Flüssigkeit im Knie

Susanne Waschke
Flüssigkeit im Knie bedeutet, dass sich dort Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel, Blut, Gelenkflüssigkeit oder gar Eiter angesammelt haben. Diese sogenannten Ergüsse gehören nicht ins Knie und müssen unbedingt behandelt werden. Flüssigkeit im Knie ist meist mit Schmerzen verbunden.

Einblick in das Knie

Das Kniegelenk ist von einer Kapsel umgeben. Darin befindet sich sogenannte Synovialflüssigkeit. Diese besteht aus klarer Körperflüssigkeit und dient dazu, das Gelenk zu „schmieren“. Diese Flüssigkeit im Knie ist völlig normal und auch sehr wichtig. Ist jedoch davon zu viel vorhanden oder enthält diese Blut oder gar Eiter, ist dies pathologisch, das Knie schwillt dadurch an und bereitet meist auch massive Schmerzen.

Insbesondere unter Belastung wie beispielsweise beim Wandern sammelt sich mitunter Flüssigkeit im Knie, wenn ohnehin eine Vorerkrankung vorliegt. (Bild: Shakzu/fotolia.com)
Insbesondere unter Belastung wie beispielsweise beim Wandern sammelt sich mitunter Flüssigkeit im Knie, wenn ohnehin eine Vorerkrankung vorliegt. (Bild: Shakzu/fotolia.com)

Ursachen für den Kniegelenkserguss

Ein Kniegelenkserguss bedeutet eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Knie. Ursachen für den Erguss sind Entzündungen, Infektionen, rheumatische Erkrankungen, sportliche Überbelastung, Operationen und Verletzungen.

Symptome

Die Symptome, die im Zusammenhang mit Flüssigkeit im Knie auftreten sind Rötung, Schwellung, Überwärmung, Knieschmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit. Häufig kann das Knie nicht mehr richtig abgewinkelt werden.

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Entzündungen im Knie

Bei Entzündungen im Knie ist meistens auch Flüssigkeit mit dabei, die sich im Gelenk sammelt. Eine Kniearthritis ist eine solche Entzündung im Knie. Diese darf nicht mit einer Arthrose verwechselt werden, bei der eine degenerative und keine entzündliche Erkrankung vorliegt. Eine Arthritis kann sich jedoch aus einer Arthrose entwickeln. Ebenso möglich ist eine bakterielle Entzündung des Knies, die auf alle Fälle sehr ernstzunehmen ist. Auch Gicht zählt zu den potenziellen Ursachen.

Eine eitrige Arthritis kann sich mitunter sehr ernst entwickeln und bis zur Zerstörung des Knorpels führen. Die Keime können sich noch dazu im ganzen Körper ausbreiten, was unter Umständen lebensbedrohlich ist. Wird ein Kniegelenk zu sehr zerstört, ist eventuell ein künstliches Gelenk erforderlich.

Ursache der Flüssigeitsansammlung sind oft Entzündungen und Verschleißerscheinungen, die die Strukturen im Knie schädigen. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Ursache der Flüssigeitsansammlung sind oft Entzündungen und Verschleißerscheinungen, die die Strukturen im Knie schädigen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Entzündung, die häufig an beiden Körperhälften gleichzeitig auftritt. Da diese Erkrankung nicht vollständig heilbar ist, leiden die Betroffenen unter chronischen Schmerzen, die stärker oder weniger stark auftreten.

Flüssigkeit im Knie kann auch durch Viren oder Pilze ausgelöst werden. Zu den dafür verantwortlichen Viren gehören Hepatitis -, Röteln – oder Mumpsviren. Pilze, die daran schuld sein können, sind zum Beispiel Hefepilze.

Das Knie hat in seiner näheren Umgebung sogenannte Schleimbeutel. Diese dienen als Schutz und Polster vor zu starker Belastung. Durch eine Dauerbelastung oder durch Druck entzünden sich die Schleimbeutel, was zu einer Schwellung und zu Flüssigkeit im Knie führt. Weitere Ursachen für einen Kniegelenkserguss sind Überbelastung und Fehlbelastung.

Verletzungen, Operationen

Eine Schädigung des Meniskus, ein Kreuzbandriss, der Riss von Innen- oder Außenbändern, eine Prellung oder Verstauchung – all dies kann zu Flüssigkeit im Knie führen. Ebenso ist nach einer Knieoperation häufig die Ansammlung von Flüssigkeit im Knie festzustellen.

Zur Diagnose bei Flüssigkeitsansammlungen im Knie wird oftmals auf bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung zurückgegriffen. (Bild: endostock/fotolia.com)
Zur Diagnose bei Flüssigkeitsansammlungen im Knie wird oftmals auf bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung zurückgegriffen. (Bild: endostock/fotolia.com)

Diagnoseverfahren

Um bei Flüssigkeit im Knie eine richtige Diagnose stellen zu können, werden verschiedene Diagnoseverfahren verwendet. Dazu gehört zuerst eine ausführliche Anamnese. Hier sind folgende Fragen wichtig: Wie sind die Schmerzen, wann treten diese auf, wie lange bestehen diese schon, gab es einen Auslöser, liegen weitere Erkrankungen vor. Dann wird in der Regel das Knie auf Beweglichkeit und Funktion untersucht. Meistens werden noch zusätzliche bildgebende Verfahren wie MRT, CT, Ultraschall und Röntgen angewandt. Eventuell muss das Knie punktiert werden. Dadurch wird dies entlastet und die entnommene Flüssigkeit kann bei Verdacht, auf Erreger untersucht werden.

