Geschwollene Beine: Beinschwellung

Fabian Peters

Geschwollene Oberschenkel, Unterschenkel und Füße

Geschwollene Beine sind nicht nur ein ästhetisches Manko, sondern können auf schwerwiegende Erkrankungen zurückgehen und eine erhebliche Belastung im Alltag darstellen. Gehschwierigkeiten bilden eine häufige Begleiterscheinung. Um weiterreichende gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollten Betroffene insbesondere bei einem plötzlichen Anschwellen der Beine nicht zögern einen Arzt aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis:
Definition
Symptome
Ursachen
Diagnose
Behandlung
Naturheilkunde bei geschwollenen Beinen

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Definition

Als geschwollene Beine werden in diesem Artikel, sämtliche akuten Veränderungen der normalen Beinform verstanden, die einen vergrößerten Umfang der Beine mit sich bringen. Sind die Beine aufgrund eines hohen Körperfettanteils von Grund auf ungewöhnlich dick, so ist dies nicht mit geschwollenen Beinen gleichzusetzen, da keine Schwellung im herkömmlichen Sinne vorliegt. Die Bezeichnung „geschwollene Beine“ ist demnach gegenüber der umfassenderen Bezeichnung „Dicke Beine“ abzugrenzen.

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Viele Frauen haben mit verstärkten Fetteinlagerungen im Bereich von Oberschenkel und Hüfte zu kämpfen, was nicht zwangsweise im Zusammenhang mit Übergewicht stehen muss. (Bild: vladimirfloyd/fotolia.com)

Symptome

Geschwollene Beine können als Symptom unterschiedlicher Beschwerden auftreten, wobei sich die Symptomatik gemäß den verschiedenen Ursachen deutlich unterscheidet. So sind örtlich begrenzte Schwellungen, beispielsweise am Knie, Knöchel oder den Füßen (siehe dicke Füße), aber auch Schwellungen des gesamten Beines zu beobachten. Langes Stehen verstärkt in der Regel die Beschwerden, ein Hochlegen der Beine wirkt indes der Schwellung entgegen. Belastungen, wie Laufen oder längere Wanderungen, sind für die Betroffenen in den meisten Fällen ebenfalls mit einer zunehmenden Schwellung der Beine verbunden. Oft kommen Schmerzen und ein Taubheitsgefühl in den Beinen hinzu. Die Beine werden schwer und die Patienten in ihrer Bewegungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die Schmerzen können sich durch das gesamte Bein ziehen oder als lokaler Schmerz – beispielsweise Knöchelschmerzen, Fersenschmerzen, Knieschmerzen – auftreten.

Auch empfinden viele Betroffene die geschwollenen Beine insbesondere in den Sommermonaten als erhebliche psychische Belastung. Sie schämen sich für ihre Beine und fühlen sich in kurzen Hosen, Röcken, Badeanzügen oder Badehosen extrem unwohl. Entsprechend sind viele Sportarten und Freizeitaktivitäten, bei denen beinfreie Kleidung getragen wird, für die Betroffenen tabu. Unter Umständen bedingt dies eine gewisse soziale Isolation, die von den Patienten zum Teil als äußerst belastend wahrgenommen wird.

Gehen die geschwollenen Beine auf eine Erkrankung zurück, so sind weitere Symptome zu erwarten, die in Verbindung mit der Beinschwellung auftreten. Beispielweise können Nierenerkrankungen zu Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen führen. Begleitend haben die Betroffenen hier oftmals mit Nierenschmerzen zu kämpfen. Liegen den geschwollenen Beinen Erkrankungen des Herzen zugrunde, sind als Begleitsymptome zum Beispiel Herzschmerzen, Brustschmerzen beziehungsweise ein Stechen in der Brust, Herzrasen und Herzstolpern möglich. Die begleitenden Symptome liefern oft entscheidende Hinweise auf die Ursache der geschwollenen Beine und sollten daher im Rahmen der Diagnosestellung unbedingt Berücksichtigung finden.Unter Umständen sind die Schwellungen der Beine als eine chronisches Krankheitsbild täglich zu beobachten.

Ursachen

Die möglichen Ursachen einer Beinschwellung reichen von Knochenbrüchen, Prellungen, Verstauchungen und Bänderrissen, über Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Nieren, Leber oder Schilddrüse, bis hin zu Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Abgesehen von den akuten Traumataverletzungen (Brüchen, Prellungen etc.) führen Beeinträchtigungen der Blutgefäße – beispielsweise durch eine Arterienverkalkung, eine Venenschwäche, Venenentzündung, Krampfadern oder einen Gefäßverschluss (Thrombose) – besonders häufig zu einer Schwellung der Beine. Das Gleichgewicht der Körperflüssigkeit gerät aus dem Lot und es bilden sich vermehrt Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) in den Beinen.

Arteriosklerose
Arterienverkalkungen könne Ursache der geschwollener Beine sein. (Bild: pixelcomet/fotolia.com)

Wird der System der Lymphgefäße beeinträchtigt, kann dies ebenfalls geschwollene Beine bedingen. Der Lymphabfluss ist nicht mehr im erforderlichen Maße gewährleistet und es bilden sich sogenannte Lymphödeme an den Beinen. Die möglichen Auslöser der Lymphödeme reichen von angeborenen Beeinträchtigungen des Lymphsystems über akute Schädigungen der Lymphgefäße durch Bestrahlungen, Operationen oder Infektionen bis hin zu einem Schlaganfall oder Krebs. Das Lymphödem zeigt sich meist zunächst als Schwellung der Zehen, die im weiteren auf den Fuß, Knöchel, Unterschenkel oder gar das ganze Bein übergehen kann. Im Zuge des Lymphödems schwellen die Beine beziehungsweise die betroffenen Glieder häufig auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Umfangs an. Die Haut spannt und beginnt sich zunehmend rau anzufühlen. Unter Umständen bilden sich krankhafte Wucherungen des Bindegewebes, sogenannten Fibrosen.

