Magendruck – Ursachen und Therapie

magendruck
Fabian Peters
Zahlreiche Erkrankungen können erheblichen Magendruck verursachen, wobei dieser oftmals mit Magen- beziehungsweise Bauchschmerzen und weiteren Beschwerden des Magen-Darm-Traktes einhergeht. Nicht selten ist der Magendruck Begleitsymptom einer durchaus schwerwiegenden Krankheit, weshalb insbesondere bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden dringend eine ärztlich Überprüfung erfolgen sollte.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptomatik
Ursachen für Magendrücken
Verstopfungen
Blähungen und Blähbauch
Schleimhautentzündungen oder Geschwüre
Reizmagen und Reizdarmsyndrom
Diagnose
Behandlungsmöglichkeiten
Naturheilkunde bei Magendrücken

Definition

Magendruck beschreibt ein Druckempfinden im Bereich des Magens, dass schmerzfrei oder auch in Verbindung mit starken Schmerzen auftreten kann. Da die Lokalisierung des Druckempfindens den Betroffenen häufig relativ schwer fällt, werden entsprechende Beschwerden, die nicht unmittelbar den Magenbereich betreffen, ebenfalls oftmals mit dem Begriff Magendruck beschrieben. So wird Magendrücken häufig mit einem Druckempfinden im Abdomen (Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken) gleichgesetzt, obwohl dies anatomisch nicht ganz korrekt ist.

Symptomatik

Das Drücken in der Magengegend ist nur selten als alleinstehendes Symptom zu beobachten. Meist quälen die Betroffenen begleitend erhebliche weitere Beschwerden des Verdauungstraktes, wie Bauchschmerzen, Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Nicht selten treten die Symptome unmittelbar im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme als vorübergehendes Beschwerdebild auf, sie können jedoch auch völlig unabhängig von der Ernährung sein und dauerhaft anhalten. Je nach Auslöser der Beschwerden sind unterschiedliche Begleitsymptome zu beobachten, die anschließend im Zusammenhang mit den verschiedenen Ursachen des Magenrucks ausführlicher dargestellt werden.

Ursachen für Magendrücken

Das Spektrum der möglichen Ursachen für Magendruck ist äußerst breit gefächert und reicht von psychosomatischen Beschwerden wie beispielsweise der funktionellen Dyspepsie (Reizmagen) über anatomische Anomalien, Verstopfungen und Lebensmittelunverträglichkeiten bis hin zu schweren körperlichen Erkrankungen wie einem Magengeschwür, einem Zwölffingerdarmgeschwür oder gar Magenkrebs. Da sich die Begleitsymptom in vielen Fällen stark ähneln, ist eine eingehende ärztliche Untersuchung zur eindeutigen Bestimmung der Ursache des Magendrückens meist unerlässlich.

(Bild: rob3000/fotolia.com)
Magendruck kann zum Beispiel durch Verstopfungen hervorgerufen werden. (Bild: rob3000/fotolia.com)

Verstopfungen

Bei einer Verstopfung (Obstipation) ist die natürliche Darmentleerung gestört, wodurch sich ein erhöhter Druck im Verdauungstrakt aufbauen kann. Der Stuhlgang fällt den Betroffenen schwer beziehungsweise bleibt unter Umständen für längere Zeit vollständig aus. Die seltenere Form der akuten Verstopfung ist durch massive Schmerzen, eine Schwellung des Bauches sowie mitunter das extrem unangenehme, sogenannte Koterbrechen (orale Entleerung des Dickdarminhaltes) gekennzeichnet. Den Betroffenen droht zudem ein Kreislaufschock. Die Patienten bedürfen bei diesem lebensgefährlichen Beschwerdebild umgehend einer angemessenen medizinische Versorgung. Die chronisch auftretenden Verstopfungen sind indes für die Patienten deutlich weniger gefährlich, können auf Dauer jedoch zu einer erheblichen Belastung werden, da sie unter anderem das Auftreten von Hämorrhoiden und Analfissuren begünstigen. Schlimmstenfalls können die chronischen Verstopfungen zudem einen lebensbedrohlichen Darmverschluss bedingen, der einen medizinischen Notfall darstellt und häufig eines chirurgischen Eingriffs bedarf. Verstopfung können durch zahlreiche Faktoren ausgelöst beziehungsweise begünstigt werden, wobei das Spektrum von einer falschen Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Bewegungsmangel über Spätfolgen einer Bauchoperation bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Morbus Parkinson oder Morbus Crohn reicht.

