass die äussere Schicht der Gefässe, die Adventitia, in das umliegende Gewebe übergeht. Durch diese Verbindungen sind bisherige, hauptsächlich aus dem Bereich der Osteopathie kommenden, Behauptungen einer Entstehung von Beschwerden durch Spannungen an den Gefässen des Herzens selbst und den austretenden, wie der Aorta, besser nachvollziehbar. Dadurch verursachte Beschwerden sind für die Betroffenen natürlich in der Tiefe und sehr diffus spürbar.

Funktionelle Ursachen

Wie kann so eine Spannung, beispielsweise in den Brustmuskeln, zustande kommen? Eine häufige Entstehungsursache aus der Praxis ist das Verbleiben in der Einatmung. So besteht eine ständige Spannung in den Muskeln und im gesamten Brustraum. Sei es, dass es durch ständige Anspannung privat und beruflich kommt, was die Betroffenen nicht mehr ausatmen lässt. Oder sei es bei Rauchern, die das aktive Auspusten des Rauches in ihr normales Ausatemmuster übernommen haben. Auch ziehen viele Menschen den Bauch ein und atmen so nicht mehr tief und aus. Natürlich können auch alte Verletzungen und Entzündungen Verklebungen nach sich gezogen haben, die dann bei der geringsten Mehrspannung im Brustbereich für Beschwerden sorgen.

Natürlich kann auch das exzessive Trainieren der Brustmuskulatur zu einer Reizung am Ansatz in der Nähe des Brustbeines führen. Auch nach Unfällen kann es durch starkes Anspannen (als Schutzmechanismus) der Brustmuskeln zu einer dauerhaften Kontraktion der Muskeln kommen, die oftmals durch sanftes Entspannen gelöst werden kann.

In der Osteopathie wird davon ausgegangen, dass auch alte Entzündungen im Lungen- und Bronchienbereich zu Bewegungseinschränkungen und später zu Beschwerden führen können. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie)