Vitamin-D-Mangel – Ursachen, Symptome und Behandlung

Dr. Utz Anhalt
Vitamin-D-Mangel ist normal während der Herbst- und Wintermonate und führt zu depressiven Symptomen. In der Vergangenheit dachten Ärzte, Vitamin D wäre nur wichtig für gesunde Knochen und Zähne, doch die neuere Forschung sieht umfassendere Funktionen des Stoffes: Ein Fehlen von Vitamin D spielt eine Rolle bei diversen Gesundheitsproblemen, darunter Herzkrankheiten, Depressionen und sogar Krebs.

Helena, eine Betroffene, schreibt: “Ich hatte einen schleichenden Abfall meiner Leistungsfähigkeit über die letzten 2 Jahre, die schließlich in massiven Gedächtnis-, Konzentrationsproblemen, innere Unruhe, Erschöpfung endeten. Ständig fühlte ich mich gereizt und zunehmend überfordert, auch im Privatleben. Zunehmend hatte ich depressive Phasen. Gleichzeitig war ich innerlich chronisch gereizt. Rückenschmerzen plagten mich über viele Monate. Meine Kollegen machten sich ernsthafte Sorgen, so dass sie meinen Chef ansprachen, der mich in Zwangspause schickte. Ich versuchte mich zu erholen. Nach einem 2-wöchigen Phase in der Sonne fühlte ich mich schon besser.”

Mit Sonnenlicht und Ernährung Vitamin-D-Mangel vorbeugen. Bild: bit24 - fotolia
Mit Sonnenlicht und Ernährung Vitamin-D-Mangel vorbeugen. Bild: bit24 – fotolia

Das sonnige Gemüt

Seit Urzeiten wussten die Menschen, dass Sonne (in Maßen) positive Gefühle bringt, und viele Deutsche fliehen in der kalten Jahreszeit nach Spanien oder inzwischen nach Thailand. Populäre Klischees sagen “Südländern” ein “hitziges Gemüt” zu, während Russen und Skandinavier als schwermütig und “kalt” gelten. Diese Vorstellungen inspirierten ebenso obskure wie gefährliche Rassentheorien. So fantasierte der mutmaßlich an Schizophrenie erkrankte Begründer der irrationalen “Anthroposophie”, “der Neger” habe deswegen eine schwarze Haut, “weil ihm die Hitze im Blute koche”.

Tatsächlich ist im Norden Russlands und Skandinaviens die Selbstmordrate hoch und ebenso der Alkoholmissbrauch: Depressionen sind in Ländern, in denen über Monate keine Sonne scheint, weit verbreitet, und die dort lebenden helfen sich heute mit UV-Strahlen aus dem Solarium. Lebertran bzw. Dorschleber als ist das Aspirins Norwegens und der Arktis – und das nicht ohne Grund.

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Der Organismus bildet Vitamin D vor allem mit Hilfe des Sonnenlichtes auf der Haut. Auch Nahrungsmittel enthalten zwar Vitamin D, doch dieses macht lediglich einen Bruchteil dessen aus, was wir durch die Sonne aufnehmen.

Vitamin D ist im engen Sinn kein Vitamin, denn Vitamine sind organische Substanzen, die der Körper aufnimmt – Vitamin D produziert der Organismus hingegen. Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D, vor allem fettreiche Fische wie Aal, Hering, Lachs und vor allem Dorschleber, doch selbst Nahrungsergänzungsmittel können uns nicht genug Vitamin D geben, um die Gesundheit zu erhalten.

Wie viel Vitamin D der Körper braucht, variiert mit dem Alter, Körpergewicht, dem Anteil des Körperfettes, Hautfarbe, Breitengrad, dem Gebrauch von Sunblockern, individuellem der Sonne ausgesetzt sein, und Basiserkrankungen bzw der generellen körperlichen Konstitution.

