Mineralienmangel: Symptome, Folgen, Hausmittel und Behandlung

Nina Reese
Mineralienmangel bedeutet, dass Mineralien, die der Körper dringend benötigt, nicht ausreichend vorhanden sind. Das kann weit reichende Folgen haben, da wir ohne diese Mineralien kein Blut und keine Knochen bilden können, unsere Nerven nicht arbeiten und letztlich sogar unser Gehirn “verhungert”. Ein Mangel an bestimmten Mineralien trifft vor allem bestimmte Gruppen: Schwangere, Kleinkinder und Kinder leiden zum Beispiel besonders häufig an Eisenmangel.

Eisenmangel

Eisen spielt eine wesentliche Rolle für die Gesundheit, denn ohne das lebenswichtige Spurenelement würden viele Körperfunktionen nur schlecht arbeiten. Eisenmangel liegt entweder daran, dass wir zu wenig Eisen aufnehmen, vorhandenes nicht verarbeiten können oder an beidem. Eisen ist eine wichtige Komponente des Hämoglobins, des Proteins in den roten Blutzellen, das den Sauerstoff aus den Lungen in den Körper transportiert.

Grünes Blattgemüse wie z.B. Spinat ist ein guter Eisenlieferant. (Bild: lecic
/fotolia.com)

Es gibt zwei Arten des Mineralstoffs, die für den menschlichen Organismus eine Rolle spielen: Zum einen Eisen aus tierischen Quellen und zum anderen Eisen pflanzlicher Herkunft. Ersteres kann leichter vom Blut absorbiert werden. Eisenreiche Nahrungsmittel sind Rindfleisch, Leber, Austern und dunkles Blattgemüse wie Spinat.

Blutarmut

Blutarmut durch Eisenmangel entsteht, wenn wir zu wenig Eisen mit den Nahrung einführen. Typische Symptome sind extreme Müdigkeit und chronische Erschöpfung. Das liegt daran, dass der Körper ohne Eisen keinen Sauerstoff in die Zellen transportieren kann, und ohne den Sauerstoff fehlt die Energie.

Mehr zum Thema:

Außerdem führt ein Mangel an diesem Mineralstoff bei Betroffenen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit. Wenn den roten Blutzellen das Eisen fehlt, tritt Gesichtsblässe auf – die Haut erscheint bleich. Die Betroffenen wirken blutleer, weshalb die Symptome fälschlich als “Vampirkrankheit” missdeutet werden: Es fehlt den Betroffenen jedoch nicht an Blut, sondern an Eisen und an Sauerstoff im Blut.

Auch das sogenannte Restless-Legs-Syndrom (“ruhelose Beine-Syndrom”) tritt auf. Die Betroffenen fühlen ein Kribbeln in den Beinen, das sie am Schlafen hindert. Eisenmangel ist keine harmlose Angelegenheit. Ohne ihn auszugleichen kann er zum Tod führen.

Menstruation und Schwangerschaft

Bei Frauen im geburtsfähigem Alter ist der Hauptgrund für Eisenmangel der Blut- und Eisenverlust wegen heftiger Regelblutungen oder der Schwangerschaft. Innere Erkrankungen, die die Eisenabsorption verhindern, können ebenfalls eine Unterversorgung verursachen. Ärzte behandeln dieses Defizit normalerweise erfolgreich mit Eisenpräparaten oder erstellen einen Ernährungsplan.

Muttermilch

Bei Kindern ist Eisenmangel typisch für Zeiten der Mangelernährung und einem großen Bedarf an Eisen während der Wachstumsphasen. Muttermilch und Kuhmilch enthalten geringe Dosen des Mineralstoffs, allerdings kann dieser in der Muttermilch hervorragend vom Körper verarbeitet werden: Säuglinge absorbieren ungefähr die Hälfte des in der Muttermilch enthaltenen Eisens, aber nur 10 % von dem in der Kuhmilch.

Zinkmangel

Zink braucht der Körper in vielfacher Form. Das Spurenelement findet sich vor allem in proteinreichen Nahrungsmitteln tierischer Herkunft: Rind, Schwein und Lamm liefern mehr Zink als Fisch, Rindfleisch enthält dabei die höchsten Werte und zudem sehr viel Vitamin B12 und Eisen. Vegetarier und Veganer können auf Nüsse, Vollkornprodukte, Getreideflocken und Linsen zurück greifen. Früchte und Gemüse hingegen sind keine gute Quelle.

