Leberschmerzen- Ursachen und Therapie

Fabian Peters

Leberschmerzen gehen in der Regel auf eine Funktionsstörung oder Erkrankung der Leber zurück, wobei die Beschwerden oftmals nur schwer zu lokalisieren sind und zum Beispiel als diffuse Schmerzen im rechten Oberbauch wahrgenommen werden. Die Leber selbst verfügt über keine Schmerzrezeptoren, so dass die Schmerzen zum Beispiel bei Vergrößerung des Organs als Druckschmerz in dem umliegenden Gewebe wahrgenommen werden. Ansonsten gilt der von Medizinern häufig angebrachte Satz: Leberschmerzen äußern sich in Form chronischer Müdigkeit. Da die Leberschmerzen nicht selten Folge einer schwerwiegenden Erkrankung sind, sollte diese dringend von einem Arzt untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis:
Ursachen von Leberschmerzen
Lebensweise und Ernährung begünstigen Beschwerden
Absterben der Leberzellen führt zur Leberzirrhose
Leberinsuffizienz als Auslöser
Entzündungen der Leber
Leberschmerzen erfordern Behandlung

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Ursachen von Leberschmerzen

Als Ursachen der Leberschmerzen kommen Erkrankungen wie die sogenannte Fettleber, Leberentzündungen, Leberzirrhosen oder auch Leberkrebs in Frage. Meist werden die Leberschmerzen von Verdauungsproblemen, Erschöpfung und chronischer Müdigkeit begleitet. Durch eine Überprüfung der Leberwerte lassen sich die Funktionsstörungen des lebenswichtigen Organs in der Regel relativ eindeutig feststellen. Als zentrales Organ des Stoffwechsels übernimmt die Leber Aufgaben wie die Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe, die Gallenproduktion und den Abbau beziehungsweise die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen. Außerdem reguliert die Leber den Nährstoffgehalt des Blutes. Die zu Grunde liegenden Erkrankungen der Leberschmerzen sind häufig auf eine Überforderung der Leberfunktion durch ungesunde Ernährung, anhaltenden Alkoholmissbrauch oder die Nebenwirkungen von Medikamenten zurückzuführen. Auch die steigende Schadstoffbelastung unserer Umwelt kann eine Erkrankung der Leber mit entsprechenden Leberschmerzen begünstigen. Eine fett- und zuckerreiche Ernährung sowie der überhöhte Alkoholkonsum bleiben jedoch Hauptauslöser der Leberbeschwerden.

(Bild: ag visuell/fotolia.com)
Ursache der Leberschmerzen sind oft krankhafte Veränderungen infolge ungesunder Ernährung und übermäßigem Alkoholkonsum. (Bild: ag visuell/fotolia.com)

Lebensweise und Ernährung begünstigen Beschwerden

Bei besonders fettreicher Ernährung muss die Leber in kurzer Zeit eine Übermaß an Fetten verarbeiten, wobei durch die Produktion von Gallensaft, der in Abhängigkeit vom Fettaufkommen über die Gallenblase in den Dünndarm abgegeben wird, die aufgenommenen Fette zersetzt werden. Bei überhöhter Aufnahme von Fett beziehungsweise Cholesterin stößt die Leber hier unter Umständen bereits an ihre Grenzen. Werden zusätzlich alkoholische Getränke oder Medikamente aufgenommen, ist die Leistungsfähigkeit der Leber den Erfordernissen oft nicht mehr gewachsen, was sich vorerst in dyspeptischen Beschwerden, das heißt Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, äußert. Werden die Entgiftungs- und Abbaumöglichkeiten der Leber derart überfordert, müssen vermehrt Fette in dem Organ eingespeichert werden, was zu krankhaften Veränderungen im Lebergewebe und entsprechenden Leberschmerzen führen kann. Mit der Zeit schwillt das Organ immer weiter an und verliert zusehends seien Funktionsfähigkeit, was zur Folge hat, dass die Entgiftungs- und Abbaufähigkeit der Leber weiter zurückgeht und zusätzliche Fette in dem Organ eingespeichert werden. So setzt ein sich selbst verstärkender Prozess ein, in dessen Verlauf die Leber in wachsendem Maße ihre Funktionsfähigkeit einbüßt und das Risiko erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen steigt.

