Lymphknotenschwellung – angeschwollene Lymphknoten

Heilpraxisnet

Lymphknotenvergrößerung ist häufig harmlos

Lymphknotenschwellungen (Lymphome) können lokal, also in einer bestimmten Körperregion oder generalisiert, d.h. (nahezu) am gesamten Körper auftreten. Sie variieren außerdem in Größe, Form, Konsistenz und Schmerzhaftigkeit, was dem Diagnostiker erste Hinweise auf die Ursachen geben kann. In den meisten Fällen sind Lymphome gutartig, z.B. im Rahmen einer Erkältung oder Entzündung. Besteht jedoch ohne erkennbare Ursache eine Lymphknotenvergrößerung über mehrere Wochen, ist ein Arztbesuch zur Abklärung dringend anzuraten.

Lymphknoten: Die „Filterstation“ für Gewebswasser

Bei den so genannten Lymphknoten handelt es sich um platt-rundliche bzw. linsenförmige Knötchen, die als Sammelstelle und Filterstationen für die Lymphflüssigkeit („Gewebswasser“) fungieren. Sie gehören zum menschlichen Lymphsystem (auch „lymphatisches System“ genannt), welches wiederum Teil des Immunsystems ist.

Lymphknoten kommen als wichtige Filterstationen für Gewebsflüssigkeit überall im Körper vor. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Neben der Abwehr bzw. Bekämpfung von Krankheitserregern, Fremdstoffen und krankhaft veränderten Zellen (z.B.Tumorzellen), hat das lymphatische System weitere wichtige Aufgaben: Den Rücktransport der Lymphflüssigkeit aus den Körpergeweben in den Blutkreislauf sowie den Transport der Nahrungsfette.

Lymphknoten sind (mit Ausnahme des zentralen Nervensystems) überall im Körper vorhanden und jeweils für die Aufnahme und das Filtern des Gewebswasser einer bestimmten Körperregion zuständig (regionäre Lymphknoten). Gehäuft finden sie sich zum Beispiel am Hals, unter den Achseln, in Nacken, Brust und Bauch sowie im Bereich der Leiste.

Mehr zum Thema:

Gewöhnlich sind die kleinen Knötchen bei gesunden Menschen nicht sicht- oder fühlbar. Ausnahmen bilden in manchen Fällen die Leiste, bei Kindern und Personen mit sehr schlankem Hals lassen sie sich teilweise auch dort ertasten. Normalerweise messen die Knoten etwa fünf bis zwanzig Millimeter. Im Falle einer Infektion bilden sie jedoch zur Bekämpfung dieser vermehrt Abwehrzellen und schwellen daher an (Lymphknotenhyperplasie). Sind die Lymphknoten mehr als zwei Zentimeter groß ist dies also ein Zeichen, dass sie mit der Abwehr von Krankheiten beschäftigt sind.

Der Ort der Schwellung bringt oft bereits Aufschluss über die Erkrankungsursache – vor allem, wenn weitere typische Beschwerden auftreten. Bei einer Mandelentzündung zeigen sich beispielsweise die vergrößerten Lymphknoten seitlich, im vorderen Bereich des Halses, welche von Halsschmerzen, Schluckproblemen, Fieber und einen Kloß im Hals begleitet wird.

Geschwollene Lymphknoten treten oft im Zuge einer Erkältung auf. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)

Ursachen von Lymphknotenschwellung

Geschwollene Lymphknoten entstehen meist durch bakterielle und virale Infektionen. Am häufigsten kommt es im Rahmen von allgemeinen Infektionen wie einer Erkältung und Entzündungen wie z.B. einer Hals- oder Mandelentzündung zu gutartigen Lymphknotenvergrößerungen im Bereich des Halses, Unterkiefers und/oder des Nackens.

Bei bakteriell oder viral verursachten Infektionskrankheiten und Erkältungen schmerzen die Lymphknoten, fühlen sich weich an und lassen sich mit den Fingern gut verschieben. Gleiches gilt zum Beispiel im Falle einer Mandelentzündung (Tonsillitiden), bei Scharlach und einer Infektion mit dem Epstein-Barr Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber).

