Schmerzen im Penis / Penisschmerzen

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Schmerzen im Penis können vielfältige Ursachen haben, in den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Verletzungen oder eine Entzündung der unteren Harnwege wie eine Harnröhren- oder Blasenentzündung. In diesem Fall sind die Beschwerden vor allem beim Wasserlassen sehr stark, oft treten zudem Unterleibsschmerzen, schleimig-eitriger Ausfluss und Fieber auf. Neben dem kommen eine Reihe weitere Auslöser für die Penisschmerzen in Betracht. Treten diese zum Beispiel während der Erektion auf, ist auch ein sogenannter „Penisbruch“ möglich, ebenso wie eine Verkrümmung des Glieds oder eine schmerzhafte, dauerhafte Form der Erektion (Priapismus). Wird die Ursache für die Beschwerden rechtzeitig erkannt, lassen sich diese in den meisten Fällen gut behandeln, ohne dass es zu weiteren Beeinträchtigungen kommt. Dementsprechend sollten Betroffene möglichst frühzeitig einen Arzt bzw. Urologen aufsuchen, um chronische Entzündungen und Langzeitschäden wie beispielsweise Erektionsstörungen zu vermeiden.

Ursachen von Penisschmerzen
Schmerzen an der Harnröhre
Penisschmerzen während der Erektion
Schmerzen an der Eichel
Therapie bei Penisschmerzen
Naturheilkunde bei Schmerzen im Glied

Ursachen von Penisschmerzen

Penisschmerzen werden in den meisten Fällen durch Entzündungen oder Verletzungen verursacht und können dabei sowohl in der Harnröhre als auch in der Vorhaut oder den Schwellkörpern auftreten. Hier kommt beispielsweise eine Verletzung des Vorhautbändchens beim Geschlechtsverkehr oder der Harnröhre durch Katheter oder andere Fremdkörper in Frage, ebenso kann durch eine Operation (wie zum Beispiel eine Harnröhrenschlitzung) oder einen Unfall der Bereich des Penisses in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch Missempfindungen und Schmerzen auftreten können.

Neben dem können diese auch durch eine sogenannte „Wundrose“ (med.: Erysipel) bedingt sein, womit eine bakterielle Entzündung infolge einer kleinen Verletzung (z.B. Risswunde, Ekzem) bezeichnet wird. Ist dies der Fall entstehen an der betroffenen Stelle scharf begrenzte, als warm empfundene Rötungen, Spannungsgefühle und Schmerzen, möglich sind zudem Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, ein allgemeines Schwächegefühl und Herzrasen. Auch eine Blasenentzündung kann dazu führen, dass die Schmerzen bis in den Penis ausstrahlen, in sehr seltenen Fällen kann auch ein Peniskrebs die Ursache sein. Dieser tritt meist an der Eichel und an der Vorhaut auf, kann sich aber unbehandelt auch auf Schwellkörper, Harnröhre, Prostata oder sogar die Bauchdecke ausdehnen. Wird das Karzinom frühzeitig entdeckt, sind die Prognosen jedoch in der Regel sehr gut, dementsprechend sollten Männer ab dem 45. Geburtstag möglichst einmal im Jahr eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen.

Kann der Auslöser der Beschwerden klar diagnostiziert werden, lassen sich diese im Normalfall generell gut behandeln. Bei ausbleibender Therapie kann es jedoch unter Umständen zu schwerwiegenden Folgen wie zum Beispiel einer dauerhaften Erektionsstörung kommen, dementsprechend sollte bei Schmerzen im Penis immer zur Abklärung ein Urologe aufgesucht werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Dies gilt vor allem, wenn die Schmerzen akut auftreten und/oder von weiteren Symptomen wie beispielsweise Erektionsstörungen oder Blut im Urin begleitet werden.schmerzen-penis

Schmerzen an der Harnröhre

Treten die Schmerzen im Penis vor allem beim Wasserlassen auf, kann eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) die Ursache sein, bei der es sich um eine Entzündung der Harnröhrenschleimhaut handelt. Diese entsteht in den meisten Fällen durch Bakterien (Chlamydien, Gonokokken, Mykoplasmen etc.), die beim ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen werden, aber auch über Schmierinfektionen, beispielsweise durch falsches Abwischen von der Analregion in die Harnröhre. In selteneren Fällen können bei einem geschwächten Immunsystem aber auch Viren, Einzeller oder Pilze die Auslöser sein, ebenso kann die Harnröhre beispielsweise auch durch einen Harnblasenkatheter oder aufgrund einer Unverträglichkeit gegen bestimmte Verhütungsmittel oder Gleitmittel gereizt werden.