Vitamin ist fettlöslich und wird in der Leber und im Fettgewebe gespeichert. Deshalb haben Menschen mit viel Körperfett die Fähigkeit, besonders viel Vitamin D zu speichern und es zugleich davon abzuhalten, im Körper umgesetzt zu werden,

Ultraviolette Strahlen im Sonnenlicht verändern Cholesterin in der Haut in Vitamin D. Für eine eine hellhäutige Person reichen 20-30 Minuten Sonnenlicht am Tag auf dem Gesicht und den Vorderarmen gegen Mittag zwei- bis dreimal die Woche aus, um in den Sommermonaten in Deutschland oder Großbritannien genug Vitamin D zu produzieren. Menschen mit dunkler Haut und / oder höherem Alter, brauchen hingegen viel mehr Zeit, um genug Vitamin D zur Verfügung zu haben.

Ein simpler Bluttest kann das Level im Blut bestimmen. Vitamine werden in Nanogramm per Milliter gemessen. 20 ng/mL bis 50 ng/mL sind ein angemessener Pegel für Knochen und die allgemeine Gesundheit, während ein Pegel von unter 12 ng/mL einen Vitamin D Mangel impliziert. Viele Experten halten einen höheren Pegel von 35-40 ng/mL für notwendig, um die Gesundheit dauerhaft zu stabilisieren. Höhere Pegel haben keinen zusätzlichen Nutzen.

Vitamin D verantwortlich für die Hautfarbe?

George Chaplin und Nina G. Jablonski stellten 2003 die These auf, dass die schwarze und weiße Haut von Menschen als Anpassung an zu viel und zu wenig Sonne entstand. Dies wäre ein Balanceakt gewesen.

UV-Strahlen könnten auf die nackte Haut verheerend wirken, und rotbraune bis schwarze Melanine seien ein natürlicher Sonnenschutz und beuge Hautkrebs vor. Besonders hautkrebsgefährdet seien Menschen mit heller Haut in Regionen mit starker Sonneneinstrahlung wie Angloaustralier.

Allerdings hätten Menschen mit heller Haut auch niedrige Konzentrationen an Folsäure im Blut, nachdem sie starkem künstlichen Sonnenlicht ausgesetzt wurden. Bestrahle man menschliches Blutserum mit künstlichem Sonnenlicht eine Stunde, dann sinke der Gehalt dieses B-Vitamins um die Hälfte.

Folsäuremangel wiederum führe bei Neugeborenen zu schweren Körperbehinderungen, bei denen Abschnitte des Rückenmark frei lägen, außerdem die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Um dies zu verhindern, wird Schwangeren in den USA und Europa empfohlen, Folsäure-Präparate zu sich zu nehmen. B-Vitamin befindet sich vor allem in Eigelb, Leber, Weizenkeimen und Blattgemüse.

Dem Forscherpaar zufolge entstand also dunkle Haut, um die Folsäure im Körper vor UV-Strahlung zu schützen. Im sonnenarmen Norden jedoch drang sowieso kaum noch UV-B in die Haut ein. Das brachte aber keine Erleichterung, sondern ein Problem, da UV-B-Strahlen zwar gefährlich, aber auch lebensotwendig sind, weil sie die Synthese von Vitamin D auslösen und somit elementare Bedeutung haben für den Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel, der wiederum den Knochenbau steuert.

Die Haut in den nördlichen Breiten musste also hell werden, um noch genug UV-B Strahlen aufzunehmen, damit die Menschen das Vitamin produzieren konnten. Ohne D-Vitamine kann der Körper kein Calzium aus dem Darm aufnehmen, aus dem die Knochen bestehen und das Skelett kann sich nicht normal entwickeln. Ohne Calzium bricht außerdem das Immunsystem bricht zusammen. Diese Zusammenhänge haben Michael Hollick von der Universität Boston (Massachusetts) und seine Kollegen in den letzten beiden Jahrzehnten durch ihre medizinischen Studien weiter untermauert. Sie zeigten auch, dass das Sonnenlicht in höheren Breiten im Winter für die Produktion nicht ausreicht, da zu wenig UV B Strahlen die Haut erreichen. Nördlich des 50. Breitengrades, also Höhe Frankfurt am Main, so Chaplin und Jablonski, müssten die Menschen ein halbes Jahr und länger unter Vitamin D Mangel leiden, oder diese durch Nahrung kompensieren.