Auch die Einnahme von Medikamente beziehungsweise deren Missbrauch kann Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen bedingen. So ist beispielsweise die langfristige Einnahme von bestimmten Antirheumatika, Bluthochdruckmitteln und kortisonhaltigen Präparaten unter Umständen mit geschwollenen Beinen verbunden. Des Weiteren gelten Abführmittel, Diuretika Hormonpräparate und Haarwuchsmittel als mögliche Auslöser für die Ansammlung von Wasser in den Beinen. Allergische Reaktionen beispielsweise im Rahmen einer Nahrungsmittelallergie sind ebenfalls als potenzielle Ursachen geschwollener Beine zu nennen. Gleiches gilt für langjährigen Alkoholmissbrauch.

Diagnose

Um die Ursachen der geschwollen Beine zu ermitteln erfolgt nach einer ausführlichen Anamnese zunächst eine erste körperliche Untersuchung. Die Lokalisation der Flüssigkeitsansammlung lässt häufig bereits Rückschlüsse auf den Auslöser der Beschwerden zu. Beim Abhorchen ergeben sich unter Umständen Hinweise auf ein Venenleiden oder eine Durchblutungsstörung. Die Sicherung der Diagnose bedarf jedoch in der Regel bildgebender Verfahren, wie einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT). Ergänzende Blutuntersuchungen können weitere wichtige Informationen zu möglicherweise vorliegenden Erkrankungen der inneren Organe oder Entzündungsprozessen im Körper liefern. Im Zweifelsfalls wird die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich, um eine eindeutige Aussage zu den Erkrankungen treffen zu können.

Behandlung

Die Behandlung ist grundsätzlich an den Ursachen der Beschwerden auszurichten. Einfache Maßnahmen, wie das Hochlegen der Beine und Kühlung, können jedoch bereits eine deutliche Linderung des akuten Beschwerdebildes bewirken. Des Weiteren zeigen Massagen zur Lymphdrainage häufig eine positive Wirkung. Letztendlich führt an einer ursächlichen Behandlung jedoch insbesondere bei den organischen Erkrankungen kein Weg vorbei. Ist eine Thrombose Auslöser der geschwollenen Beine, gilt es diese zu beseitigen. Begleitend soll der Blutfluss durch gerinnungshemmende und blutverdünnende Medikamente erleichtert werden. Krankengymnastik und Bewegungstraining können dazu beitragen, das Herz-Kreis-Laufsystems langfristig zu stabilisieren und auf diese Weise Durchblutungsstörungen der Beine vermeiden.

Sind Krebserkrankungen Auslöser der geschwollenen Beine, bleiben Operationen, Strahlen- und/oder Chemotherapie bis heute die einzige Behandlungsoption. Bei Herzleiden ist unter Umständen ebenfalls ein operativer Eingriff unumgänglich. Führt Alkoholmissbrauch zu den geschwollenen Beinen, ist auf diesen umgehend zu verzichten und gegebenenfalls eine Entzugstherapie durchzuführen. Ein therapeutisch begleiteter Entzug empfiehlt sich auch bei vorliegendem Medikamentenmissbrauch. Führen allergische Reaktionen zu geschwollenen Beinen, gilt es die Allergene fortan möglichst zu meiden. Um dies zu ermöglichen, müssen die Allergene unter Umständen zunächst in einem Allergie-Test identifiziert werden.

Naturheilkunde bei geschwollenen Beinen

Die Naturheilkunde kennt verschiedene Möglichkeiten, um Flüssigkeitsansammlung in den Beinen zu therapieren, doch helfen diese oft nicht gegen die Auslöser der Beschwerden, sondern dienen lediglich zu Linderung der Symptome. Sind schwerwiegenden Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes oder Krebs, Ursache der Beinschwellung, lässt sich mit den naturheilkundlichen Verfahren nur wenig erreichen und an der klassischen Therapie führt bis heute kein Weg vorbei.

Um akute Schwellungen der Beine zu beheben, setzt die Naturheilkunde unter anderem auf Verfahren der Hydrotherapie (Kneipp-Güsse), Massagen und Bewegungsübungen, die den Blutkreislauf durch Aktivierung der sogenannten Muskelpumpe in den Beinen stärken sollen. Spezielle Atemtechniken können ebenfalls den Blutabfluss aus den Beinen erleichtern. Auch manuelle Behandlungsmethoden, wie die Osteopathie oder das Rolfing, versprechen in vielen Fällen eine Linderung der Beschwerden. Akupunktur kann ebenfalls eine Rolle bei der naturheilkundlichen Behandlung geschwollener Beine spielen. Begleitend werden homöopathische Mittel und Schüssler-Salze eingesetzt, wobei deren Auswahl abhängig von den vermuteten Ursachen der Flüssigkeitsansammlung in den Beinen variiert. Des Weiteren bietet die Pflanzenheilkunde, zum Beispiel mit den Inhaltsstoffen der Rosskastanie oder des Steinklees, ebenfalls Möglichkeiten zur Stärkung der Gefäße und des Lymphabflusses. Zudem können ausleitende Verfahren (zum Beispiel Blutegeltherapie) helfen die überschüssigen Flüssigkeitsansammlung in den Beinen zu beseitigen. (fp)

1: Jerzy  / pixelio.de