Herzflattern – Ursachen, Therapie und Symptome

herzflattern
Nina Reese
Mit dem Begriff „Herzflattern“ werden ganz unterschiedliche Phänomene bezeichnet: So kann es sich zum Beispiel bei Aufregung, Angst, in stressigen Situationen oder auch bei Verliebtheit anfühlen, als ob das Herz „flattert“. Neben dem kann Herzflattern aber auch auf eine Erkrankung hinweisen und beispielsweise Ausdruck einer Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) sein, also einer unregelmäßigen Abfolge des normalen Herzschlags. Diese kann sowohl bei gesunden Personen auftreten und dabei harmlos sein, als auch Vorläufer und Warnzeichen eines drohenden plötzlichen Herztodes sein – daher ist eine genaue Abklärung der Ursachen durch einen Kardiologen oder Internisten hier besonders wichtig. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Herzflattern“ häufig auch synonym für „Vorhofflattern“ oder „Kammerflattern“ verwendet, wobei es sich dabei nicht mehr um ein gefühltes „Flattern“, sondern um unter Umständen sehr gefährliche Formen der Herzrhythmusstörungen handelt, die ohne sofortige Behandlung schnell zu einem Herz-Kreislauf-Versagen mit Atem- und Herzstillstand führen können.

Inhaltsverzeichnis

Symptome
Ursachen von Herzflattern
Herzrhythmusstörung (Arrhythmie)
Kammerflattern
Vorhofflattern
Diagnose
Behandlungsmöglichkeiten
Naturheilkunde

Symptome

Ein „flatterndes“ Herz kann sich für Betroffenen ganz unterschiedlich anfühlen. Häufig wird beschrieben, dass ein Gefühl besteht, als würde das Herz „falsch“ schlagen, zum Teil begleitet von Problemen beim Atmen, Schwindel oder Schweißausbrüchen. In anderen Fällen wird von einer Art Herzschmerz oder auch Vibrieren in der Herzgegend berichtet, welches sich anfühlt, als habe man sich gerade sehr stark erschreckt. Auch kann es vorkommen, dass Betroffene ein Gefühl empfinden, als würde etwas in der Luftröhre bzw. unterhalb des Kehlkopfes flattern. Wie lange das Herzflattern dabei anhält, ist ebenfalls individuell, in vielen Fällen hält es pro Schub nur einige Sekunden an, tritt jedoch über den Tag verteilt immer wieder auf. Manchmal gesellen sich Thoraxschmerzen und/oder Beklemmungen hinzu. Dies könnten Hinweise auf einen Herzinfarkt sein.

Ursachen von Herzflattern

Wenn das Herz bei Stress, Angst, Panik oder vor dem Treffen mit der neuen Freundin flattert, ist dies eine völlig normale Reaktion des Körpers, denn das Gefühl von Aufregung und Verliebtheit stellt biochemisch eine Stresssituation für den Körper dar. Im Zuge dessen wird der Körper in beiden Fällen in „Alarmbereitschaft“ versetzt, was zu einer schnellen Ausschüttung des Hormons Adrenalin durch den so genannten „Sympathikus“, einem Teil des vegetativen Nervensystems, führt. Durch das Adrenalin, welches Glucose und freie Fettsäuren aus den Energiespeichern der Leber, der Muskulatur und des Fettgewebes freisetzt, steigt der Blutdruck sowie Herz- und Atemfrequenz an. Darüber hinaus kommt es zu weiteren Symptomen wie vermehrtem Schwitzen oder höherer Muskelanspannung. Damit diese natürliche und harmlose Form des Herzflatterns nicht schädlich für den Organismus wird, sollten Betroffene eine Möglichkeit finden zu entspannen. Dann wird der „Ruhe- bzw. Entspannungsnerv“ Parasympathikus aktiviert, der gewissermaßen als „Gegenspieler“ des Sympathikus fungiert, indem dieser dafür sorgt, dass die Energiebereitstellung heruntergefahren wird, wodurch ein Gefühl der Entspannung eintritt und das Herzflattern abklingt.