Deshalb würden die Menschen im hohen Norden nie wirklich braun, weil ihre Haut stets so viel Sonne wie möglich auffangen solle, Menschen in mittleren Breiten würden hingegen im Sommer dunkel, im Winter nehme ihre Haut ein fahle Farbe an, um das in dieser Jahreszeit wenige Sonnenlicht zu speichern, und im Sommer vor zu starker Sonne zu schützen. In den Tropen sei hingegen die Strahlung so stark, dass auch mit geschützten Pigmenten genug Vitamin D produziert werde.

Inuit in Alaska, Grönland und Nordkanada hätten zwar eine dunklere Haut, seien aber erst for circa 5000 Jahren in die Arktis eingewandert, zum anderen hätten sie sich von der Sonne weit gehend unabhängig gemacht: Traditionell aßen die Inuit extrem viel fettreichen Meeresfisch und somit das Lebensmittel mit den höchsten Konzentrationen an Vitamin-D.

In Afrika hätten die Khoisan, die Buschleute im südlichen Afrika eine wesentlich hellere Haut als die Bantuvölker in Äquatornähe, laut Chaplin und Jablonski handelt es sich vermutlich um eine Anpassung an die geringere UV-Strahlung in Südafrika.

Heute passten sich Menschen häufig nicht schnell genug an die Sonnenverhältnisse in einer neuen Heimat an, so Chaplin und Jablonski, und dies in der Regel aus Unwissen. Dies führe zu Krankheiten, von denen die jeweiligen Menschengruppen bisher nicht betroffen waren. So litten viele Inder, die als Bürger des Commenwealth nach Großbritannien kamen, im Norden Englands und Schottland an Rachitis und anderen Vitamin-D-Magel-Erscheinungen.

Die Hautfarben der Menschen haben also mit biologischen Rassen nichts zu tun, sondern lediglich mit Anpassungen an unterschiedliche Umwelten und seien das am wenigsten aussagekräftige Merkmal, um Menschengruppen zu erkennen.

Bleiche Adlige und Kohlenkinder – Vitamin-D in der Neuzeit

Die Geschichte von Vitamin D heißt vor allem Rachitis, eine Krankheit, bei der die Knochen aufweichen und sich verformen, und deren Ursache unsere Vorfahren nicht kannten.

Die Krankheit selbst war jedoch in England bereits im 17. Jh beschrieben und galt als Krankheit der feinen Leute. Damals bekam hauptsächlich die High Society diese Krankheit: Die Armen, wenn sie nicht im Bergbau schufteten, arbeiteten im Freien und bekamen deshalb genug Vitamin D. Der Adel jedoch definierte sich gerade dadurch, nicht körperlich arbeiten zu müssen und legte Wert, dies durch eine blasse Hautfarbe zu demonstrieren. Deshalb nahm ihre Haut zu wenig Sonnenlicht auf.

Die industrielle Revolution machte den Mangel und damit Rachitis zu einem Massenphänomen – insbesondere unter Kindern. Kinder wurden bevorzugt in Bergwerken eingesetzt, weil sie in die engen Stollen passten. Dazu kamen miserable Hygiene und völlig unzureichende Ernährung, was den Körper schwächte.

Manche dieser unter der Erde begrabenen Kindersklaven sahen im Winter wochenlang keine Sonne und zogen bis zu zwölf Stunden am Tag die Kohlekarren.

Die Rachitis trug damals den Namen “Kinderknochen-Krankheit”. Betroffene Säuglinge hatten “Gruben” am Hinterkopf, weil die Schädelknochen aufweichten und einen verbreiterten Hydrocephalus. Schritt die Erkrankung fort, dann rundete sich der Schädel ab, er verlor seine längsovale Form und sah aus wie ein Ball. Die Schädelbasis stieg durch die Erweichung und der Gesamtschädel sank nach unten. Ein typisches Symptom war ein Wasserkopf mit erhöhtem Hirndruck und ein außergewöhnlcih breites Gesicht.

Die Achsen der Beine verbogen, und es entwickelte sich ein Kugelbauch, der Brustkorb verformte sich und die Wirbelsäule wurde schief, ebenso Knie und Gelenke. Im zweiten Lebensjahr wirkte das Körpergewicht so stark auf die weichen Knochen ein, dass sich der Schenkelhals absenkte. Der Innebau der Knochen war morsch und unvollständig, die Hüften ohne Kraft, die Bauchmuskeln konnten ohne die Hüften nicht funktionieren, und die Betroffenen liten unter chronischer Verstopfung.

