Leistenschmerzen
Schmerzen an der Leiste
In dem folgenden Artikel beschreiben wir die Ursachen von Leistenschmerzen. „Die Leiste“ wird die Region um das Leistenband genannt, ein derbes bindegewebiges Band, welches vom vorderen äusseren Beckenknochen bis zum Schambein verläuft und grob gesagt, das Becken vom Oberschenkel trennt. Entlang, unter und an diesem Band verlaufen eine Menge Strukturen, die bei Beschwerden als mögliche Verursacher in Betracht zu ziehen sind.
Leistenschmerzen:
Leistenschmerzen
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Leistenschmerzen
Leistenbruch
Hüftprobleme und Nieren- und Harnleitersteine
Geschwollene Lymphknoten
Therapie
Synonyme
Leistenbeschwerden, Leistenbandschmerzen, Inguinalschmerzen, Inguinalbeschwerden, inguinal pain, groin pain, Schmerzen an der Leiste, Leistenbruch.
Symptome und Beschwerden bei Leistenschmerzen
Menschen, die in der Praxis ihre Beschwerden als Leistenschmerzen bezeichnen, haben meist entweder ein Ziehen entlang des Leistenbandes, von der Leiste in den Oberschenkel hinunter oder einen punktförmigen Schmerz direkt unter dem Leistenband. Die Schmerzen treten häufig beim Beugen des Beines in der Hüfte auf (zum Beispiel beim Treppengehen) oder bei Gewichtsbelastung (langes Wandern) oder beim Aufstehen nach dem Sitzen.
Leistenbruch
Am bekanntesten ist der Leistenbruch (Hernia inguinalis). Dabei tritt Material aus dem Oberbauch durch kleine Öffnungen durch das Band (bzw. unter ihm durch). Dies verursacht teilweise Schmerzen und das Material (meist Darmmaterial), welches hindurchtritt, kann so massiv abgeklemmt werden (Inkarzeration), dass es absterben kann (Nekrose). Deshalb ist bei einer Schwellung und Schmerzen im Leistenbereich eine umgehende ärztliche Abklärung angezeigt. Häufig ist ein Bruch aber schmerzfrei, die Betroffenen haben nur ein Druckgefühl und eine Schwellung. Die Symptome lassen sich natürlich mit zunehmenden Druck auf die Region durch Husten Niesen, Pressen verstärken. Es sind verstärkt Männer betroffen.
Hüftprobleme und Nieren- und Harnleitersteine
Auch Hüftprobleme und Nierensteine oder Harnleitersteine (Nephro-/ Uretherolithiasis) können Schmerzen in die Leiste projizieren. Auch Entzündungen anderer innerer Organe können Leistenbeschwerden verursachen. Durch den hohen Druck des Bauchraumes und die Versorgungs- und Druckverteilung von zwei Pfeilern (Beine) auf einen (Rumpf, bzw. Wirbelsäule) und das Zusammentreffen von vielen massiven Kräften und Strukturen, ist die Leistenregion prädestiniert für Probleme.
Geschwollene Lymphknoten
Aber auch geschwollene Lymphknoten können ähnliche Beschwerden verursachen. Meist sind es harmlose kleine Infektionen, die Schwellungen der Lymphknoten verusachen, aber es können auch schwerwiegende Infektionen (z.B. Syphyllis, Lyme- Borreliose) oder Tumore in der Region sein. Da ein sehr wichtiger und starker Muskel, der M. Iliopsoas, unter dem Leistenband hindurchzieht, kann auch er für eine Vielzahl von Beschwerden verantwortlich sein oder mit Ihnen zusammenhängen.
Therapie
Die versorgenden Nerven der Leistenregion entstammen der oberen Lendenwirbelsäule. Wenn es an der Wurzel im Bereich der Wirbelsäule oder im Verlauf zwischen den Bauchmuskeln zu einer Abklemmung kommt, können es als Folge Schmerzen in der Leiste auftreten. Deshalb ist es wichtig, in einer Eingangsuntersuchung, wie diese in der Osteopathie oftmals durchgeführt wird, nach Rückenschmerzen oder Kreuzschmerzen zu fragen.
Anhand des zeitlichen und lokalen Auftretens und der Schmerzqualität, sowie durch Anschauen und durch Tastuntersuchung (Palpation) lassen sich Beschwerden der Leistenregion durch medizinisches Fachpersonal schon recht gut ein- und zuordnen. (Heilpraktiker und Osteopathie, Thorsten Fischer, 18.09.2009)