Die Wirkung von Preiselbeeren (Cranberrys) bei Harnwegsinfektionen erwiesen. (Henrie/Fotolia)
Die Wirkung von Preiselbeeren (Cranberrys) bei Harnwegsinfektionen erwiesen. (Henrie/Fotolia)

Eine Harnröhrenentzündung kann bei Männern und Frauen prinzipiell zu denselben Symptomen führen, obwohl diese meist unterschiedlich ausgeprägt sind, denn Frauen verspüren oft lediglich ein unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen. Bei den Männern sind die Beschwerden hingegen meist sehr stark ausgeprägt, da sie eine deutlich längere Harnröhre haben und die Entzündung dementsprechend einen größeren Bereich betrifft. Kennzeichnend ist vor allem ein häufiges Wasserlassen, welches jedoch nur erschwert und tröpfchenweise erfolgt und sehr schmerzhaft sein kann. Auch ein brennendes Gefühl beim Urinieren ist möglich, hinzu können ein Jucken und Brennen im Bereich der Harnröhre, Unterleibsschmerzen, schleimig-eitriger Ausfluss (Fluor urethralis), Fieber oder Blut im Urin kommen.

Erfolgt hier keine Behandlung, kann sich die Entzündung auch auf Hoden und Nebenhoden sowie auf die Prostata oder Samenleiter ausweiten, wodurch es zu weiteren Beschwerden oder in schwereren Fällen sogar zu einer Unfruchtbarkeit kommen kann. Dementsprechend ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig, denn entwickelt sich eine chronische Entzündung der Harnröhre, kann diese zudem vernarben und verhärten, wodurch eine Harnröhrenenge (Striktur) entsteht, die für Probleme beim Wasserlassen, immer wieder kehrende Blasenentzündungen oder einen Abszess in der Harnröhre verantwortlich sein kann.

Penisschmerzen während der Erektion

Treten die Beschwerden im Glied während der Erektion auf, können diese auch durch ein Hämatom oder eine so genannte „Penisruptur“ entstehen, welche umgangssprachlich oft auch als „Penisfraktur“ oder „Penisbruch“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich jedoch aufgrund des nicht vorhandenen Penisknochens nicht um einen Bruch im eigentlichen Sinne, sondern um ein Einreißen der Schwellkörper des Penis bzw. der umliegenden Membran (Tunica albuginea). Diese Verletzung kann entstehen, wenn das Glied erigiert ist und dabei abknickt, was dementsprechend zumeist während des Geschlechtsverkehrs oder in selteneren Fällen auch bei der Masturbation geschieht. Neben dem kann eine Ruptur aber auch verursacht werden, wenn z.B. ein erigierter Penis versteckt werden soll und dafür stark nach unten gedrückt wird. In sehr seltenen Fällen kann es auch im Schlaf zu der Verletzung kommen, indem der Mann während einer Erektion mit seinem gesamten Körpergewicht auf seinem Glied liegt und dieses dadurch ebenfalls stark biegt. Liegt eine Penisruptur vor, kommt es typischerweise zu einem Bluterguss, starken Schwellungen und massiven Schmerzen, zudem geht das Einreißen der Membran normalerweise mit einem deutlich hörbaren Knall und einem sofortigen Verlust der Erektion einher.

Eine Verbiegung bzw. Krümmung des Penisses (Penisdeviation) kann ebenfalls zu massiven Schmerzen während der Erektion bzw. dem Geschlechtsverkehr führen. Von dieser sind ca. 5 % aller Männer betroffen, wobei zwischen angeborenen (kongenitalen) und erworbenen Penisverbiegungen unterschieden wird. Erstere basieren auf einer genetischen Fehlentwicklung im Mutterleib, wie zum Beispiel ungleich ausgebildeten Schwellkörpern oder einer verkürzten Harnröhre (Hypospadie). Die erworbene Form entsteht hingegen häufig als Folge einer chronischen Erkrankung der beiden Erektionsschwellkörper (Induratio penis plastica) oder einer Penisfraktur. Dabei können sich die Beschwerden entweder langsam bzw. mit zunehmender Verkrümmung oder aber auch ganz abrupt entwickeln, häufig treten die Penisschmerzen aber schon zu Beginn der Erkrankung, vor allem während der Erektion, auf. Die Verkrümmung kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen, in den meisten Fällen zeigt sich jedoch in erregtem Zustand eine Krümmung nach oben, nach unten oder zur Seite, möglich ist aber auch eine Art „Knick“ im erigierten Glied.