Durch den Zug des Zwerchfells am weichen Brustkorb entstand eine “Hühnerbrust”. Die Handgelenke schwollen an, besonders die Ende der Unterarmknochen – die Wachstumszonen. Der Abstand zwischen Hals und Schultern verkürzte sich durch die erkrankte Halswirbelsäule. Am Ende brachen die Knochen der Kinder regelmäßig.

1822 erkannte der polnische Arzt Sniadecki, dass Kinder von Bauernhöfen weniger häufig an Rachitis litten als diejenigen in Warschau. Im späten 19. Jahrhundert beobachtete Theodore Palm, ein Missionar zudem, dass Kinder in der Nähe des Äquators keine Rachitis bekamen und vermutete bereits Sonnenbäder als mögliche Heilung und Strategie der Verhütung.

1918 verursachte Sir Edward Mellanby erfolgreich Rachitis bei Hunden, indem er sie ausschließlich mit Haferbrei fütterte und sie ohne Sonne ausschließlich in geschlossenen Räumen hielt, während er rachitische Hunde mit Dorschleberöl heilte – dem Lebensmittel, das am meisten Vitamin D enthält. Dieser Lebertran war damals bekannt als Mittel gegen Blindheit und Knochenfrakturen.

McCollum erkannte, dass die antirachitische Wirkung im Lebertran eine neue Substanz war und gab ihr den Namen Vitamin D. Hudshinsky entdeckte, dass Sonne Kinder mit Rachitis heilte. Steenbock und Black bemerkten 1924, dass UV-Strahlen ausgesetzte Nahrung Rachitis ebenfalls heilen konnte, was zu der großen Erkenntnis führte, dass UV Licht in der Lage war, eine in Nahrung und Haut gespeciherte Substanz in eine andere Form umzuwandeln. Die Entdeckungen legten eine enge Beziehung zwischen Sonneneinstrahlung un Vitamin D nahe.

Die Bedeutung von Vtamin D für Babies

Vitamin-D-Mangel bei Babies hat die gleichen Ursachen wie bei Erwachsenen: Unzureichende Vitamin-D-Zufuhr durch die Nahrung und fehlende Sonneneinstrahlung, Störungen, die die Vitamin-D-Aufnahme einschränken oder die Übermittlung von Vitamin D in Leber und Niere beeinträchtigen.

Vitamine und ihre Quellen. Bild: elenabsl - fotolia
Vitamine und ihre Quellen. Bild: elenabsl – fotolia

Ein Mangel bei Babys kann schnell schlimmere Auswirkungen haben als bei Erwachsenen, denn das erste Jahr eines Kindes kennzeichnen rapides Wachstum, Knochenbau und Bildung des Rückgrates. Sie sind deshalb besonders von Rachitis betroffen.

Kinder mit chronischen Krankheiten, insbesondere solchen der Leber und Kinder, die Medikamente gegen Anfälle einnehmen, können bisweilen Vitamin D nur schlecht aufnehmen, und die Gefahr von Rachitis steigt. Vitamin-D-Mangel macht Babies zudem anfälliger für Infektionskrankheiten.

Kinder, die an der Brust gesäugt werden, bekommen dadurch kein Vitamin D, denn dessen Gehalt in der Muttermilch ist minimal. Wenn eine stillende Mutter selbst einen Vitamin-D-Mangel hat, wird es sogar noch schwieriger für den Säugling, genug des Stoffes zu bekommen. Kinder, die kommerzielle Säuglingsnahrung bekommen, brauchen indessen kein zusätzliches Vitamin D, denn dieses ist bereits darin enthalten.

Risiken für Vitamin-D-Mangel

Menschen mit dunkler Haut haben ein höheres Risiko als Hellhäutige. Menschen, die wenig Zeit am Tag draußen verbringen, fehlt Vitamin D, weil sie zu wenig Sonnenlicht empfangen: Betroffen sind zum Beispiel an das Haus gebundene, Nachtarbeiter oder Langzeitpatienten im Krankenhaus.

