Entzündete Mundwinkel – Ursachen, Hausmittel, Therapie

Entzündete Mundwinkel sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das untrschiedlichste Ursachen haben kann, sich jedoch meist mit Hausmittel erfolgreich behandeln lässt. (Bild: frank29052515/fotolia.com)
Susanne Waschke
Mundwinkelrhagaden: Ursachen, Hausmittel und Therapie
Entzündete Mundwinkel sind unangenehm und tun weh, bleiben aber meistens harmlos. Die Mundwinkel reißen ein, sind gerötet und entzünden sich. Beim Sprechen, Gähnen, Lachen und auch beim Essen tritt ein unangenehmes Spannungsgefühl auf. Entzündete Mundwinkel können sowohl einseitig als auch beidseits vorkommen. Andere Bezeichnungen dafür sind Faulecken, Mundwinkelrhagaden, Spatzenecken oder Perlèche.

Die verschiedenen Ursachen

Häufige Ursachen für entzündete Mundwinkel sind trockene Lippen aufgrund trockener Heizungsluft. Hohe Luftfeuchtigkeit oder ständiges Lecken der Lippen und der Mundwinkel können ebenso dazu führen.

Entzündete Mundwinkel sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das unterschiedlichste Ursachen haben kann, sich jedoch meist mit Hausmitteln erfolgreich behandeln lässt. (Bild: frank29052515/fotolia.com)
Entzündete Mundwinkel sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das unterschiedlichste Ursachen haben kann, sich jedoch meist mit Hausmitteln erfolgreich behandeln lässt. (Bild: frank29052515/fotolia.com)

Weitere Ursachen sind zu scharfes Essen, Mangel an bestimmten Vitaminen und Spurenelementen wie Vitamin B2, Vitamin C, Zink oder Eisen. Auch ein Ungleichgewicht der Hormone wie zum Beispiel in der Schwangerschaft oder während der Wechseljahre kann zu entzündeten Mundwinkeln führen.

Schlecht sitzende Zahnspangen oder Prothesen zählen ebenso zu den möglichen Ursachen. Des weiteren sind die Einnahme von Antibiotika, Diabetes mellitus, Neurodermitis und Erkrankungen, die mit einem vermehrten Speichelfluss einhergehen, wie zum Beispiel bei Morbus Parkinson und dem Down Syndrom, für das Auftreten entzündeter Mundwinkel verantwortlich.

Ein häufiges oder lang anhaltendes Beschwerdebild sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Hausmittel

Häufig reichen Hausmittel aus, um entzündete Mundwinkel zu behandeln. Wichtig ist, damit rechtzeitig, bei den ersten Anzeichen, zu beginnen. Da bei Mundwinkelrhagaden nicht jedes Mittel jedem Betroffenen hilft, müssen manchmal verschiedene Hausmittel ausprobiert werden.

Honig

Honig gehört zu den beliebten Hausmitteln. Er wirkt antientzündlich und heilend. So auch bei entzündeten Mundwinkeln. Mehrmals am Tag wird etwas Honig auf die betreffende Stelle gebracht. Was jedoch bei der Anwendung mit Honig nicht leicht ist: Dieser soll auf der wunden Stelle bleiben und darf nicht abgeleckt werden.

Mischung: Salz, Honig, Zitronensaft

Aus Salz, Honig und Zitronensaft wird ein Brei gemischt und dieser mehrmals täglich und vor allem vor dem Schlafen, auf den oder die Mundwinkel aufgetragen. Aufgrund des Salzanteils brennt das Gemisch etwas, kann aber durchaus Linderung und Heilung verschaffen.

Kokosöl

Kokosöl hilft von innen und von außen. Kokosöl beruhigt und pflegt irritierte Haut und hat noch dazu eine heilende Funktion. So werden die eingerissenen Stellen mehrmals am Tag mit diesem angenehm duftenden Öl versorgt und zugleich die Lippen damit gepflegt. Wer dieses Öl gar nicht mag, kann als Alternative Olivenöl verwenden. Übrigens: Kokosöl innerlich, täglich einen Teelöffel voll, stärkt das Immunsystem und das ist bei entzündeten Mundwinkeln häufig etwas im Keller.

Myrrhentinktur

Myrrhentinktur ist ein uraltes, jedoch immer noch wertvolles Hausmittel. Ein Wattestäbchen mit ein wenig Myrrhentinktur getränkt und damit die entzündeten Stellen betupft – das brennt zwar im ersten Moment etwas, ist aber eine vielversprechende Behandlungsmethode, die zum Beispiel auch bei Aphten im Mund hilfreich ist.

Nelkenöl

Der Geruch von Nelkenöl erinnert an die Adventszeit. Jedoch kann dieses ätherische Öl auch äußerlich verwendet werden. Dabei ist unbedingt auf reine und hochwertige Qualität zu achten. Bei der Anwendung gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr.

Zinkpaste

Eine geeignete Zinkpaste für entzündete Mundwinkel ist in jeder Apotheke erhältlich. Zink trägt zur Heilung bei. Häufig entstehen diese Mundwinkelrhagaden durch Zinkmangel. Hier sind die Zinkpaste und die Einnahme eines geeigneten Zinkpräparates zu empfehlen.