Vegetarier können ihren Bedarf an Zink gut über Nüsse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Samen decken. (Bild: ratmaner/fotolia.com)

Das essentielle Spurenelement ist wichtig für die Aufnahme von Nährstoffen, den Hormonhaushalt, Wundheilung, eine gesunde Haut und Haarwachstum, ein funktionierendes Immunsystem, die Funktionen der Augen und vor allem die Zellteilung.

Besondere Bedeutung hat Zink für die Fruchtbarkeit, während der Schwangerschaft und während des Säugens – Schwangere, Stillende und Babys sind am meisten gefährdet, zu wenig von dem Mineralstoff aufzunehmen.

Magnesium

Magnesium ist das achthäufigste Mineral des Planeten, und das dritthäufigste im Seewasser. Es ist außerdem das vierthäufigste Mineral im menschlichen Körper und notwendig für über 300 Körperfunktionen.

Es ist wesentlich für die biochemischen Reaktionen im Organismus. Dazu gehören die Muskeln und Nerven und ein gesundes Immunsystem. Magnesiummangel kann Probleme verursachen wie gestörte Nervenimpulse, Muskelkontraktionen und Muskelkrämpfe.

Migräne und Muskelschwäche

Frühe Anzeichen von Magnesiummangel beinhalten körperliche und geistige Erschöpfung, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen. Die Gefahr besteht in einem langfristigen Mangel: Dies kann zu Gefühlen von Taubheit in Armen und Beinen, zu Muskelspasmen und Störungen des Herzrhythmus führen. Außerdem gilt eine Unterversorgung mit Magnesium als ein Trigger für Migräne.

Erschöpfung und Kopfschmerzen können auf Magnesiummangel hinweisen. (Bild: deagreez/fotolia.com)

Ein Mangel an dem Mineralstoff kann den Metabolismus so aus dem Lot bringen, dass ein Herzinfarkt und Schlaganfall folgen. Höhere Spiegel von Magnesium im Blut führen, Studien zufolge, zu einem niedrigeren Risiko für Herzkrankheiten.

Unzureichende Ernährung

Generell liegt Magnesiummangel an einer unzureichenden Ernährung. Nüsse, grünes Gemüse, Samen und ganze Körner enthalten gute Mengen von dem Mineralstoff. Allerdings können Gemüse nur so viel davon speichern wie der Boden enthält. Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt verhilft ebenfalls zu einer ausreichenden Versorgung mit dem Stoff.

Geschälter weißer Reis oder weißes Mehl enthalten kaum noch Magnesium. Koffein sorgt sogar dafür, dass der Vitalstoff aus dem Körper entfernt wird. Alkohol blockiert das Absorbieren des Mineralstoffs, und chronischer Alkoholismus kann sogar zu einem generellen Mangel an Mineralien führen. Auch Darmkrankheiten führen dazu, dass der Körper das Magnesium nicht mehr speichern kann.

Kupfer

Kupfer ist wichtig für die Knochen und die Nerven. Ein Kupfermangel kann deshalb den Körper in vielfacher Weise beeinträchtigen.

Bereits vor der Geburt erhalten Föten große Mengen an Kupfer durch das Blut ihrer Mutter, um es in der Leber zu speichern. Damit sorgt die Natur für das Wachstum des Gewebes, besonders der roten Blutkörperchen, das Bindegewebe, das Hirn- und Nervengewebe, bevor das Baby den Mineralstoff selbst über die Nahrung aufnehmen kann.

Die roten Blutkörperchen

Menschen mit Kupfermangel leiden an einer schlechten Funktion der roten Blutzellen und einer geringen Lebensdauer der roten Blutkörperchen. Die Folgen sind niedrige Energielevel, Schwächegefühl und eine unzureichende Aufnahme von Sauerstoff.

Thrombosen und Knochendefekte

Bei Kupermangel können sich die Kollagene schlecht bilden, und darunter leidet die Gesundheit des Gewebes. Verletzungen verheilen langsamer. Thrombosen, Knochendefekte, ein Anstieg des Cholesterins sind weitere mögliche Folgen, außerdem ein unregelmäßiger Herzschlag.