In Gefahr sind außerdem Menschen, die ihre Haut die gesamte Zeit mit Sonnencreme oder Kleidung bedecken. Dies gilt zum Beispiel für Frauen in islamischen Ländern, die gezwungen sind, den Niquab oder die Burka zu tragen.

Wenig Vitamin D können auch Menschen aufbauen, die im hohen Norden leben – in Finnland, Nordrussland oder Alaska. Deren Haut empfängt über Monate überhaupt kein Sonnenlicht.

Alte Menschen mit Muskelschwäche können Vitamin D schlecht im Körper produzieren, generell sind Senioren vielen Risikofaktoren ausgesetzt: Einer dünnen Haut, wenig Sonnenlicht und eingeschränkter Aufnahme des Vitamin D in Leber und Nieren.

Übergewicht steigert das Risiko für einen niedrigen Pegel, denn je mehr Gewicht ein Mensch hat, umso mehr Vitamin D braucht der Mensch. Umgekehrt steigt mit dem Vitaminmangel die Gefahr, übergewichtig zu werden. Vitamin D und Kalzium unterdrücken nämlich den Appetit.

Symptome von Vitamin D Mangel

Depression und Angststörungen
Vitamin D Rezeptoren befinden sich in vielen Teilen des Hirns. Diese Rezeptoren liegen auch in den Teilen des Gehirns, in denen sich Depression entwickelt. Deshalb ist ein Vitamin-D-Mangel auch mit Depressionen und anderen psychischen Problemen verknüpft.

Ein zusätzliches Problem entsteht, wenn die Betroffenen und Ärzte nichts vom Mangel wissen. Sie suchen dann folgerichtig nach psychischen Gründen für ihre psychischen Beschwerden: Beziehungen, berufliche Probleme oder psychische Störungen. Löst aber ein Vitamin-D-Mangel die depressiven Stimmungen aus, hat das mit einer klinischen Depression sehr wenig zu tun. Die Betroffenen brauchen weder eine Verhaltenstherapie noch eine Psychoanalyse, sondern UV-B Strahlen und Vitamin-D-Präparate.

Exzessives Schwitzen

Eines der ersten Signale für einen Vitam-D-Mangel ist ein verschwitzter Kopf. Ärzte fragen Mütter von Neugeborenen aus diesem Grund danach, ob sie stark schwitzen. Auch bei den Säuglingen selbst ist übermäßiges Schwitzen ein Indikator für eine Unterproduktion des Vitamins.

Knochenschmerzen

Ein Fehlen von Vitamin D zeigt sich als Schmerz in den Knochen, als Muskelspasmen und Leiden in den Gelenken. Menschen, die nicht genug Vitamin D haben, können laut einer im American Journal of Clinical Nutrition publizierten Studie nur 10 bis 15 % des täglich zu sich genommenen Kalziums zu sich nehmen.

Das aber ist notwendig für stare und gesunde Knochen. Die Folge des fehlenden Kalziums isnd schwache, weiche und schmerzende Knochen.

Osteoporose

Diese Krankheit kennzeichnet eine geringe Knochenmasse und einen Rückgang des Knochengewebes – die Knochen werden zerbrechlich und Knochenfrakturen sind die Folge. Als Ursache gilt ungenügende Zufuhr von Kalzium, aber ein Vitamin-D-Mangel kann dazu führen, dass auch genügend aufgenommenes Kalzium nicht aufgenommen wird.

Osteoporose is eine extreme Folge von Vitamin-D-Mangel und nur selten direkt auf diesen rückführbar, aber: Ältere Menschen, Frauen nach der Menopause und Menschen, die sich zu wenig bewegen, können mit adäquaten Leveln von Vitamin D und ausreichend Kalzium einer Osteoporose vorbeugen.

Erektile Dysfunktion

Der Mangel führt auch zu einer gesteigerten Gefahr für erektile Dysfunktion. Probleme mit den Gefäßen verursachen ungefähr die Hälfte aller erektilen Dysfunktionen, und Vitam-D Mangel schwächt die Gefäße. UV-Licht ist nicht nur die wichtigste Quelle für Vitamin D, es erhöht auch die Konzentration von Stickoxid im Blut, was wiederum das Risio für erektile Dysfunktions enkt.

