Juckende Augen – Augenjucken: Ursachen, Behandlung und Hausmittel

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Jeanette Vinals Stein

Auslöser und wirksame Behandlung von juckenden Augen

Wenn über juckende Augen geklagt wird, sind diese in den meisten Fällen durch Infektionen, ein Gerstenkorn und Allergien sowie Augentrockenheit und Überanstrengung verursacht. Unsere Augen sollten als wichtige Sinnesorgane unbedingt richtig behandelt werden, um ernsthafte Folgen auf die Sehkraft zu verhindern.

Art, Dauer und Begleitsymptome des Augenjuckens geben Hinweise auf die Ursache und damit auf eine angemessene Behandlung. Besteht Verdacht auf eine bakterielle Infektion oder treten heftige Begleitsymptome auf, ist eine Untersuchung durch den Augenarzt unumgänglich. In vielen Fällen können juckende Augen durch Hausmittel der Naturheilkunde und Naturheilverfahren gelindert oder beseitigt werden.

Augenjucken: Beschwerdebild und Begleiterscheinungen

Juckende, brennende und gleichzeitig gerötete Augen weisen auf eine mögliche Bindehautentzündung (Konjunktivitis) hin, bei der häufig auch über ein Fremdkörpergefühl im Auge und vermehrten Tränenfluss geklagt wird.

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Juckende Augen stehen oft im Zusammenhang mit einer Allergie, können jedoch auch andere Ursachen haben. (Bild: vladimirfloyd/fotolia.com)

Die Augenschmerzen können lediglich lokal empfunden werden, bisweilen jedoch zu allgemeinem Kopfschmerzen führen. Insbesondere nach dem Aufwachen sind die Augen oft durch Absonderungen verklebt. Diese Absonderungen können dünnflüssig, schleimig oder eitrig sein. Farblose Flüssigkeit spricht dabei eher für eine Infektion mit Viren, während eine gelblich-eitrige Absonderung auf Bakterien hindeutet.

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Die verursachenden Keime können durch Ansteckung per Schmierinfektion ins Auge gelangen, beispielsweise bei gemeinsamer Nutzung von Handtüchern oder Kajalstiften, sie können jedoch ebenso durch Augenreiben von den Händen an die Bindehäute des Auges gebracht werden. Eine dauerhafte Reizung mit schlecht sitzenden Kontaktlinsen kann die Ansiedelung von Keimen begünstigen.

Ursachen von juckenden Augen

Im Rahmen von Infektionskrankheiten, etwa bei Masern, Ruhr oder Typhus, kann es zu einer Bindehautentzündung mit den genannten Beschwerden kommen. Sicherheitshalber sollte jede Entzündung im Auge fachärztlich abgeklärt und anschließend nach ihrer Ursache behandelt werden.

Lediglich bakterielle Infektionen sind der Therapie mit Antibiotika zugänglich, wobei in weniger schweren Fällen pflanzliche Alternativen zu Antibiotika eingesetzt werden können. Weiterhin sind für die innere Anwendung Zubereitungen aus Augentrostkraut und Fenchel zu empfehlen, äußerlich können bei leichteren Beschwerden Kompressen mit Augentrost, Ringelblumen oder Arnika aufgelegt bzw. Tropfen und Fertigsalben aus entsprechenden Heilpflanzen aus der Apotheke verwendet werden.

Augenjucken durch Gerstenkorn

Juckende Augen, die mit einer Schwellung unterhalb des Augenlids sowie einer Augenrötung und Schmerzen im betroffenen Bereich einhergehen, können durch ein Gerstenkorn verursacht sein.

Das Gerstenkorn, auch Hordoleum genannt, erhielt seinen Namen aufgrund der typischen gerstenkorngroßen Verdickung am Augenlid, die in der Regel durch eine Haarbalgentzündung entsteht. Die eitrig-knotige Entzündung ist schmerzhaft, tastbar und führt mitunter zu Lichtempfindlichkeit und Augentränen.

Grund für juckende Augen kann ein Gerstenkorn sein. Bei diesem handelt es sich um eine Entzündung der Augenliddrüsen, welche meist durch Bakterien hervorgerufen wird. (Bild: eyeQ/fotolia.com)

Ursächlich ist die bakterielle Infektion einer Drüse des Augendlids mit eiterbildenden Staphylokokken, die sich über Schmierinfektion weiter ausbreiten kann. Auf keinen Fall sollte deshalb im Anfangsstadium das Augenjucken durch Reiben gelindert bzw. im späteren Stadium der Eiter ausgedrückt werden, da dies zu wiederholten Entzündungen sowie einer Ausweitung der Infektion auf das gesunde Auge führen kann. Aus diesem Grund sollte auch auf das Schminken der Augen, insbesondere mit Lidstiften und Wimperntusche, bis zum Abklingen der Entzündung verzichtet werden.

