Kalte Füße: Ursachen, Hausmittel und Vorbeugung

Dr. Utz Anhalt
Kalte Füße bei Frost sind normal; wenn der Körper Wärme speichern muss, kühlen als erstes die für den Herzkreislauf nicht lebenswichtigen Körperteile ab, und dazu gehören Füße und Hände. Wer jedoch ständig unter Fußkälte leidet, und das auch in der warmen Jahreszeit, der leidet möglicherweise an einer Krankheit.

Kälte von außen

Dies ist die häufigste Ursache für kalte Füße, und dazu biologisch sinnvoll. Kurz gesagt: Wir frieren an den Füßen, damit Hirn, Herz, Lunge die wichtigsten Adern warm bleiben. Unser Körper steuert dabei die Wärme selbstständig: Er verengt dazu die Blutgefäße, und so gelangt weniger warmes Blut in die Hände und Füße. Finger und Zehen kühlen also schneller aus, deswegen tragen wir im Winter Handschuhe und dicke Socken. Kälte von außen ist auf Dauer und bei starken Minusgraden nicht ungefährlich: Finger und Zehen gehören neben Nasenspitze und Ohrläppchen zu den ersten Körperteilen, die durch den Blutentzug erfrieren.

Die Füße kühlen schnell aus, daher tragen viele Menschen im Winter gerne dicke Wollsocken. (Bild: Esmeralda/fotolia.com)

Nasse Füße

Nicht nur Kälte, sondern auch Nässe kann zu kalten Füßen führen. Wir sprechen dann von Verdunstungskälte. Bei dieser leitet die Feuchtigkeit die Wärme nach außen ab, und der Körper reagiert darauf ebenso, indem er die Blutgefäße verengt.

Nasse Füße können schwere Beschwerden hervorrufen, denn neben der Kälte wird die Haut empfindlich für Entzündungen. Im ersten Weltkrieg starben so viele Soldaten an der Folge nasser Füße, dass in der British Army seitdem Fußpulver zur Ausstattung gehört.

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Wenn Sie also nach einem Regenguss durch Pfützen gelaufen sind, und ihre Socken wie Fußsohlen durchnässt sind, kühlen die Füße aus. Sind diese länger nass, fühlen sie sich taub an – genau wie bei trockener Kälte.

Kälte durch Nässe muss nicht von außen kommen: Menschen mit Schweißfüßen haben häufig kalte Zehen, bedingt durch ihre eigene Feuchtigkeit.

Falsche Schuhe

Kalte Füße entstehen also weniger durch die Kälte selbst, sondern weil sich Blutgefäße zusammen ziehen. Deswegen können auch unpassende Schuhe die Ursache sein. Haben die Socken zum Beispiel Bündchen, die die Blutbahn abpressen oder sind die Schuhe zu eng, dann kann das Blut nicht mehr fließen.

Ein möglicher Grund für kalte Füße sind zu kleine Schuhe. (Bild: ivanko80/fotolia.com)

Wenn Sie also zu enge Schuhe tragen, diese zusätzlich durchnässt sind und es draußen friert, werden die Füße mit ziemlicher Sicherheit schnell kalt.

Kalte Füße bei Frauen

Frauen sind besonders oft betroffen. Das liegt nicht an einer psychischen Überempfindlichkeit, sondern am weiblichen Organismus. Der männliche Körper besteht nämlich zu circa 40 % aus Muskeln, der weibliche nur zu 23 %.

Männer brauchen aber nur maximal ein Drittel ihrer Muskeln für die Arbeit, den Rest hat der Körper als Körperwärme. Außerdem haben Frauen durchschnittlich weniger Körpermasse. Auch hier gilt: Je weniger Körpermasse ein Mensch hat, umso häufiger plagen ihn kalte Füße.

Der weibliche Körper verteilt Wärme vor allem auf die zentralen Organe: Der biologische Grund liegt vermutlich darin, den Fötus im Mutterleib und die weiblichen Brüste zu schützen, die den Säugling mit Milch versorgen.

Hilfe und Vorbeugung: Was tun gegen kalte Füße?

Sie können die Fußkälte mit einer Vielfalt von Maßnahmen verhindern.

1.) Tragen Sie warme Socken. So halten Sie die Kälte von den Füßen fern. Die Socken sollten aber locker sitzen. Schnüren die Strümpfe nämlich die Blutgefäße ein, frieren Sie trotz Wärmedämmung.

2.) Unternehmen Sie etwas gegen Schweißfüße, denn Nässe kühlt die Füße aus. Sind die Socken durch Schweiß nass geworden, dann wechseln Sie diese. Nutzen Sie Fuss- und Schuhsprays, Fußgels und Fußpulver, die der Schweißbildung entgegen wirken. Können Sie die Socken gerade nicht wechseln, zum Beispiel, weil Sie auf einer Wanderung sind, dann lüften Sie die Schuhe regelmäßig.