Kalium

Kalium (Potassium) ist vor allem in den Zellen vorhanden, genauer in den Räumen zwischen den Zellen. Im übrigen Körper befindet sich nur wenig des Mineralstoffes. Kalium und Natrium steuern den Wasserhaushalt des Körpers.

Kalium ist unerlässlich, um Impulse in den Nerven- und Muskelzellen weiterzuleiten, eine ganz besondere Bedeutung hat das Mineral, weil dies auch für die Zellen des Herzmuskels gilt. Ohne Kalium kann dieser nicht funktionieren.

Wir brauchen den Mineralstoff weiterhin, um Eiweiß aufzubauen und verschiedene Enzyme in Gang zu setzen. Auch Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln, ist ohne Potassium nicht möglich.

Akne kann sich durch einen Mangel an Kalium verstärken. (Bild: vladimirfloyd/fotolia.com)

Akne und Blähungen

Fällt der Kaliumspiegel im Körper unter 3,2 mmol/l, liegt ein Kaliummangel vor. Er zeigt sich durch Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Nervosität und Appetitlosigkeit. Hinzu kommt ein träger Darm, Blähungen und Verstopfungen. Kopfschmerzen wie Schwindel und müde Muskeln sind typische Symptome.

Wunden heilen schlecht, die Haut trocknet aus, Akne verbreitet sich, und die Betroffenen haben Beschwerden beim Wasserlassen. Kalium ist notwendig für einen stabilen Blutdruck, und der Blutdruck wirkt sich direkt auf den Herzschlag aus.

Vorsicht: Lebensgefahr

Wenn wir weniger als 2,5 mmol/l Kalium im Organismus haben, ist das nicht mehr nur unangenehm, sondern kann zum Tod führen. Dann sind nämlich die Transmitter zwischen Nerven- und Muskelzellen außer Kraft besetzt, und das ganze System kollabiert. Der Herzrhythmus läuft unregelmäßig oder zu schnell, Ödeme bilden sich im Gewebe. Sind Sie bereits vorher herzkrank, kann das das Ende bedeuten.

Die Muskelschwäche steigert sich zu Lähmungen, Sie verlieren das Bewusstsein und fallen ins Koma.

Ursachen

Eine unzureichende Ernährung kann Kaliummangel auslösen: Wenn Sie zu viel Salz aufnehmen und zugleich zu wenig kaliumhaltige Nahrungsmittel, dann kann das zu einer Unterversorgung kommen.

Eine weitere Ursache ist Krankheit. Exzessives Erbrechen und starker Durchfall können dazu führen, dass der Körper kein Kalium mehr aufnimmt. Eine Schilddrüsenüberfunktion blockiert ebenfalls die Kaliumzufuhr. Wenn die Schilddrüse zu viel Hormone produziert, entsteht ein Missverhältnis zwischen den einzelnen Mineralien im Körper, inklusive Kalium.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu Kaliummangel führen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Phosphor

Phosphor ist das zweithäufigste Mineral im Körper. Liegt ein Mangel vor, dann zeigt sich dies in schwachen Knochen und brüchigen Zähnen, genereller Schwäche, Appetitverlust, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Verwirrung und hoher Anfälligkeit für Infektionen. Nahezu jeder Bereich des Körpers kann betroffen sein, denn Phosphor findet sich praktisch in jeder Körperzelle.

Ein solcher Mangel kann auf Dauer zu schweren Krankheiten führen: Osteoporose, Arthritis, verfaulte Zähnen und Parodontose.

Muskelschwäche, Muskelverlust und Muskelschäden, ebenso wie neurologische Schäden gehen mit längerem Phosphormangel einher.

Osteoporose

Ein Phosphormangel kann auch dazu führen, dass Kalzium in den Knochen verloren geht. Die Knochen werden porös – Osteoporose heißt die Krankheit. Die Knochen verlieren ihre Masse und brechen.

Ein Defizit an Phosphor lässt sich bei Leberversagen beobachten, ebenso bei Leberzellentransplantationen und Nierentransplantationen.