Das Auftragen einer Zinksalbe hat sich bei der Behandlung entzündeter Mundwinkel vielfach bewährt. Auch einfache Wund- und Heilsalbe kann helfen. (Bild: fpic/fotolia.com)
Das Auftragen einer Zinksalbe hat sich bei der Behandlung entzündeter Mundwinkel vielfach bewährt. Auch einfache Wund- und Heilsalbe kann helfen. (Bild: fpic/fotolia.com)

Baby Wund- und Heilsalbe

Eine Wund- und Heilsalbe für Babys ist zur Pflege und Heilung der eingerissenen Mundwinkel geeignet. Obwohl von Babyprodukten erwartet wird, dass sie sanft und frei von Chemie sind, ist dies leider nicht selbstverständlich. Vor dem Kauf kann hier die Recherche in Ökotest-Berichten hilfreich sein.

Kamille

Die Kamille zählt zu den Hausmitteln unserer Großmütter und ist immer noch modern. Ein mit Kamillenblüten aufgebrühter Kamillentee wird zum Abtupfen, der in Mitleidenschaft gezogenen Mundwinkel, verwendet. Dies am besten mehrmals täglich.

Melisse

Wer die Kamille gar nicht mag, greift zur Melisse. Auch hier wird mit dem aufgebrühten Tee betupft. In der Apotheke sind zudem Salben erhältlich, die Melissenextrakt enthalten.

Hamamelis

Hamamelis oder zu Deutsch Zaubernuss ist eine Pflanze, die bei der Wundheilung niemals vergessen werden sollte. Das Eincremen mit einer Hamamelis Creme oder das Betupfen mit verdünnter Hamamelis Tinktur trägt zur Heilung entzündeter Mundwinkel bei.

Calendula

Auch die Calendula, die Ringelblume darf hier in der Aufzählung auf keinen Fall fehlen. Die Ringelblume heilt und wirkt noch dazu desinfizierend. Selbst bei eitrigen Wunden ist Calendula eine nicht wegzudenkende Pflanze. Als Salbe oder auch als Tinktur kommt diese hier zum Einsatz.

Calendula-Salbe wirkt allgemein antientzündlich und desinfizierend. Sie ist daher auch ein wirksames Mittel gegen Mundwinkelrhagaden. (Bild: GreenArt Photography/fotolia.com)
Calendula-Salbe wirkt allgemein antientzündlich und desinfizierend. Sie ist daher auch ein wirksames Mittel gegen Mundwinkelrhagaden. (Bild: GreenArt Photography/fotolia.com)

Homöopathie

Die Homöopathie hält ebenfalls einige Mittel parat, die bei entzündeten Mundwinkeln helfen können. Dazu gehören Bryonia alba (weiße Zaunrübe), Calendula (Ringelblume) und Antimonium crudum (schwarzer Spießglanz).

Schüssler Salze

Schüssler Salze werden gerne und mit Erfolg bei der Behandlung entzündeter Mundwinkel eingesetzt. Hier helfen Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, Nr. 8 Natrium chloratum D6, Nr. 1 Calcium fluoratum D12, Nr. 10 Natrium sulfuricum D6 und das Ergänzungssalz Nr. 22 Calcium carbonicum D6. Die Salze können sowohl innerlich als auch äußerlich als Salbe oder aufgelöst in etwas Wasser als Brei verwendet werden.

Wenn eine Krankheit dahinter steckt

Wenn eine Krankheit hinter den entzündeten Mundwinkeln steckt, ist natürlich zuerst diese zu behandeln. Zusätzlich können selbstverständlich die erwähnten Mittel zum Einsatz kommen. Liegt ein Eisenmangel vor, werden Eisenpräparate verordnet. Da diese häufig Verdauungsstörungen hervorrufen, ist der Gang zu einem Heilpraktiker zu empfehlen. Eventuell reichen naturheilkundliche Präparate aus, um den Eisenmangel zu beheben.

Eine Echinacea-Kur kann bei Mundwinkelrhagaden, die im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung stehen, für Linderung sorgen. (Bild Björn Wylezich/fotolia.com)
Eine Echinacea-Kur kann bei Mundwinkelrhagaden, die im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung stehen, für Linderung sorgen. (Bild Björn Wylezich/fotolia.com)

Allgemeine Tipps

Wer zu entzündeten Mundwinkeln neigt oder diese gerade hat, sollte auf Scharfes, Salziges und Saures verzichten. Die Lippen brauchen Feuchtigkeit in Form eines Pflegestiftes oder einer anderen geeigneten Lippenpflege. Ständiges Lecken der Lippen ist zu vermeiden. Ist das Immunsystem geschwächt, so wird dieses mit Vitamin C und Zink angekurbelt. Zusätzlich hilft die Einnahme von Echinacea (Sonnenhut), aber nur, wenn die Betroffenen unter keiner Autoimmunerkrankung leiden. Echinacea wird drei Tage eingenommen, dann zwei Tage pausiert und dieser Rhythmus maximal drei Wochen durchgeführt. Nach einer Pause von ein bis zwei Wochen kann die Echinacea-Kur wiederholt werden.

Was ebenso das Immunsystem anregt ist Sanddorn. Dieser muss regelmäßig konsumiert werden, damit er Wirkung zeigen kann. Die Einnahme von Colostrum hat ebenso eine positive Wirkung auf das Immunsystem. Dieses wird hierdurch nicht stimuliert, sondern moduliert. Gerade bei vorliegenden Autoimmunerkrankungen ist dies ein möglicher Weg. Grundsätzlich ist eine gesunde, vitaminreiche Kost wichtig, die wenig Tierisches beinhaltet. An eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenso zu denken. (sw)

Advertising