Auch ein sogenannter „Priapismus“ kommt als Ursache infrage, womit eine schmerzhafte Form der Erektion bezeichnet wird, welche länger als zwei Stunden anhält. Je nach Ausmaß wird hier medizinisch zwischen einem „Low-flow“ und einem „High-flow“-Priapismus unterschieden, wobei sich die Einstufung aus dem Ausmaß des Blutflusses im Penisschwellkörper ergibt. Demnach kann bei der weitaus häufigeren Low-flow-Variante (90% der Fälle) venöses Blut aus den Schwellkörpern nicht abfließen, was zu einer Dauererektion sowie ab einem gewissen Zeitraum (mehr als 12 Stunden) auch zu einer Schädigung des Schwellkörpergewebes oder sogar (ab etwa 24h) zu einer dauerhaftem Erektionsstörung führen kann. Durch den Blutstau ist der Penis extrem verhärtet, die Eichel bläulich verfärbt und weich, zudem sind keine Pulsationen vorhanden. Dementsprechend handelt es sich hier immer um einen urologischen Notfall, welcher so schnell wie möglich medizinisch behandelt werden muss. Der High-Flow-Priapismus entsteht hingegen infolge eines starken Einstroms von arteriellem Blut in die Schwellkörper, da der venöse Abfluss hier jedoch nicht gestört ist, ist diese Form der Dauererektion auch nicht so gefährlich. Auch die Schmerzsymptomatik ist hier entsprechend geringer ausgeprägt als bei der Low-flow Variante, zudem ist das Glied weiterhin elastisch.

In etwa 50 Prozent der Fälle tritt die dauerhafte Erektion ohne erkennbare Ursache auf (Idiopathischer Priapismus). Für die andere Hälfte kommen hingegen vielfältige Auslöser in Betracht, häufig sind zum Beispiel Medikamente (Schmerzmittel, Blutdruckmittel, Antidepressiva etc. ), Drogen (Amphetamine, Marihuana, Kokain) und Alkoholmissbrauch verantwortlich. Ebenso sind neurologische Erkrankungen (wie z.B. Multiple Sklerose) oder Erkrankungen des Blutes (Leukämie, Sichelzellanämie, Thalassämie) möglich, hinzu kommen Verletzungen im Damm- bzw. Genitalbereich, die beispielsweise beim Abrutschen vom Sattel auf die Mittelstange des Fahrrads oder während einer Operation entstehen können. In Frage kommt bei letzterem vor allem die Behandlung einer Erektionsstörung mittels einer sogenannten „Schwellkörperselbstinjektions-Therapie“ (SKAT), wobei das Risiko auch hier insgesamt relativ gering ist.

Schmerzen an der Eichel

Treten die Schmerzen im Bereich der Penisspitze auf, kann auch eine Eichelentzündung (Balanitis) die Ursache sein, wobei oft die Vorhaut mitbetroffen ist (Balanoposthitis). Kennzeichnend sind hier vor allem Schmerzen und/oder ein brennendes Gefühl im Bereich von Eichel und/oder Vorhaut, Rötungen, Schwellungen sowie teilweise ein sehr starker Juckreiz. Zudem können nässende Stellen bzw. eitriger Ausfluss auftreten, handelt es sich um eine chronische Entzündung kommt es außerdem häufig zu Verklebungen oder sogar zu einer Vorhautverengung (Phimose). In vielen Fällen kommt es darüber hinaus zu oberflächlichen Hautveränderungen. Diese können sich je nach Form der Balanitis zum Beispiel durch plötzlich auftretende Rötungen mit kleinen Knötchen und feinen, trockenen Schuppen äußern, ebenso wie durch scharf begrenzte rötliche Flecken mit einer feuchten Oberflächliche, in denen sich oft kleine Einblutungen finden.

