Schmerzende Brustwarzen
Ursachen für schmerzende Brustwarzen und Brüste
Schmerzen an den Brustwarzen
Schmerzende Brustwarzen und Brüste können vielfältige Ursachen haben. Sowohl scheuernde Kleidung als auch Entzündungen oder gutartige Knoten können die Schmerzen an den Brustwarzen erzeugen. In den meisten Fällen sind schmerzende Brustwarzen hormonell bedingt, wobei vor allem Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit betroffen sind. Insbesondere bei sichtbaren Veränderungen der Brustwarzen und austretender Flüssigkeit außerhalb der Stillzeit sollte rechtzeitig medizinisch untersucht werden, um bösartige Tumoren (Brustkrebs) auszuschließen.
Schmerzende Brustwarzen:
Schmerzende Brustwarzen
Textilien können zu Brustwarzenschmerzen führen
Schmerzende Brustwarzen durch Entzündung
Brustdrüsenentzündung
Schmerzende Brüste durch Hormonumstellung
Knoten und schmerzende Brustwarzen
Bösartige Erkrankungen
Behandlungsmöglichkeiten
Textilien können zu Brustwarzenschmerzen führen
Brustwarze und Warzenvorhof reagieren sehr empfindlich auf Berührungen, da das Gewebe von zahlreichen Nervenendigungen durchzogen ist. Aus diesem Grund können physikalische Einflüsse, etwa raue oder kratzige Textilien, bereits zu schmerzenden Brustwarzen führen. Auch Kleidungsstücke, die lange Zeit problemlos getragen wurden, können durch Abnutzung und häufiges Waschen ihre Struktur verändern und so plötzlich die sensible Brustwarzenhaut reizen.
Schmerzende Brustwarzen durch Entzündung
Steckt hinter den schmerzenden Brustwarzen eine Entzündung, so handelt es sich häufig um eine Brustdrüsenentzündung. Fast immer sind Frauen betroffen, insbesondere in der frühen Stillzeit. Eine Entzündung, die mit den beschriebenen Symptomen einhergeht, welche jedoch auf die Brustwarzen beschränkt bleiben, wird als Thelitis bezeichnet.
Brustdrüsenentzündung
Die Brustdrüsenentzündung, medizinisch als Mastitis bezeichnet, betrifft zu ungefähr 70 % Frauen im Wochenbett, während die restlichen 30 % der Fälle außerhalb dieser Zeit entstehen.
Meist entwickelt sich die Entzündung des Brustdrüsenkörpers einseitig, nachdem durch das Stillen des Neugeborenen kleine Einrisse in der empfindlichen Brustwarzenhaut entstanden sind. Keimen aus der Umgebung bzw. aus Mund und Rachen des Babys, wird damit Zutritt in das Gewebe von Brustdrüse und Lymphknoten gewährt und durch zusätzlichen Milchstau oftmals ein günstiges Milieu geboten.
Die betroffenen Frauen klagen einige Tage nach der Entbindung über schmerzende Brustwarzen und Spannungsgefühl in einer oder beiden Brüsten, die sich in den entzündeten Bereichen warm bis heiß anfühlen und gerötet sind. Die Frauen fühlen sich allgemein krank und abgeschlagen, nicht selten treten hohes Fieber und Schüttelfrost auf. Darüber hinaus können sich Abszesse bilden und Lymphknotenschwellungen unter den Achseln tastbar sein.
Außerhalb des Wochenbetts entsteht die Brustdrüsenentzündung oftmals durch kleine Verletzungen, die dann als Eintrittspforte für Keime fungieren. Liegen Zysten oder Gewebswucherungen vor, können darüber hinaus Sekretfluss bzw. Sekretstau als begünstigende Faktoren bestehen. Als Ursachen können jedoch auch Schilddrüsenfunktionsstörungen (Schilddrüsenüberfunktion oder Hypothyreose) oder Brustkrebs zugrunde liegen. Neben schmerzenden Brustwarzen und Brüsten, die besonders auf Druck reagieren, findet sich vielfach milchiger oder blutiger Ausfluss.
Schmerzende Brüste durch Hormonumstellung
Nicht nur aufgrund der Stillzeiten sind Frauen wesentlich häufiger von schmerzenden Brustwarzen betroffen als Männer. Auch andere hormonelle Veränderungen in weiblichen Entwicklungs- und Umstellungsphasen gehen oftmals mit Brustwarzenschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten oder juckenden Brustwarzen einher. Dazu gehören das Brustwachstum in der Pubertät, Schwangerschaften und die monatliche Menstruation, die dann häufig zusätzlich von Regelschmerzen begleitet ist.
