Papeln: Symptome, Ursachen und Behandlung

Nina Reese
Papeln und Knötchen
Papeln oder auch Knötchen bezeichnen Hautausschlag, bei dem sich die Häute oder Schleimhäute knötchenartig verdicken. Papeln sind klein, jede einzelne misst weniger als 5 mm. Es handelt sich nicht um eigenständige Erkrankungen, sondern um ein Symptom diverser Krankheiten.

Papeln: Definition und Auftreten

Je nachdem, wo die Papeln auftreten, unterscheiden Mediziner zwischen drei Arten von Knötchen:

Epidermale Papeln treten in der Hornzellschicht, der Stachelzellschicht oder der Oberhaut auf. Typische Knötchen dieses Typus sind zum Beispiel Warzen.
Kutane Papeln bilden sich in der Lederhaut, sie sind ein klassisches Symptom der Syphilis. Epidermo-kutane Papeln erscheinen in Lederhaut und Oberhaut.

Mit dem Begriff „Papeln“ werden kleine Hautknötchen beschrieben. Diese können in ganz unterschiedlichen Varianten auftreten. (Bild: snesivan/fotolia.com)

Viele Papeln sind nur ein Ärgernis. Sie sehen hässlich aus, entstehen aber spontan und bilden sich ebenso schnell wieder zurück, ohne Narben zu bilden. Papeln sind flach-oval, halbkugelig oder spitzkegelig. Sie können weich sein oder fest.

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Einzeln oder in Gruppen

Es gibt sowohl einzelne Papeln wie auch multiple Knötchen. Diese Erstdiagnose kann der Arzt bei Papeln auf der Oberhaut mit einem Blick erstellen – anders sieht es bei Verdickungen in den tieferen Hautschichten aus.

Multiple Papeln treten vor allem als Teilsymptom einer Krankheit auf, zum Beispiel bei Infektionen aber auch als Reaktion auf Medikamente.

Diagnose bei Papeln

Um eine genaue Diagnose zu stellen, untersucht der Arzt die Größe, die Anzahl und Verteilung der Knötchen: Treten sie einzeln auf, oder sind es viele? Konzentrieren sie sich an einer bestimmten Stelle, bilden sie Netze?

Dann folgt die Zuordnung zu den Funktionen, die die Papeln auslösen könnten: Sitzen die Papeln an Schweiß- und Talgdrüsen? Bilden sie sich an Stellen, die von Kleidung bedeckt sind?

Wichtig ist auch die räumliche Zuordnung: Ist die Leistenhaut betroffen? Oder das Gesicht, das Ohr, die Nase?

Aufschluss über die Basiserkrankung bietet auch die Form der einzelnen Knötchen: Ist sie variabel? Mit scharfem Rand? Unscharf? Zackig?

Welche Farbe haben die Papeln? Hautfarben, mattrot, hellrot, blutrot? Purpur oder bläulich? Welche Temperatur haben die Knötchen: Normale Körpertemperatur, Über- oder Untertemperatur? Welche Konsistenz haben sie?

Im Rahmen der Diagnose werden die Hautveränderungen genau unter die Lupe genommen und z.B. mögliche Grunderkrankungen erfragt. (Bild: ArTo/fotolia.com)

Welche Symptome zeigen sich an den Papeln? Sind sie schmerzlos, ist es ein juckender Hautausschlag oder jucken die Knötchen sogar stark? Brennen sie? Schmerzen sie anderweitig? Treten weitere Symptome auf, zum Beispiel Fieber, Übelkeit, Abgeschlagenheit?

Leidet der Patient an Grunderkrankungen wie einer Stoffwechselstörung, Schwäche des Immunsystems oder bösartigen Tumoren?

Sind die Papeln statisch, vergehen sie von selbst oder treten sie immer wieder von neuem auf? Gibt es äußere Auslöser wie Wärme, Kälte, Druck oder UV-Licht? Gibt es innere Auslöser wie Bakterien, Pilze, Viren oder Allergien?

Ursachen der Hautknötchen

Generell können sich Papeln an den unterschiedlichsten Stellen des Körpers bilden, wenn sich nämlich Zellen in der Haut unkontrolliert vermehren und sich so das entsprechende Hautgewebe vergrößert.

Das liegt daran, dass sich auch die Zellen der Hornhaut vermehren, und die sehen wir auf der Hautoberfläche. Eine Ursache für diese Zellformationen sind Hautkrankheiten, die Ekzeme bilden. Eine seltene Krankheit mit Namen „Lichen ruber“ zeichnet sich besonders durch Papeln aus, ebenso wie der so genannte Nävuszellnävus, eine Hautveränderung von Säuglingen.

Basiserkrankungen mit Papelbildung

1.) Dermatitis
Papeln entstehen meist durch Hautentzündungen, die sich wiederum meist als Reaktion auf externe Stoffe bilden.