Eine Entzündung der Eichel bzw. der Vorhaut kann viele Ursachen haben, oft handelt es sich jedoch um eine Infektion mit Krankheitserregern wie Pilzen (z.B. Candida, Soor), Parasiten (z.B. Trichomonaden), Viren (z.B. Herpes genitalis, Feigwarzen) oder Bakterien (z.B. Chlamydien). Diese können zum einen durch sexuellen Kontakt entstehen, möglich ist aber auch eine unzureichende Genitalhygiene, durch welche sich zwischen Eichel und innerer Vorhaut das sogenannte „Smegma“ ansammelt, welches einen idealen Nährboden für Erreger bietet. Neben dem können sich die Eichel bzw. die Vorhaut aber auch zum Beispiel infolge einer Überempfindlichkeit auf Medikamente oder einer Kontaktallergie entzünden, bei welcher die Haut besonders sensibel auf direkte Berührung mit einem bestimmten Stoff (z.B. Latex, Nickel) reagiert. Darüber hinaus erhöhen eine Reihe von Erkrankungen wie beispielsweise Schuppenflechte, Diabetes oder eine Knötchenflechte (Lichen ruber planus) das Risiko für eine Balanitis, ebenso wie ein geschwächtes Immunsystem (z.B. bei HIV) oder eine bestehende Vorhautverengung. Hinzu kommen begünstigende Faktoren wie die häufige Verwendung von alkalischen Seifen oder Intimsprays, sehr enge Kleidung oder mechanische Einflüsse wie zum Beispiel eine verstärkte Reibung durch häufige sexuelle Kontakte.

Therapie bei Penisschmerzen

Harnröhrenentzündung
Werden die Schmerzen im Penis durch eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) verursacht, erfolgt die Therapie in Abhängigkeit der jeweiligen Ursache. Sind Bakterien oder Pilze die Auslöser, kommen normalerweise entsprechende Medikamente wie Antibiotika oder Antipilzmittel (Antimykotika) zum Einsatz, in einigen Fällen (z.B. bei Chlamydien) ist es zudem notwendig, den Lebenspartner mitzubehandeln. Liegt die Ursache für die Urethritis nicht in einer Infektion, muss weiter nach dem Auslöser geforscht werden, hier kann es beispielsweise sinnvoll sein, andere Hygiene- oder Verhütungsmittel zu verwenden. Bei sehr starken Schmerzen können zusätzlich Schmerzmittel eingesetzt werden, neben der medikamentösen Therapie ist es jedoch auch wichtig, viel zu trinken und möglichst oft auf die Toilette zu gehen, auch wenn dies mitunter starke Schmerzen bedeutet. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, den Unterleib warm zu halten und längeres Sitzen auf kalten Flächen zu vermeiden, handelt es sich um eine sexuell übertragbare Infektion, ist es zudem ratsam, bis zur vollständigen Abheilung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Penisfraktur
Kommt es zu einem sogenannten „Penisbruch“, ist in jedem Fall ärztliche Hilfe erforderlich, sodass Betroffene schnellstmöglich die Notaufnahme bzw. wenn möglich, eine urologische Klinik aufsuchen sollten. Um Langzeitfolgen wie beispielsweise Erektionsstörungen, eine Penisverkrümmung oder Harnröhrenverengung zu vermeiden, wird in den meisten Fällen umgehend operiert. In leichteren Fällen können zudem Antiandrogene bzw. Sedativa gegen Erektionen und komprimierende Verbände eingesetzt werden, darüber hinaus wird körperliche Schonung und Kühlung verordnet.

Penisverkrümmung
Liegt eine angeborene Penisverkrümmung bzw. Penisdeviation vor, wird im Einzelfall über die Notwendigkeit einer operativen Korrektur entschieden, wobei diese aufgrund der möglichen Risiken (Narbenbildung, Blutungen, Erektionsverlust etc.) meist nur bei Beschwerden oder starken Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr durchgeführt wird. Auch bei einer erworbenen Verkrümmung kommen verschiedene konservative Behandlungsmethoden in Frage, wie zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten, eine Stoßwellentherapie oder eine Vakuumpumpe. Liegt jedoch eine sehr starke Verkrümmung vor und/oder leidet der Patient unter großen Schmerzen, ist auch hier meist ein operativer Eingriff nötig, um die Verbiegung soweit zu begradigen, dass die Beschwerden gelindert und sexuelle Kontakte ermöglicht werden.

