Wadenschmerzen: Schmerzen an der Wade

osteoporose-diagnose
Nina Reese
Ob beim Gehen, Laufen, Treppensteigen oder in Ruhe – Wadenschmerzen können in ganz unterschiedlichen Situationen auftreten und dabei für den Betroffenen sehr unangenehm sein. In den meisten Fällen ist eine Überlastung oder falsche Haltung der Auslöser für die Schmerzen, die teilweise so stark werden können, dass sportliche Betätigung oder sogar normales Gehen, nicht mehr uneingeschränkt möglich sind. Darüber hinaus können Wadenschmerzen aber auch durch eine ernsthafte Erkrankung wie beispielsweise eine Thrombose oder Durchblutungsstörungen wie die Periphere arterielle Verschlusskrankheit („Schaufensterkrankheit“) ausgelöst werden. Dementsprechend sollte bei plötzlich auftretenden, starken Schmerzen, ebenso wie bei anhaltenden bzw. häufig wiederkehrenden Beschwerden unbedingt ein Arzt zur genauen Abklärung der Ursache aufgesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Ursache Wadenkrämpfe
Ursache Verspannungen
Schmerzen in den oberflächlichen Wadenmuskeln
Verspannungen in den Zehenbeugern
Wadenschmerzen im hinteren Schienbeinmuskel
Schmerzen durch Verspannungen im Bindegewebe
Muskelfaserriss in der Wade
Ursache Bandscheibenvorfall
Ursache Thrombose
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Kompartment-Syndrom / chronisches Logensyndrom
Behandlungsoptionen
Behandlung bei einem Wadenkrampf
Behandlung bei einem Muskelfaserriss
Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall
Behandlung bei einer Verschlusskrankheit
Behandlung bei einem Kompartmentsyndrom
Naturheilkunde

Definition

Schmerzen in den Waden treten häufig auf und werden dabei meist als bohrend und / oder ziehend beschrieben, zudem verstärken sich die Beschwerden in den meisten Fällen bei Belastungen wie zum Beispiel Sport oder Treppensteigen. Wadenschmerzen können sich aber auch in Ruhe zeigen, bestes Beispiel sind hier Wadenkrämpfe, die plötzlich nachts oder nach längerer Ruhigstellung auftreten. Die Beschwerden können dabei grundsätzlich anhaltend, aber auch immer wieder in kurzen Attacken auftreten, häufig zeigen sie sich im Anschluss an eine starke Belastung der Muskulatur beispielsweise nach einer längeren Jogging-Runde oder Bergwanderungs-Tour. Die Schmerzen werden dabei meist als sehr stark empfunden, häufig treten sie sogar so massiv auf, dass Bewegungen, oder sogar einfaches Gehen, für einige Tage kaum oder gar nicht möglich sind. Häufig bleiben Wadenschmerzen „nicht alleine“, sondern es kommt gleichzeitig zu weiteren Beschwerden wie zum Beispiel Oberschenkelschmerzen, Fußschmerzen, Knieschmerzen, Achillessehnenschmerzen oder Schmerzen im Sprunggelenk. Hinzu kommen in vielen Fällen ein Gefühl von Taubheit oder Kribbeln in den Waden, in einigen Fällen verspüren Betroffene auch das Gefühl, die Beine nicht mehr stillhalten zu können.

Ursache Wadenkrämpfe

Eine häufige Ursache für Wadenschmerzen sind Muskelkrämpfe, die entweder akut oder dauerhaft auftreten können. Wadenkrämpfe treten plötzlich und in den meisten Fällen völlig unerwartet auf, etwa während der Yoga-Stunde, beim Joggen oder nachts im Schlaf und können extrem starke Schmerzen verursachen. Meist ist bei einem Wadenkrampf der so genannte „Musculus gastrocnemius“ betroffen, der auch „Zweiköpfiger Wadenmuskel“ gennant wird und der Wade ihre typische Form verleiht. Bei einem Krampf zieht sich der Muskel abrupt zusammen und verhärtet, von außen kann man während des Krampfzustands einen auffällig harten Strang in der Muskulatur fühlen. Solange der Krampf anhält, ist normales Gehen nicht möglich. Wenn die Wadenmuskulatur gedehnt – der Fuß also vom Betroffenen oder einem Helfer nach oben gezogen oder gedrückt – wird, löst sich meist auch der Krampf und die Schmerzen vergehen wieder, in einigen Fällen verbleibt jedoch ein muskelkaterartiges, ziehendes Gefühl. Zumeist sind Wadenkrämpfe ungefährlich und verschwinden durch die Dehnung auch relativ schnell wieder – dennoch ist in einigen Fällen Vorsicht geboten, da es aufgrund der stark beeinträchtigten Bewegung zu gefährlichen Situationen kommen kann, beispielsweise im Straßenverkehr oder beim Schwimmen, da der Betroffene im schlimmsten Fall ertrinken könnte.

Wadenschmerzen
Wadenschmerzen sind häufig die Folge einer Überlastung. (BIld: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de)

Die Ursache für Wadenkrämpfe ist häufig eine Unter- bzw. Überforderung der Muskulatur. Dementsprechend sind gerade Sportler häufig von schmerzhaften Krämpfen in der Wade betroffen, wenn sie ihre Muskeln stark bzw. zu stark beanspruchen. Kommt dann noch starkes Schwitzen hinzu, verliert der Körper viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe wie zum Beispiel Magnesium oder Kalium, die jedoch für ein einwandfreies Funktionieren der Muskeln notwendig sind. Auch eine Unterforderung der Muskulatur führt häufig zu Wadenkrämpfen, gerade wer tagsüber viel am Schreibtisch oder auf dem Sofa sitzt und nicht ausreichend für ausgleichende Bewegung sorgt, wird häufig nachts von starken Schmerzen in der Wade geweckt. Nächtliche Wadenkrämpfe treten aber auch schnell auf, wenn tagsüber zu lange in unpassenden Schuhen gelaufen wurde oder Fußfehlstellungen wie beispielsweise Senk- oder Spreizfüße bestehen.

