Fettstuhl: Ursachen und Therapie

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Fabian Peters
Fettstuhl oder auch Pankreasstuhl (Steatorrhoe) ist Ausdruck für eine mangelhafte Verdauung der über die Nahrung aufgenommenen Fette. Der erhöhte Fettgehalt des Stuhls kann dabei Folge schwerwiegender Krankheiten, wie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen oder schlimmstenfalls Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Daher ist bei Fettstuhl dringend ein Besuch beim Arzt zu empfehlen.

Inhaltsverzeichnis

Fettstuhl
Definition
Fettiger Stuhlgang
Mögliche Ursachen für Fettstuhl
Glutenunverträglichkeit
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Bauchspeicheldrüsenentzündungen
Bauchspeicheldrüsenkrebs
Gallensteine und Entzündungen der Gallengänge
Weitere Ursachen für fettigen Stuhlgang
Diagnose
Therapie bei Fettstuhl
Behandlung bei Glutenunverträglichkeiten
Behandlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Gallensteine und Gallengangentzündungen
Behandlung von Fettverdauungsstörungen
Naturheilkunde bei Fettstuhl

Definition

Als Fettstuhl wird in der Fachwelt ein krankhaft (pathologisch) erhöhter Fettgehalt des Stuhlgangs bezeichnet. Der Stuhl enthält einen hohen Anteil von Nahrungsfetten, da diese im Verdauungstrakt nur ungenügend resorbiert werden. Der Stuhlgang erscheint hell gefärbt, klebrig, voluminös, schaumig und glänzend, begleitet von einem besonders stechenden Geruch. Ab einem Fettverlust von zehn Gramm täglich über den Stuhlgang ist laut Definition von pathologischem Fettstuhl die Rede.

Fettiger Stuhlgang

Das Beschwerdebild des Fettstuhls ist in erster Linie durch die Ausscheidung besonders fetthaltigen Kots gekennzeichnet. Dieser schmiert oftmals auffällig in der Toilettenschüssel. Begleitet wird der fettige Stuhlgang häufig von Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und andere, von den Ursachen des Fettstuhls abhängige Symptome. Nicht selten liegt neben der beeinträchtigten Fettverdauung auch ein Problem bei der Eiweißverdauung vor, was zu weiteren Beschwerden führen kann. Der Fettstuhl ist Symptom einer ungenügenden Verwertung der über die Nahrung aufgenommen Fette. Die im Magen und Darm gebildete Emulsion aus Nahrungsfetten (hierbei spielt der von der Leber produzierte und in der Gallenblase gespeicherte Gallensaft eine wesentliche Rolle) kann von den sogenannten Lipasen (speziellen Enzymen) des Darms und der Bauchspeicheldrüse nicht angemessen verarbeitet werden, was eine Ausscheidung der Nahrungsfette über den Stuhlgang zur Folge hat.

Fettstuhl-Steatorrhoe
Fettiger Stuhlgang wird häufig von Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen begleitet. (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Mögliche Ursachen für Fettstuhl

Generell gilt eine Malabsorption beziehungsweise die unzureichende Aufnahme von Nahrungsfetten durch die Darmwand in die Lymph- und Blutbahn als Ursache des Fettstuhls. Diese Malabsoption kann ihrerseits durch unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden, die von eher harmlosen Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu Pankreaskarzinomen (Bauchspeicheldrüsenkrebs) reichen.

Glutenunverträglichkeit

Als eine der möglichen Ursache des fettigen Stuhlgangs gilt die sogenannte Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), bei der – aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten – Entzündungen der Dünndarmschleimhaut entstehen. Die hiermit verbundenen Schädigungen des Darmgewebes können eine erhebliche Beeinträchtigung der Verarbeitung von Nährstoffen mit sich bringen. Auch die Nahrungsfette werden nicht mehr ausreichend resorbiert und verbleiben unverdaut im Verdauungstrakt. Als Begleitsymptome treten bei einer Zöliakie oftmals Appetitlosigkeit, Durchfall, chronische Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen auf. Betroffene Kinder leiden nicht selten unter Beeinträchtigungen in der körperlichen Entwicklung (zu geringe Gewichtszunahme und reduziertes Längenwachstum), während Erwachsene häufig eher unspezifische Symptome wie allgemeine Kraftlosigkeit, Nervosität, Zahnschäden oder Hautprobleme aufweisen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse leistet über die Bereitstellung der benötigten Enzyme einen wesentlichen Beitrag zur Fettverdauung. Ist die Funktion des Organs beeinträchtigt, werden zu wenig Verdauungsenzyme produziert und die Fettverdauung kann nicht im erforderlichen Maße erfolgen. Dies ist zum Beispiel bei der sogenannten exokrinen Pankreasinsuffizienz der Fall. Auslöser der Pankreasinsuffizienz können akute, chronische und erblich bedingte Erkrankungen des Organs sein. Die zu geringe Produktion von Enzyme bringt dabei einerseits erhebliche Störungen der Verdauung und anderseits unter Umständen Schädigungen der Darmschleimhaut mit sich. Die sogenannten Darmzotten erfahren einen erheblichen Gewebeschwund, Entzündungen werden begünstigt und und die Enzymaktivität auf der Darmschleimhaut wird beeinträchtigt. Neben dem erhöhten Fettgehalt des Stuhls, zeigen die Betroffenen bei exokriner Pankreasinsuffizienz oftmals einen fortschreitenden Gewichtsverlust.

