Dünne Fingernägel – Ursachen und Hausmittel

Susanne Waschke
Dünne Fingernägel – darunter leiden vor allem Frauen. Die Nägel sind zu dünn, sie biegen sich und reißen ständig ein. Dies liegt häufig an Mangelerscheinungen oder an bestimmten Erkrankungen, kann aber auch durch falsche beziehungsweise ungenügende Pflege entstehen.

Das natürliche Nagelwachstum

Nägel wachsen normalerweise innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 0,1mm und innerhalb eines Monats zwischen 3 und 7 mm. Sie wachsen in der Wärme, also im Sommer, schneller als im Winter und bei jüngeren Menschen besser als bei Älteren. Auch wachsen die Fingernägel schneller als die Fußnägel. Jedoch kann dieses Nagelwachstum gestört sein. Die Nägel wachsen zu langsam oder werden nicht richtig fest, bleiben dünn, reißen ein und brechen gleich wieder ab. Die verschiedensten Ursachen können dafür verantwortlich sein.

Dünne Fingernägel können unterschiedlichste Ursachen haben, lassen sich jedoch oft mit Hausmitteln erfolgreich beheben. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)

Ursachen

Häufig liegt bei dünnen Fingernägeln ein Vitamin- und/oder Mineralstoffmangel vor. Ein Mangel an Vitamin B, D, A oder auch an Zink, Eisen oder Kalzium – all das kann zu dünnen Nägeln führen. Hier hilft ein Blutbild, um den Mangel festzustellen. Schilddrüsenerkrankungen oder hormonelle Unregelmäßigkeiten wie zum Beispiel während der Pubertät, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren haben neben weiteren Symptomen eventuell auch dünne Nägel zur Folge.

Ebenso kann eine falsche oder ungenügende Pflege der Auslöser sein. Falsches Feilen, aggressive Putzmittel und mangelnde Feuchtigkeit sind hier mögliche Ursachen für dünne Nägel. Kommen die Hände häufig mit Desinfektionsmittel in Verbindung, können Haut und Nägel austrocknen. In solchen Fällen ist eine spezielle Pflege nötig.

Hausmittel

Bei dünnen Nägeln können die verschiedensten Hausmittel helfen. Die Devise dabei ist : Ausprobieren! Und nicht gleich aufgeben, denn die Hausmittel müssen über einen längeren Zeitraum regelmäßig zum Einsatz kommen, sonst können sie nicht wirken ( 4 – 8 Wochen) Wenn jedoch alle erwähnten Mittel nichts bringen, ist der Gang zum Arzt zu empfehlen. Vielleicht ist doch eine Erkrankung oder eine Mangelerscheinung an den dünnen Nägeln schuld.

Zur Stärkung der Fingernägel bieten sich Nagelbäder auf Basis verschiedener natürlicher Wirkstoffe an. (Bild: rh2010/fotolia.com)

Olivenöl

Ein- bis zweimal pro Woche ein Fingernagel-Ölbad tut den Nägeln gut und kräftigt diese. Dafür wird etwas Olivenöl erwärmt und darin werden für ein paar Minuten die Nägel gebadet. Dies kann, wenn über einen längeren Zeitraum durchgeführt, dünne Fingernägel wieder kräftigen.

Mandelöl, Leinöl

Vor allem, wenn Nägel immer wieder aggressiven Substanzen ausgesetzt werden und dadurch „gestresst“ sind, hilft das regenerierende Mandelöl. Dies muss natürlich ein kalt gepresstes, hochwertiges Mandelöl sein. Davon wird jeden Tag etwas in die Nägel einmassiert. Anstatt Mandelöl kann auch Leinöl verwendet werden.

Klettenwurzelöl

Das Klettenwurzelöl ist bekannt für die Behandlung von gestressten Haaren oder auch zur Wuchsförderung von Wimpern. Für die Pflege von Nägeln ist dies ebenfalls ein geeignetes Mittel. Das Öl wird jeden Abend vor dem Schlafen gehen in den Nagel einmassiert. Dies ist ein sehr preisgünstiges Hausmittel.

Zitronensaft als Kur

Das Vitamin C, das beispielsweise in den Zitronen enthalten ist, stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern fördert auch das Nagelwachstum. Zudem macht der Zitronensaft die Nägel etwas heller. Um die dünnen Fingernägel zu kräftigen, werden sie jeden Abend, über einen Zeitraum von circa einem Monat, circa fünf Minuten lang in frischem Zitronensaft gebadet, danach mit Wasser abgewaschen und die Nägel und die Hände mit Olivenöl oder Kokosöl eingerieben – Baumwollhandschuhe darüber und fertig ist die nächtliche Handkur.

Kokosöl, Arganöl

Als Kur, über Nacht, sind Kokosöl oder Arganöl zu empfehlen. Das Kokosöl/Arganöl wird leicht angewärmt und am Abend in die Nägel einmassiert, die Hände können gerne von dieser Behandlung mit profitieren. Damit das Ganze besser wirken kann, ist das Tragen von Baumwollhandschuhen über Nacht zu empfehlen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Kokosöl/Arganöl ist ein Nagelbad: Eine halbe Espressotasse voll Öl wird mit der selben Menge Honig gemischt und dem Ganzen werden noch drei Tropfen ätherisches Rosmarinöl hinzugegeben. Darin werden mindestens zweimal pro Woche die Nägel für circa 15 Minuten gebadet.

Selbstgemachte Nagelcreme

Für dünne Fingernägel ist folgende selbstgemachte Nagelcreme eine Wohltat: Zwei Esslöffel Oliven – oder Mandelöl, ein Esslöffel Honig, eine Prise Salz und ein Eigelb werden zusammen gemischt und auf die Nägel großzügig aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von circa einer halben Stunde wird die Creme mit reichlich warmem Wasser abgespült. Diese Prozedur wird am besten dreimal pro Woche durchgeführt.