Erwachsene sollten (je nach Alter) täglich zwischen 700 und 1250 Milligramm Phosphor zu sich nehmen, Kinder zwischen 500 und 1250 Milligramm. Ein Mangel lässt sich ausgleichen durch Präparate, aber auch durch Lebensmittel, die viel Phosphor enthalten. Zu diesen zählen unter anderem Milchprodukte, Weizenkleie und Walnüsse.

Jodmangel

Ein Mangel an Jod kann schwere Folgen haben. Dazu gehören bei Neugeborenen geistige Schäden, Schwerhörigkeit und Wachstumsstörungen, ein angeborener Kropf, Fehl- und Totgeburten. Bei Kindern schadet er der Entwicklung des Gehirns und dem Wachstum des Körpers, Hördefekte treten häufig auf.

Bei jungen Menschen kann ein jugendlicher Kropf die Folge sein, das Risiko steigt, eine Arteriosklerose zu bekommen, die Struktur der Schilddrüse kann sich verändern. Probleme beim Lernen und ein verringertes Erinnerungsvermögen gehören zu den typischen Phänomenen.

Probleme mit der Schilddrüse

Ein Jodmangel bei Erwachsenen kann zu einem Ungleichgewicht in der Schilddrüse führen, also entweder zu einer Schilddrüsenunterfunktion – oder einer Überfunktion.

Entsteht durch den Jodmangel eine Schilddrüsenfunktionsstörung, kann ein unangenehmes Engegefühl im Hals auftreten. (Bild: mapoli-photo/fotolia.com)

Erkrankt die Schilddrüse als Folge eines Jodmangels, dann zeigt sich das an dem Gefühl, einen “Frosch im Hals” zu haben, die Betroffenen verspüren Druck und Enge im Hals, das Atmen fällt schwer und es treten Schluckprobleme auf. Der Halsumfang nimmt deutlich zu, was umgangssprachlich als „dicker Hals“ bezeichnet wird.

Patienten leiden unter Schlafstörungen, können sich nicht konzentrieren und sind permanent müde. Sie haben Probleme mit der Verdauung, ihre Haut verändert sich, wird trocken oder feucht, und die Haare fallen aus.

Ein globales Problem

Jodmangel ist weltweit eines der verbreitetsten Gesundheitsprobleme. Circa 2 Milliarden Menschen sind ihm ausgesetzt. Allein in Europa quälen sich mit den Folgen mehr als 390 Millionen Bürger und Bürgerinnen.

Deutschland ist zwar kein explizites Jodmangelgebiet, doch auch hierzulande versorgen sich sehr viele Menschen viel zu wenig mit Jod. Nahezu ein Drittel der Menschen weisen hier eine vergrößerte Schilddrüse auf.

Das bedroht zwar nicht ihr Leben, doch hormonelle Störungen gehen damit einher. Die Kosten für Therapien und Diagnosen des Jodmangels belaufen sich in Deutschland auf ungefähr eine Milliarde Euro pro Jahr.

Selenmangel

Selen ist ein Spurenelement, das wir uns über die Nahrung zuführen. Pflanzen beziehen es aus der Erde. Es stärkt unser Immunsystem und hilft, Eiweiße aufzubauen. Die Menge des Selens im Boden sinkt allerdings, und das liegt am Klimawandel.

Ohne Selen leidet die Tätigkeit unseres Herzens, Herzschwäche und Herzinfarkte sind eine mögliche Folge.

Sauerstoff, Kohlenstoff und Ton

Wie viel Selen sich bildet, hängt unter anderem ab vom Sauerstoffgehalt, Kohlenstoff und Ton im Boden, außerdem vom PH-Wert. Nordeuropäische Länder wie Dänemark, Finnland, Schottland und Deutschland sind arm an Selen.

Schweizer Studie

Schweizer Forscher von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz untersuchten jetzt die globale Menge an Selen anhand von 33.241 Bodenproben, die zwischen 1994 und 2016 entnommen wurden.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Beziehung zwischen Klima und Boden entscheidend ist für die Konzentration von Selen. Wesentlich sind vor allem Niederschlag und Verdunstung. Viel Regen spült den Boden weg und damit das Selen.

Die Gleichung viel Regen gleich wenig Selen stimmt trotzdem nicht, denn mit Regen getränkter Boden enthält weniger Sauerstoff und einen niedrigeren pH-Wert, und so bleibt das Selen an den Boden gebunden.