Knoten und schmerzende Brustwarzen
Gehen tastbare Knoten mit den schmerzenden Brustwarzen und Brüsten einher, ist unverzüglich eine fachärztliche Untersuchung angezeigt. In dieser soll abgeklärt werden, ob sich hinter dem schmerzhaften Knoten eine Brustdrüsenentzündung, ein Abszess, ein gutartiger Tumor oder ein Mammakarzinom (Brustkrebs) verbirgt. Bilden sich in späteren Stadien einer Brustdrüsen- oder Brustwarzenentzündung schmerzhafte Abszesse, so sind diese mitunter als Knoten zu ertasten. Bei einem Abszess besteht die Gefahr der Streuung von Bakterien ins Blut, die zu einer Blutvergiftung führen kann.
Treten die Schmerzen unmittelbar vor der Menstruation auf und sind einzelne Knoten in der Brust zu tasten, kann ein gutartiger Tumor vorliegen. Diese, als Mastopathie bekannte Umbaureaktion im Bindegewebe der Brust, ist Resultat eines hormonellen Ungleichgewichts und betrifft etwa 30- 50% aller Frauen, insbesondere im Alter von 35 bis 55 Jahren. Eine andere gutartige Geschwulst, die sich aus Drüsen- und Bindegewebe in der Brust bilden kann, ist das Fibroadenom.
Der Verdacht auf ein Mammakarzinom besteht unter anderem dann, wenn sich neben dem tastbaren Knoten blutige Absonderungen aus der Brustwarze sowie Veränderungen derselben zeigen, z.B. indem die Brustwarze wie „nach innen gezogen“ scheint.
Bösartige Erkrankungen
Die Gründe für schmerzende Brustwarzen sind in vielen Fällen harmlos, können aber auch Zeichen einer bösartigen Erkrankung sein. Ein bösartiges Karzinom der Brust ist meist nicht schmerzhaft tastbar, geht jedoch mitunter mit einer schmerzhaften Entzündung einher. Entzündungen (außerhalb des Wochenbetts), ob Brustwarze oder Brustdrüse betreffend, sollten nicht zuletzt deshalb in jedem Fall fachärztlich untersucht werden. Hinter einer einseitigen, langsam wachsenden entzündlichen Rötung kann sich ein Morbus Paget der Brustwarze und des Brustwarzenvorhofs verbergen. Dabei handelt es sich um eine selten auftretende Krebserkrankung, die mit Jucken, Nässen, Schuppenkrusten, Ausfluss aus der Brustwarze und später auch mit Knotenbildung einhergehen kann und die oftmals auf ein tieferliegendes Karzinom hinweist.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von schmerzenden Brustwarzen und Brüsten erfolgt nach ihrer Ursache. Bei wunden, gereizten Brustwarzen ist die Verträglichkeit verschiedener Kleidungsstücke und Unterwäsche zu beobachten. Die Brustwarzen sind mit Öl oder Salben geschmeidig zu halten, zeitweise können auch Stilleinlagen benutzt werden.
Um Brustwarzenentzündungen im Wochenbett zu vorzubeugen, sollte konsequent auf Hygiene geachtet und intensive Brustwarzenpflege, z.B. mit Ringelblumensalbe oder Nachtkerzenöl, vorgenommen werden. Manchmal kann die Anwendung von Stillhütchen oder die Optimierung der Stilltechnik helfen. Für diesen Bereich ist eine Hebamme sicherlich die beste Ansprechpartnerin.
Brustdrüsen- und Brustwarzenentzündungen werden konventionell mit Antibiotika behandelt, bei Abszessen wird manchmal ein Hautschnitt zum Abfließen des Eiters vorgenommen. Äußerlich helfen kühlende Umschläge, die mit Arnika, Kamille oder anderen entzündungshemmenden Heilpflanzen zubereitet werden. Auch Quarkwickel oder der frische Saft aus Blättern der Aloe vera haben einen wundheilenden und kühlenden Effekt.
Bösartige Erkrankungen können bei konventioneller Behandlung auch mit Verfahren aus der Naturheilkunde begleitet werden. Biologische Krebstherapie kann mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten, mit Heilpflanzen (z.B. Mistel), mit Homöopathie, Akupunktur, Milieutherapie, Hypnotherapie und zahreichen anderen Naturheilverfahren durchgeführt werden, um die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlungen abzumildern. (jvs, 04.03.2011)