Wadenkrämpfe treten dabei verstärkt im Alter auf, was zum einen daran liegt, dass sich Muskeln mit den Jahren verkürzen und Muskelmasse abgebaut wird – sofern nicht mit gezieltem Sport dagegen angegangen wird. Da im Alter das Durstgefühl nachlässt, neigen ältere Menschen zudem dazu, zu wenig zu trinken und sich eher einseitig zu ernähren – was einen Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten begünstigt und damit schnell zu Wadenkrämpfen führt. Der Mangel an Mineralstoffen betrifft durch Veränderungen des Stoffwechsels und des Hormonhaushalts auch Schwangere, gerade in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt es durch zu wenig Magnesium oft zu nächtlichen Krämpfen.

Auch die Einnahme entwässernder Medikamente (Diuretika) führt häufig zu Wadenkrämpfen, ebenso wie beispielsweise Bluthochdruckmittel, Chemotherapie-Wirkstoffe oder Verhütungsmittel. Treten die Wadenkrämpfe immer wieder in sehr schmerzhafter Form auf und halten dabei relativ lange an, können auch Nervenschäden der Auslöser sein, die beispielsweise durch Diabetes, Alkoholismus oder Störungen im Gehirn und Rückenmark bedingt sein können. Hier treten die Krämpfe teilweise nicht nur in der Wade, sondern auch in den Füßen oder anderen Bereichen des Körpers auf, weitere Symptome wie Taubheitsgefühle oder Schwellungen können außerdem Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein.

Weitere mögliche Ursachen für Wadenkrämpfe sind eine chronische Nierenschwäche, Krampfadern, eine Thrombose oder eine mangelhafte Durchblutung im Bein (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Seltener kommen auch Muskelkrankheiten für die Wadenkrämpfe in Betracht, die in vielen Fällen erblich sind und häufig schon im Kindes- und Jugendalter erkannt werden. Typisch ist hier unter anderem, dass Betroffene oft ihre angespannte Muskulatur (z.B. die geballte Faust) nur mit viel Mühe wieder entspannen können, hinzu kommen teilweise Lähmungen und eine insgesamt verstärkt steife Muskulatur.

Ursache Verspannungen

Treten Wadenschmerzen chronisch oder immer wieder kehrend auf, werden diese in vielen Fällen durch Verspannungen der Muskeln bzw. der die Muskeln umgebende Bindegewebsschicht (Faszien) hervorgerufen. Die Schmerzen verursachen dabei häufig ein bohrendes oder ziehendes Gefühl und verstärken sich in den meisten Fällen nach stärkerer Belastung wie zum Beispiel Joggen oder Wandern. In manchen Fällen werden die Beschwerden so stark, dass Bewegungen kaum noch erträglich bzw. möglich sind. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Auslöser und Bereiche für Verspannungen in der Wade:

Schmerzen in den oberflächlichen Wadenmuskeln

Sind beispielsweise die beiden oberflächlichen, hinteren, großen Wadenmuskeln „Musculus gastrocnemius“ und „Musculus soleus“ betroffen, erleben Betroffene meist großflächige Schmerzen, die – je nach Ursache – entweder einseitig oder beidseitig auf die ganze Wade ausstrahlen können. Hinzu kommen in vielen Fällen Achillessehnenschmerzen, gehen die Schmerzen vom Musculus gastrocnemius aus, reichen sie oft bis in die Kniekehle und den obersten Teil der Wade, wodurch es parallel auch zu Knieschmerzen kommen kann. Sofern die Schmerzen beidseitig auftreten, ist in den meisten Fällen ein so genanntes „Hohlkreuz“ der Auslöser, da es durch die Verlagerung des Gewichts nach hinten im Stand ebenso wie in Bewegung zu einer dauerhaften Anspannung der Muskulatur kommt. In der Folge entstehen bei längerer Belastung Schmerzen in der Wade, die häufig begleitet werden von Kreuzschmerzen, Oberschenkelschmerzen oder Knieschmerzen.

Auch wer häufig mit gebeugten Knien geht, steht oder sitzt, indem die Füße und Unterschenkel ständig nach hinten geklappt werden, begünstigt eine dauerhafte Spannung und dadurch beidseitige Schmerzen. In manchen Fällen entstehen Wadenschmerzen auch, wenn die Beugemuskeln des Beins beispielsweise während des Gasgebens im Auto ständig in Anspannung gehalten werden oder der Bürostuhl zu hoch eingestellt ist und dadurch die Zehen auf den Boden aufgedrückt werden, wodurch es bei längerer Belastung häufig zusätzlich zu Fußschmerzen bzw. Zehenschmerzen kommt. Neben dem kann es zu beidseitigen Wadenschmerzen kommen, wenn sportliche Aktivität nicht richtig ausgeführt wird, indem beispielsweise beim Fahrradfahren die Füße nicht ausreichend mitbewegt werden oder beim Krafttraining die Muskeln nicht genug entspannt, sondern nur angespannt werden. Auch das Tragen falscher Schuhe kann gravierende Folgen haben und zu starken beidseitigen Schmerzen in der Wade führen – verursacht sowohl durch zu harte, steife Sohlen, in denen keine natürliche Fußbewegung möglich ist, als auch durch hohe Absätze, die dazu führen, dass sich die Wadenmuskulatur dauerhaft verspannt und sogar verkürzt.

Neben den beidseitigen Schmerzen können von den oberflächlichen Wadenmuskeln allerdings auch einseitige Schmerzen ausgehen. Diese entstehen in vielen Fällen durch Fehlhaltungen, etwa wenn in Folge einer Verletzung des einen Beins das Gewicht über einen längeren Zeitraum auf das andere Bein verlagert wird. Diese Form der Schiefhaltung ist häufig auch im Alltag zu beobachten, denn viele finden es einfach bequem oder besonders „lässig“, das Gewicht auf ein Bein zu verlagern – riskieren dadurch aber ebenfalls Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe des Standbeins.

