Ermüdungsschmerzen

Ermüdungsschmerzen zeigen sich meist infolge von Arthrose-Erkrankungen, werden jedoch nicht selten mit den Muskeln in Zusammenhang gebracht. (Bild: Kara/fotolia.com)
Susanne Waschke
Ermüdungsschmerzen treten meist in Verbindung mit Verschleiß, Überbeanspruchung und Überlastung eines Gelenkes auf. Dies sind Schmerzen, die nur gelegentlich oder aber ständig auftreten können. Ermüdungsschmerzen schränken die Lebensqualität und das Leistungsvermögen oftmals erheblich ein. Eventuell kann der Beruf nicht mehr oder nicht mehr richtig ausgeübt werden.

Schmerzcharakter

Ermüdungsschmerzen können ausstrahlen und werden von den Betroffenen als dumpf oder drückend beschrieben. Der Ursprung der Schmerzen sitzt im betroffenen Gelenk. Von dort aus strahlen die Schmerzen zum Beispiel bei einer Kniearthrose in den Ober- oder Unterschenkel aus. Ermüdungsschmerzen werden häufig so empfunden, als wäre die Muskulatur „müde“ geworden.

Ermüdungsschmerzen zeigen sich meist infolge von Arthrose-Erkrankungen, werden jedoch nicht selten mit den Muskeln in Zusammenhang gebracht. (Bild: Kara/fotolia.com)
Ermüdungsschmerzen zeigen sich meist infolge von Arthrose-Erkrankungen, werden jedoch nicht selten mit den Muskeln in Zusammenhang gebracht. (Bild: Kara/fotolia.com)

Ursachen

Ursachen für die Schmerzen sind sowohl die verschiedenen Arthroseformen als auch angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen, die häufig die Grundlage für das Entstehen einer Arthrose sind.

Arthrose

„Arthron“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Gelenk und die Nachsilbe „ose“ steht für eine nicht entzündliche Zustandsveränderung. Arthrose bezeichnet eine Gelenkabnutzung, beziehungsweise einen Gelenkverschleiß.

Die Gelenke sind mit Knorpel überzogen. Dieser dient als Stoßdämpfer und sorgt für eine reibungslose Gelenkfunktion Die Knorpelschicht baut sich im Rahmen einer Arthrose sukzessive ab. Dies passiert durch ständige Über- oder Fehlbelastung, durch Fehlstellung oder aber im Laufe des Lebens mit zunehmendem Alter. Wenn der Knorpel immer dünner wird, wird auch der Gelenkspalt immer enger, so dass die Knochen irgendwann aufeinander reiben, was zu starken Schmerzen führen kann. Auch umliegendes Gewebe, wie zum Beispiel Sehnen und Bänder nehmen mit der Zeit Schaden.

Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Arthrose auftreten, sind abnehmende Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes, ein sogenannter Anlaufschmerz, der nach ein paar Minuten vergeht (wenn sich das Gelenk „eingelaufen“ hat) und ein Knacken oder Knirschen. Hinzu kommen noch Schmerzen, die nach längerer Belastung auftreten, die sogenannten Ermüdungsschmerzen. Meistens werden die Schmerzen durch Kälte und Feuchtigkeit verschlimmert.

Beispiel: Kniearthrose (Gonarthrose)

Zu einer Kniearthrose gehört Steifigkeit am Morgen, was bedeutet, dass die ersten Schritte nach dem Aufstehen sehr beschwerlich sind. Bei der Bewegung ist ein Knirschen oder Knacken zu vernehmen. Nach längerer Belastung, zum Beispiel langem Stehen, treten Ermüdungsschmerzen in Form auf. Wird das erkrankte Gelenk überbelastet, berichten Betroffene von sogenannten Belastungsschmerzen, wie nach einer langen Wanderung oder nach dem Joggen.

Oft sind Ermüdungsschmerzen erste Anzeichen bei einer Hüftarthrose. (Biild: Henrie/fotolia.com)
Oft sind Ermüdungsschmerzen erste Anzeichen bei einer Hüftarthrose. (Biild: Henrie/fotolia.com)

Beispiel: Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose)

Die Hüfte ist häufig von arthrotischen Veränderungen betroffen. Oft beginnt die Hüftgelenksarthrose mit Ermüdungsschmerzen. Die Betroffenen berichten über ein Schweregefühl der Beine, das nach einer Belastung auftritt oder aber auch über Schmerzen, die in die Leiste ausstrahlen. Häufig treten zeitgleich Schmerzen im Knie auf, die dann von der eigentlichen Ursache ablenken. Die Patienten nehmen eine Schonhaltung an, das heißt, sie beginnen zu hinken.

Allgemeine Tipps

Um Belastungsschmerzen und Ermüdungsschmerzen zu reduzieren, werden Sportarten empfohlen, die gelenkschonend sind. Dazu gehören Schwimmen, Wassergymnastik oder Walken. Damit das kranke Gelenk mit den verschiedensten alltäglichen Belastungen besser umgehen kann, sollte die umgebende Muskulatur gestärkt werden. Ein ständiges Schonen wirkt kontraproduktiv, ebenso jedoch eine Überbelastung.
Bei einer vorliegenden Arthrose, die mit Ermüdungsschmerzen und weiteren Beschwerden einhergeht, ist eine Ernährung zu empfehlen, die arm an tierischen Produkten ist. Übergewicht ist unbedingt zu reduzieren, Alkohol und Nikotin sollten reduziert oder besser vollständig gemieden werden.