Selenverlust von neun Prozent

In circa 66 % aller Agrarflächen wird bis Ende dieses Jahrhunderts die Selenmenge um neun Prozent sinken. Am schwersten betroffen sind Europa, Südafrika, der Westen der USA und der Süden Südamerikas. Bereits heute sind, laut der Studie, eine Milliarde Menschen von Selenmangel betroffen.

Bis heute ist allerdings nicht geklärt, was eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff genau bewirkt. Es gibt auch keine verifizierbaren Angaben darüber, wie viel Selen ein Mensch zu sich nehmen sollte.

Allgemein anerkannt ist Selenmangel als eine Ursache für Erkrankungen der Knochen, Knorpel und Gelenke. Auch die Muskeln nehmen ab, Muskelschwäche folgt.

Gute Selenquellen sind unter anderem Paranüsse, Eier, Hülsenfrüchte und Hühnerfleisch. (Bild: bit24/fotolia.com)

Kaschin-Beck-Krankheit

Bei der Kaschin-Beck-Krankheit, die sich durch deformierte Gelenke an Armen und Beinen auszeichnet, diskutieren Wissenschaftler Selenmangel als eine mögliche Ursache. Ebenso kommen eine Infektion mit dem Coxsackie-Virus oder eine genetische Disposition in Frage.

Einige Indizien deuten darauf hin, dass Selenmangel indirekt verschiedene Erkrankungen der Muskeln und Nerven provoziert. Er führt nicht direkt zu Schäden, doch der Mangel lässt das Gehirn sensibler gegenüber Nervengiften werden.

Träges Sperma

Selenmangel vermindert vermutlich auch die Beweglichkeit der Spermien, denn das Enzym Glutathion-Peroxidase 4 ist abhängig von dem Spurenelement und sorgt seinerseits für die Qualität des Spermas.

Eine Unterversorgung könnte auch das Immunsystem beeinträchtigen und fördert außerdem vermutlich eine Nekrose der Leber. Umgekehrt kann die Zufuhr von Selen das Absterben von Leberzellen verhindern.

Selen stärkt die Blutzellen vor oxidativem Stress, und umgekehrt fördert Selenmangel Blutarmut.

Natrium

Natrium ist Salz, und ein niedriger Natriumspiegel im Blut heißt medizinisch Hyponatriämie. Der Stoff findet sich hauptsächlich in Körperflüssigkeiten außerhalb der Zellen.

Das Salz ist sehr wichtig, um den Blutdruck zu stabilisieren. Außerdem brauchen Nerven, Muskeln und andere Körpergewebe Natrium, um zu funktionieren.

Wasser in den Zellen

Ohne eine ausreichende Menge Natrium in den Körperflüssigkeiten fließt Wasser in die Zellen, um den Level auszugleichen. Dadurch füllen sich die Zellen wiederum zu sehr mit Wasser, und vor allem die Hirnzellen reagieren empfindlich auf ein solches Anschwellen. Beschwerden sind die Folge.

Natriummangel in der Ernährung steht in Zusammenhang mit Blutdruck-Problemen, Herzinfarkten, Nierenbeschwerden und Erkrankungen des Hypothalamus. Es handelt sich sämtlich um ernste Schädigungen des Organismus. Symptome einer Mangelversorgung sind Diarrhoe, übermäßiges Schwitzen und Erbrechen.

Einläufe und Medikationen, die Bluthochdruck entgegen wirken, können zu einem Mangel an Natrium führen. Gleiches gilt für Blutverlust – deshalb ist bei Verwundeten nicht nur Wasserzufuhr, sondern auch eine Salzlösung wichtig.

Weitere mögliche Ursachen sind Nierenerkrankungen, Herzversagen, Leberzirrhose und die Effekte von einer Chemotherapie bei Krebs.

Leistungssportler, insbesondere Marathonläufer können ein Defizit an Natrium aufweisen, wenn die Flüssigkeiten und Elektrolyte, die sie beim Sport verlieren, nicht angemessen ersetzt werden.

Mangan

Mangan ist ebenfalls ein Spurenelement. Wenn wir nicht genug davon mit der Nahrung einnehmen, dann entsteht ein Mangel. Dieser kommt relativ selten vor, verglichen zum Beispiel mit einem Jodmangel.