Verspannungen in den Zehenbeugern

Schmerzen in den Waden können auch von dem langen Zehenbeuger-Muskel (Musculus flexor digitorum longus) herrühren, der auf der Schienenbeinseite des Unterschenkels liegt und durch sich verästelnde Sehnen zum einen die äußeren vier Zehen nach unten beugt, zum anderen auch dafür sorgt, dass der Fuß nach außen gedreht wird. Werden die Zehen immer wieder bzw. über eine längeren Zeitraum gekrümmt, entsteht auch in diesem Muskel eine dauerhafte Verspannung, die schließlich zu Wadenschmerzen, teilweise aber auch zu Zehenschmerzen oder Fußsohlenschmerzen führt. Die gekrümmten Zehen entstehen dabei meist durch dauerhaftes Tragen ungeeigneter Schuhe – hier kommen vor allem Schuhe mit hohen Absätzen in Betracht, in denen die Zehen ständig gekrümmt und angezogen gehalten werden müssen, um Halt zu bekommen. Parallel dazu werden die unnatürlich gehaltenen Füße jedoch auch noch mit dem gesamten Körpergewicht belastet – wodurch es schnell zu Verspannungen und daraus folgenden Wadenschmerzen kommt.

Neben falschen Schuhen ist das „Zehenkrümmen“ aber auch als solches kein seltenes Phänomen, denn gerade bei Angst, Aufregung oder in stressigen Situationen, aber auch beispielsweise während des konzentrierten Arbeitens am PC krallen einige Menschen reflexartig die Zehen – in den meisten Fällen ohne es selbst zu merken.

Wadenschmerzen im hinteren Schienbeinmuskel

Schmerzen in den Waden können auch von dem so genannten „Musculus tibialis posterior“ („hinterer Schienbeinmuskel“) herrühren, der zu den tiefen Wadenmuskeln zählt und zum einen den inneren Fußrand hebt sowie zum anderen die Fußsohle Richtung Boden absenkt (Plantarflexion). Bei dieser Form der Wadenschmerzen treten die Beschwerden meist längs in der Wadenmitte auf, häufig begleitet von Fußschmerzen in der Längswölbung des Fußes. Zeigen sie sich auf beiden Seiten, stehen diese häufig im Zusammenhang mit so genannte „Hohlfüßen“ und „O-Beinen“ (medizinisch: Genu varum), die entweder vererbt oder beispielsweise durch Unfälle erworben sein können, zudem kann die Ursache für diese Fehlstellungen auch im Hüft- oder Fußbereich oder in seltenen Fällen in Entzündungen, Knochenstoffwechselstörungen und Systemerkrankungen liegen. Sind die Schmerzen am hinteren Schienbeinmuskel hingegen einseitig spürbar, liegt in den meisten Fällen eine oftmals unbemerkte, regelmäßig eingenommene schiefe Haltung vor, bei der man das Becken zu einer Seite schiebt und dadurch den Fuß auf der anderen Seite automatisch innen stärker hochzieht.

Schmerzen durch Verspannungen im Bindegewebe

Schmerzen in den Waden können jedoch nicht nur von den Muskeln, sondern auch vom Bindegewebe in den Waden herrühren. In diesem Fall sind die Beschwerden meist nicht klar lokalisierbar und erklärbar, dennoch können sie sehr unangenehm und störend sein und gehen oft mit einem Jucken, Kribbeln oder Brennen in den Waden einher. Häufig haben Betroffene zudem das Gefühl, dass die Wade extrem gespannt sei oder dass sie weniger kräftig ist als sonst. Ursache für Verspannungen im Bindegewebe der Waden sind meistens zurückliegende Verletzungen, die teilweise schon gar nicht mehr präsent sind, wie zum Beispiel Prellungen, Zerrungen oder Brüche, aber auch Narben aus vergangene Operationen.

Muskelfaserriss in der Wade

Auch ein Muskelfaserriss kann Ursache für Schmerzen in der Wade sein. Dieser entsteht, wenn ein oder mehrere Muskelfaserbündel in der Wade infolge permanenter starker Beanspruchungen der Muskeln (z.B. im Leistungssport) oder plötzlicher Überanstrengung (z. B. beim Sprint-Start oder Abspringen) reißen. Daher zählt ein Muskelfaserriss zu den häufigen Sportverletzungen, wobei hier besonders oft Sportarten betroffen sind, in denen oft im Wechsel gelaufen und dann abrupt gestoppt wird (zum Beispiel Fußball, Tennis, Badminton) oder die Schnellkraft des Muskels zum Einsatz kommt, wie beispielsweise im Laufsport.

Ein Muskelfaserriss äußert sich meist durch einen schnell einschießenden Wadenschmerz bzw. dem Gefühl, dass etwas reißt, in selteneren Fällen treten die Beschwerden auch erst Stunden nach dem Riss auf. Gehen, Laufen und besonders auf den Zehenspitzen zu stehen bereiten starke, stechende Schmerzen, häufig sind diese Bewegungen gar nicht mehr möglich. Äußerlich ist ein Muskelfaserriss zu Anfang schwer zu erkennen, in einigen Fällen entsteht an der entsprechenden Stelle eine Delle, im weiteren Verlauf schwillt die Wade in vielen Fällen stark an.

Neben dauerhaften Muskelbelastungen und plötzlicher Überanstrengung von Muskeln kann auch eine direkte Gewalteinwirkung (zum Beispiel durch einen Tritt) zu einem Muskelfaserriss führen. Das Risiko für eine Verletzung ist dabei umso höher, je geringer die Dehnfähigkeit der Muskulatur ist, deshalb sind häufig auch unzureichende bzw. ungeeignete Dehnübungen oder eine zu kurze Aufwärmphase vor dem Sport die Ursache für einen Muskelfaserriss. Hinzu kommen weitere mögliche Auslöser wie beispielsweise falsche Laufschuhe, Fußfehlstellungen, eine zu kurze Regenerationsphase, ein zu schneller Wiedereinstieg in den Sport nach einer vorangegangenen Verletzung, Muskelverhärtungen oder Muskelverkürzungen.

