Schwächeanfall – Ursachen und Behandlung

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Allgemeine Schwäche und sich schwach fühlen

Unter einem Schwächeanfall wird normalerweise eine plötzlich auftretende körperliche Schwäche verstanden, wobei es jedoch nicht zu einem Verlust des Bewusstseins kommt. Stattdessen wird dem Betroffenen typischerweise „schwarz vor Augen“ und schwindelig, hinzu kommen weitere Symptome wie Übelkeit, Zittern, Muskelzucken und Herzrasen. Ein solcher Anfall von Schwäche hat häufig relativ harmlose Ursachen wie zum Beispiel eine Unterzuckerung, Schlaf- oderFlüssigkeitsmangel, wodurch es zu starker körperlicher Erschöpfung und Energielosigkeit kommt. Neben dem kommen aber auch verschiedene Krankheiten für eine extreme körperliche Schwäche in Betracht, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder das sogenannte „Schlafapnoe-Syndrom“. Ebenso spielen häufig auch psychische Ursachen wie das Burnout-Syndrom oder Depressionen eine wichtige Rolle. Dementsprechend sollten gerade wiederholte Schwächeanfälle bzw. eine anhaltende Schwäche unbedingt ärztlich abgeklärt werden, um bei Bedarf frühzeitig handeln und mögliche Risiken verhindern zu können.

Inhaltsverzeichnis

Schwächeanfall: Erste Anzeichen
Symptome
Ursachen
Unterschied Kreislaufkollaps / Schwächeanfall
Nervenzusammenbruch
Behandlung bei Schwächeanfall
Naturheilkunde

Schwächeanfall: Erste Anzeichen

Bevor es zu einem Schwächeanfall kommt, zeigt der Körper meist oft schon im Vorfeld an, dass etwas nicht stimmt. Generell gehören zu diesen „Zeichen“ eine allgemeine Kraftlosigkeit, chronische Müdigkeit bzw. Abgeschlagenheit und eine geringe Belastbarkeit. In vielen Fällen kommt es zu Gedanken oder Äußerungen wie „Ich schaffe das nicht“ oder „Ich kann nicht mehr“, die Betroffenen fühlen sich unwohl, überfordert und deprimiert. Auch Außenstehenden bleibt häufig die starke Erschöpfung ihres Gegenübers nicht verborgen, indem die Betroffenen fahrig bzw. „durch den Wind“, besonders empfindlich und übermüdet wirken, was meist auch körperlich durch Ringe unter den Augen, Gesichtsblässe oder fahle bis gräuliche Haut erkennbar ist.

Schwächegefühl
(Bild: Jorma Bork/pixelio.de)

Symptome

Kommt es zu einem Anfall von Schwäche, kann sich dieser durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu Schwindel, Zittern, Muskelzucken, Herzrasen, einem beschleunigten Puls, neben dem sind aber auch Hitzewallungen, Übelkeit, Taubheitsgefühle und Hörprobleme möglich. Typisch ist außerdem, dass dem Betroffenen „schwarz vor Augen“ wird, die Beine fühlen sich weich und instabil an, wodurch der Eindruck entsteht, man würde gleich umfallen. In vielen Fällen kommt es auch zu verschwommenem Sehen, Augenflimmern und einem benommenem, schummerigen Gefühl. Anders als bei einer Ohnmacht, kommt es jedoch bei einem Schwächeanfall nicht zu einem Verlust des Bewusstseins. Stattdessen ist der Betroffene weiterhin in der Lage, auf äußere Reize wie z.B. einfache Fragen zu reagieren.

Ursachen

Ein Schwächeanfall tritt meist nur vorübergehend auf und hat häufig relativ „harmlose“ Ursachen wie Hunger, Flüssigkeitsmangel, Unterzuckerung (Hypoglykämie), ausgiebiges Sport-Training oder Müdigkeit, durch die es zu starker Erschöpfung und Kraftlosigkeit kommt. Der Körper hat in diesem Fall schlicht keine Energiereserven mehr, was dazu führt, dass einem schummerig und schwarz vor den Augen wird und man das Gefühl hat, sich kaum noch auf den Beinen halten zu können. Ebenso kann ein extrem stressiger Arbeitstag oder eine belastende Situation wie z.B. der Verlust eines geliebten Menschen oder Liebeskummer dazu führen, dass dem Körper so viel Energie geraubt wird, dass der Betroffene „nicht mehr kann“ und sich erst einmal hinlegen und wieder zu Kräften kommen muss.