Blähungen und Blähbauch

Die Bildung von Gasen im Magen-Darm-Trakt ist ein normaler Bestandteil des Verdauungsvorgangs und solange die Gase ungehindert entweichen können, nicht mit körperlichen Beschwerden verbunden. Unter Umständen erhöht sich jedoch die Gasbildung im Körper und/oder die Gase können nicht ungehindert entweichen, was zu einem schmerzhaften Druckanstieg im Verdauungstrakt führt. Das Beschwerdebild dieser übermäßigen Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt wird auch als Blähbauch (Meteorismus) bezeichnet. Bei extrem ausgeprägten Fällen ist nicht nur ein aufgeblähter Bauch, sondern aufgrund des Druckanstieges auch ein Zwerchfellhochstand zu beobachten. Übt hierbei das Zwerchfell Druck auf das Herz aus, zeigen sich unter Umständen erhebliche Herz-Kreislaufbeschwerden, wie Herzrasen, Schwindel oder Herzrhythmusstörungen. Nicht selten quälen die Betroffenen begleitend Atemnot und ein unangenehmes Engegefühl im Brustkorb (ähnlich der Angina pectoris). Derartige Beschwerden werden unter dem medizinischen Fachbegriff Roemheld-Syndrom zusammengefasst.

Ursachen für eine vermehrte Gasbildung im Verdauungstrakt können zum Beispiel Lebensmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz) und der Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Zwiebeln oder Kohl sein. Des Weiteren wird eine ballaststoffreiche Ernährung allgemein mit der vermehrten Gasbildung im Magen-Darm-Trakt in Zusammenhang gebracht. Auch krankhafte Vermehrungen bestimmter Darmpilze sind als mögliche Ursache der Blähungen in Betracht zu ziehen. Für einen Blähbauch können darüber hinaus Verdauungsstörungen und in seltenen Fällen ein Darmverschluss, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, eine Leberzirrhose oder eine Bauchfellentzündung verantwortlich sein.

Schleimhautentzündungen oder Geschwüre

Bakterien der Gattung Helicobacter pylori sind einer der häufigsten – wenn auch bei weitem nicht der einzige – Auslöser für krankhafte Veränderungen der Schleimhäute im Bereich des Magens und Zwölffingerdarms. Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Magengeschwüre, Entzündungen der Schleimhäute des Zwölffingerdarms (Duodenitis) und Zwölffingerdarmgeschwüre sind typische Folgen einer Infektion mit Helicobacter pylori. Eine chronische Helicobacter-pylori-Infektion gilt darüber hinaus als mögliche Ursache für die Entwicklung eines Magenkarzinoms (Magenkrebs). Oftmals verläuft eine Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori zunächst ohne weitere Beschwerden. Erst bei zusätzlichen Beeinträchtigungen der Schutzfunktion der Magenschleimhaut wie beispielsweise infolge von übermäßigem Alkoholkonsum, der Einnahme von Arzneimitteln oder erhöhtem Stress zeigen sich die krankhaften Veränderungen der Schleimhautstrukturen. Neben den bakteriell bedingten Beeinträchtigungen der Magen- und Zwölffingerdarmschleimhäute sind auch chemische Reize beispielsweise durch Medikamente (spezielle nichtsteroidale Antirheumatika z. B. enthalten in Aspirin und Ibuprofen) oder Alkohol als Ursache für Schleimhautentzündung und Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm bekannt. Bestimmte Autoimmunerkrankungen und andere eher seltene Krankheiten können ebenfalls Ursache der Beschwerden sein.

