Hitzewallungen – Ursachen, Behandlung und Selbsthilfe

Dr. Utz Anhalt
Wer an Hitzewallungen leidet, der spürt wie aus heiterem Himmel ein Hitzegefühl, besonders in der Brust, im Kopf oder Hals, das sich im Körper ausbreitet. Die Betroffenen empfinden dies als unangenehm. Es kann eine halbe, aber auch mehrere Minuten andauern, und oft folgt ein Schweißausbruch, gelegentlich auch ein leichtes Frösteln oder ein Gefühl der Erschöpfung.

In den Wechseljahren treten solche Hitzewallungen häufig auf, äußere Einflüsse können sie aber ebenfalls auslösen. Dazu gehört Alkoholkonsum ebenso wie der Verzehr scharf gewürzter Speisen. Vor allem Chili ist ebenso berühmt wie berüchtigt dafür, ein Hitzegefühl auszulösen.

Plötzlich einsetzende Hitzewallungen sind häufig Folge hormoneller Schwankungen, wie beispielsweise in den Wechseljahren. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

In den Wechseljahren ist die Ursache die Veränderung des Hormonspiegels. Die Produktion von Östrogen nimmt ab, und das führt neben Hitzewallungen zu Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit und trockenen Schleimhäuten. Circa 8 von 10 Frauen in den Wechseljahren zeigen diese Symptome.

Depressionen und Allergien

Doch Hitzewallungen können auch viele weitere Ursachen haben, zum Beispiel Depressionen. Eine Depression verursacht kognitive, psychomotorische und andere Dysfunktionen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Verlust der sexuellen Lust, Verlust an fast allen Beschäftigungen, Schlafstörungen und ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Die Betroffenen haben Schuldgefühle und verlieren den Appetit. Manche Menschen, die unter einer Depression leiden, zeigen unregelmäßig Hitzewallungen.

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Hitzewallungen können indessen auch Symptom einer Allergie sein. Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert, fühlt dann zum Beispiel Hitzewellen im ganzen Körper – auch die Körperregion um den Einstich erhitzte sich, rötet sich und schwillt stark an.

Zucker und Hormone

Typisch sind Hitzewallungen außerdem für eine Unterzuckerung bei Diabetikern. Hier gehen die Hitzewallungen einher mit Schweißausbrüchen und Zittern.

Antihormontherapien können ebenfalls Hitzewallungen auslösen, zum Beispiel bei manchen Krebstherapien. Zum Krebs gehört auch das Karzinoidsyndrom, das neuroendokrine Tumore begleitet. Außer Hitzewallungen gehören hier Durchfall und rote Flecken im Gesicht zu den Symptomen.

Zunächst sollten beim Arzt die auftretenden Beschwerden ausführlich erörtert werden. Dies erlaubt in den meisten Fällen bereits eine erste Abschätzung der Ursachen. (Bild: UBER IMAGES/fotolia.com)

Diagnose

Der Arzt sollte zunächst ein intensives Gespräch mit den Patienten führen, um so einen Überblick über die Symptome zu bekommen. Danach kann er schon grob einschätzen, was die Ursache der Beschwerden sein könnte. Es folgte eine körperliche Untersuchung, die die Ursache meist klärt.

Befindet sich die Patientin in den Wechseljahren und gehören Schlaflosigkeit sund leichte Reizbarkeit zu den Symptomen, dann liegt der Verdacht nahe, dass die Hitzewallungen hormonelle Ursachen haben. Eine Blutuntersuchung bestimmt die Hormonwerte und gibt so Gewissheit. Danach entscheidet der Arzt, ob eine Hormonersatztherapie angebracht ist. Lassen sich die Wechseljahre als Ursache hingegen ausschließen, bedarf es anderer Untersuchungen.

Je nach möglicher Erkrankung (Diabetes, Schilddrüse etc.) kommen Blutuntersuchungen zur Ermittlung der Schilddrüsen- und Blutzuckerwerte, Allergietests, Ultraschalluntersuchungen, Magen- und Darmspiegelungen in Frage.

Behandlung

Sind die Hitzewallungen Symptom einer Krankheit, gilt es die Basiserkrankung zu bekämpfen. Sind Medikamente die Ursache, dann hilft oft der Wechsel zu einem anderen Präparat. Hier muss der Arzt jedoch zwischen der Schwere der Hitzewallungen und der Notwendigkeit der Medikamente abwägen: Bei einer Krebstherapie kommt ein Abbruch der Therapie nicht in Frage. Die Betroffenen sind dann besser beraten, sich auf Mittel zur Selbsthilfe konzentrieren, um die Symptome zu lindern.

Auf pflanzlicher Basis kann den Hitzewallungen zum Beispiel mit Schafgarbe, Frauenmantel, Rotklee, Salbei, Fenchel und Johanniskraut begegnet werden. (Bild: behewa/fotolia.com)

Selbsthilfe

Wenn Sie unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen leiden, können Sie dem in mehrfacher Hinsicht vorbeugen.

1.) Durch Kleidung. Tragen Sie immer mehrere Kleidungsstücke übereinander. Nach einem Schweißausbruch können Sie so einzelne Kleidungsstücke ablegen, ohne in Unterhose da zu sitzen.

2.) Tragen Sie luftdurchlässige Kleidung. Die saugfähige Baumwolle ist gut geeignet, aber auch moderne Materialien für den Outdoor-Bereich.

3.) Vermeiden Sie schweißtreibende Speisen. Die Faustregel dabei: Was scharf schmeckt und heiß ist, fördert Hitzewallungen.

4.) Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin.

5.) Machen Sie regelmäßig Wechselduschen.

6.) Sorgen Sie für Stressabbau, zum Beispiel in Form von Yoga oder Autogenem Training.

7.) Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft.

8.) Eine wesentliche Ursache für Hitzewallungen ist Fettleibigkeit. Wenn Sie also sowohl übermäßig schwitzen, als auch übergewichtig sind, dann sollten Sie versuchen, ihr Gewicht zu reduzieren.

9.) Nutzen Sie pflanzliche Mittel, die gegen Hitzewellen wirken. Dazu zählen Schafgarbe, Frauenmantel, Rotklee, Salbei, Fenchel und Johanniskraut. Als bestes pflanzliches Mittel gilt die amerikanische Traubensilberkerze. (Dr. Utz Anhalt)