Neben dem können aber auch verschiedene Erkrankungen für einen Schwächeanfall verantwortlich sein, insbesondere, wenn die Beschwerden länger anhalten und sich nicht nur auf eine allgemeine Abgeschlagenheit beziehen. Hier kommen beispielsweise eine verschleppte Grippe oder krankhafte Schlafstörungen wie das sogenannte „Schlafapnoe-Syndrom“ in Betracht, welches durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird, wodurch es zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit oder sogar zum Einschlafzwang sowie einer Reihe weiterer Symptome kommt. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder Blutarmut können zu starker Erschöpfung und einem Schwächeanfall führen, ebenso wie Diabetes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Krebserkrankungen (z.B. Leukämie, Lymphome) oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder Behandlungen (z.B. Chemotherapie).

Auch Herzerkrankungen können eine mögliche Ursache sein. Gehen dem Schwächeanfall beispielsweise Mattigkeit, Schweißausbrüche, Atemnot und/oder Brustenge voran, kann unter Umständen eine sogenannte „Bradykardie“ vorliegen. Hier handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz mit unter 60 Schlägen pro Minute zu langsam schlägt oder sogar kurzfristig aussetzen kann, neben dem kommen aber auch eine Koronare Herzkrankheit oder eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in Frage. Häufig ist auch ein dauerhaft niedriger Blutdruck für eine Kreislaufschwäche in Form von Müdigkeit, Gesichtsblässe, Schwindel, Kopfschmerzen, kalten Händen und Füßen sowie Schwarzwerden vor den Augen verantwortlich. Infolgedessen haben Betroffene oft eine verstärkte Neigung zu Schwächeanfällen oder Bewusstlosigkeit, da das Gehirn in diesem Fall nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden kann.

Darüber hinaus kommt es häufig während der Schwangerschaft zu extremer Müdigkeit und Kraftlosigkeit, die bis hin zu einem Schwächeanfall reichen kann, verbunden mit dem Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können. Dies ist meist bedingt durch die Hormon- und Stoffwechselumstellung zu Beginn der Schwangerschaft, tritt die Abgeschlagenheit erst später auf, kommen hingegen eher Jod- oder Eisenmangel, niedriger Blutdruck oder Blutzuckerschwankungen in Betracht.

Auch Alkoholmissbrauch und die Ernährung spielen eine große Rolle bei chronischer Müdigkeit und Schwäche, dementsprechend kommt es bei Essstörungen wie Magersucht und Bulimie häufig aufgrund der fehlenden Energiereserven zu Schwächeanfällen. Darüber hinaus haben auch psychische Ursachen eine zentrale Bedeutung, wenn es um ein Gefühl der ständigen Überforderung bzw. körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung geht. Denn in diesem Fall kann es sich ebenso beispielsweise um eine Depression oder ein Burnout-Syndrom handeln, gerade wenn neben der Antriebsschwäche auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber anderen Personen, abnehmende Leistungsfähigkeit, sozialer Rückzug, Verlust der Lebensfreude oder körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen auftreten.

Unterschied Kreislaufkollaps / Schwächeanfall

Im Unterschied zu einem Schwächeanfall, verlieren Betroffene bei einem „Kreislaufkollaps“ plötzlich, aber nur kurz anhaltend, das Bewusstsein, weshalb dieser oft auch als „Ohnmacht“ bzw. medizinisch als „Synkope“ bezeichnet wird. Das „Bewusstsein“ meint dabei die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Umwelt und zur Kommunikation, welche in diesem Fall beeinträchtigt ist, die kurze Dauer dieses Zustands grenzt jedoch die Synkope wiederum von anderen Formen der Bewusstlosigkeit wie z.B. dem Koma ab.