Ursache Bandscheibenvorfall

Wadenschmerzen können auch von einem Bandscheibenvorfall herrühren, der hierzulande sehr häufig auftritt und in den meisten Fällen ohne Operation gut behandelbar ist. Bei den Bandscheiben handelt es sich um knorpelartiges, flexibles Gewebe mit einem gallertartigen Kern, dass zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule liegt und für die Beweglichkeit des Rückens und das Abfedern von Stößen sorgt. Bei einem Bandscheibenvorfall entweicht dieser weiche Kern aus dem knorpeligen Bindegewebsring der Bandscheibe und drückt dadurch auf die benachbarten Nerven, wodurch die charakteristischen starken Schmerzen entstehen. Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls variieren dabei je nach dem, in welchem Bereich und in welcher Ausprägung dieser auftritt. In vielen Fällen verspüren Betroffene eine scharfe, tiefgehende Rückenschmerzen oder Schmerzen im Oberschenkel, die bis in die Waden oder sogar Füße ausstrahlen können. Diese Form von Schmerzen wird häufig auch als „Hexenschuss“ bzw. „Ischiasschmerz“ beschrieben, der lange anhält und sich oft in Bewegung sogar noch verstärkt. Hinzu kommen teilweise Kribbeln oder ein Gefühl von Taubheit in den entsprechenden Regionen, auch Lähmungen sind möglich. Ein Bandscheibenvorfall entsteht in den wenigsten Fällen spontan, sondern hat meist eine Vorgeschichte, in der Betroffene schon über einen längeren Zeitraum mit schmerzhaften Verspannungen oder degenerativen Gelenkveränderungen (Arthrose) zu tun haben.

Bei der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls spielt vor allem der Alterungsprozess eine zentrale Rolle, denn die Bandscheiben verlieren mit steigendem Alter an Elastizität, wodurch der äußere Bindegewebsring der Bandscheibe seine Festigkeit verliert und schneller nachgibt. Hinzu kommen weitere Risiko-Faktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, ständiges Sitzen und schweres Heben, welche die Bandscheiben zusätzlich belasten und dadurch Bandscheibenvorfälle begünstigen. Auch eine schwache Rücken- und Bauchmuskulatur kann zu einem Bandscheibenvorfall führen. Darüber hinaus kommt es im Verlauf einer Schwangerschaft häufig zu einem Bandscheibenvorfall, da in dieser durch hormonelle Veränderungen vermehrt Wasser in die Bandscheiben eingelagert wird, was wiederum zu einer größeren Instabilität führt.

Ursache Thrombose

Treten die Schmerzen in der Wade plötzlich auf, kann auch eine tiefe Beinvenenthrombose die Ursache sein, wobei hier zwischen einer Thrombose in den oberflächlichen Venen und einer Thrombose in den tiefen Venen unterschieden wird. Bei der oberflächlichen Venen-Thrombose bzw. Venenentzündung (Phlebitis), ist in den meisten Fällen eine krampfadermäßig veränderte Vene entzündet, wodurch sich unter Umständen ein Thrombus (Blutgerinnsel) bildet, der sehr gefährlich werden kann, weil der Blutstrom behindert wird. Aber auch eine eigentlich gesunde Vene kann sich entzünden, was in diesem Fall auf eine möglicherweise schwerere Erkrankung hinweist – und daher unbedingt ernst genommen werden sollte. Oberflächliche Venenentzündungen kommen relativ häufig vor und können sich dabei unbehandelt zu einer tiefen Beinvenenthrombose entwickeln oder in ernsten Fällen auch zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen, wenn sich Teile des Blutgerinsels ablösen und mit dem Blut in ein Lungengefäß gelangen.

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose befindet sich das Blutgerinnsel in den Adern, die im Inneren des Beins verlaufen. Typische Anzeichen sind hier eine plötzliche, starke Schwellung des Knöchels, Unterschenkels und bzw. oder des ganzen Beins sowie starke, ziehende Schmerzen. Hinzu kommt, dass sich das betroffene Bein warm und ungewohnt schwer oder gespannt anfühlt, äußerlich zeigt sich oft auch eine bläuliche oder rötliche Verfärbung der Haut. Die Beschwerden treten bei einer tiefen Beinvenen-Thrombose in den meisten Fällen unterhalb der Stelle auf, an der der Thrombus sitzt und werden beim Stehen und Sitzen meist noch stärker – Liegen und Hochlagern des betroffenen hilft hingegen in den meisten Fällen, die Beschwerden zu lindern. Eine tiefe Beinvenenthrombose kann zu ernsthaften Komplikationen führen: Zum einen besteht die Gefahr einer Lungenembolie, bei der kleine Stückchen des Blutgerinnsels in die Lunge gelangen, dort die Ader blockieren und dadurch den Blutfluss blockieren. Bei unbehandelten Beinvenenthrombosen kommt eine Lungen-Embolie relativ häufig vor und äußert sich dann unter anderem durch Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Husten (auch mit blutigem Auswurf), Herzrasen, Herzklopfen, Schweißausbrüchen oder plötzlich einsetzender Ohnmacht. Da das Herz im Falle einer schweren Embolie plötzlich gegen den „Störer“ im Lungenkreislauf „kämpfen“ muss, droht eine Herzschwäche und damit eine akute Lebensgefahr. Wird eine Thrombose nicht entdeckt bzw. schlägt die Therapie nicht an, kann es in der Folge auch zu einer dauerhaften Venenschwäche kommen, die in schwereren Fällen schlecht heilende, tiefe Wunden in der Haut („offenes Bein“), verursacht, durch die es zu starken Schmerzen und schnell zu Infektionen kommt.

