Hexenschuss
Hexenschuss - akuter Schmerz am Rücken
Hexenschuss akuter Rückenschmerz
Ein akuter Schmerz am Rücken wird von vielen Menschen als "Hexenschuss" bezeichnet.
Als Hexenschuss wird ein akuter Schmerz im Rücken von Betroffenen beschrieben, der meist durch die Schmerzen mit einer Bewegungseinschränkung und eine starke, von außen sichtbare Schiefstellung des unteren Rückens und des Beckens gekennzeichnet ist. Seinen Namen soll der Hexenschuss bereits im Mittelalter erhalten haben, als man glaubte, der plötzlich einschießende Schmerz sei durch das unsichtbare Geschoss einer Hexe verursacht worden.
Hexenschuss:
Synonyme
Symptome bei Hexenschuss
Was tun bei Hexenschuss
Hexenschuss und Naturheilkunde
Synonyme
Hexenschuss, Hexenstich, Lumbago, Dorsalgie, Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Gesäßschmerzen, Facettensyndrom, Lumbalgie, Alpschoss, Rückenübel, Rückenbeschwerden, pseudoradikuläres Lumbalsyndrom, pseudoradikuläres LWS- Syndrom, pseudoradikuläre LWS- Symptomatik, Ischiassyndrom, low back pain, LBP, backache, Flankenhernie, hernierter Triggerpunkt in der Flanke, dorsales Triggerband, Hernia lumbalis inferior, Stieraugenhernie.
Symptome bei Hexenschuss
Betroffene klagen meist über einen akuten stechenden Schmerz während einer Bewegung, die Bücken und Drehen im unteren Rücken kombiniert. Dabei spielt meist eine zusätzliche Gewichtsbelastung (etwas schweres Anheben) keine Rolle, sondern scheinbar eher das Bücken in Kombination mit der Drehung. Danach können sich die Betroffenen kaum noch bewegen und fast sofort, manchmal auch erst Stunden später, kommt es zu einer starken Schiefstellung des Beckens und unteren Rückens. Der stechende Schmerz ist meist recht punktuell im Gesäß lokalisiert, neben dem 5. Lendenwirbel oder etwas weiter oben unterhalb der zwölften Rippe an der Flanke. Das bedeutet, dass auch Gesäßschmerzen und Flankenschmerzen eine Rolle spielen.
Beugen geht meist schlecht und Umdrehen im Bett, weswegen die Betroffenen kaum noch schlafen können. Nach längerem Liegen oder Sitzen klagen die meisten über mehr Rückenschmerzen und Steifen Rücken, die durch etwas Bewegung besser wird.
Was tun bei Hexenschuss
Bei den meisten Menschen mit einem sogenannten Hexenschuss bessern sich die Beschwerden durch Aktivitäten, wie zum Beispiel Gehen.
Deutet man die Körpersprache, so geben viele Betroffene den Schmerz punktuell im Gesäß oder entlang der Wirbelsäule ziehend an. Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) greift diese Angaben der Patienten auf und behandelt die betroffenen schmerzhaften Stellen. Die punktuellen Schmerzen werden als ein Durchtreten von Gewebe durch die bindegewebigen Hüllen (Faszien) gesehen, die als mandelkernförmige Verdickung im Gewebe tastbar sind und die durch starken Daumendruck zurückgedrückt werden sollen. Eingeschränkte Bewegungen werden sofort nach der Behandlung eines Punktes getestet und bei einem nichtzufriedenstellenden Ergebnis erneut behandelt.
Durch so ein strukturiertes Vorgehen können den Betroffenen auch gut Tipps für die Selbstbehandlung mitgegeben werden. Nach der Behandlung soll der Körper meist viel bewegt werden. Häufig helfen bei den Hexenschuss- Betroffenen in der orthopädischen Praxis auch Injektionen mit muskelentspannenden und schmerzhemmenden Mitteln oder das orale Einnehmen solcher Mittel.Wichtig ist, dass die Schmerzpatienten sich wieder freier bewegen und vor allem schmerzfrei schlafen können.
Hexenschuss und Naturheilkunde
Für die äußerliche Anwendung eignen sich Umschläge mit verdünnter Arnikatinktur oder Schwedenbitter sowie Salben, die Bienengift oder Cayennpfeffer enthalten. Als physikalische Therapie werden wärmende Anwendungen, z.B. als Rotlichtbestrahlung oder Fangopackung empfohlen. Medizinische Vollbäder wirken besonders, wenn dem Wasser ein Heublumenextrakt beigegeben wird (s.a. Anwendung bei ischiasschmerzen).
Um die Selbstheilung des Organismus zu unterstützen, sollte zeitweise auf salz- und eiweißarme Kost umgestellt werden. Bei guter Verträglichkeit kann auch reine Rohkost die Heilung ankurbeln. In der Naturheilpraxis können beispielsweise Steinmassagen (Hot-Stone), Neuraltherapie, Körper- und Ohrakupunktur sowie die klassischen Ausleitungsverfahren (Schröpfen, Baunscheidtieren) helfen.
Für die innere Anwendung werden vielfach stoffwechselanregende Pflanzendrogen zu einem Tee gemischt. Als schmerzlindernde Komponente hat sich hier der Zusatz von Weidenrinde, dem „natürlichen Aspirin“, bewährt. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie)