Durchbrechgefühl
Durchbrechgefühl an der Wirbelsäule
Durchbrechgefühl Wirbelsäule
In der Lendenwirbelsäule tritt dieses Gefühl häufig nach langem Stehen, Gehen oder beim Heben von Lasten auf. Patienten klagen über ein Durchbrechgefühl.
Viele Menschen mit Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule beschreiben diese als Gefühl des Durchbrechens (Durchbrechgefühl). Dies ist meist im Bereich des Übergangs zwischen der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein (zwischen fünftem Lendenwirbel und erstem Kreuzbeinwirbel, also L5/ S1) oder am Übergang von der Hals- zur Brustwirbelsäule (dem sog. Nacken) der Fall.
Durchbrechgefühl Wirbelsäule:
Durchbrechgefühl
Synonyme
Symptomatik und Beschwerden bei Durchbrechgefühl
Funktionelle Ursachen
Synonyme
Gefühl des Durchbrechens, Entfaltdistorsion der LWS, Kontinuumdistorsion L5, Instabilität im lumbosakralen Übergang, Instabilität im zervikothorakalen Übergang, Durchbrechgefühl, Gefühl des Durchbrechens.
Symptomatik und Beschwerden bei Durchbrechgefühl
In der Lendenwirbelsäule tritt dieses Gefühl häufig nach langem Stehen, Gehen oder beim Heben von Lasten auf. In der Halswirbelsäule klagen Betroffene häufig nach langem Sitzen oder wenn sie den Kopf in den Nacken nehmen mussten (Haarewaschen beim Frisör, Segelkurs, etc..) über dieses unangenehme Gefühl. Es müssen nicht unbedingt Schmerzen auftreten, im Vordergrund steht häufig das Gefühl der Instabilität.
Bei einem Teil der Betroffenen wird mit bildgebenden Verfahren festgestellt, dass sie einen sogenannten Gleitwirbel (Spondylolisthesis) haben. Dies ist ein Wirbel, der in seiner Position verschoben ist. Hier gibt es unterschiedliche Schweregrade der Verschiebung (nach Meyerding) und der Beschwerden. Oftmals klagen die Betroffenen zusätzlich über Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen oder Gesäßschmerzen.
Funktionelle Ursachen
Ein Therapeut, der die Körperwahrnehmung des Patienten ernst nimmt, wie im Konzept des Fasziendistorsionsmodells (FDM) oder der Osteopathie, deutet aus dieser Beschreibung, dass hier die Druckverteilung nicht optimal ist- dass dieser Bereich überlastet oder aus anderen Gründen nicht stabil ist. Häufig sind die darüber- und darunterliegenden Wirbelsäulenabschnitte sehr fest, so dass wohl der als instabil empfundene Bereich dauerhaft überlastet wurde, weil er Bewegungen und Belastungen für die anderen festen Wirbelsäulenabschnitte kompensieren musste. Nun ist er nicht mehr belastbar, was als Durchbrechgefühl empfunden werden kann.
Bei dieser Symptomatik ist es meist wichtig, über die betroffenen Stellen hinaus den Körper zu untersuchen und die Gesamtstatik zu berücksichtigen, wie dies auch in der manuellen Körperarbeit des Rolfing geschieht, die zu einer Instabilität geführt hat. Denn die Betroffenen benötigen wieder das Gefühl, dass sie ihrem Körper vertrauen und ihn belasten können. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 25.11.2009)