Bauchspeicheldrüsenentzündungen

Das Auftreten einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird relativ häufig durch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ausgelöst. Diese Entzündung des Organs führt jedoch nicht nur langfristig zu erheblichen Beeinträchtigungen der Bauchspeicheldrüsenfunktion, sondern ruft unter Umständen auch im akuten Stadium eine verringerte Ausschüttung von Verdauungsenzymen hervor. Typische Begleitsymptome sind hier neben dem fettigen Stuhl, Akute Bauchschmerzen, die im Gürtelbereich bis in den Rücken ausstrahlen können. Ein besonders markantes Merkmal der Pankreatitis sind Hämatome (Einblutungen) im Flankenbereich. Des weiteren leiden die Betroffenen oft unter unspezifischen Symptomen wie Verstopfung, Fieber, Übelkeit und Erbrechen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im schlimmsten Fall wird die Funktionsbeeinträchtigung der Bauchspeicheldrüse und der damit verbundene Fettstuhl durch Bauchspeicheldrüsenkrebs bedingt. Dabei ist zwischen Tumoren im Bereich der exokrinen (Verdauungssekret wird über die Ausführungsgänge direkt in den Zwölffingerdarm abgegeben) und der endokrinen (Abgabe von Hormonen ins Blut) Drüsenzellen zu unterschieden. Ein Großteil der Pankreastumore betrifft das exokrine Drüsengewebe und hier insbesondere den sogenannten Pankreaskopf. Neben dem Fettstuhl ist bei Bauchspeicheldrüsenkrebs meist eine sich kontinuierlich verschlechternde Gelbsucht zu beobachten. Die unspezifischen Symptome wie Bauchschmerzen und ein erheblicher Gewichtsverlust sind bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ebenfalls häufig zu verzeichnen.

Gallensteine und Entzündungen der Gallengänge

Da für die Fettverdauung eine ausreichende Zufuhr von Gallensaft erforderlich ist, kann ein Verschluss der Gallengänge durch einen Gallenstein ebenfalls zu Störungen bei der Verarbeitung von Nahrungsmittelfetten und einem entsprechendem Fettgehalt im Stuhl führen. Dabei verläuft die Bildung von Gallensteinen mitunter ohne weitere Beschwerden, kann jedoch auch mit Symptomen wie starken Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen sowie anhaltender Appetitlosigkeit einhergehen. Die Betroffenen entwickeln unter Umständen eine Gelbsucht und zeigen erhöhte Leberwerte.

Auch Entzündungen der Gallengänge können Beeinträchtigungen der Gallensaftausschüttung auslösen und so einen erhöhten Fettgehalt des Stuhlgangs bedingen. Akute Entzündungen der Gallengänge werden oftmals durch bakterielle Infektionen hervorgerufen. Typische Symptome sind neben dem Fettstuhl einseitige Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber (unter Umständen mit Schüttelfrost) und Gelbsucht. Liegt eine schwere eitrige Gallengangentzündung vor, drohen außerdem Schockzustände, Beeinträchtigungen der Nierenfunktion und Störungen des zentralen Nervensystems.

Weitere Ursachen für fettigen Stuhlgang

Nach der operativen Entfernung von Teilen des Dünndarms kann die Fettverdauung derart beeinträchtigt sein, dass unverdaute Nahrungsfette mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden. Lage und Länge des entfernten Dünndarmabschnitts haben dabei erheblichen Einfluss auf den Fettgehalt des Stuhls. Neben dem Fettstuhl leiden die Betroffenen oft unter starkem Durchfall und einer Unterversorgung mit Wasser und Nährstoffen, wodurch entsprechende Mangelerkrankungen begünstigt werden. Die Entfernung größerer Dünndarmabschnitt hat meist auch einen erheblichen Gewichtsverlust zur Folge.