Die Ursache für eine unzureichende Versorgung mit Mangan ist in der Regel eine generelle Mangelernährung, oder ein organisches Problem, den Mineralstoff aus der Nahrung zu verarbeiten. Ebenso können bestimmte Stoffe in der Nahrung das Mangan verdrängen, wenn der Körper sie aufnimmt.

Allgemeine Mangelernährung

Da eine Unterversorgung mit Mangan meist an einer allgemeinen Unter- wie Mangelernährung liegt, sind in den Industrieländern besonders häufig Menschen betroffen, die an Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht), Alkoholismus oder Substanzmissbrauch leiden.

Auch Obdachlose, Hartz-IV Empfänger, verarmte Rentner oder Menschen in Pflegeheimen sind in Gefahr. In Pflegeheimen liegt es indessen in Deutschland kaum an mangelnden Möglichkeiten, sich zu ernähren, sondern am Unwillen oder dem Unvermögen der Betroffenen, Nahrung zu sich zu nehmen.

Rauchen erhöht das Risiko für einen Manganmangel. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Nicht können und nicht wollen

Menschen, die zum Beispiel eine Chemotherapie hinter sich haben, an schlimmen Schmerzen leiden, bestimmte Medikamente einnehmen oder an spezifischen Erkrankungen leiden, essen oft zu wenig oder zu wenig nahrhaft.

Krankheiten wie die Phenylketonurie wiederum führen dazu, dass die Patienten nicht genug Mangan aus der Nahrung zu sich nehmen können.

Umstände, die einen Mangel fördern sind: Wachstum in der Jugend, Rauchen, Störungen des Eiweißstoffwechsels.

Wie äußert sich ein Mangel an Mangan?

Eine Unterversorgung mit dem Spurenelement führt zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, er kann mit verminderter Fertilität einhergehen, das Wachstum verzögern oder schädigen.
Deformationen des Skeletts und eine verminderte Knochendichte sind ebenso Symptome wie vermehrte Knochenbrüche.

Betroffene sind anfällig für Infektionen, ihr Blut kann schlechter gerinnen, sie leiden häufig unter Erkrankungen des Nervensystems wie Krämpfen.

Ob Manganmangel Ursache für Formen der Schizophrenie ist, lässt sich nicht hinlänglich belegen, es gibt aber Hinweise darauf.

Behandlung

Wurde eine unzureichende Versorgung ärztlich diagnostiziert, helfen Mangantabletten und eine Nahrungsumstellung, um das Spurenelement wieder auszugleichen.

Sind jedoch Magen-Darm-Erkrankungen oder die besagte Phenylketonurie die Ursache, dann müssen diese Krankheiten behandelt werden, zum Beispiel mit Medikamenten. Die Betroffenen sollten täglich und auf Dauer genug Mangan zu sich nehmen.

Frühsymptome sind Nervosität, Irritationen und ständige Erschöpfung.

Sprossen enthalten jede Menge Mangan. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Boron

Ein Mangel an Boron könnte die Knochenbildung beeinflussen, insbesondere die Struktur und Stärke der Knochen. Eine Unterversorgung mit dem auch als „Bor“ bekannten Spurenelement wirkt sich nämlich auf den Kalzium- und Magnesiumhaushalt aus. Dadurch sinkt die Fähigkeit des Körpers, diese Mineralien aufzunehmen.

Menschen, die an einem Borondefizit leiden, scheiden vermehrt Kalzium mit dem Urin aus, welches dem Körper dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Nierensteine

Möglicherweise führt ein Boronmangel auch dazu, dass sich Nierensteine bilden, als Resultat eines zu hohen Magnesium- und Kalziumspiegels im Blut.

Ein Boronmangel bedingt vermutlich auch Schäden in der kognitiven Entwicklung und Probleme beim Lernen und Speichern von Information, denn Bor gilt als “brain nutrient”, also als Stoff, der die Aufmerksamkeit unterstützt und sogar das Kurzzeitgedächtnis.

Der Mineralstoff spielt eine wesentliche Rolle dabei, Kalzium in die Gelenke zu integrieren und beugt so Arthritis vor. Menschen mit einem Borondefizit leiden also häufiger an Arthritis. (Somayeh Khaleseh Ranjbar, übersetzt von Dr. Utz Anhalt)