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Herzrhythmusstörung (Arrhythmie)

Neben Aufregung oder Verliebtsein kann jedoch auch eine Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) die Ursache für das Herzflattern sein. Unter dieser wird eine unregelmäßige Abfolge des normalen Herzschlags verstanden, welcher normalerweise im Ruhezustand etwa 60- bis 80-mal pro Minute beträgt. Herzrhythmusstörungen treten sehr häufig auf, wobei diese in leichter oder gelegentlicher Ausführung oft gar nicht bemerkt werden. Für eine Arrhythmie kommen sowohl äußere Ursachen wie zum Beispiel übermäßiger Konsum von Koffein oder Alkohol, Nebenwirkungen einiger Medikamente (zum Beispiel Antidepressiva), fieberhafte Infektionen oder ein Blähbauch (Meteorismus) in Betracht. Auch eine Reizung des sogenannten „Karotissinus-Knotens“ (Rezeptor an der Hauptschlagader am Hals) – beispielsweise durch einen zu engen Schal oder einen Schlag – kann unter Umständen zu einer Herzrhythmusstörung führen, da durch die Reizung der Herzschlag verlangsamt wird, was bis zu einer Ohnmacht führen kann. Neben den äußeren Ursachen können auch eine Reihe organischer Ursachen für eine Arrhythmie verantwortlich sein, so zum Beispiel die Koronare Herzkrankheit (KHK), ein Herzinfarkt, eine Herzmuskelerkrankung oder Herzmuskelentzündung. Zudem kommen hier unter anderem eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bzw. Schilddrüsenunterfunktion (Hyporthyreose), Bluthochdruck oder Elektrolytstörungen (z.B. Kaliummangel) in Betracht.

Es gibt viele Formen von Herzrhythmusstörungen, so zum Beispiel die so genannten „Reizbildungsstörungen“, bei denen die Bildung der elektrischen Impulse gestört ist oder die „Erregungsleitungsstörungen“, womit eine gestörte Weiterleitung der Herzerregung bezeichnet wird. Bei Arrhythmien wird außerdem danach unterteilt, ob diese im Bereich der Herzvorhöfe (supraventrikulär) oder in den Herzkammern (ventrikulär) entstanden sind. Neben dem wird unterschieden zwischen einer verlangsamten Herzfrequenz (Bradykardie) mit unter 60 Schlägen pro Minute und einem zu schnell schlagenden Herzen mit über 100 Schlägen in der Minute (Tachykardie). Eine weitere Form der Herzrhythmusstörungen sind zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), die auch als „Herzstolpern“ bezeichnet werden.

Herzrhythmusstörungen treten insgesamt recht häufig auf und können sowohl bei gesunden Personen völlig harmlos sein, als auch in Form einer krankhaften oder sogar lebensbedrohlichen Komplikation bei Krankheiten des Herzens und anderer Organe auftreten. Daher sollte ein häufig auftretendes bzw. länger anhaltendes Herzflattern in jedem Fall von einem Arzt untersucht werden.

Kammerflattern

Der Begriff „Herzflattern“ wird häufig auch synonym für das so genannte „Kammerflattern“ verwendet, wobei es sich bei diesem nicht mehr in erster Linie um ein gefühltes „Flattern“ des Herzens handelt, sondern um eine sehr gefährliche Form der Herzrhythmusstörung, die ohne sofortige Behandlung schnell zum Tod führt. Kammerflattern ist gekennzeichnet durch eine Frequenz von 250 bis 300 Schlägen in der Minute, was bedeutet, dass das Herz vollkommen aus dem Rhythmus geraten ist und stattdessen ohne erkennbaren Takt und mit sehr hoher Geschwindigkeit arbeitet. In Folge dessen kann das Blut durch das ungleichmäßige Zusammenziehen der einzelnen Muskelfasern nicht mehr von der Herzkammer in den Kreislauf gepumpt werden, sondern bewegt sich im Herzen nur noch hin und her – was in Hinblick auf die eigentliche Funktion des Herzens der Situation eines Herzstillstands entspricht.