Nagelbad mit Apfelessig

Ein Nagelbad mit Apfelessig stärkt dünne Nägel. Dafür wird Apfelessig im Verhältnis 1:1 mit Wasser gemischt und darin werden circa 10 Minuten lang die Fingernägel gebadet. Dies am besten zwei – bis dreimal in der Woche.

Zwiebel

Die Zwiebel ist auch einen Versuch wert. Schneiden Sie eine Zwiebel auf, reiben Sie damit Ihre Nägel ein und lassen Sie diese dann an der Luft trocknen. Diese Prozedur wird ebenfalls zwei – dreimal pro Woche durchgeführt.

Die richtige Nagelpflege ist bei strapazierten Fingernägeln besonders wichtig. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Die richtige Pflege

Bei dünnen Fingernägeln ist grundsätzlich auf die richtige Pflege zu achten. Kommen die Hände häufig mit Desinfektionsmitteln in Kontakt, so sollten Haut und Nägel regelmäßig mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme gepflegt werden. Eine Ölpackung über Nacht ist hier unbedingt zu empfehlen. Bei der Maniküre ist eine Feile zu verwenden, die sanft mit den Nägeln umgeht. Auf Metallfeilen wird am besten verzichtet, zu bevorzugen sind Polierfeilen mit einer Sandpapieroberfläche, Glas– oder Keramikfeilen.

Bei häufigem Wasserkontakt oder auch beim Benutzen von aggressiven Waschsubstanzen ist das Tragen von Handschuhen eine gute Möglichkeit, die Nägel zu schützen. Damit die Nägel besser wachsen und nicht so leicht einreißen können, sollten diese stets kurz gehalten werden.

In professionellen Nagelstudios werden die Nägel mit einem Kunststoff überzogen. Damit sind die Nägel geschützt, jedoch bleibt fraglich, ob sich diese dadurch wieder erholen können. Dies wird immer noch recht kontrovers diskutiert. Gesünder ist es auf jeden Fall, den Naturnagel zu belassen und diesen mit Hausmitteln oder auch speziellen Lacken, die in Drogeriemärkten oder Apotheken erhältlich sind, zu stärken.

Gesunde Nägel – von innen heraus

Für gesunde Fingernägel muss auch von innen heraus etwas getan werden. Da, wie eingangs erwähnt, häufig ein Mangel an Vitaminen und/oder Mineralstoffen für dünne Fingernägel verantwortlich ist, ist eine gesunde, vitaminreiche und säurearme Ernährung das A und O. Dazu gehören viel frisches Obst und Gemüse, hin und wieder Milchprodukte und wenig Fleisch und Wurst. Zusätzlich sollte auf genügend Flüssigkeit, in Form von stillem Wasser geachtet werden. Wurde im Blut ein Mangel festgestellt, so ist dieser mit geeigneten Nahrungsergänzungsmitteln aufzufüllen. Eine professionelle Beratung ist dabei unerlässlich.

Um dünne Fingernägel zu stärken, kann der regelmäßige Genuss von Brennnesseltee helfen. In dem Brennnesselkraut sind viele Mineralien wie unter anderem Silicea (Kieselerde) enthalten. Und dies ist wichtig für das Bindegewebe und für eine gesunde Nagelsubstanz. Noch dazu schwemmt die Brennnessel Schlacken und Gifte aus dem Körper, da sie reinigend auf die Nieren wirkt. Der Brennnesseltee wird am besten nachmittags zwischen 15.00 Uhr und 19.00 Uhr getrunken und dies über einen Zeitraum von maximal sechs Wochen. Danach ist eine Pause erforderlich.

Mit Brennnesseltee können die Fingernägel von innen heraus gestärkt werden. (Bild: Hetizia/fotolia.com)

Lebensmittel für die Nägel

Neben einer gesunden Ernährung sind einige Lebensmittel zu nennen, deren Inhaltsstoffe sich besonders auf gesunde, feste Nägel auswirken. Dies sind zum Beispiel Kürbiskerne. Sie enthalten eine große Portion an Zink, welche das Immunsystem und das Bindegewebe stärkt. Des weiteren sind Bohnen in jeder Form zu empfehlen. Diese enthalten Biotin (Vitamin B7), das besonders wichtig für das Nagelwachstum ist.

Karotten sind gut für die Feuchtigkeit der Nägel, Grünkohl liefert eine Portion an Calcium, Brokkoli enthält Eisen, was für den Sauerstoffgehalt ausschlaggebend ist, Eier liefern gesundes Eiweiß und Bananen enthalten unter anderem Kalium, Zink, Silicea und das Vitamin B6. Hirse ist ebenfalls zu empfehlen, da darin eine ordentliche Menge an Silicea enthalten ist. Zum Beispiel kann mit Hirseflocken das tägliche Müsli angereichert werden.

Dünne Fingernägel – nicht nur ein Schönheitsmakel

Gerade für Frauen sind dünne Fingernägel ein Schönheitsmakel. Sie unternehmen Alles, um wieder gesunde, feste Nägel zu bekommen. Jedoch ist „Alles“ häufig zu viel. Die richtige Pflege, ein regelmäßig angewandtes Hausmittel und eine gesunde Ernährung – dies sollte ausreichen. Stellt sich jedoch nach sechs bis acht Wochen keine Besserung ein, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Ein umfangreiches Blutbild kann Mangelerscheinungen oder auch eine Erkrankung zum Vorschein bringen, die dann behandelt werden kann, so dass sich auch die Fingernägel wieder regenerieren. (sw)