Bei den möglichen Auslösern eines erhöhten Fettgehalts des Stuhls sind des weiteren die Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel zu nennen. Insbesondere die medikamentöse Behandlung von Übergewicht mit Orlistat hat hier häufig Fettstuhl zur Folge. Der Wirkstoff hemmt die fettabbauenden Enzyme, wodurch unter Umständen die aufgenommenen Nahrungsfette nicht mehr ausreichend verarbeitet werden können. Fettiger Stuhlgang kann neben Orlistat zum Beispiel auch durch spezielle Antibiotika hervorgerufen werden.

Diagnose

Bei der Diagnose sollte neben einer ausführlichen Befragung des Patienten zu dem Beschwerdebild, seiner Ernährung, bestehenden Vorerkrankungen etc. zunächst im Rahmen einer Stuhluntersuchung das Erscheinungsbild und der Fettgehalt des Stuhlgangs überprüft werden. Ist dieser deutlich erhöht, beginnt die Suche nach den möglichen Ursachen. Hier kommen entsprechend den möglichen Grunderkrankungen zahlreiche unterschiedliche Diagnoseverfahren zum Einsatz.

So wird zum Beispiel bei Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit eine Blutuntersuchung auf nachweisbare Antikörper durchgeführt (sogenannte serologische Tests), anhand derer die Erkrankung meist relativ eindeutig bestimmt werden kann. Ergänzend ist die Entnahme von Gewebeproben des Dünndarms beziehungsweise des Zwölffingerdarms vorgesehen, um die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit eindeutig zu bestätigen.

Zur Überprüfung einer möglicherweise vorliegende exokrine Pankreasinsuffizienz, bietet sich für eine möglichst verlässliche Diagnose der sogenannte Sekretin-Pankreozymin-Test an, bei dem die Ausschüttung der Bauchspeicheldrüsenenzyme mit Hilfe einer Sonde im Zwölffingerdarm gemessen wird. Allerdings ist das Verfahren relativ aufwendig und für eine schnelle Diagnose eher ungeeignet. Hier können Stuhluntersuchungen helfen, bei denen die Ausscheidung von Fetten (bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen erhöht) oder Bauchspeicheldrüsenenzymen (bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen reduziert) über den Stuhlgang analysiert wird. Um zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu gelangen, sind die Stuhluntersuchungen mehrfach zu wiederholen. Bestehen Zweifel an dem Ergebnis, führt bislang jedoch kein Weg an einem Sekretin-Pankreozymin-Test vorbei.

Auch bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung tritt meist eine deutlich reduzierte Konzentration der Bauchspeicheldrüsenenzyme im Stuhlgang auf, so dass eine Stuhluntersuchung unter Umständen erste Hinweise auf die Entzündung des Organs liefern kann. Darüber hinaus lassen sich bei einer chronischen Pankreatitis erhöhte Werte spezieller Bauchspeicheldrüsenenzyme (Amylase, Lipase) im Blut nachweisen. Außerdem können mit Hilfe von Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) Pankreasverkalkungen festgestellt werden, die als typisches Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündungen gelten.

Im Falle eines Pankreaskarzinoms lassen sich die Tumoren mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen, CT und MRT meist relativ eindeutig diagnostizieren. Ist auf Basis dieser Verfahren keine eindeutige Diagnose möglich, kann eine sogenannte endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) Aufschluss bringen, bei der mit Hilfe eines Endoskops Kontrastmittel für eine spezielle Röntgenuntersuchung direkt in die Gallengänge injiziert werden können. Diese Untersuchung liefert unter Umständen auch Hinweise auf Verschlüsse der Gallengänge durch Gallensteinen oder auf Gallengangentzündungen. Bei einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung treten außerdem häufig bestimmte Tumormarker im Blutserum auf, die im Rahmen einen entsprechenden Blutuntersuchung nachgewiesen werden können.

Neben den genannten Diagnoseverfahren bietet sich generell auch eine körperliche Untersuchung mit Abtasten, Abklopfen und Abhorchen des Brust- und Bauchbereichs an, um erste Hinweise auf die Ursachen des Fettstuhls abzuleiten.

