Heiße Beine – Symptome, Ursachen und Therapie

Dr. Utz Anhalt
Heiße Beine: Das sind die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
Fühlen sich die Beine oder Füße heiß an, liegt meist keine ernste Krankheit vor. Allerdings kann es sich auch um ein Zeichen für verschiedene Entzündungen handeln. Die Betroffenen fühlen nicht nur Hitze in den entsprechenden Stellen, sondern oft auch einen brennenden Schmerz.

Beide Füße oder Beine können ebenso betroffen sein wie nur eine Gliedmaße. Die Hitze tritt plötzlich auf, und in der Regel dann, wenn die Gliedmaße sich im Zustand der Ruhe befindet, das bedeutet häufig im Bett.

Physiotherapie kann bei heißen Beine helfen. Bild: goodluz – fotolia

Typisch ist, dass ein Kühlen der Stellen durch Wickel, eine kalte Dusche etc. zwar kurzfristig die Hitze mindert, diese aber sofort danach wieder einsetzt und das Wärmegefühl Stunden anhält.

Die Gliedmaßen färben sich intensiv rot und schwellen häufig an. Hinzu kommt ein Kribbeln oder das Gefühl von Taubheit.

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Ursachen

Heiße Beine können verschiedene Krankheiten als Ursache haben. Die häufigsten sind das „Burning Feet Syndrome“ und das „Restless Legs Syndrom“. Auch rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Polyneuropathien und entzündete Gefäße gehen mit den typischen Symptomen einher. Seltener sind Probleme mit dem Stoffwechsel und Erkrankungen des Rückenmarks die Ursache.

Thrombosen und Entzündungen

Thrombosen, Gicht und eine Entzündungen der Sehnenscheiden und Venen führen ebenfalls zu Hitzegefühlen und außerdem zu brennendem Schmerz, weiterhin Morbus Raynaud, Lyme Borreliose und Erythomelagie.

Ein unspezifischer Auslöser liegt vor, wenn die brennenden Stellen intensiver durchblutet werden als gewöhnlich. Das wiederum kann verschiedenste Gründe haben. Einer davon sind Medikamente, die die Gefäße erweitern und so die Durchblutung fördern. Sie richten dann zu viel des Guten an.

Behandlung

Liegen die Symptome an einem Medikament, das die Gefäße erweitert, dann setzen die Beschwerden in der Regel aus, wenn der Patient das Medikament absetzt oder auch nur den Wirkstoff verringert.

Bei Krankheiten muss immer zuerst die Krankheit behandelt werden. Schmerztherapie, Physio- und Ergotherapie lindern die Schmerzen.

Harmlose Ursachen

Prüfen Sie als erstes, ob eine harmlose Ursache vorliegen kann. Ein Hitzegefühl entsteht nämlich auch dadurch, dass Blutgefäße unter Druck stehen. Das liegt zum Beispiel an zu eng sitzender Kleidung, bei „heißen Füßen“ aber vor allem an zu engen Schuhen oder Socken, deren Haltegummi in die Haut einschneidet.

Auch wenn sie beim Sitzen lange die Beine übereinander schlagen, fließt nicht genug Blut in die Gliedmaßen.

Ein extremer Wechsel der Temperatur führt ebenfalls zu Durchblutungsstörungen.

Auch Zigaretten und Alkohol wirken sich auf die Blutgefäße aus.

Das Burning-Feet-Syndrom

Beim Burning-Feet-Syndrom fühlen die Betroffenen einen brennenden Schmerz in der Füßen – vor allem in der Nacht. Die Haut an den entsprechenden Stellen trocknet aus, der Schweiß bricht aus, die Muskeln verkrampfen sich, und die Patienten leiden an Schlafstörungen.

Wichtig für die Diagnose ist: Die Füße funktionieren normal, und die Patienten können sich wie immer bewegen.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Symptome, denn die genaue Ursache ist unklar. Vitaminmangel, insbesondere das Fehlen von Vitamin-B und ein zu niedriger Magnesiumspiegel geht vermutlich mit dem Syndrom einher.

Die betroffenen Areale werden zu wenig mit Sauerstoff versorgt, weil die Durchblutung gestört ist. Eine mögliche Ursache sind Störungen des Stoffwechsels oder eine Mangelernährung, die auch den Vitaminmangel erklärt.