Manuelle Therapie und Massage können bei Ermüdungsschmerzen oftmals Linderung verschaffen. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)
Manuelle Therapie und Massage können bei Ermüdungsschmerzen oftmals Linderung verschaffen. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Behandlungsmethoden

Die Behandlungsmethoden dienen dazu, Belastungsschmerzen und Ermüdungsschmerzen zu lindern, zu reduzieren und das Gelenk wieder in seiner Beweglichkeit zu verbessern.
Krankengymnastik, Massagen und manuelle Therapie helfen, um die Muskulatur zu kräftigen, verspannte Muskeln zu lockern und falsche Belastungen bewusst zu machen, um diese dann zu umgehen. Zu Beginn der Therapie werden oft entzündungshemmende und schmerzlindernde Arzneimittel verordnet.
Die erkrankten Gelenke müssen vor Fehl- und Überbelastung geschützt werden. So dient zum Beispiel ein Stock, damit das Hüftgelenk beim Gehen etwas entlastet wird.
Zeigen alle konservativen Methoden keine Wirkung und lassen sich die Schmerzen nicht lindern, kann eine Operation nötig sein.

Naturheilkundliche Therapien

Naturheilkundliche Therapien haben bei Arthrose und den damit verbundenen Ermüdungsschmerzen ein großes Einsatzgebiet. Die Akupunktur wird hierbei mit Erfolg eingesetzt. Schmerzlindernd ist auch das Baunscheidtieren (dies gehört zu den Ausleitverfahren), das in vielen naturheilkundlichen Praxen angewandt wird. Aus der Homöopathie kommen Mittel wie Rhus toxicodendron (Giftsumach), Arnika (Bergwohlverleih), Bryonia (Zaunrübe) und Argentum metallicum (metallisches Silber) zum Einsatz. Bei den Schüssler Salzen ist bei Ermüdungsschmerzen die Nr. 7 Magnesium phosphoricum das Mittel der Wahl. Die Nr.7 wird hierbei als sogenannte „heiße Sieben“ verwendet. Dafür werden 10 Tabletten Magnesium phosphoricum mit circa 250 ml kochendem Wasser aufgegossen, mit Plastiklöffel umgerührt und dann schluckweise getrunken. So eine „heiße Sieben“ kann bei Schmerzen zwei- bis dreimal täglich verabreicht werden.

Tee aus Birkenblättern zeigt allgemein bei rheumatischen Beschwerden und auch bei Ermüdungsschmerzen eine vielversprechende Wirkung. (Bild: Franziska Krause/fotolia.com)
Tee aus Birkenblättern zeigt allgemein bei rheumatischen Beschwerden und auch bei Ermüdungsschmerzen eine vielversprechende Wirkung. (Bild: Franziska Krause/fotolia.com)

Pflanzenheilkunde

Auch die Phytotherapie kann bei Arthrosen und den dazu gehörenden Belastungs- und Ermüdungsschmerzen gute Dienste leisten. Fraxinus excelsior (Esche) wirkt schmerzlindernd, Aesculus (Rosskastanie) wirkt nicht nur auf das Venensystem, sondern auch bei rheumatischen Beschwerden und Betula folium (Birkenblätter) ist harntreibend und lindert rheumatische Schmerzen.
Auch darf die Brennnessel nicht vergessen werden. Sie ist bekannt in der Anwendung bei Erkrankungen des Harnwegsystems. Jedoch mildert sie, regelmäßig eingenommen, ebenso ein wenig die Ermüdungsschmerzen durch ihre ausleitende Komponente. Eine Pflanze, die gerade in der Behandlung rheumatischer Beschwerden in der Naturheilpraxis häufig zum Einsatz kommt, ist darüber hinaus die Teufelskralle.
Die genannten Pflanzen dienen nicht der Eigenmedikation. Hier ist die richtige Menge und richtige Anwendungsform wichtig. Ein Arzt oder Heilpraktiker kann helfen.

Umschläge

Quarkumschläge oder Kohlwickel können die Ermüdungsschmerzen etwas lindern. Für einen Quarkumschlag wird etwas Quark, der eine Weile bei Zimmertemperatur aufbewahrt wurde, in Längsrichtung in die Mitte eines Baumwolltuches aufgebracht. Die beiden freien Enden werden darüber geschlagen und der Umschlag kommt so auf das betroffene Gelenk, dass die dünne Tuchschicht auf dem Gelenk zum liegen kommt. Der Wickel kann solange dort bleiben, wie dies gut vertragen wird.

Eine weitere Möglichkeit ist der Kohlwickel. Dieser Wickel ist ein uraltes Hausmittel, das Gift- und Schlackenstoffe aus dem Körper zieht, was vor allem bei entzündlichen Erkrankungen von Vorteil ist. Aber auch bei Ermüdungsschmerzen ist der Kohlwickel einen Versuch wert. Der Strunk in der Mittel der Weißkohlblätter wird herausgeschnitten und die Blätter werden anschließend mit einem Nudelholz gerollt. Wenn etwas Saft austritt, ist das Kohlblatt fertig, um als Wickel verwendet zu werden. Die Blätter werden auf die schmerzende Stelle gelegt und mit einem Tuch fixiert.

Wichtiges zum Schluss

Um Ermüdungsschmerzen zu lindern, ist eine frühe Diagnose wichtig. Je früher eine Überlastung oder Abnutzung festgestellt wird, desto leichter ist die Behandlung und desto größer sind die Chancen auf Schmerzfreiheit. (sw)

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