Ursache für ein Kammerflattern ist in den meisten Fällen ein Herzinfarkt oder eine andere schwere Herzerkrankung, die zu einer einer Strukturveränderung des Herzens bzw. einer Funktionseinschränkung geführt hat. Beispiele hierfür sind die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), eine Dilatation (Überdehnung) oder ein Aneurysma, Herzinfarkte und Herzentzündungen (z.B. Myokarditis). Neben den direkten Erkrankungen des Herzens können auch Veränderungen des Elektrolythaushaltes das Auftreten von Kammerflattern begünstigen, hierbei kommen insbesondere eine Hypokaliämie (Kaliumangel) oder Hypomagnesiämie (Magnesiummangel) als Risikofaktoren in Betracht. In seltenen Fällen können darüber hinaus auch Elektrounfälle, Schlaganfälle oder ein Herztraumata (zum Beispiel durch Verkehrsunfällen) Ursache für ein Kammerflattern sein. Häufig kommt es bei einem Kammerflattern innerhalb von kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit, mögliche Vorsymptome können zudem Schmerzen und Engegefühle in der Brust, Herzrasen, Schwindel und akute Atemnot sein.

In den meisten Fällen geht ein Kammerflattern rasch in ein so genanntes „Kammerflimmern“ über, womit eine Schlagfrequenz des Herzens von über 300 pro Minute bezeichnet wird, wodurch es zu einem Herz-Kreislauf-Versagen mit Atem- und Herzstillstand kommt. Da das Gehirn durch die extrem erhöhte Schlagfrequenz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, kommt es schnell zur Bewusstlosigkeit, in der Folge ist der Patient nicht mehr ansprechbar und reagiert nicht mehr auf Schmerz- und Lichtreize, das bedeutet, die Pupillen sind geweitet und starr. Dementsprechend handelt es sich bei Kammerflattern bzw. Kammerflimmern um äußerst bedrohliche Zustände, die tödlich verlaufen, sofern sie nicht sofort korrekt behandelt werden.

Vorhofflattern

Neben dem Kammerflattern wird auch das so genannte „Vorhofflattern“ umgangssprachlich häufig als „Herzflattern“ bezeichnet, wobei es sich ebenfalls um eine mitunter schwerere Form der Herzrhythmusstörung handelt. Bei dieser Störung hat der so genannte „Sinusknoten“, der sich im rechten Vorhof des Herzens befindet, seine primäre Funktion als „elektrischer Taktgeber“ der Herzaktion verloren, sodass es zu einem schnellen, jedoch regelmäßigen Herzrhythmus im Vorhof mit einer Vorhoffrequenz von etwa 240 bis 350 Herzaktionen pro Minute kommt. Vorhofflattern kann in selteneren Fällen auch lebensbedrohlich werden, da die Vorhöfe des Herzens nicht mehr richtig pumpen sondern tatsächlich nur noch „flattern“ und sich dadurch in den Herzhöhlen Blutgerinnsel bilden. Diese können sich im Ernstfall lösen und mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt werden, wodurch zu einem Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder sogar mit Todesfolge kommen kann.

In vielen Fällen führt Vorhofflattern zu einem anfallsartigem Herzrasen und / oder starkem Herzklopfen oder -stolpern bzw. dem Gefühl, das Herz schlage „bis zum Hals“. Teilweise werden diese Beschwerden begleitet von weiteren Symptomen wie Schwindel, Brustenge, Luftnot, schnelle Ermüdbarkeit und genereller körperlicher Schwäche. Vorhofflattern tritt oft in Folge einer Dehnung der Vorhöfe und/oder einer anderen Schädigung des Herzens. In vielen Fällen sind aber auch andere Erkrankungen die Ursache für das Vorhofflattern, hierzu zählen zum Beispiel hoher Blutdruck, Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen, Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie) wie z. B. Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine Überfunktion der Schilddrüse. In seltenen Fällen kann Vorhofflattern auch bei ansonsten herzgesunden Patienten auftreten. Begünstigt werden kann dieses unter anderem durch emotionalen Stress, exzessiven Alkohol- und Kaffeekonsum, Nikotion- und Drogenkonsum sowie opulente Mahlzeiten und Mineralstoffmangel (vor allem Kalium und Magnesium). Dennoch liegen bei den meisten Patienten organische Herzerkrankungen vor.