Priapismus
Tritt zum ersten Mal eine schmerzhafte Erektion über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden auf, stellt diese in jedem Fall einen medizinischen Notfall dar, der unter keinen Umständen bagatellisiert werden darf. Stattdessen sollte auf jeden Fall umgehend ein Arzt bzw. ein Krankenhaus aufgesucht werden, um die Ursache abklären und bei Bedarf sofort mit einer Behandlung beginnen zu können. Liegt ein Low-flow-Priapismus vor, kann dieser zur Unterstützung des Blutabflusses medikamentös behandelt werden, möglich ist auch eine Schwellkörperpunktion, durch welche das Blut abgesaugt wird. Hilft dies nicht, können weiterhin gefäßverengende Substanzen direkt in den Schwellkörper injiziert werden. Führt auch dies nicht zum Erfolg, besteht die Möglichkeit eines operativen Eingriffs, bei welchem mittels einer „Shuntverbindung“ zwischen der Penisarterie und einer Vene der Blutabfluss ermöglicht wird.

Ein High-Flow-Priapismus ist hingegen normalerweise nur wenig oder sogar gar nicht schmerzhaft und verschwindet in den meisten Fällen von ganz alleine wieder. Dennoch sollte auch in diesem Fall immer zunächst ein Arzt aufgesucht werden, um die dauerhafte Erektion genau abklären zu lassen. Im Normalfall folgt hier zunächst lediglich die Beobachtung des Priapismus, stellt die Erektion für den Betroffenen ein Problem dar, können zudem konservative Methoden in Form von Kühlung und Druckverbänden oder der Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten zum Einsatz kommen.

Balanitis / Posthitis
Ist eine Entzündung der Eichel und/oder der Vorhaut der Auslöser für die Schmerzen, richtet sich die Behandlung in erster Linie nach der Ursache. Können beispielsweise Bakterien als Verursacher ausgemacht werden, kommt normalerweise gezielt ein Antibiotikum in Form einer Salbe zum Einsatz, bei Pilzen werden hingegen bestimmte Antipilzmittel (Antimykotika) verabreicht, die jedoch ebenfalls lokal auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Liegt anstelle einer Infektion zum Beispiel eine Allergie vor, können auch Kortisonpräparate zur Hemmung der Entzündung eingesetzt werden. Ist die Entzündung auf eine bestehende Allgemeinerkrankung wie z.B. Diabetes zurückzuführen, muss vor allem diese entsprechend behandelt werden, in diesem Zusammenhang ist es gerade bei einer chronischen Entzündung auch ratsam, bei einer Vorhautverengung frühzeitig zu handeln und diese operativ zu beseitigen.

Neben dem sollten Patienten mit einer Balanitis darauf achten, keine alkalischen bzw. entfettenden Seifen oder Produkte wie Desinfektionsmittel bzw. Intimsprays zu verwenden, um die betroffenen Stellen nicht weiter zu reizen. Stattdessen sollte die Eichel lediglich mit klarem Wasser abgewaschen oder einem reinen Olivenöl gereinigt werden. Ebenso empfiehlt es sich, Unterwäsche und Handtücher häufig zu wechseln und im Kochwaschgang zu reinigen sowie auf Waschlappen aufgrund einer möglichen Kontamination ganz zu verzichten.

Naturheilkunde bei Schmerzen im Glied

Liegt eine Entzündung der unteren Harnwege vor, können auch natürliche Heilmittel oft eine wirksame Unterstützung zur Linderung der Beschwerden bieten. Hier kommen eine Reihe Hausmittel gegen Blasenentzündung in Betracht, wie beispielsweise ein Tee aus Bärentraubenblättern, welcher antibakteriell wirkt und daher bei den ersten Anzeichen einer Blasen- oder Harnröhrenentzündung wie Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang sinnvoll eingesetzt erden kann. Auch ein Sitzbad kann in diesem Fall wahre Wunder bewirken. Hierfür wird beispielsweise Kamillentee in ein altes Gefäß gegeben und in das Toilettenbecken gestellt. Anschließend wird sich normal auf die Toilettenbrille gesetzt, sodass der Dampf direkt auf die betroffenen Bereiche wirken kann. Alternativ kann auch eine Sitzbadewanne verwendet werden, in welcher für 30 Minuten beispielsweise ein Bad mit dem Zusatz von Zinnkraut eingenommen wird.

Neben dem hat sich in vielen Fällen das regelmäßige Trinken von Preiselbeer- bzw. Cranberrysaft bewährt, da dieser das Anhaften von Keimen an der Harnröhrenschleimhaut verhindert und sich dadurch positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. Die Homöopathie empfiehlt bei einer Entzündung der Harnröhre bzw. Blase darüber hinaus Clematis, Naphthalinum und Yohimbinum, weitere klassische Heilkräuter sind in diesem Fall unter anderem Bärentraubenblätter, Brennnessel und Hagebutte. (nr)

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Bild: Klaus Rupp / pixelio.de