Absterben der Leberzellen führt zur Leberzirrhose

Ändern die Betroffenen ihren Lebensstil nicht und können die krankmachenden Belastungen der Leber nicht abgeschaltet werden, entwickelt sich aus der chronischen Überforderung der Leber unter Umständen eine lebensbedrohliche Leberzirrhose. Hier sind die Leberzellen im Zuge der anhaltenden Überlastung mehrheitlich abgestorben und die Leber beginnt zu schrumpfen. Das Gewebe in der Leber vernarbt und das Organ kann seine lebenswichtigen Aufgaben nicht länger wahrnehmen. In diesem Stadium sprechen Mediziner von einer sogenannten Schrumpfleber, welche ebenfalls Leberschmerzen mit sich bringen kann. Aussichten auf eine Heilung bestehen in diesem Fall nicht mehr und durch die Verkleinerung des Organs verschlechtert sich auch die Durchblutung der Leberläppchen, was einen Rückstau des Blutes in die Pfortader (Pfortaderhochdruck) zur Folge haben kann. Dieser bringt seinerseits ebenfalls erhebliche gesundheitliche Risiken und unter Umständen Schmerzen der Leber mit sich. Im Zuge des Pfortaderhochdrucks (portale Hypertension) führen die Stauungen des Blutes in der Pfortader oder Leber nicht nur zu einem Absterben der Leberzellen sondern auch zu einer Umgehung des Pfortaderkreislaufs, so dass das Blut aus den Bauchorganen Magen, Dünndarm, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse, Milz und Teilen des Mastdarms nicht mehr seinen natürlichen Weg über die Leber zurück zum Herzen nehmen kann. Als weitere Ursache der Leberschmerzen kommt die sogenannte Stauungsleber in Betracht, bei der sich das Blut aufgrund einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) im Bereich der Leber staut, wodurch der Druck auf die Leberzellen steigt. Im Zuge des anhaltend erhöhten Drucks sterben die Leberzellen ab und das Gewebe vernarbt – es droht eine Leberzirrhose.

Leberinsuffizienz als Auslöser

In der Regel liegt Leberschmerzen eine Leberinsuffizienz (Leberschwäche) zu Grunde, bei der das lebenswichtige Organ seine Stoffwechselfunktion nicht mehr im benötigten Maß ausführen kann und so krankhafte, teilweise schmerzliche Veränderungen des Lebergewebes bedingt. Ein relativ eindeutiges Signal für eine entsprechende Leberschwäche ist zum Beispiel eine Störung des Bilirubin-Stoffwechsels, die sich recht leicht an einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Augen erkennen lässt. Bilirubin ist Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, das mit Hilfe der Leber verstoffwechselt wird. Kann die Leber ihre Funktion beim Bilirubinstoffwechsel nicht mehr ausreichend erfüllen, wird das Bilirubin vermehrt im Körpergewebe eingelagert, wobei eine gelbliche Verfärbung der Haut, Schleimhäute und der Bindehaut des Auges zu verzeichnen ist. Die Betroffenen leiden unter der sogenannten Gelbsucht (Ikterus). Diese kann ein Hinweis für eine ernsthafte Erkrankung der Leber sein und sollte daher dringend ärztlich untersucht werden. Ist ein Funktionsstörung der Leber Ursache der Gelbsucht, sprechen die Experten dabei von einem sogenannten intrahepatischer Ikterus. Werden Leberschmerzen von entsprechenden Symptomen begleitet, ist eine Funktionsstörung der Leber äußerst wahrscheinlich und aufgrund der drohenden gesundheitlichen Beeinträchtigung bedürfen die Betroffenen dringend medizinischer Versorgung.

Die Schmerzen im Bereich der Leber können auch durch sogenannte Aszites verursacht werden, bei denen sich Flüssigkeit im Bauchraum ansammelt, da die Leber nicht ausreichend Bluteiweiße zur Verfügung stellt, um die Flüssigkeitsverteilung innerhalb und außerhalb der Blutgefäße zu regulieren. Dieser Mangel an Eiweißen ist unter Umständen auf einen zu geringen Eiweißgehalt bei der Ernährung zurückzuführen, geht jedoch oftmals auf Beeinträchtigungen der Leberfunktion zurück.