Hinsichtlich der Diagnostik und Behandlung unterscheidet sich Vorhofflattern nur unwesentlich von der sehr viel häufiger auftretenden Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, von dem allein in Deutschland etwa 300.000 Menschen betroffen sind. Charakteristisch für Vorhofflimmern ist ein anhaltend unregelmäßiger, meist deutlich beschleunigter Herzschlag sowie weitere Symptome wie zum Beispiel plötzliches Schwächegefühl, Luftnot oder Herzschmerzen. Obwohl diese Form der Rhythmusstörung nicht lebensbedrohlich ist, bringt auch Vorhofflimmern schwerwiegende Risiken mit sich, da es durch Blutgerinnsel zu Komplikationen wie einem Schlaganfall oder einer Herzschwäche kommen kann. Auch für das Vorhofflimmern kommen zahlreiche Ursachen in Betracht, so zum Beispiel ein bereits länger bestehender Bluthochdruck, hohes Lebensalter, Herzmuskelschwäche, koronare Herzkrankheit, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Herzklappenfehler oder eine Herzmuskelentzündung.

Diagnose

Liegt eine Herzrhythmusstörung als Ursache für das Herzflattern vor, lässt sich diese als erstes anhand des veränderten Pulses erkennen. Hier kann der Arzt in den meisten Fällen bereits erkennen, ob das Herz zu langsam (Bradykardie), zu schnell (Tachykardie) oder unregelmäßig (Arrhythmie) schlägt. Des Weiteren wird bei der ärztlichen Untersuchung normalerweise im Rahmen der Anamnese nach eingenommenen Medikamenten gefragt, da manche Präparate (zum Beispiel Schilddrüsenhormone) bei falscher Dosierung ebenfalls Herzrhythmusstörungen auslösen können.

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf eine Herzrhythmusstörungen ist jedoch die Elektrokardiografie (EKG), bei der die elektrischen Ströme im Herzen gemessen werden. Die Herzaktivität wird dabei als Kurve dargestellt, welche dem Arzt Hinweise darauf liefert, um welche Art der Rhythmusstörung es sich handelt. Im Rahmen der Diagnose wird dieses EKG dann zunächst unter Ruhebedingungen durchgeführt (Ruhe-EKG). Bei Bedarf wird die Untersuchung dann durch ein Belastungs-EKG (Ergometrie) ergänzt. Bei dieser wird die Herzaktivität unter Belastungsbedingungen (zum Beispiel beim Rad fahren oder Laufen auf dem Laufband) gemessen, da manche Rhythmusstörungen nur unter Belastung auftreten. Darüber hinaus kann ein Langzeit-EKG über 24 bis 48 Stunden Aufschluss geben, denn viele Herzrhythmusstörungen treten nur gelegentlich auf. Solche sporadisch auftretenden Herzrhythmusstörungen können zudem mithilfe eines „Eventrekorders“ aufgezeichnet werden, der beispielsweise dann eingesetzt wird, wenn ein Langzeit-EKG keine ausreichenden Ergebnisse geliefert hat.

In den meisten Fällen reichen diese Untersuchungen zur Diagnose einer Herzrhythmusstörung aus, in speziellen Fällen wird hingegen eine „Elektrophysiologische Untersuchung“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Herzkatheteruntersuchung, bei der nach Möglichkeit künstlich Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden, um dadurch Rückschlüsse auf die Art und den Entstehungsort ziehen zu können. Darüber hinaus kommen bei speziellen Fragestellungen weitere Tests in Frage, so zum Beispiel eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie), die Hinweise auf Herzklappenfehler und Herzschwäche liefern kann, oder eine Kernspintomografie (MRT) durch welche eine koronare Herzerkrankung (krankhafte Veränderung der Herzkranzgefäße) aufgedeckt werden kann.

