Schulterblattschmerzen: Schmerzen am Schulterblatt
Schulterschmerzen
Ein in der Praxis häufig vorkommendes Beschwerdebild ist das der Schmerzen am Schulterblatt (Schulterblattschmerzen). Der Schmerz kann zwischen den Schulterblättern sitzen, aber auch direkt auf oder unter dem Schulterblatt. Meist klagen Menschen mit Schmerzen am Schulterblatt über ein Auftreten bei oder nach langem Sitzen.
Schmerzen am Schulterblatt:
Synonyme
Beschwerden und Symptome
Funktionelle Ursachen von Schulterblattschmerzen
Synonyme
Schulterblattbeschwerden, Schulterblattstechen, Schulterblattpieksen, Beschwerden am Schulterblatt, scapuläre Schmerzen, Schmerzen an der Scapula, hintere Schulterschmerzen, blade bone pain, scapula pain, omoplate pain, shoulder blade pain, scapular pain, Schulterblattschmerzen, Schmerzen Schulter, Schulterschmerzen.
Beschwerden und Symptome
Die Schmerzen werden meist mittig vom Schulterblatt, zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt angegeben (Schulterschmerzen). Oftmals sind die Schmerzen auch unter dem Schulterblatt angegeben oder direkt drauf. Es gibt Fälle, bei denen meist der Schmerz auf dem Schulterblatt liegt und die Schmerzen beim Heben des Armes und Zurücknehmen des Armes haben. Eher selten treten die Beschwerden am oberen äusseren Anteil des Schulterblattes auf. Wenn, dann ziehen sie meist noch in die Halswirbelsäule und die Betroffenen klagen über Nackenverspannungen.
Betroffenen geben meist an, dass die Schmerzen während oder nach langem Sitzen vor dem Bildschirm auftreten und dass Massagen oftmals nur kurzzeitige Erleichterung bringen.
Funktionelle Ursachen von Schulterblattschmerzen
Zwischen den Schulterblättern befinden sich Muskeln, die die Schulterblätter nach innen ziehen- die Musculi rhomboideii. Sie können sich verspannen und sogenannte Triggerpunkte aufweisen. Triggerpunkte sind spürbare Verhärtungen in den Muskeln, die durch den Druck des Behandlers weicher und schmerzunempfindlicher werden. Über den Rhomboideii- Muskeln liegt der Trapez Muskel. Er geht nach aussen zu den Schultern und bis zum Hinterkopf. Auch er kann sich verspannen und Triggerpunkte aufweisen. Schmerzen treten meist beim Zusammenziehen der Schulterblätter zur Wirbelsäule auf und können teilweise bis in den Arm und die Finger ausstrahlen.
Am oberen mittleren „Zipfel“ des Schulterblattes setzt der Schulterblattheber- der Musculus Levator Scapulae- an. Auch er kann verspannt sein und etwas mit dem Trapezmuskel verbacken. Dadurch gleiten die Muskeln und ihre Bindegewebshüllen, die Faszien, nicht mehr richtig und es kann zu Beschwerden kommen. Schmerzen treten dann am Ansatz am Schulterblatt sehr punktuell beim Heben der Schulter oder beim schräg nach hinten Nehmen des Kopfes auf. Unter den Muskeln am Schulterblatt liegen die Rippenköpfchen. Wenn es zu einer Bewegungseinschränkung oder Spannung der Rippen kommt, so kann dies wohl auch zu punktförmigen Schmerzen an den Rippenköpfchen, beim nach vorne Nehmen des Armes führen. Einzelne Nerven laufen auf ihrem Weg auch direkt durch Muskeln und können bei einem Hartspann des Muskels abgeklemmt und gereizt werden.
Wieder mal verantwortlich für diese Spannungszustände um das Schulterblatt scheint das Einfallen der Schultern nach vorne zu sein. Eventuelle Dauer- Stress- Zustände, die zu ständiger Einatmung führen, können über die Spannung des kleinen Brustmuskels, das Schulterblatt ständig nach vorne ziehen und zu einer reflektorischen Anspannung der Muskeln um das Schulterblatt und führen. Viele Menschen wollen aber aufrecht sitzen oder bekommen gesagt „Mensch, sitz doch mal grade!“ und ziehen dann mit Spannung die Schulterblätter nach hinten. Das kann natürlich zu vermehrter Spannung und sogar Beschwerden wie Rückenschmerzen durch die ständige Anspannung führen. Massagen der Rückenmuskulatur haben dann häufig bei den Betroffenen nur einen kurzzeitigen Effekt, weil die Spannung vorne und/oder das angespannte Gradesitzen immer wieder die Beschwerden hervorrufen.
Der us- amerikanische Rolfing- Therapeut Tom Myers hat Anfang 2010 in einer Dissektion eindrucksvoll bewiesen, dass die Rhomboideii Muskeln, auch wenn man das Schulterblatt wegschneidet, mit dem vorderen Sägemuskel (Musculus serratus anterior) fest verbacken und Linien sogar bis zum Hinterkopf zu verfolgen sind. So ist besser erklär- und verstehbar, wie sich Beschwerden von vorne nach hinten und bis zum Hinterkopf (unter anderem in Kopfschmerzen, vom Hinterkopf ausstrahlend) fortsetzen können. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie)
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