Entzündungen der Leber

Leberschmerzen können auch durch eine Entzündung der Leber hervorgerufen werden, wobei Mediziner in solchen Fällen von einer sogenannten Hepatitis sprechen. Diese umfasst sämtliche Entzündungsreaktion in der Leber, wie sie zum Beispiel durch Giftstoffe, Hepatitis A bis E Viren, Bakterien (Salmonellen, Leptospiren), Parasiten, Defekte im Erbgut oder eine fehlgesteuerte Immunreaktion ausgelöst werden können. Auch mechanische oder physikalische Beeinträchtigung zum Beispiel durch Prellungen oder Blutabflussstörung können eine Entzündung der Leber bedingen. Dabei sind akute und chronische Verlaufsformen der Leberentzündung zu unterscheiden. Im Zuge der Hepatitis werden die Leberzellen geschädigt beziehungsweise zerstört, was erhebliche Beeinträchtigungen der Leberfunktion zur Folge haben kann. Hier drohen Störungen des Hämoglobin- und Gallensäure-Stoffwechsels mit entsprechendem Anstieg der Bilirubin-Konzentration, aber auch eine Störung des Energiestoffwechsel, wodurch die Betroffenen unter Umständen mit anhaltender Müdigkeit und chronischem Schwächegefühl zu kämpfen haben. Durch die gestörte Entfernung von freiem Ammoniak aus der Blutbahn, besteht außerdem das Risiko einer Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns durch unzureichende Entgiftungsfunktion der Leber), die schlimmstenfalls das sogenannte Leberkoma auslösen kann. Dabei leiden die Betroffenen im Endstadium unter Bewusstlosigkeit, einem Ausfall der Muskeleigenreflexe und Muskelsteife sowie einem Verlust der Muskelspannung. Bei Anzeichen auf eine Leberentzündung sind dringend ärztliche Maßnahmen erforderlich, die an den Ursachen der Beschwerden ansetzten, wobei einer präzisen Diagnose als Grundlage einer erfolgreiche Therapie besondere Bedeutung zukommt.

Leberschmerzen erfordern Behandlung

Da Leberschmerzen Anzeichen zahlreicher schwerwiegender Erkrankungen sein könne, sollte bei entsprechenden Beschwerden in jedem Fall umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Grundlage einer erfolgreichen Behandlung muss dabei der strikte Verzicht auf leberschädigende Substanzen sein. Alkohol und fettreiches Essen sind ebenso zu vermeiden, wie stark zuckerhaltige Nahrungsmittel. Auch die Einnahme von Medikamenten sollte einer kritischen Überprüfung durch den Arzt unterzogen werden. Dies gilt umso mehr, da die meisten Medikamente über die Leber abgebaut werden und in ihrer Wirkung auf eine normale Leberfunktion ausgerichtet sind. Das heißt bei den empfohlenen Dosierungen ist die Abbauleistung der Leber bereits berücksichtigt, nimmt die Abbauleistung aufgrund einer Erkrankung der Leber ab, drohen daher gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Abweichungen von der richtigen Dosierung.

Um Erkrankungen der Leber vorzubeugen empfiehlt sich nicht nur der Verzicht auf Alkohol und fettreiches Essen, sonder auch eine Umstellung der Ernährung, um den Abbau von Schadstoffen in der Leber zu erleichtern. Hier bieten sich auch auf naturheilkundlicher Ebene zahlreiche Methoden an, die beim Leber entgiften helfen sollen. So wird zum Beispiel Löwenzahn, Artischocken und Mariendisteln eine positive Wirkung auf die Entgiftungsprozesse der Leber zugeschrieben. Auch Fastenkuren und sogenannte Glaubersalzen (oral als Abführmittel verwendetes Natriumsulfat) kommen in der Naturheilkunde bei der Entgiftung der Leber zum Einsatz. (fp)