Hauptkennzeichen für ein Kammerflattern ist die pulslose Bewusstlosigkeit, daher ist zur Diagnostik lediglich ein Elektrokardiogramm (EKG) erforderlich. Charakteristisch für das Kammerflattern sind 250 – 300 Erregungen in der Minute, die EKG-Linien sehen dabei aus wie Haarnadeln. Beim Kammerflimmern sind es dann mehr als 300 Erregungen pro Minute – hier erinnern die EKG-Linien eher an kleinere und größere ungeordnete Wellen.

Liegt ein Vorhofflattern vor, erfolgt die Diagnose durch eine ausführliche Anamnese und die klinische Untersuchung sowie ein EKG, Langzeit-EKG oder bei Bedarf auch Belastungs-EKG. Vorhofflattern ist dabei durch sein charakteristisches elektrokardiographisches Erscheinungsbild leicht zu diagnostizieren, da die EKG-Nulllinie „sägeblattartig“ deformiert ist. Da beim Vorhofflattern ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko besteht, wird meist zunächst eine so genannte TEE-Untersuchung (Trans-oesophageale Echokardiographie) durchgeführt. Dabei wird ein Ultraschallkopf in der Speiseröhre bis auf Höhe der Vorhöfe geführt, um so Blutgerinnsel im Herzen ausschließen zu können.

Nicht selten kann ein Arzt keine organische Ursachen für die Herzprobleme finden. Daher lautet oft die Diagnose „Funktionale Herzbeschwerden“ oder Herzneurose. Ursachen sind unverarbeitete Ängste, Sorgen oder Stress. Helfen kann in einem solchen Fall beispielsweise die kognitive Verhaltenstherapie.

Behandlungsmöglichkeiten

Konnte als Ursache für das Herzflattern eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert werden, so richtet sich die Behandlung nach den ursächlichen Faktoren bzw. Krankheiten. Dementsprechend muss im ersten Schritt die zu Grunde liegende Erkrankung (zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit oder Schilddrüsenfunktionsstörung) behandelt sowie Risikofaktoren (wie zum Beispiel Übergewicht, Medikamentenkonsum, Bluthochdruck) minimiert bzw. ausgeschaltet werden. Dabei bestehen in der Therapie ganz unterschiedliche Ansätze, welcher im Einzelfall der richtige ist, ist dabei in erster Linie von der Art der Rhythmusstörung abhängig, aber auch von den möglichen Folgen der Behandlung. Zum Einsatz können hier zum einen Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) kommen, wie zum Beispiel die sogenannten „Natrium-Kanal-Blocker“ oder „Beta-Rezeptoren-Blocker“. Diese wirken auf das Erregungsleitungssystem des Herzens und beeinflussen dadurch den Herzrhythmus, zudem sind bei einigen Arten von Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Vorhofflimmern) zusätzlich spezielle gerinnungshemmende Medikamente notwendig, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Als Notfalltherapie bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen die Defibrillation und die Kardioversion zum Einsatz, bei denen durch starke Stromstöße die normale Herzaktivität wiederhergestellt werden soll.

Bleibt die medikamentöse Therapie bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen ohne Erfolg, bestehen weitere erprobte und sichere Behandlungsmethoden wie zum Beispiel die Katheter-Ablation – bei dieser wird das für die Rhythmusstörung verantwortliche Gebiet mit Hilfe von Hochfrequenzstrom verödet und die Ursache damit gezielt ausgeschaltet.

Darüber hinaus wird bei bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Vorhofflimmern) durch die Einpflanzung eines Herzschrittmachers das defekte Reizbildungssystem ersetzt bzw. überbrückt, insbesondere dann, wenn das Herz zu langsam schlägt. Dabei werden die flachen, wenige Zentimeter großen Schrittmacher, in Höhe des Schlüsselbeins implantiert, die immer dann einen schwachen Stromimpuls abgeben, wenn das Herz zu langsam oder unregelmäßig schlägt.