Schilddrüsenproblem

Schilddrüsenprobleme können mit Vitamin-D-Mangel einhergehen, allerdings findet über Ursache und Wirkung eine wissenschaftliche Kontroverse statt. In jedem Fall spielen auch genetische Dispositionen, Ernährung und die allgemeine Gesundheit eine Rolle. Autoimmunkrankheiten spielen in Schilddrüsenbeschwerden hinein, und bei Vitamin-D ebenso eine ungenügende Versorgung wie eine genetische Anlage, sie nicht produzieren zu können.

Häufige Infektionen

Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle für das Immunsystem. Es stärkt die körpereigene Abwehr , um Viren und Bakterien zu bekämpfen, die Krankheiten verursachen. Es interagiert direkt mit den Zellen, die verantwortlich sind für das Bekämpfen von Infektionen. Wenn jemand oft krank wird, besonders, wenn er an Erkältungen oder grippalen Infekten leidet, kann Vitamin D Mangel der Auslöser sein. Mehrere Metastudien haben gezeigt, dass ein Mangel mit Infektionen wie Erkältung, Bronchitis Lungenentzündung zusammen hängt.

Anämie

Anämie entsteht, wenn der Körper nicht genug rote Blutzellen produziert, die Sauerstoff in verschiedene Bereiche des Organismus transportieren. Die Ursache dahinter ist wahrscheinlich Vitamin-D-Mangel.

Eine Studie am John Hopkins Children’s Center ergab, dass Menschenmit niedrigem Hämoglobin-Spiegel außerdem zu wenig Vitamin D aufweisen. Obwohl die exakte Rolle von Vitamin S und Anämie weiter untersucht wird, gibt es wenig Zweifel an der Verbindung zwischen Anämie und Vitamin D Mangel.

Unfruchtbarkeit

Vitam D Mangel ist verknüpft mit Unfruchtbarkeit, und Paare, die Kinder haben wollen, sollten ihren Pegel untersuchen lassen. Forschungen zeigen, dass Frauen mit ausreichendem Vitamin D Spiegel eher schwanger werden und gesundere Embryonen produzieren. Niedrige Level bei Männern führen ebenfalls dazu, dass der Kinderwunsch of nicht in Erfüllung geht.

Zwei der Hauptparameter für Spermienqualität, nämlich Bewegung und Form könnten von Vitamin D beeinflusst sein. Wenn die Spermien sich langsam bewegen, fällt es ihnen schwerer, vorwärts zu bekommen und ein Ei zu befruchten. In einer Studie mit 300 Männern mit hohem Vitamin D Spiegel zeigte einen höheren Anteil an mobilen Spermien. Umgekehrt zeigte sich bei Männern mit niedrigen Vitamin-D-Werten die Spermien weniger schnell, und mehr Spermien waren abnormal geformt.

Krebs

Vitamin-D scheint Krebszellen zu zerstören und die Zellteilung zu verhindern. Eine Studie, die eigentlich Knochengesundheit testen sollte, ergab, dass Frauen nach der Menopause, die Kalzium und Vitamin D Präparate nahmen, ein 60 % niedrigeres Risiko hatten, an Krebs zu erkranken.

Vitamin D verlangsamt das Zellwachstum, ein Faktor, der das Risiko bei den meisten Krebsen um bis zu 50 % senken könnte. Ein Mangel dieses Vitamins legt hingegen ein um 30 bis 50 % gesteigertes Risiko von Prostata- und Brustkrebs nahe.

Neue Forschungen lassen vermiten, dass Vitamin D für das Immunsystem des Körpers wichtig ist, und bestimmten Genen die Möglichkeit gibt, zu wirken oder nicht zu wirken. Das wäre eine logische Erklärung dafür, dass Vitamin D das Krebsrisiko senkt.

Herzkrankheiten

Menschen mit zu wenig oder zu viel des Vitamins im Blut haben ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Tod durch Herzinfarkt oder ein Versagen der Herzmuskeln verdoppelt sich sogar, wenn der Vitamin-D-Wert unter 50 nmo/L fällt. Herztod steigt außerdem an, wenn sich der Vitamin-D-Spiegel auf über 100nmol/L erhöht.

Ein zu hoher Pegel kann das Herz ebenso schädigen wie die Blutgefäße und Nieren.