Bei Schweißfüßen können spezielle Sprays und Fuß-Deo eine gute Hilfe sein. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

3) Tragen Sie keine luftundurchlässigen Schuhe, die zwangsläufig zu Schweißfüßen führen. Nehmen Sie stattdessen Schuhe, die ebenso Wärme speichern wie Luft durchlassen.

4) Baden Sie ihre Füße in Wasser von circa 35 Grad Celsius. Rubbeln Sie diese danach mit einem Handtuch trocken, um die Durchblutung anzuregen.

5) Kühlen ihre Füße aus, dann legen Sie eine Wärmflasche darauf.

6) Massieren Sie die Füße sanft mit den Fingerkuppen.

7) Nutzen Sie Öle, Cremes und Fußbalsam mit Wirkstoffen, die die Durchblutung fördern. Geeignet ist zum Beispiel Lavendelöl.

8) Würzen Sie mit Chili, Pfeffer oder Ingwer. Diese drei fördern die Blutung, ebenso heißer Tee, Suppen und Eintöpfe.

9) Bewegen Sie ihre Füße und Zehen. Das geht ohne weiteres auch, wenn Sie am Laptop arbeiten. Durch Bewegung setzt die Durchblutung ein.

10) Im Sommer können Sie die Durchblutung durch Wassertreten in Gang bringen. Auch wenn das Wasser eiskalt ist, werden ihre Füße warm, weil sie besser durchblutet werden. Im Winter können Sie dafür kurz barfuß durch den Schnee gehen. Dann achten Sie indessen darauf, sich die Füße gründlich abzutrocknen.

Ein paar Schritte barfuß durch den Schnee fördern die Durchblutung. (Bild: Stcc/fotolia.com)

11) Gehen Sie regelmäßig in die Sauna.

Gesunde Ernährung

1) Essen Sie viel grünes Gemüse, das Vitamin B enthält. Vitamin B ist unser „Nervenhormon“, und die Nerven steuern den Wärmehaushalt.

2) Trinken Sie viel. Je mehr Wasser in den Organismus fließt, umso besser kann das Blut fließen. Umgekehrt führt mangelnde Flüssigkeit zu zähflüssigem Blut.

3) Reduzieren Sie Alkohol: Der entzieht Wasser, und dadurch werden die Symptome stärker.

4) Treiben Sie Sport: Bewegung fördert die Durchblutung.

5) Reduzieren Sie ihren Zigarettenkonsum. Nikotin verengt die Gefäße.

6) Wenn Sie sitzen, dann stellen Sie ihre Füße nebeneinander. Übereinander geschlagene Beine, eingehakte oder abgespreizte Füße führen dazu, dass die Blutgefäße abgeklemmt werden.

Kalte Füße durch Erkrankungen

Fußkälte kann ein Alarmsignal sein. Oft zeigen Sie ernsthafte Krankheiten an. Dazu gehört ein niedriger Blutdruck, denn ist der Druck nicht mehr da, können die weit vom Herzen entfernten Gliedmaßen nicht ausreichend versorgt werden.

Auch eine Arteriosklerose, eine Arterienverkalkung, kann sich durch kalte Füße ankündigen. Sind die Gefäße durch Ablagerungen verengt, kann das Blut nicht mehr fließen wie zuvor.

Kalte Füße können zum Beispiel auch durch Nervenstörungen infolge eines Diabetes auftreten. (Bild: kei907/fotolia.com)

Nervenstörungen

Nerven leiten Signale an das Gehirn weiter und empfangen umgekehrt „Befehle“ des Gehirns. Ohne diese Nervenimpulse gibt es keine Information, das Blut strömen zu lassen. Nervenstörungen zum Beispiel durch Unfälle oder Diabetes stören deshalb den Wärmehaushalt des Körpers.

Ursache Eisenmangel

Eisen spielt eine wesentliche Rolle für die Gesundheit, denn ohne den Mineralstoff würden viele Körperfunktionen nur schlecht arbeiten. Eisenmangel liegt entweder daran, dass wir zu wenig von dem lebensnotwendigen Spurenelement aufnehmen, vorhandenes nicht verarbeiten können oder an beidem.

Dabei ist Eisen eine wichtige Komponente des Hämoglobins, des Proteins in den roten Blutzellen, das den Sauerstoff aus den Lungen in den Körper transportiert.

Es gibt zwei Arten von Eisen, die für den menschlichen Organismus eine Rolle spielen: Zum einen das aus tierischen Quellen und zum anderen jenes pflanzlicher Herkunft. Ersteres kann leichter vom Blut absorbiert werden. Eisenreiche Nahrungsmittel sind Rindfleisch, Leber, Austern und dunkles Blattgemüse wie Spinat.