Liegt ein Kammerflattern vor, hängt die Behandlung von der Schwere der Herzrhythmusstörung ab. Ist der Patient ansprechbar und lässt sich sein Puls noch ertasten, erfolgt die Therapie meist medikamentös. In vielen Fällen handelt es sich jedoch bei Kammerflattern um einen absoluten Notfall, da aus diesem schnell ein Kammerflimmern entsteht, welches bereits nach wenigen Minuten tödlich enden kann. Da der Patient aufgrund der Unterversorgung des Gehirns mit Blut bei Kammerflattern zumeist sehr schnell bewusstlos wird, beginnt der Notarzt in diesem Fall sofort mit der Wiederbelebung (Reanimation) durch Elektroschock (Defibrillation), dessen Erfolg oder Nichterfolg sofort am EKG und der Reaktion des Patienten erkennbar ist. Nach erfolgreicher Wiederbelebung wird der Herzrhythmus medikamentös (meist mit Betablockern) stabilisiert um einem erneuten Kammerflattern / Kammerflimmern vorzubeugen.

Im Falle von Vorhofflattern wird in vielen Fällen eine medikamentöse Therapie angesetzt, wobei hier je nach Fall entscheiden wird, ob die Senkung der Geschwindigkeit der Herzaktionen („Frequenzkontrolle“) oder die Regulation des Vorhofflatterns bzw. die Überführung in einen normalen, regelmäßigen Herzschlag , den so genannten „Sinusrhythmus“ im Vordergrund steht („Rhythmuskontrolle“). In Hinblick auf das erhöhte Schlaganfallrisiko ist bei den meisten Patienten zusätzlich eine Blutverdünnung notwendig. Tritt das Vorhofflattern nur selten auf, hält dabei aber lange an, kann mit einer elektrischen Kardioversion („Elektroschock“) der normale Rhythmus wiederhergestellt werden – da diese Therapie jedoch lediglich dazu dient, das akute Herzrasen zu beenden, tritt die Herzrhythmusstörung im weiteren Verlauf in den meisten Fällen wieder auf. Daher gilt heute zumeist die Verödung bestimmter Herzmuskelzellen in der rechten Vorkammer als ein etabliertes und sicheres Verfahren zur dauerhaften Beseitigung von Vorhofflattern (Katheter-Ablation). Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie oder Allgemeinnarkose, die während der Katheter-Ablation entstehenden Narben verheilen in etwa zwei bis vier Monaten, in dieser Zeit normalisieren sich auch die elektrischen Eigenschaften des Herzens wieder. Nach einer erfolgreichen Verödung kann Vorhofflattern im Prinzip nicht mehr auftreten, die Erfolgsaussichten liegen bei etwa 90-95 %, die Komplikationsraten hingegen sehr gering.

Herzrhythmusstörungen sind dabei jedoch nicht in jedem Fall behandlungsbedürftig, stattdessen haben Patienten, die unter Herzflattern leiden, viele eigene Einflussmöglichkeiten, indem die Faktoren vermieden bzw. minimiert werden, die Störungen auslösen oder verstärken können. Hierzu zählen zum einen Rauchen, Alkohol, Koffein und Schlafmangel. Zudem sollte darauf geachtet werden, ausreichend Elektrolyte (vor allem Kalium, Magnesium) aufzunehmen, insbesondere bei Fieber, starkem Schwitzen oder einer Behandlung mit harntreibenden Mitteln (Diuretika). Hier sollte allerdings nicht ohne Weiteres zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden, vielmehr eignet sich der natürliche Weg über Kaliumlieferanten wie Bananen, Trockenobst, Kartoffeln und Fenchel. Viel Magnesium ist zudem in Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen enthalten.

Neben dem sollte grundsätzlich versucht werden, Stress in jeglicher Form weitestgehend zu vermeiden, denn dieser gilt zwar nicht als Ursache von Herzrhythmusstörungen, kann diese jedoch auslösen und verstärken – was insbesondere für das häufig auftretende Vorhofflimmern gilt. Dementsprechend sollte in Momenten, in denen das Herz unangenehm flattert, versucht werden, eine Entspannung zu erreichen. Hierfür eignen sich besonders gut Atemübungen oder anderen Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Tai Chi, durch welche die körperliche Erregung schnell reduziert werden kann.