Meist begleiten die Schleimhautentzündungen und Geschwüre erhebliche Magenprobleme, welche neben Bauch- beziehungsweise Magenschmerzen auch ein verstärktes Druckgefühl im Magen beziehungsweise Oberbauch auslösen. Nicht selten wird bei einer Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür der Schmerz hinter dem Brustbein (Thoraxschmerzen) beziehungsweise als Stechen in der Brust wahrgenommen, was die Betroffenen zunächst an eine Erkrankung des Herzens denken lässt. Eine Gastritis, Duodenitis, ein Magengeschwür und ein Geschwür im Bereich des Zwölffingerdarms gehen meist mit einem latenten Dauerschmerz einher. Dieser lässt im Zuge der Nahrungsaufnahme bei den Schleimhautentzündungen und dem Zwölffingerdarmgeschwür normalerweise vorübergehenden nach und kehrt anschließend verstärkt zurück. Hat sich ein Magengeschwür gebildet, nehmen die Schmerzen in der Regel bereits mit der Essensaufnahme zu. Übelkeit und Erbrechen sind sowohl bei den Schleimhautentzündungen als auch bei den Geschwüren vermehrt zu beobachten. Darüber hinaus führen Blutungen aus den entzündeten Schleimhäuten des Zwölffingerdarms oder des Magens ebenso wie Blutungen aus den Geschwüren mitunter zu einer Veränderung des Stuhlgangs der Patienten. Schwarzer Stuhlgang beziehungsweise sogenannter Teerstuhl sind hier die Folge. Auch kann Bluterbrechen und sogenanntes Kaffeesatz-Erbrechen eine Folge der Geschwür- und Schleimhautblutungen sein. Bei anhaltenden Blutungen droht den Betroffenen zudem eine Anämie (Blutarmut). Ein extremer Blutverlust kann schnell lebensbedrohliche Ausmaße annehmen, weshalb bei Anzeichen auf Blutungen aus den Schleimhäuten oder Geschwüren dringend ein Arzt konsultiert werden sollte.

Sowohl bei den Magengeschwüren als auch bei den Zwölffingerdarmgeschwüren ist die Perforation des Organs, also ein Durchbruch in den Bauchraum, möglich. Diese glücklicherweise äußerst selten zu beobachtende Komplikation hat meist eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung zur Folge, welche sich ihrerseits in Form eines sogenannten akuten Abdomens („akuter Bauch“) äußert, das neben den starken Bauchschmerzen vor allem durch die extreme Abwehrspannung der Bauchdeckenmuskulatur gekennzeichnet ist. Der Bauch erscheint steinhart. Auch leiden viele Betroffene an Fieber und zeigen Symptome eines Kreislaufschocks. Hier ist umgehend ärztliche Hilfe beziehungsweise ein operativer Eingriff erforderlich.

Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre sind bekannte Risikofaktoren für die Entwicklung eines Magenkarzinoms, das seinerseits ebenfalls als mögliche Ursache für Magendruck in Erwägung zu ziehen ist. Appetitlosigkeit, Völlegefühle, Übelkeit und Erbrechen sowie mitunter Schluckprobleme und im Spätstadium verstärkte, anhaltende Schmerzen zählen bei Magenkrebs zu den möglichen Symptome.

Reizmagen und Reizdarmsyndrom

Neben den bereits erwähnten organischen Ursachen des Magendrucks können auch psychosomatische beziehungsweise funktionelle Beeinträchtigungen im Magen-Darm-Trakt Ursache der Beschwerden sein. Patienten mit einem Reizmagen (Funktionelle Dyspepsie) oder Reizdarmsyndrom zeigen oftmals über einen längeren Zeitraum massive Magen-Darm-Symptome wie Blähungen, Magendruck, Magenkrämpfe, Verstopfungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, ohne das organische Ursachen hierfür feststellbar wären. Häufig ist ein Zusammenhang der Beschwerden mit psychischen Belastungen beziehungsweise Stress zu beobachten. Obwohl der Reizmagen und das Reizdarmsyndrom keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Gesundheit mit sich bringen, werden die Betroffenen durch die Beschwerden in ihrer Lebensqualität oft erheblich eingeschränkt.