Verbreitete Auslöser sind Gummi und Latex, Make-up, Seifen, Shampoos und Gels, Chemikalien in der Kleidung, Giftstoffe in Pflanzen, Metalle im Körperschmuck wie Silber oder Nickel.

Eine mögliche Ursache für Papeln und Bläschen auf der Haut sind Windpocken. Die hochansteckende Infektionskrankheit betrifft vor allem Kinder. (Bild: Miroslav Beneda/fotolia.com)

2.) Windpocken
Windpocken entstehen durch das Varizella-Zoster-Virus, sind hoch ansteckend und äußern sich durch einen stark juckenden Ausschlag am ganzen Körper. Sie übertragen sich leicht durch Körperkontakt und Speichel, also auch durch Husten oder Niesen.

Besonders gefährdet sind Schwangere, da Windpocken der Mutter den Fötus schädigen können, zum Beispiel, indem das Kind taubstumm wird.

3. ) Candidiasis
Candidiasis (auch Candidosis oder Kandidose) ist keine Virus- sondern eine Pilzerkrankung. Am häufigsten wird eine solche Pilzinfektion beim Menschen durch den Pilz Candida albicans ausgelöst.

4. ) Psoriasis bezeichnet eine Hauterkrankung, bei der die Haut rot wird, sich schuppt und außerdem Papeln bildet.

5. ) Gürtelrose ist eine Infektion mit dem Herpes-Zoster-Virus, die sich als Hautausschlag mit Papelbildung zeigt. Die schmerzende Hautpartie entwickelt Papeln, welche sich aber in Blasen umwandeln, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und in kleinen Gruppen zusammen stehen. Meist sind Rumpf, Arme, Beine oder Hals betroffen, ebenso kann der Ausschlag im Gesicht auftreten.

6. ) Insektenstiche sind keine Krankheit, führen aber ebenfalls zu Papeln. Auch normale Reaktionen des Körpers zeigen sich als Jucken, Schmerzen und Brennen. Es bilden sich Quaddeln, und die Knötchen sind stecknadelkopf- bis linsengroß.

Auch Insektenstiche können zu kleinen, juckenden Knötchen und Quaddeln auf der Haut führen. (Bild: Jürgen Fälchle/fotolia.com)

Behandlung

Liegt eine Basiserkrankung vor, bekämpft der Arzt vor allem diese. Zuständig ist der Hautarzt. Neben Medikamenten ist häufig ein chirurgischer Eingriff nötig, zum einen aus ästhetischen Gründen, zum anderen aber, um abzuklären, ob die Papeln einen Tumor anzeigen.

Handelt es sich um kleine Papeln an nicht sichtbaren Körperstellen ist Abwarten die beste Devise. Oft verschwinden sie von allein.
Vermehren sie sich jedoch und bedecken immer größere Flächen des Körpers, sollten die Betroffenen eine Operation in Betracht ziehen, ebenso, wenn einzelne Papeln sich vergrößern und entzünden.

Vorbeugung

Jeder Mensch hat in seinem Leben irgendwann einmal irgendwo an seinem Körper Papeln. Das lässt sich nicht wirklich verhindern. Haben sich bereits Knötchen gebildet, können die Betroffenen diese zumindest kontrollieren.

Sie sollten Druck auf die Papeln ebenso vermeiden wie Reibung oder intensives Sonnenlicht.

Zeigen die Hautveränderungen aber eine Grunderkrankung an, sollten die Patienten diese angehen.

Sind Allergien der Auslöser für die Hautprobleme, empfiehlt es sich, auf die Substanzen zu verzichten, die die Allergie auslösen.

Sie sollten die Hautoberfläche auf den und um die Papeln säubern, und zwar regelmäßig. Oft löst sich die Papel dann auf, bisweilen entwickelt sie sich jedoch zu einem Ekzem oder entzündet sich.

Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Knötchen auszudrücken. Es handelt sich nämlich nicht um einen Pickel, bzw. eine Pustel mit Eiterbildung. Reiben Sie die Haut nicht beim Waschen.

Wenn Sie die Ursache der Papeln nicht kennen, vermeiden Sie Körpersprays, Shampoos etc. bei denen Sie nicht sicher sind, ob ihre Haut diese verträgt.

Setzen Sie die betroffenen Stellen so oft wie nur möglich der frischen Luft aus.

Sind Papeln gefährlich?

Die Ursache der Papeln kann gefährlich sein: Wenn sich ein Krebs bildet oder sie an Syphilis leiden, handelt es sich um ernste und lebensbedrohliche Veränderungen. Die Hautveränderungen selbst sind jedoch fast immer harmlos. (Dr. Utz Anhalt) 

Literatur:
P. Altmeyer: Dermatogische Differenzialdiagnose. Heidelberg 2007.