Säure-Basen-Haushalt

Susanne Waschke

Der Säure Basen Haushalt wird bestimmt durch chemische Verbindungen, die sauer reagieren und Wasserstoff (H) enthalten, sowie chemische Verbindungen die basisch reagieren und eine Hydroxylgruppe (HO) enthalten. Basen sind chemische Verbindungen, die basisch reagieren und eine Hydroxylgruppe (OH) enthalten. Beide müssen als Wechselspieler im Organismus vorhanden sein, das heißt dass Säuren und Basen immer im Gleichgewicht sein sollten. Treffen ein Säuremolekül und ein Basenmolekül zusammen, entsteht ein neutrales Salzmolekül, das dem Körper nichts mehr anhaben und ausgeschieden werden kann. Chlor ist zum Beispiel ein äußerst saures, aggressives Molekül. In Verbindung mit Natrium (= basisch) entsteht daraus jedoch eine ungefährliche Salzverbindung, nämlich Natriumchlorid.

Inhaltsverzeichnis

Säure Basen Haushalt
Saure und basische Mineralien
Stoffwechsel
Störung des Säure Basen Haushaltes
Gewebeazidose – Übersäuerung
Ursachen der Übersäuerung
Symptome der Übersäuerung

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Saure und basische Mineralien

Die Puffersysteme im Körper müssen funktionieren, um die Schwankungen zwischen basischem und sauren Stoffwechselmilieu ausgleichen zu können. So gibt es saure Mineralien, wie Schwefel, Phosphor, Chlor, Fluor und Jod. Basische Mineralien sind Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Die basischen Mineralien gehören zu den Entsäuerungsmineralien. Sie sind Bestandteile der natürlichen Kost und müssen in jeder Zelle für wichtige Neutralisierungsvorgänge vorhanden sein. So verändern zum Beispiel Magnesium- und Kalziumverluste die Muskelkontraktionen. Eisenmangel verschlechtert den Sauerstofftransport und behindert die Energieversorgung im Körper.

Säure-Basen-Haushalt
(Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Stoffwechsel

Unser Leben bedeutet Stoffwechsel, das heißt der Körper befindet sich in einem ständigen Auf – und Abbau. Energie ist für alle Körpervorgänge nötig. Die dafür notwendigen Baustoffe werden durch die Nahrung zugeführt. Bei der Verarbeitung dieser Baustoffe fallen verschiedene Stoffe an, so auch Säuren. Der Körper ist normalerweise in der Lage, diese Säuren abzutransportieren und zu entsorgen. Dazu nutzt der Organismus die unterschiedlichsten Puffermechanismen, um den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Die kleinen Säureteilchen entstehen in den Köperzellen, wandern dann durch das Bindegewebe in das Blut und werden anschließend zur Niere oder Lunge transportiert. Dort werden sie entweder ausgeschieden oder über die Lungen ausgeatmet.

Kritisch wird es, wenn über einen längeren Zeitraum zu viel an Säuren anfallen, der Körper wird mit diesen überflutet, und ist nicht in der Lage die Säuren schnell genug abzubauen. Die Puffersysteme sind überbeansprucht. Jetzt springen Muskulatur und Knochen als Helfer ein, um die Pufferkapazität im Blut zu erhalten. In diesem Stadium, das man Azidose oder Übersäuerung nennt, treten noch keine klinischen Symptome auf, der ph-Wert des Blutes ist im physiologischen Bereich. Ein konstanter ph-Wert in den Zellen, den Organen und im Blut ist lebensnotwendig. Wenn hier Verschiebungen auftreten, leiden ganze Stoffwechselabläufe, wie z.B. die Struktur des Bindegewebes darunter.

Störung des Säure Basen Haushaltes

Der Physiologische Pf-Wert des Blutes liegt etwa bei 7,4, der Normbereich liegt zwischen 7,36 und 7,44. Wenn der Wert im Blut kleiner als 7,35 ist, spricht man von einer manifesten Azidose, ist er höher als 7,45 so bedeutet dies eine manifeste Alkalose. Beide Zustände sind lebensbedrohlich und müssen sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Sind die Pufferkapazitäten des Blutes stark vermindert, jedoch noch keine klinische Symptomatik vorhanden, wird dies als kompensierte klinische Azidose bezeichnet. Der Säureüberschuss kann noch abgefangen werden, jedoch sinkt die Fähigkeit des Körpers, Säureteilchen abzupuffern.

Gewebeazidose – Übersäuerung

Hier liegt der ph-Wert des Blutes innerhalb des physiologischen Normbereiches und die Kapazität des Blutes, Säuren zu puffern, ist noch nicht oder nur wenig herabgesetzt. Wenn Bicarbonat, der wichtige Stoff zur Säurepufferung, nicht mehr ausreicht, greift der Körper auf die Pufferreserven von Knochen und Muskeln zurück. Dem Knochen wird dann Kalzium entzogen, was zu Osteoporose führen kann. In den Muskeln kommt es zu sogenannten Myogelosen (Muskelhärten).

Ursachen der Übersäuerung

Chronische Darmgärung in folge falscher Ernährung
Chronischen Entzündungen
Alkohol
Chronische Nierenschwäche
Sauerstoffmangel durch Herzschwäche
Massive körperliche Belastungen
Vergiftungen
Medikamente, wie z.B. Kortison
zuviel an tierischem Eiweiß
Mangel Frischkost, Obst, Gemüse
Geringe Flüssigkeitszufuhr

Symptome der Übersäuerung

Viele Symptome werden in der Naturheilkunde mit einer Übersäuerung in Verbindung gebracht. Dazu gehören eine allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Verspannungen, Magen- und Darmprobleme. Hinzu kommen eine erhöhte Allergieneigung und Infektanfälligkeit. Ebenso stehen Erkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Gicht und Diabetes in Verbindung mit einer Übersäuerung. (Susanne C. Waschke, Heilpraktikerin)