Diagnose

Um die Ursache des Magendrückens zu ermitteln, sollte zunächst eine gründliche Befragung der Patienten zu dem Auftreten der Beschwerden, bereits bekannten Erkrankungen und anderen möglichen Einflussgrößen wie dem Alkoholkonsum oder der Medikamenteneinnahme erfolgen. Anschließend folgt das Abtasten und Abhorchen des Bauches, wobei sich oftmals bereits relativ klare Hinweise auf die Ursache des Magendrucks ergeben. Eine eindeutige Diagnosestellung bedarf in vielen Fällen jedoch der Magen- beziehungsweise Darmspiegelung und Entnahme einer Gewebeprobe. Blutuntersuchungen liefern darüber hinaus Hinweise auf entzündliche Prozesse und chronische Erkrankungen. Auch die Untersuchung einer Urin- und Stuhlprobe kann der Diagnosestellung dienen. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und andere bildgebende Verfahren (Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie) kommen beispielsweise bei Verdacht auf eine Bauchfellentzündung oder einen Darmverschluss zum Einsatz. Lassen sich mit den genannten Verfahren keine Ursachen des Magendrucks ermitteln, können weitere spezielle Untersuchungsmethoden wie beispielsweise die Manometrie oder die Elektromyographie Anwendung finden.

Behandlungsmöglichkeiten

Generell richten sich die Behandlungsansätze bei Magendrücken nach den Ursachen der Beschwerden. Entsprechend breit ist das Spektrum der zur Anwendung kommenden therapeutischen Maßnahmen. Eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten bildet jedoch in den meisten Fällen die Basis einer erfolgversprechenden Therapie. Verzicht auch Alkohol, Tabak und andere toxische Substanzen sowie ausreichend Bewegung führen in vielen Fällen bereits zu einer deutlichen Linderung des Magendrückens. Eine Ernährungstherapie unter Berücksichtigung der individuelle Besonderheiten der Patienten (beispielsweise Fruktose- oder Laktoseintoleranz) kann ebenfalls beachtliche Behandlungserfolge bewirken. Dennoch bleibt den Patienten in vielen Fällen eine weitergehende medikamentöse oder gar operative Behandlung nicht erspart.

Zeigen Bewegungs- und Ernährungstherapie beispielsweise bei einer Verstopfung nicht den gewünschten Erfolg, kommen Abführmittel zum Einsatz, um den Betroffenen den Stuhlgang zu erleichtern beziehungsweise zu ermöglichen. Bleiben auch diese ohne Erfolg, kann eine operative Behandlung erforderlich werden. Bei einem Darmverschluss ist die Wahrscheinlichkeit, das ohne Operation eine Beseitigung der Beschwerden erfolgen kann, deutlich geringer als bei Verstopfungen. Hier wird meist auch die Legung einer Magensonde erforderlich, damit das Magen-Darm-Sekret über diese ablaufen kann. Ist ein Tumor Ursache des Darmverschlusses, bleibt ein chirurgischer Eingriff ohnehin unerlässlich.

Bei Blähungen empfiehlt sich unter Umständen ebenfalls eine Umstellung der Ernährung beziehungsweise der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, um eine übermäßige Gasbildung im Magen-Darm-Trakt zu vermeiden. Des Weiteren stehen zahlreiche Hausmittel gegen Blähungen zur Verfügung, von denen einige weiter unten im Abschnitt „Naturheilkunde bei Magendrücken“ erläutert werden. Auch ein Blähbauch lässt sich oftmals ohne aufwendige medizinische Behandlung beseitigen, allerdings kann zum Beispiel im Falle einer ursächlichen Bauchspeicheldrüsenerkrankung eine medikamentöse Therapie erforderlich werden. Ist eine Bauchfellentzündung Ursache des Blähbauchs wird eine Operation unumgänglich.