Behandlungsverfahren

Die Behandlungsverfahren richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Gelegentlich muss die Flüssigkeit im Knie durch eine Punktion entfernt werden. Um gegen die Entzündung anzugehen, werden entzündungshemmende Medikamente verordnet. Das betroffene Bein muss hoch gelagert und eventuell das Gelenk ruhiggestellt werden.

Prävention

Um erst gar keine Flüssigkeit im Knie zu bekommen, sollte Sport betrieben werden, der die Knie nicht zu sehr belastet. Ebenso ist im Alltag und bei der Arbeit auf das Vermeiden von Fehlbelastungen zu achten. Erste Symptome sollten ernst genommen und zur Abklärung sollte ein Arzt aufgesucht werden.

In der Naturheilkunde findet oftmals die Akupunktur Anwendung bei Flüssigkeitsansammlungen im Knie. (Bild: WavebreakmediaMicro/fotolia.com)
In der Naturheilkunde findet oftmals die Akupunktur Anwendung bei Flüssigkeitsansammlungen im Knie. (Bild: WavebreakmediaMicro/fotolia.com)

Naturheilkunde

Die Naturheilkunde hat viele Mittel parat, die bei Knieerkrankungen in Verbindung mit Flüssigkeit im Knie helfen können. So hilft das Schüssler Salz Nr. 3 bei Entzündungen, Nr. 4 Kalium chloratum wirkt sich positiv auf die Schleimhaut aus und Nr. 8 Natrium chloratum sorgt für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt, beziehungsweise wirkt dem Erguss entgegen. Die Homöopathie wendet Mittel wie Sticta pulmonaria, Bryonia alba, Rhus toxicodendron und Apis mellifica an.

Gerade bei einer vorliegenden Arthrose, also einer chronischen Erkrankung, hilft die Teufelskralle. Sie sorgt präventiv dafür, dass sich erst gar kein Erguss bildet. Auch die Brennnessel ist eine zu empfehlende Pflanze bei Flüssigkeit im Knie. Beide Pflanzen sind als Tee oder aber in Tablettenform erhältlich.

In der naturheilkundlichen Praxis wird bei einem Kniegelenkserguss häufig die Akupunktur angewandt. Die Fußreflexzonenmassage ist ebenso ein probates Mittel bei Erkrankungen des Knies.

Hausmittel

Bei Flüssigkeit im Knie können folgende Hausmittel Linderung verschaffen. Der altbekannte Quarkwickel zieht die Entzündung aus dem Gelenk. Dafür wird etwas Magerquark in die Mitte eines Baumwolltuches gestrichen, die beiden anderen Enden werden zugeklappt und die dünne Seite des Tuches wird um das Knie gewickelt. Dort kann der Wickel solange bleiben, bis er nicht mehr kühl ist.

Was ebenso die Schwellung etwas nimmt, ist Eis. Dies wird in ein Tuch gepackt und auf das Knie gelegt. – aber nicht länger als 20 Minuten. Gerne kann die Eisanwendung mehrmals täglich wiederholt werden. Aber bitte niemals ohne Tuch, das Eis darf die Haut nicht berühren.

Ein Kohlwickel (Wirsing oder Weißkohl) leistet ebenso gute Dienste. Dazu werden die Mittelrippen entfernt und die Blätter dann mit einem Nudelholz etwas platt gewalzt bis Saft austritt und dann auf das schmerzende Knie gelegt und mit einem Tuch fixiert. Der Umschlag kann solange dort bleiben, bis die Kohlblätter trocken sind.

Liegt eine Arthrose als Grundursache vor, kann das Massieren der Oberschenkel mit einem Tennisball helfen. Auch Dehnungen sind wichtig. Ein Physiotherapeut kann die richtigen Übungen zeigen.

Sellerie ist als Suppenwürze bekannt. Doch kann aus diesem Gemüse auch ein Tee gekocht werden, der antientzündlich wirkt. Dazu wird die Sellerieknolle klein geschnitten, in einen Topf mit kaltem Wasser gelegt und aufgekocht. Das abgeseiht Wasser ist der fertige Tee, vom dem, mit etwas Honig gesüßt, zwei Tassen täglich getrunken werden. Der Tee ist noch dazu harntreibend, blähungswidrig, hilft bei Magenschwäche und wirkt entgiftend.

Weidenrindentee hat eine schmerzlinderne und entzündungshemmende Wirkung, die zum Beispiel gegen Flüssigkeitsansammlungen im Knie bei einer Arthritis helfen kann. (Bild: LianeM/&fotolia.com)
Weidenrindentee hat eine schmerzlinderne und entzündungshemmende Wirkung, die zum Beispiel gegen Flüssigkeitsansammlungen im Knie bei einer Arthritis helfen kann. (Bild: LianeM/&fotolia.com)

Entzündungshemmend und schmerzlindernd ist der Weidenrindentee. Ein Teelöffel der geschnittenen Weidenrinde wird mit 250 ml kaltem Wasser angesetzt, circa fünf Minuten gekocht und dann abgeseiht. Drei Tassen am Tag sind zu empfehlen.

Ernährung

Bei einer Erkrankung des Knies in Verbindung mit Flüssigkeit, ist eine Ernährung zu empfehlen, die vorwiegend basisch ist. Das bedeutet, dass alles Tierische massiv reduziert werden sollte. Ebenso sind Zucker und Weißmehl zu meiden. Eine Flüssigkeitszufuhr von zwei bis drei Litern stillem Wasser darf dabei nicht vergessen werden. (sw)