Naturheilkunde bei Herzflattern

Konnten ernsthafte Erkrankungen für das Herzflattern ausgeschlossen werden, bietet der gezielte Einsatz von naturheilkundlichen Methoden eine sinnvolle Alternative, um die Beschwerden zu lindern. So haben sich in vielen Fällen zur Entspannung und Kräftigung des Herz-Kreislauf-Systems entspannende Bäder und Einreibungen mit Lavendel, Fichtenöl oder Kupfersalbe bewährt. Hilfreich ist häufig auch eine Lavendel-Auflage: Für diese empfiehlt die Naturärztin Dr. Anke Görgner eine Mischung aus Jojoba oder Mandelöl und Lavendelöl im Verhältnis 1:10 zu verwenden (beispielsweise 100 ml Mandelöl und 10 ml Lavendelöl vermischen). In die Öl-Mischung wird eine Mullkompresse getränkt und diese dann auf die Herzgegend gelegt, dabei sollte die Kompresse etwa eine Stunde auf dem Körper verbleiben. Laut Dr. Anke Görgner ist es daher am besten, diese Methode während der Mittagsschlafzeit oder vor dem Einschlafen anzuwenden.

Neben dem kann bei leichten Formen von Herzflatten auch die Homöopathie Abhilfe leisten, wobei hier zu beachten ist, dass Homöopathika bei Herzproblemen auf keinen Fall in Eigenregie angewendet werden dürfen, sondern nur in Absprache bzw. unter Aufsicht eines Arztes oder erfahrenen Heilpraktikers. Eingesetzt werden hier unter anderem Aconitum napellus (der blaue Eisenhut), welches zu den stärksten Mittel in der Homöopathie zählt und unter anderem eine besonders starke Beziehung zum Herz- und Kreislaufsystem hat. Sofern nicht homöopathisch verdünnt, ist Aconitum hochgiftig, daher ist das Mittel in Deutschland bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig und darf dementsprechend auf keinen Fall selbst hergestellt oder ohne Aufsicht eingenommen werden. Darüber hinaus wird beispielsweise Crataegus zur allgemeinen Herzstärkung eingesetzt, häufig wird auch Digitalis purpurea verwende, welches eines der beliebtesten homöopathischen Heilmittel in der Behandlung leichter Herzrhythmusstörungen ist, da es sowohl vorbeugend genommen werden kann als auch zur Behandlung einer bereits vorhandenen Herzrhythmusstörung.

Schüsslersalze eignen sich ebenfalls zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Hier werden beispielsweise Manganum sulfuricum D6 (Nr. 17) oder Kalium phosphoricum D6 (Nr. 5) bei innerer Unruhe und Nervosität, Herzrasen oder -Stolpern verwendet. Hinzu kommen hier Magnesium phosphoricum D6 (Nr. 7) oder Kalium phosphoricum D6 (Nr. 5), die in der Alternativmedizin häufig im Falle von Herzrasen bei Belastung und Stress eingesetzt werden.

Auch der Bereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) bietet bei Herzrhythmusstörungen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Sofern das Herzflattern besonders bei Angst oder Nervosität auftritt, kommen häufig Heilpflanzen wie Passionsblume, Baldrian, Johanniskraut, Melisse oder Hopfen zum Einsatz. Darüber hinaus wird bei diversen Herzbeschwerden zum Beispiel Weißdorn (Crataegi folia) verwendet, der zur Verbesserung der Herzleistung und Erweiterung der Koronargefäße beitragen soll. Zudem kann dieser zu einer Stabilisierung des Herzrhythmus beitragen und blutdrucksenkend wirken, wobei sich hier eine optimale Wirkung meist erst nach vier bis sechs Wochen zeigt. Bei leichten Rhythmusstörungen ist auch Besenginsterkraut (Spartium scoparium) zur Behandlung geeignet, insbesondere bei gesteigerter Reiz- und Erregbarkeit, denn der Spartium scoparium verlangsamt die Reizleitung und reduziert dadurch die beschleunigte Herzerregung. (nr)

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