Weitere mögliche Ursachen sind eine Blutvergiftung (Sepsis), Medikamentenunverträglichkeiten (z.B. durch Penicillin oder Chinidin), die hoch ansteckenden Viruserkrankungen Röteln und Masern, Tuberkulose sowie die weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit Syphilis (Lues).

In seltenen Fällen liegt der Grund für die Beschwerden in einer Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii, durch welchen die sogenannte Toxoplasmose hervorgerufen wird. Tropenkrankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber gehen ebenfalls typischerweise mit einer Vergrößerung der Lymphknoten einher.

Im Bereich des Lymphabflussgebietes einer starken lokalen Entzündung kann es auch zu Entzündungen der Lymphgefäße und Lymphknoten selbst kommen. Diese entstehen häufig durch bakterielle Infektionen von Hautwunden (vor allem Streptokokken oder Staphylokokken), aber auch z.B. durch Pilzinfektionen (Mykosen) oder infolge einer eingeschränkten Wundheilung bei Diabetes.

Ursache für die Lymphknotenschwellung kann z.B. ein Fußpilz sein. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Weiche Lymphome im Bereich von Nacken und Hinterkopf mit kleinfleckigem Hautausschlag und mäßigem Fieber deuten auf Röteln hin. Treten die vergrößerten Knoten an mindestens zwei Körperstellen (ausgenommen der Leisten!) auf, schmerzen diese leicht bei Druck und bleiben mehr als drei Monate bestehen, kann es sich um eine ansteckende HIV-Infektion (AIDS) handeln.

Lymphknotenschwellung bei Autoimmunerkrankungen

Eine eher seltene Ursache sind Autoimmunerkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes (kurz: SLE) oder die rheumatoide Arthritis. Weiterhin kommt die selten auftretende Sarkoidose (auch „Morbus Boeck“ genannt) in Betracht. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Krankheit, bei der sich aufgrund eines Fehlers im Immunsystem winzig kleine Knötchen in Organen bilden und dadurch deren Funktion einschränken können. Im Prinzip können diese sogenannten Granulome jedes Organ befallen, besonders oft sind jedoch die Lunge sowie die Lymphknoten zwischen den beiden Lungenflügeln betroffen.

Neben der Vergrößerung der Knoten treten in diesem Fall meist weitere, für entzündliche Erkrankungen typische, Beschwerden auf. Zu diesen zählen vor allem Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit.

Bösartige Lymphome

Lymphknoten, die schmerzlos, hart und nicht verschiebbar (sondern mit der Umgebung „verbacken“) sind, können auf bösartige Erkrankungen hindeuten. So kann beispielsweise bei Brustkrebs (Mammakarzinom) eine Lymphknotenmetastase in der Achselhöhle entstehen, die als Knoten unter der Achsel tastbar wird.

Sind die Achsellymphknoten geschwollen, kann das im Ernstfall auf Brustkrebs hindeuten. (Bild: Uwe Grötzner/fotolia.com)

Finden sich Lymphome am Hals oder mehreren Körperstellen und bestehen eventuell zusätzlich ein auffallender Gewichtsverlust und starker Nachtschweiß, sollten die Hodgkin-Krankheit, ein Non-Hodgkin-Lymphom, Leukämie und Tuberkulose ausgeschlossen werden.

Behandlung bei geschwollenen Lymphknoten

Liegt eine relativ harmlose Ursache (wie z.B. eine Erkältung) vor, bedarf eine Lymphknotenschwellung normalerweise keiner speziellen Therapie. Denn die Schwellung ist in diesem Fall Ausdruck einer gesunden und normalen Abwehr und geht nach Abklingen der Infektion von selbst wieder zurück. Um die Beschwerden zu lindern, können je nach Krankheitsbild beispielsweise wirksame Hausmittel gegen Halsschmerzen wie Gurgeln mit Kräutertee oder Schüssler Salze eingesetzt werden.

Ist eine schwerere Erkrankung der Auslöser, steht die Therapie der Grunderkrankung im Mittelpunkt. Bei viralen Infekten wie zum Beispiel dem pfeifferschen Drüsenfieber zählt normalerweise vor allem Ruhe, Schlaf und körperliche Schonung, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen. Bei Bedarf lassen sich Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen z.B. mit fiebersenkenden Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen lindern.