Low levels of dietary vitamin D are associated with a greater risk for stroke, congestive heart failure and heart disease. On the flip side, high levels of vitamin D deficiency can cause toxicity and damage the heart, blood vessels, and kidneys.

Behandlung von Vitamin-D-Mangel

Der Mangel lässt sich mit drei Methoden ausgleichen: Durch Sonnenlicht, künstliches UV-B Licht und Nahrungsergänzungen.

Wie lange sich jemand dem Sonnenlicht aussetzen muss, um signifikante Mengen von Vitamin D zu produzieren, hängt von einer Vielzahl körperlicher und persönlicher Faktoren ab, und auch die Umwelt spielt eine Rolle. Generell liegt die Dauer des Sonnenbades, um einen ausreichenden Vitamin D Pegel zu bekommen unter der Grenze, an der die Haut verbrennt und rot wird. Deshalb helfen kurze Aufenthalte in der Sonne, um den Vitam-D-Wert auf das optimale Maß zu erhöhen.

In den gemäßigten Breiten wie Deutschland ist es in der kalten Jahreszeit deswegen wichtig, in den wenigen Stunden, in denen die Sonne scheint, aus dem Haus zu gehen. Mit anderen Worten: Wer bei Tageslicht im Dezember täglich mit dem Hund spazieren geht, Fahrrad fährt oder sich sonstwie draußen aufhält wird weniger Probleme mit seinem Vitamin-D-Haushalt bekommen oder gar keine. Dabei ist zu bedenken, dass im Winter durch die Ganzkörper-Bekleidung weniger Haut der Sonne ausgesetzt ist, die außerdem weniger intensiv strahlt. Um Vitamin-D zu “tanken” ist es deshalb sinnvoll, Fäustlinge zwischendurch auszuziehen und die Hände gezielt der Sonne auszusetzen und das Gesicht nicht durch einen Schal zu verhüllen.

Solarien können das Sonnenlicht nicht vollständig ersetzen, und das künstliche “Sonnenbad” sollten Sie unbedingt mit einem Arzt absprechen, bzw. Ihren Vitamin D Level messen lassen. Exzessiver Gebrauch von künstlichem UV-Licht birgt Risiken für die Gesundheit.

Moderates Sonnenbaden hilft einen Mangel vorzubeugen. Bild: Jürgen Fälchle - fotolia
Moderates Sonnenbaden hilft einen Mangel vorzubeugen. Bild: Jürgen Fälchle – fotolia

Zwischen der Haut und den drei Wellenlängen UVA, UVB und UVC ist keine Ozonschicht. UVC-Strahlen sind gefährlich für die Haut und schwächen das Immunsystem. Eine höhere Dosis von UVA und UVB als die natürliche Sonne bietet, erhöht das Risiko für Hautkrebs.

In Maßen eingesetzt kann Höhensonne aber den Vitamin Spiegel normalisieren und damit das Risiko für Krebs senken – auch für Hautkrebs.

Vitamin D Überdosierung

Auch bei Vitamin D gibt es “zu viel des Guten”. Ein zu hoher Vitamin-D-Spiegel birgt das Risiko von Ängstlichkeit, exzessivem Harndrang, Herzrhythmus-Störungen und Nierensteinen. Eine Überdosis an Vitamin D können wir uns ausschlißlich durch Präparate zuführen – selbst intensive Sonneneinstrahlung führt nicht zu einem erhöhten Spiegel.

Die Sonne ermöglicht es dem Körper nämlich lediglich, das Vitamin D zu produzieren. Der Organismus stoppt seine eigene Produktion indessen, wenn ein auseichender Pegel erreicht ist. Auch durch Vitamin D reiche Nahrungsmittel wie Dorschleber, Räucheraal oder Lachs ist es praktisch unmöglich, seinen Pegel über ein Normalmaß zu überhöhen.

Vorsicht bei Epilepsiemitteln

Mittel gegen Epilepsie können die Vitamin D Werte auf Dauer senken. Epileptiker sollten ihren Vitamin D Wert regelmäßig überprüfen, und ihn, wenn er zu niedrig ist, mit Sonnenlicht, Höhensonne oder Präparaten stabilisieren. (Dr. Utz Anhalt)