Therapie bei Fettstuhl

Die meisten Erkrankungen, die einen erhöhten Fettgehalt des Stuhlgangs auslösen können, bedürfen dringend einer medizinische Versorgung. Dies gilt insbesondere für die dargestellten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Gallengänge und des Darms. Aber auch bei einer Glutenunverträglichkeit oder Arzneimittelunverträglichkeiten sollte ein Arzt eingeschaltet werden. Welche Behandlungsansätze eine erfolgreiche Therapie des Fettstuhls ermöglichen, ist dabei abhängig von den jeweiligen Ursachen des fettigen Stuhlgangs.

Behandlung bei Glutenunverträglichkeiten

Die Behandlung einer Glutenunverträglichkeit beruht in erster Linie auf einer lebenslange einzuhaltenden glutenfreien Diät. Durch die Vermeidung der Gluten, kann sich die Darmschleimhaut allmählich wieder erholen und das Risiko von langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen deutlich reduziert werden. Im Rahmen der Diät erfolgt ein Ersatz der Getreidesorten mit hohem Glutengehalt, wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel etc., durch glutenfreie Getreidesorten wie beispielsweise Hirse, Reis, Mais, Buchweizen oder Sojabohnen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten ist darauf zu achten, dass keine glutenhaltigen Zutaten enthalten sind. Aufgrund der weitreichenden Schädigung der Schleimhaut ist bei vielen Patienten mit Glutenunverträglichkeit auch die Milchzucker-Verdauung beeinträchtigt, weshalb die Diät im Anfangsstadium meist auch vorübergehend eine milchzuckerarme Ernährung vorsieht, bei der Milch und Milchprodukte durch Sojamilch ersetzt werden. Bei strikter Einhaltung der Diät sollte der Fettstuhl bereits nach relativ kurzer Zeit verschwinden. Leiden die Betroffenen weiterhin an fettigem Stuhlgang, war die Glutenunverträglichkeit möglicherweise nicht alleiniger Auslöser der Beschwerden.

Behandlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Ist fettiger, heller Stuhlgang durch eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung bedingt, sollte umgehend eine ärztliche Versorgung erfolgen, da unter Umständen lebensgefährliche Folgen drohen. Die Behandlung einer Pankreasinsuffizienz erfolgt dabei in der Regel auf Basis von Medikamenten, die die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse mit dem Wirkstoff Pankreatin enthalten. Die erforderlichen Enzyme sind in den Arzneimitteln so präpariert, dass sie der Magensäure widerstehen könne und erst im Dünndarm ihre Wirkung entfalten. Auch wird bei einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse eine besonders kohlenhydratreiche Ernährung mit mehreren kleinen Mahlzeiten am Tag empfohlen. Der Fettgehalt der Nahrung sollte dabei 70 Gramm am Tag nicht überschreiten.

Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist als medizinische Sofortmaßnahme eine intravenösen Flüssigkeitsgabe vorgesehen, um der akuten Gefahr eines Volumenmangelschocks vorzubeugen. Da die Betroffenen bei einer Pankreatitis meist unter erheblichen Schmerzen leiden, kommt hier außerdem der Schmerztherapie eine besondere Bedeutung zu, wobei als Schmerzmittel häufiger sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder Wirkstoffe wie Butylscopolamin, Tramadol, Buprenorphin und Pethidin verwendet werden. Ansonsten erfolgt im Rahmen der Therapie ein Ausgleich von veränderten der Blutwerte mit Hilfe von Infusionen. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion als Ursache der Bauchspeicheldrüsenentzündung, kommen unter Umständen auch Antibiotika zur Anwendung. Sind Gallensteine Auslöser der Beschwerden, können diese mit Hilfe der ERCP beseitigt werden. Bei Komplikationen wie Blutungen, Infektionen oder Zysten bleibt oftmals ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des abgestorbenen Gewebes beziehungsweise der Zysten die letzte Option. Da die Bauchspeicheldrüsenentzündung häufig im Zusammenhang mit einem überhöhten Alkoholkonsum steht, ist Alkoholabstinenz ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sieht meist eine operative Entfernung der Tumore vor. Allerdings lassen sich viele Geschwüre auf diesem Wege nicht beseitigen, so dass die Patienten einer Chemotherapie unterzogen werden. Begleitend wird außerdem auch in der Schulmedizin häufiger die sogenannte Misteltherapie angewandt, welche einerseits zur Linderung der Beschwerden bei den Patienten beitragen und anderseits die Heilungschancen deutlich verbessern soll. Weitere operative Eingriffe sind unter Umständen auch zur Symptomlinderung vorgesehen. So kann beispielsweise ein sogenannter Stent in die Gallengänge implantiert werden, um die Durchgängigkeit zu gewährleisten. Auch künstliche Verbindungen zwischen dem verstopften Gallengang und dem Darm lassen sich im Zuge einer Operation herstellen. Allerdings können derartige Maßnahmen den Krebs nicht besiegen, sondern lediglich das Beschwerdebild der Patienten beeinflussen.