Bilden sich die Gerstenkörner auffallend häufig, kann dies ein Hinweis auf Diabetes mellitus sein, der durch eine ärztliche Blutzuckeruntersuchung festgestellt werden kann. Behandelt wird die Entzündung am Augenlid allgemein durch Anwendungen mit trockener Wärme. Konventionell werden äußerlich Antibiotika appliziert, homöopathisch stehen – je nach Beschwerdebild – Augentrost, Apis, Hepar sulfuris oder Thuja zur Verfügung.

Um einer Entzündung der Liddrüse vorzubeugen, sollte stark auf Sauberkeit und Hygiene geachtet werden, z.B. durch häufigen Wechsel von Gesichtshandtüchern, Schminkutensilien und regelmäßiges Händewaschen.

Juckende Augen bei Allergie

Augenjucken ist oftmals als Zeichen einer allergischen Reaktion zu verstehen. Weitere Symptome einer Allergie können brennende Augen, Augenrötung, Lichtscheu und Tränenfluss sein. Weiterhin kommen Niesanfälle, Schnupfen und Asthma vor, die am häufigsten im Rahmen einer Pollenallergie auftreten.

Diese, auch als Heuschnupfen bekannte Allergie vom Soforttyp, führt vor allem in den Frühlingswochen des Jahres zu Beschwerden. Weitere Auslöser, die vielfach zu allergischen Symptomen der Schleimhäute und Augenbindehäute führen, sind der Kontakt mit Tierhaaren oder das Einatmen von Hausstaub.

Auch wenn die Beschwerden sich in Nasenlaufen und juckenden Augen erschöpfen, sind Allergien Prozesse, die den gesamten Körper betreffen. Während konventionelle Maßnahmen vor allem in der Gabe von Antihistaminika und Kortisonpräparaten zur kurzfristigen Unterdrückung der überschießenden Immunreaktionen bestehen, richten sich Verfahren der Naturheilkunde auf eine Umstimmung des Organismus, der eine Normalisierung der Reaktionslage folgen soll. Beispiele solcher Naturheilverfahren sind die Eigenbluttherapie und Eigenurintherapie.

Augentrockenheit und Augenreizung

Grund für die Beschwerden kann eine länger bestehende Augentrockenheit oder Reizung des Auges durch Fremdkörper und thermische Einflüsse sein. Neben dem Augenjucken stellen sich dabei ein „Sandkorngefühl“, Augenbrennen und Augenrötung ein.

Schlecht sitzende Kontaktlinsen führen schnell zu unangenehmen Augenreizungen. (Bild: Knut Wiarda/fotolia.com)

Trockene Augen entstehen oftmals, wenn zu wenig Wasser getrunken wird oder nach stundenlanger Bildschirmarbeit, weil sich dabei der Lidschlag vermindert. Manchmal bestehen jedoch auch Entzündungen oder Abflussstörungen im Bereich der Tränengänge, die eine ausreichende Befeuchtung der Augen verhindern.

Ursächlich für Augenreizungen können weiterhin der Kontakt mit reizenden Gasen, Chemikalien, Kosmetika oder Kontaktlinsenpflegemittel sowie das Tragen von schlecht sitzenden Kontaktlinsen. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr und der Vermeidung reizender Faktoren kann ein Augenbad mit kühlem klaren Wasser ebenso gut tun wie mit Rosenwasser getränkte Wattepads, die auf die Augen gelegt werden.

Überanstrengung und Fehlsichtigkeit

Augenjucken kommt manchmal im Rahmen von Überanstrengung vor, insbesondere in Kombination mit Fehlsichtigkeit. Auch hier spielt der regelmäßige langandauernde Aufenthalt vor Bildschirmen eine Rolle. Waren es früher lediglich TV und PC-Bildschirm, die täglich unsere Augen in Anspruch nahmen, kommen heute alltäglich elektronische Unterhaltungsgeräte wie MP3-Player und Smartphones mit wesentlich kleineren Displays, Bildern und Schriftzeichen hinzu.

Vor allem in Kombination mit einer nicht ausgeglichenen Fehlsichtigkeit kommt es früher oder später zur Überforderung der Augen, die daraufhin austrocknen, jucken oder brennen. Darüber hinaus können sich eine schnelle Ermüdbarkeit der Augen und Kopfschmerzen entwickeln.

Langes Lesen bei schlechten Lichtverhältnissen oder das konzentrierte Autofahren im Dunkeln können überanstrengte, juckende Augen begünstigen, insbesondere wenn keine bzw. eine schlecht angepasste Sehhilfe getragen wird.

Regelmäßige Untersuchungen durch Augenarzt und Optiker sind hier die sichersten Maßnahmen zur Vorbeugung der Beschwerden. Außerdem sollte eine Überanstrengung der Augen durch regelmäßige Bildschirm- bzw. Lesepausen vermieden werden. (jvs, nr; zuletzt aktualisiert am 14.11.2017)