Ein Kreislaufkollaps entsteht durch eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Gehirns. Hierfür kommen wiederum zahlreiche Ursachen in Betracht, wobei diese in etwa einem Drittel der Fälle unklar bleiben (idiopathische Synkope). Häufig kommt es aber auch dazu, dass Teile des vegetativen Nervensystems aufgrund bestimmter Reize überreagieren, wodurch ein Großteil des gesamten Blutvolumens im Körper „versackt“ und das Blut vorübergehend nicht mehr entsprechend zum Herzen zurückfließen bzw. in den Kreislauf gepumpt werden kann. In der Folge kommt es zu einer kurzzeitigen Unterversorgung des Gehirns mit sauerstoffreichem Blut, was schließlich zu einer Ohnmacht führt. Eine neural vermittelte Synkope kann eine Vielzahl von Ursachen haben, wie beispielsweise psychischer Stress, langes Stehen, starke Schmerzen (z.B. durch Sport-Verletzung), Erschrecken, Angst, oder extreme Kälte, zudem kann eine solche Ohnmacht durch Alkohol, Drogen, stickige Luft oder überfüllte Räumlichkeiten begünstigt werden. Ebenso kommen aber auch Störungen des vegetativen Nervensystems („autonome Neuropathie“) oder das so genannte „Karotissinussyndrom“ in Betracht, bei welchem es durch Druck auf die innere Halsschlagader (z.B. durch engen Hemdkragen) zu einer Bradykardie oder sogar einem Herzstillstand kommen kann. Darüber hinaus zählen zu den neural vermittelten Kreislaufkollapsen auch die „Pressorischen Synkopen“, die z.B. durch Niesen, Husten oder Pressen bei der Urin- oder Stuhlentleerung entstehen können.

Eine zweite Gruppe bilden die sogenannten „orthostatischen Synkopen“. Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner jene Form des Kreislaufkollaps, die aufgrund eines Blutdruckabfalls im Moment des Aufstehens bzw. Aufrichtens (griechisch: „Orthostase“) einsetzt. Bestes Beispiel ist hier das schnelle Aufstehen aus dem Bett, was bei manchen Menschen dazu führt, dass das Blut in die unteren Körperbereiche sackt, wodurch wiederum das Gehirn kurzzeitig nicht ausreichend versorgt wird. In der Folge kommt es zu warnenden „Signalen“ wie Schwindel, Müdigkeit, Herzklopfen, Schweißausbrüchen oder Seh- und Hörstörungen, möglich sind aber auch Brustschmerzen sowie Beschwerden im Rücken oder Nacken. Auch für eine orthostatische Synkope gibt es viele Gründe, wie z.B. Flüssigkeitsmangel oder Krampfadern (Varikosis), bei denen durch die erweiterten Venen mehr Blut in den Beinen versackt. Möglich sind aber auch verschiedene neurologische Ursachen, wobei hier die Störungen prinzipiell alle Ebenen des Nervensystems betreffen können (Gehirn, Rückenmark, Körpernerven). Neben dem können auch innere Erkrankungen wie Diabetes oder ein chronisches Nierenversagen über die Zeit das vegetative Nervensystem angreifen (diabetische Neuropathie). Darüber hinaus können auch Medikamente (z.B. bestimmte Blutducksenker, Psychopharmaka, Schmerzmittel) eine Orthostase-Synkope begünstigen, ebenso wie eine längere Bettlägerigkeit, denn diese führt zu einer starken körperlichen Belastung und damit schnell zu „Anlaufschwierigkeiten“ wie Schwindel und Ohnmacht.

Bei einer kardialen Synkope ist hingegen das Herz der Auslöser. Dabei wird jedoch unterschieden, zwischen einer Ohnmacht aufgrund einer Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) und einem Kollaps, der durch eine strukturelle Veränderung des Herzens entsteht. Am häufigsten kommen jedoch Herz-Synkopen infolge einer Rhythmusstörung („Adam-Stokes-Anfall“) vor, bei der das Herz entweder deutlich zu langsam (Bradykardie), zu schnell (Tachykardie, Herzrasen)oder unregelmäßig schlägt (Kammerflimmern) oder es sogar zu Aussetzern bzw. Herzstolpern (Extrasystole) kommt. Neben dem können aber auch andere Erkrankungen des Herzens dafür sorgen, dass nicht genug Blut vom Herzen in den Blutkreislauf gepumpt wird (Herzminutenvolumen), wodurch wiederum eine Ohnmacht hervorgerufen wird. Hier kommt beispielsweise eine Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) in Betracht, ebenso wie ein Herzklappenfehler, ein Herzinfarkt oder eine Erkrankung der Herzmuskulatur („Kardiomyopathie“).