Blutarmut aus Eisenmangel entsteht, wenn wir zu wenig von dem Mineralstoff mit den Nahrung einführen. Typische Symptome sind chronische Müdigkeit und Erschöpfung, sowie kalte Gliedmaßen. Das liegt daran, dass der Körper ohne Eisen keinen Sauerstoff in die Zellen transportieren kann, und ohne den Sauerstoff fehlt die Energie.

Viel Eisen steckt unter anderem in Rindfleisch und grünem Blattgemüse. (Bild: bit24/fotolia.com)

Der Vitamin-B-Komplex

Auch ein Mangel an Vitaminen aus dem B-Komplex, sowie ein Mangel an Folsäure können zu Frösteln, kalten Füßen und Händen führen. Dies liegt vor allem daran, dass die B-Vitamine an der Blutproduktion beteiligt sind; Vitamin B12 und Folsäure sind sogar wesentlich für die Bildung der roten Blutkörperchen. Funktioniert die Blutbildung nicht optimal, hat das eine verminderte Durchblutung zur Folge, und die wiederum führt zu Kälte in den Füßen.

Der Vitamin B-Komplex enthält acht verschiedene Nährstoffe: Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12. Der Körper kann Vitamine aus dem B-Komplex nicht speichern, und die tägliche Aufnahme von B-Vitaminen ist notwendig. Jedes Mitglied der Gruppe hat ihr eigenes Spektrum von Funktionen im Körper, und zugleich arbeiten diese Vitamine zusammen, um die Gesundheit zu erhalten.

Die vorrangige Rolle des B-Komplexes besteht darin, den Metabolismus in Gang zu halten, Energie aus der Nahrung aufzunehmen und dem Körper zuzuführen. Die B-Vitamine ermöglichen einen normalen Appetit, fördern das Sehvermögen, kurbeln das Nervensystem an, halten die Haut gesund, helfen der Verdauung, fördern die Proteinverwertung, stützen die Produktion von Blutzellen, helfen dem Körper, Fette zu nutzen, schützen vor Defekten in Rückgrat und Gehirn.

Darüber hinaus helfen sie dabei, das genetische Material und Hormone zu bilden, Energie aus Kohlenhydraten zu ziehen und unterstützen das Haarwachstum. Die Gruppe ist notwendig, um Beriberi, Pellagra und Formen von Blutarmut zu verhindern, die aus einem Mangel an B-Vitaminen entstehen.

B-Vitamine sind wasserlöslich; der Überschuss dieser Nährstoffe wird zum Großteil mit dem Urin ausgeschieden. Sie können negative Nebeneffekte haben. In großen Mengen konsumiert, können sie den Blutzucker erhöhen und Hautprobleme verursachen, das Herz und die Leber schädigen. Überdosen von Vitamin B3 können das Sehvermögen stören, für Verwirrung sorgen, Brechreiz auslösen und Magenprobleme hervorrufen.

Die Vitamine der B-Gruppe sind essentiell für unsere Gesundheit, indem sie beispielsweise wichtige Stoffwechselvorgänge voran treiben. (Bild: adragan/fotolia.com)

Folsäure

Vitamin B9, auch Folsäure genannt, ist wesentlich für die Gehirnfunktionen und spielt eine entscheidende Rolle für die mentale und emotionale Gesundheit. Es hilft, das genetische Material des Körpers zu bilden, und ist notwendig, wenn die Zellen und das Gewebe rapide wachsen, also in der Kindheit, Pubertät und Schwangerschaft. Folsäure arbeitet außerdem eng zusammen mit Vitamin B12 und hilft so, rote Blutkörperchen zu bilden und das Eisen im Körper arbeiten zu lassen.

Folsäure ist bedeutend in der Schwangerschaft. Schwangere, die nicht genug von dem Vitamin bekommen, sind gefährdet, Kinder mit Geburtsdefekten zur Welt zu bringen. Eine Studie verknüpfte Folsäuremangel mit Autismus. Demnach soll eine hinreichende Versorgung mit dem Vitamin die Gefahr reduzieren, Krankheiten aus dem autistischen Spektrum zu entwickeln.

Der Nährstoff findet sich natürlich in grünem Blattgemüse. Vorsicht: Vitamin B9 löst sich im Wasser und geht deshalb beim Kochen schnell verloren. Je länger Blattgemüse kocht, umso mehr des Stoffs verschwindet im Kochwasser. Wenn Sie das Gemüse nur blanchieren oder im Dampf garen, erhalten Sie die Folsäure.

Das Vitamin wird heute vielen Lebensmitteln zugegeben, Dazu gehören zum Beispiel Mehl, Haferflocken oder Müsli.

Entzündungen und niedriger Blutdruck

Auch entzündete Gefäße können die Durchblutung beeinträchtigen und so zu einem Kältegefühl in den Füßen führen, des weiteren Verengungen in den Arterien, die durch Druck ausgelöst sind. Ernsthaftere Ursachen für kalte Hände sind eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Tumor oder Metastasen. (Dr. Utz Anhalt)