Für eine tiefe Beinvenenthrombose bestehen eine Reihe von Risikofaktoren, neben einem Krampfader-Leiden zum Beispiel Übergewicht, Blutgerinnungsstörungen, Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern, eine Schwangerschaft oder auch die „Pille“ – wobei hier von einem besonders hohen Risiko ausgegangen wird, wenn Frauen parallel zur Einnahme rauchen. Auch wer über einen längeren Zeitraum mit abgewinkelten Beinen sitzt (zum Beispiel am Schreibtisch oder im Flugzeug) läuft eher Gefahr, an einer tiefen Beinvenenthrombose zu erkranken. Das Tückische ist, dass eine Thrombose in manchen Fällen symptomlos bleibt oder erst nach einiger Zeit Beschwerden bereitet – daher sollte bei Verdacht auf eine Thrombose bzw. bei starken oder anhaltenden Wadenschmerzen unbedingt zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden, denn ob diese tatsächlich vorliegt bzw. ob es sich um eine oberflächliche oder tiefe Form handelt, kann nur durch eine ärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Bei bestimmten Arten von Schmerzen gilt es, besonders vorsichtig und aufmerksam zu sein, denn diese können unter Umständen ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt sein, zudem droht im schlimmsten Fall eine Amputation des betroffenen Beins. Dies gilt vor allem für Wadenschmerzen, die beim Gehen auftreten, beim Stehenbleiben jedoch schnell wieder nachlassen, denn diese Form des Schmerzes weist in vielen Fällen auf eine Arteriosklerose in den Blutgefäßen der Beine hin. Dabei handelt es sich um jene Erkrankung, die umgangssprachlich als „Arterienverkalkung“ bezeichnet wird und bei der es infolge von Ablagerungen in den Arterien zu gefährlichen Durchblutungsstörungen kommen kann.

Eine Arteriosklerose kann durch verschiedene Faktoren wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht oder Bewegungsmangel begünstigt werden, als Hauptursache gilt allerdings das Rauchen. Die Verkalkung kann dabei alle Arterien im Körper betreffen, sind die zuführenden Blutgefäße der Beine betroffen, wird das Krankheitsbild medizinisch als „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (pAVK) bezeichnet. Diese tritt als chronische Durchblutungsstörung auf, in deren Verlauf sich die Arterien der Beine immer stärker verengen und dadurch schlechter durchblutet werden. In der Folge können Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr ausreichend in das umliegende Haut-, Muskel- und Nervengewebe transportiert werden, wodurch Betroffene bei fortschreitender Krankheit häufig so starke Schmerzen haben, dass sie zu Fuß nur noch sehr kurze Wege am Stück bestreiten können. Stattdessen bleiben sie immer häufiger stehen, denn dann brauchen die Muskeln im Vergleich zur Bewegung weniger Sauerstoff, wodurch der Schmerz nach einigen Minuten Ruhe wieder abklingt. Häufig versuchen Personen, die von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit betroffen sind, diese aus Scham und Unsicherheit vor ihren Mitmenschen zu verstecken, indem sie vor Schaufenstern, Sehenswürdigkeiten oder ähnlichem stehen bleiben, bis die Schmerzen nachlassen – daher wird das Beschwerdebild im Volksmund auch „Schaufensterkrankheit“ genannt.

Im Anfangsstadium zeigen sich bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit normalerweise keine Symptome, sodass diese in der Frühphase nur selten diagnostiziert wird. Im weiteren Verlauf empfinden die Betroffenen immer stärkere Schmerzen beim Gehen, was darauf hinweist, dass das entsprechende Bein aufgrund der Störung der Durchblutung nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhält. An welcher Stelle genau der Schmerz dabei auftritt, ist abhängig davon, wo die Gefäßverengung besteht – neben den sehr häufigen Schmerzen in der Wade, können daher bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit auch Fußschmerzen, Gesäßschmerzen oder Oberschenkelschmerzen auftreten.

In der Folge zwingen einen die Schmerzen, immer häufiger stehen zu bleiben, die schmerzfreien Strecken werden immer kürzer bis die Beschwerden schließlich nicht nur in Bewegung, sondern auch im Ruhezustand auftreten – vor allem nachts, in liegender Position. Erreicht die „Schaufensterkrankheit“ das letzte Stadium, kann die „Verkalkung“ der betroffenen Arterien bereits so weit fortgeschritten sein, dass das umliegende Gewebe aufgrund der mangelnden Durchblutung abstirbt (Nekrose), was in fortgeschrittenen Fällen sogar zu einer Amputation führen kann. Hinzu kommt, dass die Wundheilung eingeschränkt ist, sodass ein erhöhtes Risiko für Infektionen besteht – in diesem Fall müssen Betroffene sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

Kompartment-Syndrom / chronisches Logensyndrom

Wadenschmerzen können auch durch das so genannte „Kompartment-Syndrom“ (oder auch „chronisches Logensyndrom“) verursacht werden. In diesem Fall besteht in einem abgegrenzten Bereich, einem „Kompartment“ (oder auch „Muskelloge“) des Unterschenkels aufgrund einer stärkeren Schwellung des Muskels oder einem Bluterguss ein erhöhter Gewebedruck. Dadurch werden Nerven und Blutgefäße im betroffenen Kompartment abgeschnürt und das betroffene Bein unter Umständen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Muskeln und Nerven werden im Zuge dessen geschädigt, hält dieser Zustand länger an, stirbt das unterversorgte Gewebe ab, in der Folge entstehen Narben an den Muskeln sowie eine eingeschränkte Muskelbeweglichkeit, im Ernstfall kann es sogar zu einer Amputation der betroffenen Gliedmaße kommen. Hinzu kommen weitere Gefahren für den ganzen Organismus, denn wenn eine größere Menge Muskelgewebe abstirbt, kann dies Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts nach sich ziehen und auch zu Herzrhythmusstörungen oder Nierenversagen führen. Dementsprechend handelt es sich bei einem Kompartmentsyndrom um einen medizinischen Notfall, der umgehend behandelt werden muss.