Gerade eine kardiale Synkope birgt daher unter Umständen eine ernste Gefahr bzw. sogar Lebensgefahr – vor allem dann, wenn diese nicht rechtzeitig bemerkt wird. Daher sollten Personen, die neben einer kurzen Ohnmacht Schmerzen bzw. Druck in der Brust spüren, immer sofort den Notruf unter 112 absetzen, um schwerwiegende Herzerkrankungen ausschließen zu können. Ebenso sollte bei Gesichtsblässe, kaltem Schweiß, verstärktem Durstgefühl und blauen Lippen umgehend ein Arzt bzw. Krankenhaus aufgesucht werden, da es sich hier um mögliche Anzeichen eines Kreislaufschocks handeln kann. Darüber hinaus sollte aber auch jede andere Form einer Ohnmacht mit dem Arzt abgesprochen werden, um mögliche Störungen oder Grunderkrankungen erkennen und entsprechend behandeln zu können. Im akuten Fall einer Ohnmacht ist es außerdem wichtig, dass anwesende Personen schnell und vor allem richtig reagieren. Dies bedeutet neben dem Ruf des Notarztes zunächst die Kontrolle der Atmung: Ist diese intakt, gilt es, den Betroffenen in die stabile Seitenlage zu bringen und die Atmung wiederholt zu kontrollieren, bei einem Atemstillstand muss hingegen sofort mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Um die Atemwege von eventuellem Blut, Erbrochenem oder der Zunge zu befreien, sollte zudem der Kopf des Ohnmächtigen vorsichtig nach hinten geneigt und gleichzeitig das Kinn angehoben werden. Wichtig ist außerdem, den Ohnmächtigen bis zum Eintreffen des Notarztes keinesfalls allein zu lassen, sondern ihn stattdessen zur Wärmeerhaltung zuzudecken und im Falle eines Erwachen aus der kurzen Ohnmacht zu beruhigen.

Nervenzusammenbruch

Häufig wird ein Schwächeanfall auch mit einem Nervenzusammenbruch gleichgesetzt, wobei der „Zusammenbruch“ in diesem Fall nicht wie bei ersterem auf körperliche Erschöpfung und Abgeschlagenheit zurückzuführen ist. Stattdessen wird mit dem Begriff „Nervenzusammenbruch“ normalerweise ein psychischer Ausnahmezustand beschrieben, der infolge eines traumatischen Erlebnisses wie zum Beispiel die Beobachtung eines schweren Verkehrsunfalls oder ein persönliches Schicksal wie Misshandlung, Missbrauch oder der Tod einer sehr nahestehenden Person (Kind, Partner etc.). Darüber hinaus kann ein Nervenzusammenbruch aber auch durch anderweitige psychische Belastungen wie anhaltendes Mobbing am Arbeitsplatz oder private Konflikte entstehen. Ein solcher Zusammenbruch kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen, meist fühlen sich die Betroffenen niedergeschlagen und kraftlos und wirken auch auf Außenstehende erschöpft, hilflos und ausgebrannt. Der häufig gesprochene Satz „Ich kann nicht mehr“ beschreibt dabei das Gefühl, den Alltag nicht mehr alleine bewältigen zu können und von den Anforderungen des Lebens überfordert zu sein. In der Folge äußert sich die psychische Belastung zum Beispiel in Form von Wutanfällen, Weinkrämpfen, depressiven Stimmungslagen oder extremer Müdigkeit, möglich sind aber auch Stimmungsschwankungen oder so genannte „Flashbacks“, in denen traumatische Erlebnisse auch noch lange nach dem eigentlichen Ereignis erneut durchlebt werden. Hinzu kommen eine Reihe körperlicher Symptome wie starkes Schwitzen, Kopfschmerzen, Herzrasen oder Übelkeit und Erbrechen. Tritt der Nervenzusammenbruch im Rahmen einer so genannten „Posttraumatischen Belastungsstörung“ auf, sind treten zusätzlich häufig Panikattacken und Persönlichkeitsveränderungen auf, die häufig wiederum zu Beziehungsstörungen, Depressionen, (auto-)aggressivem Verhalten oder sogar Suizidversuchen führen.

Wichtig ist im Falle eines Nervenzusammenbruchs vor allem, den Betroffenen in dieser hilflosen Lage nicht alleine zu lassen und ernste Folgen wie einen Suizidversuch zu verhindern. Dementsprechend sollte auch jede Äußerung in diese Richtung unbedingt erst genommen werden, denn hinter diesen verbergen sich immer Hilferufe. Besteht eine Posttraumatische Belastungsstörung, so ist normalerweise eine intensive Psychotherapie nötig, in welcher Betroffene lernen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Welche Therapieform hier im Einzelnen sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Ausmaß des Beschwerdebildes sowie der individuellen Situation der Betroffenen ab (Konfrontationstherapie, Psycho-Analyse etc.). Parallel werden teilweise auch Psychopharmaka eingesetzt, wobei eine Einnahme angesichts der möglichen Risiken immer nur unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht und nicht über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen sollte.

