Stechen im Nacken

Fabian Peters

Nackenstechen – Stechen im Nacken

Nackenschmerzen und Nackenstechen (Stechen im Nacken) zählen ebenso wie Nackenverspannungen und ein steifer Hals beziehungsweise steifer Nacken hierzulande zu den relativ weit verbreiteten Beschwerdebildern. Als eine der maßgeblichen Ursachen für das vermehrte Auftreten der Probleme im Nackenbereich wird vor allem die ungünstige Körperhaltung bei Bürotätigkeiten beziehungsweise das Arbeiten am PC bewertet.

Inhaltsverzeichnis:
Definition
Symptomatik
Ursachen
Diagnose und Behandlung bei Nackenstechen

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Definition

Nackenstechen bezeichnet einen plötzlich auftretenden Schmerz im Nacken, der bei bestimmten Bewegungen der Schultern oder des Kopfes auftritt. Das Stechen im Nacken ist dabei keineswegs gleichzusetzen mit dem weiterreichenden Begriff „Nackenschmerzen“, da letzterer auch anhaltende Schmerzen im Ruhezustand umfasst. Die Bezeichnung „Nackenstechen“ ist hier deutlich enger gefasst und beschreibt lediglich die Bewegungsschmerzen im Nackenbereich.

Symptomatik

Das Stechen im Nacken wird als plötzlich auftretender stechender Schmerz im Nacken bei Bewegungen der Schultern oder Drehungen beziehungsweise Neigungen des Kopfes wahrgenommen. In der Regel sind die Schmerzen umgehend verschwunden, wenn wieder die Ausgangsposition eingenommen wird. Bei Wiederholung der Bewegung treten die Beschwerden häufig erneut auf. Als akutes Beschwerdebild kann das Nackenstechen bei bestimmten Bewegungen über mehrere Tage auftreten. Ist dies über einen längerem Zeitraum der Fall, wird von chronischem Nackenstechen gesprochen. Als begleitende Symptome sind unterschiedliche Beschwerden möglich, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Nackenmuskulatur stehen.

Osteopathie-Behandlung des Nackens. Stechen ist meist ein Zeichen von Nervenschmerzen.
Osteopathie-Behandlung des Nackens. Stechen ist meist ein Zeichen von Nervenschmerzen. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Drücken verspannte Nackenmuskeln auf umliegende Faszien, Blutgefäße oder Nervenbahnen, führt dies häufig zu Begleitsymptomen, wie Schulterblattschmerzen, Oberarmschmerzen und Empfindungs- beziehungsweise Sensibilitätsstörungen (Kribbeln in den Gliedern, Einschlafen der Hände, Taubheitsgefühl am Kopf). Auch Kopfschmerzen am Hinterkopf sind hier häufiger mit dem Nackenstechen verbunden. Hinzu kommen mitunter unspezifische Beschwerden, wie Schwindel oder allgemeine Kopfschmerzen.

Ursachen

Dem Nackenstechen liegen in den meisten Fällen Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur, insbesondere des sogenannten Trapezmuskels (Musculus trapezius), der sich von der Brustwirbelsäule bis zur Schulter und zum Hinterkopf erstreckt, zugrunde. Bei ungünstiger Körperhaltung wird der Trapezmuskel kontinuierlich belastet und verspannt. Dies kann auch andere Muskeln im Nackenbereich betreffen, die beispielsweise durch eine nach vorne geneigte Kopfhaltung beim Arbeiten am Computer, verstärkt belastet werden. Die betroffenen Muskeln schmerzen bei Bewegung und können nicht mehr die gewohnten Funktionen erfüllen. Auch drücken die verhärteten Muskeln mitunter auf die umgebenden Bindegewebestrukturen, Blutgefäße und Nervenbahnen, was die bereits erwähnten Begleitsymptome verursachen kann. Insbesondere wenn ein Nerv eingeklemmt wird, wie beispielsweise der Nervus Occipitalis major am Hinterkopf, sind neben dem Nackenstechen oft ziehende Schmerzen im anderen Körperregionen zu beobachten.

Diagnose und Behandlung bei Nackenstechen

Anhand einer Beschreibung des Beschwerdebildes wird in der Regel relativ schnell deutlich, ob eine funktionelle Beeinträchtigung vorliegt und welche Muskeln beziehungsweise Nerven möglicherweise betroffen sind. Die Palpation (Abtasten) des Nackenbereichs liefert weitere wichtige Hinweise für die Diagnosestellung. So erscheinen die Nackenmuskeln deutlich spürbar verhärtet und unter Umständen lassen sich auch lokale Verdickungen ertasten. Mittels bestimmter Bewegungstest kann die Diagnose weiter eingeschränkt werden.

Die konventionelle Behandlung sieht zunächst eine Lockerung der Muskulatur mittels medizinischer Massagen vor und greift ergänzend auf die Möglichkeiten der Physiotherapie zurück, nicht zuletzt um ein ein erneutes Auftreten der Beschwerden zu vermeiden. Die Naturheilkunde hält hier mit den manuellen Verfahren der Osteopathie, Chiropraktik und des Rolfing Behandlungsoptionen parat, die insbesondere bei wiederholtem Auftreten der Nackenprobleme ihrerseits durchaus erfolgversprechend sind. Dabei wird auch über die betroffene Körperregion hinaus die Gesamtstatik und Spannungsverteilung im Körper berücksichtigt. Begleitende Beschwerden, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Stechen im Nacken stehen, wie beispielsweise Brustschmerzen oder Rückenschmerzen, werden sowohl in die Diagnosestellung als auch die Behandlung integriert.

Ergänzend können Homöopathika und Schüssler Salze angewandt werden, um die Verspannungen der Muskulatur zu beheben und das Nackenstechen zu vermeiden. Da in der Naturheilkunde auch ein Zusammenhang zwischen Nackenverspannungen und psychischen Belastungen gesehen wird, sind verschiedene Techniken zur Entspannung beziehungsweise Stressvermeidung häufig ebenfalls Bestandteil der Therapie. Insbesondere die sogenannte progressive Muskelrelaxation, welche eine Lockerung der Muskulatur bewirkt und gleichzeitig eine psychisch entspannende Wirkung entfaltet, wird hier vermehrt angewandt. Aber auch andere Entspannungstechniken, wie Yoga oder Autogenes Training, sind häufiger Bestandteil der naturheilkundlichen Therapie bei Nackenstechen. (fp)