Die Bewegungsfreiheit ist ein wichtiges Zeichen, um das Burning-Feet-Syndrom von anderen Krankheiten zu unterscheiden. So führt eine Thrmobose in den Beinvenen ebenfalls zu brennenden Schmerzen in den Füßen – dabei können die Betroffenen die Füße aber nur sehr eingeschränkt bewegen.

Heiße Beine durch Vitamin-B-Mangel

Ein Mangel an Vitamin B12 führt dazu, dass die roten Blutkörperchen nicht effizient arbeiten. Grunderkrankungen sind zum Beispiel Blutkrebs oder fortgeschrittener Alkoholismus. Der Organismus erhält nicht mehr genug Sauerstoff.

Diese durch Vitaminmangel bedingte Blutarmut zeigt sich als erstes durch ein Kribbeln in den Zehen und Fingern. Diese können sich dabei auch heiß anfühlen. Außerdem fühlen die Betroffenen sich schlapp, leiden an Kopfschmerzen und haben keinen Appetit.

Vitamin B 12 findet sich in Fleisch, Fisch, Eiern und Milch. Vitamin B-12 Mangel entsteht meist durch Mangel an einem Protein um Magen, dem intrinsischen Faktor. Ohne diesen kann ein Mensch kein Vitamin B12 aufnehmen, egal, wie viel davon in seiner Nahrung enthalten ist.

Eine Blutarmut aus Vitamin-B12-Mangel lässt sich an den fortgeschrittenen Symptomen von anderer Blutarmut unterscheiden: Die Betroffenen leiden unter Störungen des peripheren Nervensystems, Gleichgewichtsstörungen beim Gehen und Demenz. Wenn der Mangel nicht frühzeitig behoben wird, können diese Störungen chronisch werden.

Die Schmerzen kommen oft beim Gehen. Bild: borphloy – fotolia

Das Problem vieler Patienten ist, dass Alkoholrausch und Alkoholismus ebenfalls Demenz und Gleichgewichtsstörungen verursachen, auch ohne Mangel an Vitamin B 12.

Ein Mangel an Vitamin B5 zeigt sich als Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Brennen in den Fingern, Zehen, Händen und Füßen. Diese Symptome können spontan eintreten wie verschwinden.

Die besten Quellen für Vitamin B 5 sind Brauhefe, Avokado, Hülsenfrüchte, Linsen, Eigelb, Brokkoli, Tomaten, Rindfleisch, Truthahn, Ente, Huhn, Süßkartoffeln, Sonnenblumenkerne, Vollkornbrot und Lachs. Beim Kochen wird das Vitamin beschädigt.

Auch ein Mangel an Vitamin B 5 zeigt sich als Kribbeln und Brennen in Fingern, Zehen, Händen und Füßen. Vitamin B 5 findet sich in

Brauhefe, Avokado, Hülsenfrüchte, Linsen, Eigelb, Brokkoli, Tomaten, Rindfleisch, Truthahn, Ente, Huhn, Süßkartoffeln, Sonnenblumenkerne, Vollkornbrot und Lachs. Beim Kochen wird das Vitamin beschädigt.

Morbus Raynaud und Restless-Legs-Syndrom

Morbus Raynaud zeigt sich insbesondere an den Ende der Finger und Zehen, bei einer Erythomelalgie schießt das Blut plötzlich in die Füße und Hände, diese färben sich rot und schmerzen; das Restless-Legs-Syndrom führt nicht nur zu Hitze in den Bein, sondern die Betroffenen verlieren kurzfristig die Kontrolle über die Beinmuskeln.

Ursache unbekannt

Da die Ursache des Burning-Feet-Syndroms unbekannt ist, konzentriert sich die Behandlung auf die Kontrolle der Symptome und den Vitamin- wie Mineralienmangel. Vitamine und Mineralien können die Betroffenen in Form von Tabletten oder mittels einer Infusion einnehmen.

Gegen die Schmerzen helfen Mitteln, die Konvulsionen bremsen und normalerweise gegen Epilepsie wirken, außerdem lokale Betäubungsmittel, die die Nervenregionen am „Brandherd“ blockieren. (Dr. Utz Anhalt)