Gegen Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre wird auf medikamentöser Ebene oftmals mit sogenannten Protonenpumpenhemmern gearbeitet, welche eine verminderte Bildung von Magensäure bewirken. Sind Helicobacter pylori Auslöser der Schleimhautschädigungen erfolgt zusätzlich die Verabreichung von Antibiotika. Drohen bei einem Magengeschwür ernsthaftere Komplikationen, ist auch hier ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Entzündungen der Schleimhäute im Zwölffingerdarm und Zwölffingerdarmgeschwüre werden auf ähnliche Weise therapiert wie die Gastritis und Magengeschwüre. Eine Operation ist hier jedoch heutzutage nur noch äußerst selten erforderlich, da die Medikamente (Protonenpumpenhemmer und ggf. Antibiotika) in der Regel eine Heilung bewirken.

Reizmagen und Reizdarm sind auf dem derzeitigen medizinischen Stand nur bedingt therapierbar, da sich einerseits die Beschwerden der Patienten deutlich unterscheiden können – während manche an Verstopfungen leiden, zeigen andere massiven Durchfall – und andererseits bisher kaum wirksame Medikamenten zur Verfügung stehen. Zudem zielen die Arzneien in der Regel lediglich auf eine Linderung der Beschwerden, eine Heilung ist mit Ihrer Hilfe nicht möglich. Auf psychotherapeutischem Wege (beispielsweise Verhaltenstherapie) lässt sich bei vielen Patienten zwar eine deutliche Verbesserung erreichen, doch gilt dies keineswegs für alle Betroffenen. Pflanzlichen Wirkstoffen (beispielsweise Pfefferminzöl, Melisse) wird hier ebenfalls durchaus eine positive Wirkung zugeschrieben, doch eine zielgerichtete Therapie, die bei allen Patienten mit Reizmagen oder Reizdarmsyndrom Erfolg zeigt, steht auch hier nicht zur Verfügung.

Naturheilkunde bei Magendrücken

Neben der Ernährungs- und Bewegungstherapie spielt bei der naturheilkundlichen Behandlung von Magendruck vor allem die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) eine herausragende Rolle, aber auch manuellen Verfahren und der Hydrotherapie wird hier eine äußerst positive Wirkung zugeschrieben. Zu den manuellen Verfahren, die bei Verdauungsproblemen und Blähungen Linderung bewirken sollen, zählen zum Beispiel Bauchmassagen, bei denen eine kreisende Bewegung im Uhrzeigersinn erfolgt, um die Darmpassage zu unterstützen und eingeschlossene Gasansammlungen zu befreien. Einen ähnlichen Zweck erfüllt das abwechselnde Liegen auf der rechten und linken Körperseite. Auch äußerlicher Wärmezufuhr, beispielsweise durch das Auflegen einer Wärmflasche, wird bei Verdauungsbeschwerden eine lindernde Wirkung zugeschrieben. Des Weiteren können bei Magendruck aufgrund von Verdauungsbeschwerden hydrotherapeutische Maßnahmen wie ein kaltes Fußbad, kalte Bauchwaschungen oder warme Sitzbäder angewandt werden. Auch Darmspülungen und Einläufe zählen zu den naturheilkundlichen Verfahren, die bei Magendruck häufig zum Einsatz kommen. Sie sollen zum Beispiel bei Verstopfungen im Enddarmbereich die Entleerung des Darms fördern und allgemein die Verdauung anregen.