Medizinisch wird zwischen dem akuten und chronischen Kompartmentsyndrom unterschieden. Die chronische Form betrifft dabei vor allem Leistungs-Sportler (zum Beispiel im Bodybuilding oder Laufsport), indem sich durch intensives Training das Volumen der Muskeln erhöht, die das Kompartment umgebene Muskelfaszie jedoch nicht schnell genug darauf reagieren kann. In der Folge entsteht in dem betroffenen Kompartment ein leicht erhöhter Druck, die Beschwerden treten aber meist nur bei Belastung auf, im Ruhezustand hingegen verschwinden die Schmerzen im Normalfall wieder. Häufig tritt auch eine deutlich erkennbare Schwellung des betroffenen Kompartments auf, die aber in Ruhe ebenfalls meist schnell wieder abklingt.

Beim akuten Kompartmentsyndrom kommt es hingegen plötzlich zu einem erhöhten Druck im Kompartment. Dieser wird meist durch Unfälle verursacht, bei denen durch Knochenbrüche, Prellungen oder Quetschungen Blutergüsse und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) entstehen, die mehr Platz innerhalb des Kompartments benötigen. Neben dem können aber auch Thrombosen oder zu enge Verbände Auslöser für ein Kompartmentsyndrom sein. Im akuten Fall treten normalerweise sehr starke Schmerzen auf, hinzu kommen typischerweise starke Schwellungen sowie ein taubes oder kribbelndes Gefühl im Bein, der Fuß sieht zudem häufig in Folge der unterbrochenen Blutversorgung blass aus und ist kalt.

Behandlungsoptionen

Die Behandlung der Wadenschmerzen erfolgt in Abhängigkeit der entsprechenden Ursache. Werden die Schmerzen beispielsweise durch Fehl- oder Überbelastungen ausgelöst, sollten diese durch Verhaltensänderungen und Änderung der Bewegungsmuster therapiert werden. Häufig ist es auch hilfreich, die schmerzende Muskulatur durch bestimmte Übungen zu dehnen, damit eine Entspannung eintreten kann. Liegt eine akute Muskelverletzung wie beispielsweise ein Muskelkater vor, sollten die betroffenen Muskeln in erster Linie geschont und eine Belastungspause eingelegt werden, bis der Betroffene wieder schmerzfrei ist. Hier können zudem Salbenverbände, Bandagen oder ein Tape- Verband helfen, die Muskeln zu entlasten und dadurch die Schmerzen schneller zu lindern.

Damit es gar nicht erst zu Wadenschmerzen kommt, sollte zudem auf eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung geachtet werden. Hinzu kommen eine Reihe von Risikofaktoren, die minimiert bzw. vermieden werden sollten, um chronischen Wadenschmerzen vorzubeugen – hierzu zählen vor allem Rauchen, Alkohol und Adipositas.

Behandlung bei einem Wadenkrampf

In den meisten Fällen ist ein Wadenkrampf ungefährlich und löst sich vor allem dann recht schnell wieder auf, wenn der Muskel gedehnt wird, indem der Fuß vom Patienten oder von einem Helfer nach oben gezogen oder gedrückt wird. Ebenso hilfreich ist es oft, mit dem Fuß aufzutreten und dabei die Kraft auf den vorderen Fußbereich zu verlagern, alternativ eignet sich auch das Laufen auf dem vorderen Fuß, was ebenfalls dazu führt, dass die Wadenmuskeln gestreckt werden. Auch eine Massage der Wade und warmes Abduschen können in einigen Fällen helfen, den Krampf zu lösen.

Treten die Wadenkrämpfen jedoch wiederholt auf, sollten Betroffene sich auf jeden Fall gründlich medizinisch untersuchen lassen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Besteht eine Grunderkrankung, wird diese gezielt behandelt, wodurch in den meisten Fällen auch die Krämpfe abgemildert bzw. ganz behoben werden. Generell ist es zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen empfehlenswert, ausreichend zu trinken – was in besonderem Maße Menschen betrifft, die körperlich schwer arbeiten oder viel Sport treiben. Ebenso sollte auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit ausreichend Mineralien (vor allem Magnesium) sowie regelmäßige Bewegung geachtet werden. Bei häufig auftretenden Wadenkrämpfen können unter Umständen Magnesiumpräparate, aber auch andere Mineralien- oder Vitaminpräparate (wie zum Beispiel Chinin) sinnvoll sein – eine Einnahme sollte jedoch unbedingt im Vorhinein mit einem Arzt abgesprochen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Behandlung bei einem Muskelfaserriss

Liegt ein Muskelfaserriss vor, empfiehlt sich – wie auch bei anderen Sportverletzungen – zur Sofortbehandlung die Umsetzung der bewährten „PECH-Regel“, bei der durch sofortiges Pausieren, Eiskühlungen, Compressen und Hochlagern der Beine eine weitere Schädigung des Körpers vermieden und der Heilungsprozess so schnell wie möglich in Gang gesetzt werden soll. Im weiteren Verlauf stehen im Bereich der konservativen Behandlungsmethoden schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente, Salben und Injektionen zur Verfügung, zur Entlastung der verletzten Muskeln nutzen viele Patienten für einen gewissen Zeitraum Unterarmgehstützen („Krücken“). Um den Muskelfaserriss optimal abheilen zu lassen, sollte der betroffene Muskel unbedingt möglichst bald wieder belastet werden – natürlich nur in dem Maße, wie keine Schmerzen auftreten. Daher eignet sich hier insbesondere individuell abgestimmte Krankengymnastik – Massagen oder Dehnübungen stellen hingegen bei frischen Verletzungen ein zu großes Risiko für Verknöcherungen dar. Betrifft der Riss mehr als zwei Drittel des Muskeldurchmessers oder hat sich ein Hämatom gebildet, wird aus medizinischer Sicht häufig eine Operation in Betracht gezogen – bei dieser besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für einen massiven Funktionsverlust des verletzten Muskels.

Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall

Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, gehen die Beschwerden in den meisten Fällen von alleine deutlich zurück bzw. lassen sich durch konservative Behandlungsmethoden in den Griff bekommen. Hierzu zählen unter anderem schmerzlindernde Medikamente, Wärmetherapien und Physiotherapie, bei stärkeren Schmerzen kann der Arzt zudem im Einzelfall lokal wirkende Arzneimittel spritzen. Parallel empfiehlt sich eine so genannte „Rückenschule“, in der Betroffene Möglichkeiten erlernen können, ihren Rücken zu stärken und dadurch zu entlasten. In schwereren Fällen, beispielsweise wenn Lähmungserscheinungen auftreten, aber auch wenn die Schmerzen dauerhaft anhalten, ist meist eine Operation notwendig, da in diesem Fall eine Schädigung von Nervenzellen oder sogar dem Rückenmark droht.

Auch wenn selbst gut therapierte Bandscheibenvorfälle normalerweise nicht vollständig verschwinden, kann jedoch eine über Jahre anhaltende Beschwerdefreiheit erzielt werden. Dementsprechend ist es gerade für ältere Menschen besonders wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten, die Risiko-Faktoren weitestgehend zu minimieren und Rücken sowie Bauch zu stärken.

Behandlung bei Thrombose

Bei einer Thrombose geht es zunächst darum, diese möglichst schnell zu behandeln, um das Risiko für eine Lungenembolie und eine spätere Venenschwäche zu minimieren. Die Therapie erfolgt dabei je nach Lage, Größe und Bestehen des Blutgerinnsels. Normalerweise wird empfohlen, zu aller erst das betroffene Bein ruhig zu stellen und hoch zu lagern. Bei einer tiefen Venen-Thrombose werden normalerweise sofort Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung – so genannte „Blutverdünner“ – eingesetzt, um das Wachsen des Gerinnsels zu stoppen und eine Embolie zu verhindern. Zudem erhalten Betroffene meist speziell angepasste Kompressionsstrümpfe. Diese üben Druck auf das betroffene Bein aus, was sich positiv auf den Blutfluss auswirkt und die Beschwerden verringert. In einigen Fällen wird der Thrombus auch operativ oder mittels eines Katheters entfernt, zudem ist es prinzipiell möglich, im Anfangsstadium einer tiefen Beinvenenthrombose das Gerinnsel durch die Wirkstoffe Streptokinase und Urokinase abzubauen, die per Infusion zugeführt werden.

Wird eine Thrombose in den oberflächlichen Venen diagnostiziert, so reicht in vielen Fällen Kompression durch Strümpfe oder Verbände und Kühlung (zum Beispiel durch Umschläge oder Salben-Verbände) aus, teilweise werden zusätzlich entzündungshemmende Medikamente verschrieben. Bei größeren Blutgerinnseln in oberflächlichen Venen bzw. Krampfadern wird dieses normalerweise durch einen kleinen Schnitt in die Haut entfernt und im Anschluss ebenfalls mit „Blutverdünnern“ weiter behandelt. Da sich eine oberflächliche Beinvenen-Thrombose schnell und oft unbemerkt zu einer unter Umständen sehr gefährlichen tiefen Beinvenen-Thrombose entwickeln kann, sollte bei einer Venen-Entzündung zur Abklärung immer ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung bei einer Verschlusskrankheit

Liegt den Wadenschmerzen eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) bzw. „Schaufensterkrankheit“ zu Grunde, setzt die Therapie im ersten Schritt bei den Risikofaktoren an. Diese müssen für einen dauerhaften Erfolg konsequent bekämpft werden, um einer weiteren Arterien-Verengung und damit Amputationen bzw. lebensbedrohlichen Ereignissen wie einem Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. In diesem Zusammenhang ist es vor allem wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören sowie Übergewicht zu reduzieren. Hinzu kommen weitere entscheidende Faktoren wie ausreichend körperliche Bewegung, eine gesunde Ernährung und eine angemessene, individuell abgestimmte Therapie bei bestehenden Krankheiten bzw. Stoffwechselstörungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Im frühen Stadium bilden zudem Gehtraining und spezielle Gymnastik die therapeutische Basis, um die Schmerzen zu mildern und zu erreichen, dass der Patient wieder längere Strecken laufen lernt. Wichtig ist hier jedoch, das Training unbedingt mit dem Arzt abzustimmen, um die Strecke, Geschwindigkeit und Dauer des Gehens entsprechend der Leistungsfähigkeit des Einzelnen anzupassen. Zusätzlich werden im Regelfall so genannte „Thrombozytenaggregationshemmer“ (vor allem Acetylsalicylsäure) verschrieben, welche die Verklumpung von Blutplättchen und damit die Entstehung von Blutgerinnseln hemmen. Bringen andere Verfahren keinen Erfolg, so kommen weiterhin Medikamente zum Einsatz, welche die Durchblutung verbessern (zum Beispiel „Prostanoide“ und „Cilostazol“).

In schwereren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um den Blutfluss wieder zu entstören – besonders dann, wenn das Risiko einer Amputation besteht. Hier bestehen je nach Fall verschiedene Möglichkeiten, bei denen die Verengung entweder geweitet (Gefäßaufdehnung / Kathetertherapie) oder sozusagen eine „Umleitung“ für das Blut geschaffen wird (Gefäßoperation / Bypass).

Vor allem in den fortgeschrittenen Stadien ist neben den medizinischen Maßnahmen zusätzlich eine regelmäßige und sorgfältige medizinische Pflege von Beinen und Füßen enorm wichtig, um kleine Verletzungen zu vermeiden, die bei einer PAVK schnell zu Geschwüren und dem Absterben von Gewebe führen können. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, passende, nicht zu enge und atmungsaktive Schuhe zu tragen, die Füße regelmäßig gut einzucremen und nach dem Baden bzw. Duschen sorgfältig abzutrocknen. Zudem sollte möglichst darauf verzichtetet werden, barfuß zu gehen und beim Schneiden der Nägel sehr vorsichtig vorgegangen werden, da es hier besonders schnell zu kleinen Verletzungen kommt. Um sicher zu gehen, sollten die Füße regelmäßig gründlich angeschaut sowie von einem Arzt fachmännisch untersucht werden.