Behandlung bei Schwächeanfall

Zeigen sich erste Anzeichen eines Schwächeanfalls wie Schwindel, Übelkeit oder Schwarzwerden vor den Augen etc., ist es ratsam, sich auf den Rücken zu legen und die Beine hoch zu lagern. So wird einerseits das Absacken des Blutes in die untere Körperhälfte, aber auch ein Sturz im Falle einer möglichen Ohnmacht verhindert. Kommt es dennoch dazu, dass der Körper „streikt“, muss nicht in jedem Fall eine medizinische Behandlung erfolgen. Stattdessen verschwindet die Erschöpfung meist schnell wieder von allein, indem Betroffene die Ursache selbst beheben und z.B. den Körper mit ausreichend Nahrung und Flüssigkeit versorgen, sich entsprechend ausruhen oder bei Bedarf zunächst starke körperliche Anstrengungen vermeiden.

Bei einer dauerhaften Erschöpfung und Abgeschlagenheit bzw. immer wiederkehrenden Schwächeanfällen, sollte jedoch eine entsprechende Therapie erfolgen. Gerade wer unter chronischer Schwäche leidet, sollte hier zunächst seine Lebensgewohnheiten überprüfen und gegebenenfalls mehr Schlaf und Ruhephasen für körperliche und geistige Entspannung in den Alltag integrieren sowie auf schwere körperliche Anstrengung erst mal verzichten. Generell ist es außerdem ratsam, auf eine gesunde Lebensweise mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung zu achten. Neben dem können Betroffene noch einiges mehr tun, um ihren Kreislauf zu stärken und dadurch weiteren Anfällen vorzubeugen – was insbesondere für Menschen gilt, die ohnehin zu einem schwächeren Kreislauf neigen. Dementsprechend sollten mögliche Auslöser wie z.B. langes Stehen, längere Aufenthalte in stickiger, warmer Luft bzw. überfüllten Räumen, Alkohol oder Drogen vermieden werden. Zudem können Kompressionsstrümpfe den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen unterstützen, was sich gerade bei stundenlangen Tätigkeiten im Sitzen sehr empfiehlt.

Die medizinische Behandlung der chronischen Schwäche erfolgt dann in Abhängigkeit der Ursache. Ist beispielsweise eine „verschleppte“ Grippe die Ursache, kommen häufig Antibiotika zum Einsatz, ebenso werden normalerweise unter anderem auch Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion gezielt medikamentös behandelt. Sollten Medikamente selbst der Auslöser für die Schwäche sein, sollte unbedingt mit dem Arzt über Alternativen gesprochen werden – und keinesfalls die Medikation auf eigene Faust geändert oder sogar eingestellt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Um eine gesunde Lebensweise zu fördern, können darüber hinaus zum Beispiel auch Informations-Veranstaltungen oder Broschüren zum Thema „Ernährung“ (z.B. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de) oder eine individuelle Ernährungsberatung Unterstützung bieten. Hier können Betroffene Hilfe und Informationen zum Beispiel bei krankheitsbedingten Ernährungsproblemen, Ernährung in bestimmten Lebensphasen (Schwangerschaft, Alter etc.) oder auch bei der Gewichtsreduktion erhalten. Kann die Schwäche auf negativen Stress oder andere psychische Ursachen wie z.B. ein Burnout-Syndrom, Depressionen oder eine Essstörung zurückgeführt werden, sind zum einen Entspannungstechniken und Übungen zum Stressabbau wie Yoga, autogenes Training oder Mediation sehr empfehlenswert. Zum anderen ist es in den meisten Fällen ratsam, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da die Ursachen für Gefühle wie Überforderung, starke Erschöpfung oder innerliche Leere meist in tieferliegenden psychischen Problemen und Konflikten zu suchen sind.