Aus dem Bereich der Phytotherapie kommen verschiedene Heilpflanzen sowohl äußerlich als auch innerlich gegen den Magendruck zur Anwendung. Neben dem bereits erwähnten Pfefferminzöl und Mellissenblättern, die gegen das Reizdarmsyndrom angewendet werden können, bietet sich zum Beispiel Kartoffelsaft gegen eine Übersäuerung des Magens an. Andere Heilpflanzen, wie beispielsweise Artischocken, Angelikawurzel, Wermut oder Tausendgüldenkraut sollen eine anregende Wirkung auf die Verdauung entfalten. Kamillenblüten werden wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung zum Beispiel bei Magenschleimhautentzündungen oder Entzündungen des Zwölffingerdarms eingesetzt, Kümmelöl soll gegen Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt helfen. Insgesamt bietet die Pflanzenheilkunde zur Behandlung der meisten Beschwerden des Verdauungstraktes vielversprechende Ansätze, die Auswahl der geeigneten Mittel sollte dabei jedoch erfahrenen Therapeuten vorbehalten bleiben, zumal für einige Heilpflanzen auch eine ganze Reihe von Kontraindikationen besteht.

Gegen neurologisch bedingte Verdauungsbeschwerden kann auf Basis der Naturheilkunde zum Beispiel mit Hilfe des sogenannten Biofeedback vorgegangen werden.

Wird der Magendruck durch Blähungen hervorgerufen, können verschiedene homöopathische Mittel wie Aloe, China officinalis oder Asa foetida zum Einsatz kommen. Auch gegen Schleimhautentzündungen des Magens, einen Reizmagen und das Reizdarmsyndrom findet Asa foetida Anwendung. Zahlreiche weitere Homöopathika stehen darüber hinaus zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Entzündungen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes zu Verfügung. Die Auswahl der geeigneten Mittel gehört jedoch auch hier in die Hände erfahrener Therapeuten. Aus dem Bereich der Schüssler-Salz-Therapie stehen ebenfalls einige Mittel zur Behandlung einzelner Ursachen des Magendrückens zur Verfügung. So versprechen bei einer Magenschleimhautentzündung zum Beispiel die Schüssler Salze Nr. 8 (Natrium Chloratum) und Nr. 9 (Natrium Phosphoricum) Linderung. Gegen Blähungen kann das Schüssler Salz Nr. 3 (Ferrum Phosphoricum) eingesetzt werden und gegen einen Reizmagen bietet sich Kalium Phosphoricum (Schüssler Salz Nr. 5) an.

Aufgrund des Zusammenhangs der in den meisten Fällen zwischen den Beschwerden und der Ernährung besteht, bietet sich meist eine spezielle Diät an, um das Auftreten des Magendrucks zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Auch kann eine dauerhafte Ernährungsumstellung erforderlich werden. Je nach Ursache der Beschwerden ist eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffe entweder von Nutzen oder kann auch eine Verstärkung der Beschwerden bedingen. Basischen Lebensmitteln wird bei Schleimhautentzündungen eine positive Wirkung zugeschrieben und gleichzeitig lässt sich mit ihrer Hilfe einer unter Umständen bestehenden allgemeinen Übersäuerung des Organismus entgegenwirken beziehungsweise ein Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt erreichen.

Da Verdauungsbeschwerden aber auch Schleimhautentzündungen im Verdauungstrakt oftmals in Verbindung zu psychischen Problemen der Betroffenen stehen und hierbei Stress eine maßgebliche Rolle spielt, setzt die naturheilkundliche Behandlung oftmals auf eine begleitende psychotherapeutische Versorgung der Patienten inklusive des Erlernens bestimmter Techniken zur Stressverarbeitung beziehungsweise -vermeidung (beispielsweise Yoga oder Autogenes Training).

Insgesamt bietet die Naturheilkunde zahlreiche Ansätze zur Behandlung des Magendrückens, liegen den Beschwerden jedoch schwerwiegende Erkrankungen wie eine Bauchfellentzündung, ein Darmverschluss oder gar Magenkrebs zu Grunde, kann die naturheilkundliche Therapie lediglich ergänzend beziehungsweise im Anschluss an den erforderlichen Eingriff von Nutzen sein. Von einer Eigentherapie ohne fachmännische Unterstützung ist generell abzuraten, da das Magendrücken insbesondere bei wiederholtem Auftreten dringend einer ärztlichen Kontrolle bedarf. (fp)

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Bild1: Sigrid Rossmann / pixelio.de