Gallensteine und Gallengangentzündungen

Sobald Gallensteine Fettstuhl und andere gesundheitliche Beschwerden hervorrufen, sollten sie dringend beseitigt werden. Hier bietet sich als schonendster Behandlungsansatz die medikamentöse Auflösung (Lyse) der Gallensteine mit Hilfe sogenannter Ursodeoxycholsäure oder Chenodeoxycholsäure an. Ein Verfahren, das jedoch lediglich bei Gallensteinen aus reinem Cholesterin erfolgversprechend ist. Auch dürfen die Gallensteine eine bestimmte Größe ( fünf Millimeter) nicht überschreiten, damit eine medikamentöse Auflösung möglich ist. Bei akuten oder chronischen Entzündungen der Gallenblase beziehungsweise Gallenwege ist eine medikamentöse Lyse der Gallensteine generell ausgeschlossen. Gleiches gilt bei Gallenblasenkarzinomen, Leberentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Schwangerschaften. Da die Chenodeoxycholsäure des öfteren zu erheblichen Nebenwirkungen führt, kommt heutzutage meist die fast nebenwirkungsfreie Ursodeoxycholsäure zum Einsatz. Insgesamt bietet die Lyse der Gallensteine einige Vorteile gegenüber anderen Behandlungsmethoden, da im Zuge der Therapie die Funktionsfähigkeit der Gallenblase meist erhalten werden kann, keine Operationsrisiken bestehen und die Patienten auch während der Behandlung arbeitsfähig bleiben. Neben der medikamentösen Lyse der Gallensteine, kann auch eine mechanische Auflösung mit Hilfe der extrakorporale Stoßwellenlithotrypsie erfolgen, bei der die Steine mit Stoßwellen zertrümmert werden.

Sowohl bei der medikamentösen als auch bei der mechanischen Auflösung der Gallensteine bilden sich jedoch nach der Behandlung relativ häufig neue Gallensteine. Zudem können diese Verfahren nur eingeschränkt angewandt werden, so dass unter Umständen eine Cholezystektomie (operative Entfernung der Gallenblase) erforderlich wird. Diese erfolgt heutzutage in den meisten Fällen mit Hilfe eines minimal-invasiven Eingriffs, der sogenannte laparoskopische Chirurgie. Komplikationen sind bei derartigen Eingriffen insgesamt äußerst selten und die Gallenblasensteine können so definitiv beseitigt werden. Zur Entfernung der Gallensteine aus den Gallengängen bietet sich außerdem die bereits erläuterte ERCP an. Sind die Gallengänge entzündet, kann ebenfalls eine endoskopische Behandlung (ERCP) erfolgen, um den Gallenfluss wieder herzustellen. Begleitend wird eine Gallengangentzündung in den meisten Fällen mit Antibiotika therapiert. Zeigen diese Behandlungsmethoden keine Wirkung, bleibt für die Patienten im Endstadium der Erkrankung nur eine Lebertransplantation als letzte Option.

Behandlung von Fettverdauungsstörungen

Sind Fettverdauungsstörungen nach einer Darmoperation Ursache des fettigen Stuhlgangs, müssen die Betroffenen ebenfalls eine spezielle Diät einhalten. Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel und ein Anteil der mittelkettigen Fettsäuren an den Triglyceriden von 50 bis 75 Prozent werden hier empfohlen. Die Umstellung der Ernährung sollte möglichst schon vor der eigentlichen Darmoperation erfolgen, auch um bereits bestehende Mangelerkrankungen auszugleichen. Im Zweifelsfall werden die Patienten mit flüssiger Nahrung beziehungsweise Sondennahrung versorgt. Im Anschluss an die Operation beginnt sich der Verdauungstrakt auf die verkürzte Darmlänge einzustellen. Um das Maximum der verbliebenen Aufnahmekapazitäten des Darms zu erhalten, sollte dieser ständig mit der Verarbeitung von Nahrungsmitteln beschäftigt sein. Dies ist auch der Grund dafür, dass meist bereits unmittelbar nach der Operation mit einer enteralen Ernährung mittels Magensonde begonnen wird. Bis zu einem Jahr können die Umstellungsprozesse des Verdauungstrakts nach der Operation in Anspruch nehmen, bevor sich der Darm funktionell und strukturell auf die neuen Gegebenheiten eingestellt hat.