Durch Bakterien hervor gerufene Infektionen wie z.B. eine bakterielle Mandelentzündung, erfordern häufig die Gabe von Antibiotika. Ergänzend können hier wirksame Hausmittel gegen Mandelentzündung eingesetzt werden, um die Heilung zu beschleunigen. Gut geeignet sind unter anderem Auflagen mit Heilerde oder Zitrone, Quarkwickel oder Gurgeln mit Salbei-Tee.

Im Falle von bösartigen Lymphomen (Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome etc.) erfolgt eine speziell abgestimmte Tumorbehandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung.

Naturheilkunde bei vergrößerten Lymphknoten

Neben den schulmedizinischen Ansätzen kommen bei gutartigen Lymphomen verschiedene naturheilkundliche Maßnahmen in Betracht. Das lymphatische System wird in der Naturheilpraxis als bedeutendes Ausleitorgan betrachtet, welches bei der Behandlung verschiedener körperlicher Beschwerden miteinbezogen wird. Zu diesen zählen unter anderem eine erhöhte Infektanfälligkeit, Allergien, Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis, Gicht und Diabetes mellitus.

Ausleitverfahren wie das Schröpfen können eine wirksame Hilfe sein, um den Lymphfluss anzuregen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Ziel der alternativmedizinischen Behandlung ist es, die körpereigene Entgiftung und Entschlackung zu unterstützen und das Lymphsystem zu entlasten, damit es sich regenerieren und der Lymph-Fluss wieder in Gang kommen kann. Hierfür stehen verschiedene Verfahren und Mittel zur Verfügung.

Bewährt haben sich beispielsweise Ausleitverfahren, durch welche der Lymphfluss angeregt und der Körper wieder ins Gleichgewicht wird. Hier kommen vor allem das Schröpfen, das Aufbringen von Cantharidenpflastern, die Blutegeltherapie und Baunscheidttherapie zum Einsatz.

Ein sehr wirksamer Ansatz zur Behandlung des Lymphsystems ist die manuelle Lymphdrainage. Bei dieser handelt es sich um eine Form der physikalischen Therapie, die von speziell ausgebildeten Masseuren und Physiotherapeuten durchgeführt wird. Im Rahmen einer besonderen Art der Massage wird durch verschiedene Bewegungen und Grifftechniken der Fluss der Lymphe angeregt und dadurch eine Verbesserung des Abflusses von Flüssigkeitsstauungen im Gewebe erreicht.

Damit das Lymphsystem reibungslos funktionieren kann, ist es wichtig, viel (mindestens 2 Liter am Tag) Wasser zu trinken. Für die Stimulation des lymphatischen Systems stehen außerdem verschiedene Heilpflanzen zur Verfügung. Steinklee fördert den Lymphfluss und wirkt Ödemen entgegen, daher ist das Kraut auch als bewährtes Hausmittel gegen Wasser in den Beinen bekannt.

Rezept für Steinklee-Tee:

  1. Geben Sie ein bis zwei gehäufte Teelöffel klein geschnittenes Steinkleekraut in eine Tasse
  2. Gießen Sie einen Viertelliter kochendes Wasser darüber
  3. Lassen Sie den Aufguss vor dem Abseihen 10 Minuten ziehen
  4. Trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen von dem Tee
Ein Tee mit Steinkleekraut ist ein wirksames Hausmittel zur Förderung des Lymphflusses. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Weitere Heilpflanzen, die zu einem gut funktionierenden lymphatischem System beitragen, sind unterem die Rosskastanie, Brennnessel und Schafgarbe.

Eine Ernährungsumstellung und ausreichend Schlaf dienen der Entlastung des gesamten Stoffwechsels. Bewegung sollte einen festen Platz im Alltag haben, denn nichts bringt den Fluss der Lymphe so sehr in Schwung wie körperliche Aktivität. Ob Yoga, Qigong, Walking, Tanzen, Schwimmen, Crosstrainer oder leichtes Hüpfen auf einem kleinen Trampolin – wichtig ist, dass Ihnen die Bewegungsart Spaß macht und Sie diese regelmäßig durchführen. (Heilpraktikerin Jeanette Viñals Stein, nr; zuletzt aktualisiert am 2.2.2017)