Naturheilkunde

Neben den beschriebenen Maßnahmen zur Vorbeugung eines Schwächeanfalls bietet auch die
Naturheilkunde einige sinnvolle und effektive Ansätze zur Linderung starker Erschöpfung und Schwäche. Bewährt haben sich hier zum Beispiel verschiedene Heilpflanzen wie Lavendel, Baldrian, Johanniskraut oder die Ginsengwurzel, welche nicht nur gegen Müdigkeit und Schwäche helfen kann, sondern auch zur Stärkung des Immunsystems und bei Konzentrationsschwäche eingesetzt wird. Ist eine Kreislaufschwäche für den Schwächeanfall verantwortlich, eignen sich beispielsweise auch Guarana und Mate gut, ebenso wohltuend kann hier ein Misteltee sein. Auch Rosmarin kann – als Tee getrunken – bei Erschöpfung und Schwächezuständen kräftigen und darüber hinaus durch die Stärkung des Herzkreislaufsystems gegen einen zu niedrigen Blutdruck wirken. Für die Zubereitung wird je ein Teelöffel Rosmarinblätter mit heißem Wasser übergossen, anschließend wird der Aufguss zugedeckt ungefähr 15 Minuten zum Ziehen stehen gelassen. Nach dem Abseihen ist der Tee fertig, im besten Falle sollte zweimal täglich eine Tasse getrunken werden – wobei Schwangere jedoch besser verzichten, da Rosmarin in hoher Dosierung Wehen fördernd wirken kann. In der Aromatherapie gilt Rosmarin zudem als aktivierend, vitalisierend und ausgleichend, sodass ein Bad ebenfalls sehr wirksam sein kann. Hier empfiehlt es sich, 50 Gramm Rosmarinblätter in einem Liter Wasser aufzukochen und 30 Minuten ziehen zu lassen. Anschließend wird der Sud ins Vollbad gegeben und für 15 bis 20 Minuten gebadet

Auch eine Atemtherapie kann bei chronischer Müdigkeit, Stress und Erschöpfung helfen, indem durch diese Atemmuskulatur und Immunsystem gestärkt werden und die allgemeine Leistungsfähigkeit sowie das körperliche und seelische Wohlbefinden gefördert werden. Hierfür wird sich zwei Mal am Tag ganz bewusst aufrecht hingesetzt, die Füße werden dabei fest nebeneinander auf den Boden aufgestellt. In dieser entspannten Haltung wird nun tief durch die Nase eingeatmet, anschließend wird die Luft kurz gehalten und schließlich langsam, aber kräftig durch den Mund wieder ausgeatmet. Diese Übung sollte 10 Mal wiederholt werden.

Sehr empfehlenswert bei „geistiger Ermüdung“ sind zudem Anwendungen der Hydrotherapie nach Sebastian Kneipp, durch welche das Immunsystem, die Haut und viele Stoffwechselprozesse angeregt und gestärkt werden. So können bei niedrigem Blutdruck, Kreislaufschwäche und Erschöpfung zum Beispiel kalte Armgüsse helfen, für die der kalte Wasserstrahl der Dusche langsam vom rechten Handrücken außen am Arm bis zur Schulter hoch und innen wieder zurückgeführt wird. Dieser Vorgang wird noch zwei Mal wiederholt, dann wird das Ganze drei Mal auf der linken Seite durchgeführt. Bei Immun- und Kreislaufschwäche, Depressionen und Erschöpfungszuständen können zudem Wechselfußbäder sehr hilfreich sein. Für diese werden je eine Schüssel mit kaltem und eine mit warmem (37 bis 38°C) Wasser benötigt: Zunächst werden die Füße für etwa 5 Minuten ins heiße Wasser, anschließend dann für etwa 10 Sekunden ins kalte Wasser gehalten. Danach wird der Wechsel von warm zu kalt mindestens zwei bis drei weitere Male vorgenommen, wobei der Abschluss eine Kaltanwendung sein sollte. Am Ende werden die Beine sowie die Zehenzwischenräume getrocknet und warme Socken angezogen.

Der besondere Vorteil gegenüber vielen anderen Methoden ist der, dass die Kneipp-Anwendungen meist ohne viel Aufwand und größere Kosten, auch zu Hause durchgeführt werden können und sich dadurch gut in den Tagesablauf integrieren lassen. Dennoch empfiehlt es sich, vorab Rücksprache mit einem Kneipp-Arzt oder Heilpraktiker zu halten, um zu beraten, welche Anwendungen im jeweiligen Fall am sinnvollsten sind. (nr)

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