Fettstuhl nach einer Darmoperation bedarf in der Regel einer individuell abgestimmten Ernährungstherapie. Zeigen die Patienten bereits Anzeichen einer Mangelerkrankung, wird unter Umständen eine künstlich Ernährung notwendig. Schlimmstenfalls müssen die Betroffenen für eine gewisse Zeit parenteral (über die Blutbahn) mit Nährstoffen versorgt werden. Um Mangelerkrankungen vorzubeugen, sind regelmäßige Kontrollen der Elektrolyt-, Calcium-, Magnesium-, Phosphat-, Folsäure- und Zinkwerte vorgesehen. Auch der Blutspiegel des Vitamins B12 ist kontinuierlich zu kontrollieren und bei Bedarf durch zusätzliche Verabreichung auszugleichen. Insgesamt bleibt die Einhaltung einer strikten Diät den meisten Patienten mit dem sogenannten Kurzdarmsyndrom nach einer Darmoperation nicht erspart, wobei die Ernährungstherapie dem individuellem Beschwerdebild der Patienten anzupassen ist.

Naturheilkunde bei Fettstuhl

Zwar führt bei den meisten Erkrankungen, die dem fettigen Stuhlgang zugrunde liegen können, kein Weg an einer konventionellen Behandlung vorbei, doch bietet die Naturheilkunde zahlreiche Möglichkeiten, um eine erfolgreiche Therapie zu unterstützen. So können bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse verschiedene Naturheilverfahren eingesetzt werden, die eine Linderung der Symptome bewirken und zur allgemeinen Stärkung des Organs beitragen. Zum Beispiel helfen Ohrakupunktur, Bachblütentherapien oder Fußreflexzonentherapien die Selbstheilungskräfte der Bauchspeicheldrüse anzuregen. Auch die Homöopathie bietet verschiedene Präparate an, mit denen die Bauchspeicheldrüsenfunktion verbessert werden soll. Die Verwertung der Nahrung im Verdauungstrakt lässt sich zudem durch verschiedene Gewürze beeinflussen, die – wie beispielsweise Anis, Nelken, Ingwer und Kardamom – eine erhöhte Produktion der Verdauungssäfte bedingen.

Auch Basilikum, Thymian, Wacholder, Rosmarin, Oregano und Majoran wird eine verdauungsanregende Wirkung nachgesagt, die zur Vermeidung des Fettstuhls beitragen kann. Verschiedene Kräutertees zeigen hier ebenfalls eine positive Wirkung. Die Pflanzenheilkunde kennt darüber hinaus zahlreiche bitterstoffhaltige Heilpflanzen wie zum Beispiel Enzian, Wermut und Rhabarberwurzel, die als Tee oder in der Rezeptur nach Maria Treben mit weiteren Heilpflanzen kombiniert (als sogenanntes Schwedenbitter) eingenommen werden. Auf diese Weise sollen die Heilpflanzen eine erhöhte Produktion von Magensäure, Gallensaft und Bauchspeicheldrüsenenzymen mit sich bringen, die zur Verbesserung der Verdauung beiträgt. Der Ernährungstherapie wird bei der naturheilkundlichen Behandlung der möglichen Grunderkrankung des Fettstuhls generell besondere Bedeutung zugemessen. Tatsächlich lassen sich die Beschwerden bei Einhaltung einer strikten Diät unter Umständen bereits nach relativ kurzer Zeit vermeiden. Hierbei hat nicht nur die richtige Auswahl der Nahrungsmittel einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg der Therapie, sondern auch die Art der Aufnahme beziehungsweise das Essverhalten. Sogenanntes „Fletschern“ – besondere Kautechnik, bei der die Nahrung möglichst lange im Mund verweilt – biete hier eine gute Möglichkeit, die Vorverdauung der Nahrung im Mund deutlich zu verbessern und dem Verdauungstrakt so seine Arbeit zu erleichtern. Auch wird dazu geraten, auf Getränk während des Essens zu verzichten, da sich die Flüssigkeit mit den gebildeten Verdauungssäften vermischt und so deren Wirkung reduziert. (fp)

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