Übelkeit nach dem Sport – Ursachen und Hilfe

Susanne Waschke
Plötzliche Übelkeit nach dem Sport: Ursachen und Gegenmaßnahmen
Übelkeit nach dem Sport kann die verschiedensten Ursachen haben. Kommt dies immer wieder vor, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.

Ursachen

Die Ursachen für Übelkeit nach dem Sport sind vielfältig. Einmal kann dies schlichtweg „nur“ an einer Überanstrengung oder einfach dem falschen Sport liegen. Des weiteren kommen eine zu geringe Trinkmenge oder auch die falsche, zu geringe oder zu üppige Nahrungszufuhr vor dem Sport in Frage. Mögliche Gründe für die Übelkeit sind aber auch eine Unterzuckerung, ein zu hoher Blutdruck oder ein Herzproblem.

Übelkeit nach dem Sport kann unterschiedlichste Ursachen haben, die bis hin zu lebensbedrohlichen Herzerkrankungen reichen. Daher ist eine ärztliche Abklärung bei wiederholtem Auftreten dringend geboten. (Bild: Maridav/fotolia.com)

Überanstrengung

Überanstrengung tritt ein, wenn ein Körper zu stark belastet – also „überlastet“ wurde. Der Körper kommt nicht mehr mit der Belastung zurecht und reagiert mit den verschiedensten Symptomen wie Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Durchfall, Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Eine Überanstrengung kann sowohl psychischer als auch physischer Natur sein. In diesem Artikel ist die körperliche Überbeanspruchung durch Sport gemeint.

Massive Dauerbelastungen durch körperliche Betätigung können zu Problemen in Magen-Darm-Trakt führen – ausgelöst durch Störungen der Motilität (Bewegung), der Magenentleerung, der Sekretion (Abgabe von Stoffen) und der Durchblutung der Magenschleimhaut. An den Magen-Darm-Trakt wird beim Sport meistens nicht gedacht, doch kann dieser durchaus unter einer Überbelastung leiden und dies kann zu Symptomen wie Durchfall, Unwohlsein oder Übelkeit führen. So kann Übermaß an sportlicher Bealstung sogar Erbrechen auslösen. Durch falsche Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr vor dem Sport können die Symptome eventuell noch verstärkt werden.

Stress

Stress kann zu Störungen im Magen-Darm-Trakt führen. Stress, zum Beispiel durch Lampenfieber vor einem Wettkampf, kann Übelkeit nach dem Sport auslösen. Gerade Personen, bei denen Stress in der Regel auf den Magen schlägt, kann sich dies so äußern. Aber auch psychische Belastungen außerhalb des Sports, die die Betroffenen nicht loslassen, können die Ursache sein.

Verminderte Durchblutung im Magen-Darm-Trakt

Durch die Belastung während des Trainings wird die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt vermindert. Je höher das Tempo ist oder je länger die Trainingseinheiten sind, umso mehr müssen Muskulatur und Haut dabei durchblutet werden. Um sich ganz auf diese Aufgabe zu konzentrieren, reduziert der Organismus die Durchblutung in Magen und Darm. Das kann zu Übelkeit führen – unmittelbar bei Belastung oder auch nach dem Sport.

Trinken und Essen in Verbindung mit Sport

Energiereiche Drinks und/oder eine zu große Menge an Kohlenhydraten kurz vor dem Sport können durchaus zu Übelkeit führen. Gerade fettreiche Mahlzeiten bleiben längere Zeit im Magen und lösen ein Völlegefühl und noch dazu Übelkeit nach dem Sport aus.

Unterzucker

Von Unterzucker oder auch Hypoglykämie ist die Rede, wenn der Zuckerspiegel im Blut unter eine bestimmte Grenze sinkt ( unter 50 dl/mg). Der Blutzucker ist der Brennstoff für unsere Zellen und somit lebenswichtig. Beim Sport verbraucht der Mensch mehr Zucker als in Ruhe. Wird nicht genug nachgeliefert, reagiert der Körper mit Übelkeit, Zittern, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zur Ohnmacht.

Deshalb ist eine kohlenhydratreiche, fettarme Mahlzeit circa ein bis drei Stunden vor dem Sport wichtig. Sportler, die über Stunden hinweg in Bewegung sind, sollten sogar während dieser Zeit etwas zu sich nehmen, zum Beispiel eine Banane. Zeigen sich bereits Symptome, helfen Traubenzucker oder ein gesüßtes Getränk.

Blutdruck zu hoch

Häufig wird den Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, moderater Ausdauersport empfohlen, was bei regelmäßiger sportlicher Betätigung den Blutdruck zu senken vermag. Bei Beginn der Belastung steigt jedoch der Blutdruck etwas an, was sich dann recht schnell wieder gibt. Dieser Anstieg kann bei Bluthochdruckpatienten zu Übelkeit führen. Eventuell war die Belastung zu groß oder das Training insgesamt nicht auf den Patienten abgestimmt. Auf alle Fälle sollte in solchen Fällen, solange auf den Sport verzichtet werden, bis die Beschwerden ärztlich abgeklärt wurden.

Bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen ist grundsätzlich Vorsicht mit dem Sport geboten. Übelkeit nach dem Sport ist hier als Warnzeichen zu bewerten, das dringend einer ärztlichen Abklärung bedarf.(Bild: Schlierner/fotolia.com)

Das Herz

Kommt Übelkeit nach dem Sport oder auch währenddessen zusammen mit weiteren Symptomen wie Engegefühl in der Brust, Druckgefühl, Schwindel, Herzrasen oder Herzstolpern vor, muss das Training sofort abgebrochen werden. Hier ist unbedingt ein Besuch beim Arzt anzuraten. Eventuell liegt eine Herzerkrankung vor, die schnellstens abgeklärt werden muss.

Prävention

Intensiver Sport regt den Stoffwechsel an und trägt zur Fettverbrennung bei, kann aber leider auch zur Dehydrierung, Übelkeit und Schwindel führen. Folgende Tipps können, wenn keine gesundheitlichen Probleme als Ursache für die Übelkeit nach dem Sport vorliegen, helfen und dem unangenehmen Symptom entgegenwirken.

Genügend Flüssigkeit

Bereits vor dem Sport sollte Wasser getrunken werden, aber auch währenddessen und gleich danach – aber bitte stets ohne Kohlensäure. Das Trinken ist sehr wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt stets aufrechtzuerhalten. Übelkeit nach dem Sport kann nämlich durch Flüssigkeitsmangel entstehen. Symptome wie Mundtrockenheit, Schwindel, Muskelschwäche oder Kopfschmerzen sind sofort ernstzunehmen – all dies kann ebenso auf eine Dehydrierung hinweisen.

Wichtig ist, während des Sports nicht größere Mengen auf einmal zu trinken. Auch wenn das Verlangen da ist, ganz schnell eine große Menge Wasser auf einmal und auch hastig zu trinken – besser sind regelmäßige kleine Schlucke. Wenn nämlich der Bauch durch die große Menge an Flüssigkeit zu voll ist, kann dieser mit einem Abwehrmechanismus reagieren.

Wer zu Unterzucker neigt, kann gerne anstatt reinem Wasser, eine Flasche mit Fruchtsaftschorle mit zum Sport nehmen – diese bitte stets ohne Kohlensäure.

Infolge des Schwitzens kann ein Flüssigkeitsmangel nach dem Sport auftreten, mit dem Übelkeit, Erbrechen und andere Beschwerden einhergehen. Daher sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. (Bild: bernardbodo/fotolia.com)

Nahrungszufuhr

Da das Hauptübel für Übelkeit nach dem Sport die Unterzucker ist, ist das Augenmerk auf die richtige Menge Nahrung zur richtigen Zeit zu richten. Zu empfehlen ist eine Mahlzeit, die mindestens 300 Kalorien hat und sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß enthält und dies am besten ein bis drei Stunden vor dem Training. Auf jeden Fall sollte dies keine schwere Mahlzeit sein und wenig Fett enthalten. Wer nicht vor dem Sport essen möchte, sollte gleich danach eine kleine Portion an Kohlenhydraten (zum Beispiel ein Müsliriegel) zu sich nehmen. Gerne wird auch ein Proteindrink empfohlen – doch den verträgt nicht jeder. Kohlenhydrate sind wichtig für das Energielevel und Eiweiß brauchen die Muskeln.
Sport gleich nach dem Essen ist keine gute Idee. Auch hier könnte es zur Übelkeit kommen.

Augen auf beim Sport

Viele Menschen schließen zum Beispiel bei Bauchmuskel- oder Yogaübungen die Augen, um sich besser darauf konzentrieren zu können. Halten Sie die Augen geöffnet. So kann der Körper mit der Bewegung besser umgehen. Dies beugt einer eventuellen Übelkeit vor.

Das richtige Atmen

Das richtige Atmen ist wichtig, um sich vor Übelkeit beim und nach dem Sport zu schützen. Beim Gewichtheben oder anderen anstrengenden Übungen sollten Sie unbedingt langsam und regelmäßig atmen. Das konzentrierte bewusste Atmen wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus. Dieser steigt dann nicht so schnell an. Ein Blutdruckanstieg kann, wie bereits erwähnt, zu Unwohlsein und Übelkeit führen.

Die eigenen Grenzen nicht überschreiten

Profisportler werden in der Regel einem medizinischen Test unterzogen, bei dem auch die persönliche maximale Herzfrequenz ermittelt wird. Diese sollte niemals überschritten werden, um Übelkeit und eventuelles Erbrechen beim und nach dem Sport zu vermeiden. Wer jedoch nur für den Hausgebrauch sein regelmäßiges Sportpensum absolviert, kennt seine maximale Herzfrequenz nicht. Hier sollten die Zeichen des eigenen Körpers wahr genommen und nicht missachtet werden. So ist es besser, frühzeitig den Sport abzubrechen, als sich danach mit Übelkeit nach Hause zu schleppen.

Wer morgens früh Sport treibt, sollte vorher zumindest eine Kleinigkeit wie einen Müsliriegel oder ein paar Weintrauben essen. (Bild: Printemps/fotolia.com)

Nicht nüchtern zum Sport

Wer gerne morgens schon vor dem Frühstück Sport treibt, sollte eine Kleinigkeit vorher zu sich nehmen wie ein paar Weintrauben oder einen kleinen Müsliriegel. Ein leerer Magen kann zu Übelkeit und/oder Erbrechen führen.

Wann zum Arzt?

Ist die Übelkeit nach dem Sport nicht nur einmalig, sondern tritt sie häufiger auf, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Die Gründe dafür müssen unbedingt abgeklärt werden. Bis zu dem Ergebnis wird am besten auf Sport verzichtet – auch wenn dies schwer fällt. Bei genannten Warnzeichen wie Herzstolpern, Herzrasen, Engegefühl, Druckgefühl – häufig in Verbindung mit Übelkeit – ist mit dem Arztbesuch nicht lange zu warten. (sw)