Behandlung bei einem Kompartmentsyndrom

Bei einem Kompartmentsyndrom erfolgt die Behandlung je nach dem, ob es chronisch oder akut auftritt. Bei der chronischen Form ist es normalerweise das Wichtigste, das Bein sofort zu kühlen sowie ruhig und hoch zu lagern. Sportler sollten ihr Programm möglichst ganz einstellen und nach Abklingen der Beschwerden langsam wieder starten. Zudem sollte die ganze Zeit über unbedingt eine medizinische Betreuung durch einen Arzt stattfinden, um weitere Schädigungen zu vermeiden. Läufern, die in Folge einer falschen Lauf-Technik besonders häufig von einem chronischen Kompartmentsyndrom betroffen sind, wird außerdem ein professionelles Lauf-Training bei einem Laufspezialisten empfohlen.

Bei einem akuten Kompartmentsyndrom handelt es sich hingegen um einen Notfall, der sofort medizinisch behandelt werden muss, um unter Umständen gravierende Folgeschäden zu vermeiden. Ist ein zu enger Verband der Auslöser, muss dieser umgehend entfernt werden. Ansonsten erfolgt in den meisten Fällen eine Operation, bei der die entsprechende Faszie aufgeschnitten und so der Druck innerhalb des Kompartments gesenkt wird, zudem wird – wenn nötig – abgestorbenes Muskel- und Nervengewebe entfernt. Erfolgt die Operation rechtzeitig, heilt in den meisten Fällen auch ein schweres Kompartmentsyndrom ohne Folgen aus, ansonsten ist Krankengymnastik hier das Mittel der Wahl.

Naturheilkunde

Neben den konventionellen Therapiemaßnahmen bietet auch die Naturheilkunde viele Möglichkeiten bei Wadenschmerzen – insbesondere, wer häufig an Verspannungen leidet, kann hier schnell und zuverlässig Hilfe erhalten. Generell empfiehlt sich bei Verspannungen alles, was gut tut – so wird von den meisten Betroffenen Wärme als sehr wohltuend und entspannend empfunden, ob in Form von Entspannungsbad, Wärmepflastern oder warmen Umschlägen ist dabei Geschmackssache.

Gerade bei dauerhaften oder immer wiederkehrenden Verspannungen in den Muskeln und dem Bindegewebe der Wade reichen jedoch Wärme, einfache Massagen oder das spontane „Abstellen-Wollen“ von Fehhlhaltungen oder anderen ungünstigen Gewohnheiten oft nicht aus, um die Kontraktionen vollständig aufzulösen. Hier setzt beispielsweise das so genannte „Körper-Bewusstseins-Training“ an, welches dem Patienten im Anschluss an manuelle Verfahren durch das Erkennen und Beobachten der eigenen Handlungen und Fähigkeiten hilft, Fehlhaltungen nachhaltig zu ändern und dadurch Verspannungen vorzubeugen. Auch andere „schlechte Angewohnheiten“ können hier durch das Bewusstmachen und anschließende Erlernen bestimmter Techniken verändert werden – auf diesem Wege lässt sich beispielsweise eine ungünstige Gangweise in einen gesunden, dynamischen Gang wandeln, der sich wiederum auf die gesamte Körperhaltung positiv auswirkt.

Wenn die Wadenmuskeln infolge ungewohnter bzw. übermäßiger körperlicher Belastung schmerzen, helfen unter anderem auch Schüssler Salze und homöopathische Mittel wie beispielsiwese die Salze Nr. 3 (Kalium Sulfuricum), Nr. 6 (Ferrum Phosphoricum), Nr. 7 (Magnesium Phoshoricum) sowie das Komplexmittel „Calendula Oligoplex“ (unter anderem mit Calendula, Bellis perennis, Euphorbia cyparissias) dabei, die Beschwerden zu lindern, indem die Inhaltsstoffe die Durchblutung und Wundheilung fördern.

Im Falle eines Muskelfaserrisses hat sich zudem Arnica montana als klassisches Mittel bewährt, welches sowohl im akuten Fall als auch in den Tagen nach der Verletzung angewendet werden kann. Bei Wadenschmerzen in Folge von schweren Prellungen durch einen Tritt oder Stoß wird häufig das Schüssler Salz Nr. 4 (Ferrum Phosphoricum) als Tablette und Salbe verwendet. Arnica ist hier als homöopathisches Mittel ebenso zu empfehlen wie Bellis perennis (Gänseblümchen) bei tiefen, berührungsempfindlichen Blutergüssen sowie Verhärtungen. Die Dosierung und Dauer der Anwendung sollte hier in jedem Fall mit einem Arzt bzw. Alternativmediziner oder Heilpraktiker abgesprochen werden.

Wer häufig speziell unter Wadenkrämpfen in Folge von Mineralstoffmangel leidet, dem kann die Naturheilkunde ebenfalls wertvolle Unterstützung bieten: Hier kommt insbesondere das Schüßler Salz Nr.7 (Magnesium phosphoricum) in Form der so genannten „heißen Sieben“ zum Einsatz. Dafür geben Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren 10 Tabletten Magnesium phosphoricum in eine Tasse und gießen diese mit 200ml heißem Wasser auf. Nachdem sich die Tabletten aufgelöst haben, wird die heiße Sieben – so heiß wie möglich – in kleinen Schlucken getrunken, dabei sollte das Getränk vor dem Herunterschlucken möglichst lange im Mund behalten werden, da die heilsamen Schüssler Salze über die Mundschleimhaut aufgenommen und an die entsprechenden Stellen transportiert werden. Vorsicht gilt allerdings beim Umrühren, denn dafür sollte niemals ein Löffel aus Metall verwendet werden, da dieses die Wirkung der Salze beeinflusst.

Auch innerhalb der Homöopathie gibt es einige hilfreiche Mittel speziell bei Wadenkrämpfen, so zum Beispiel Arnika, Mutterkorn, Tabak und metallisches Zink in den Potenzen D12-D3. Auch wechselwarme Knie- und Armgüsse sowie ein wechselwarmes Fußbad eignen sich gut zur Linderung der Beschwerden.

Liegt den Wadenschmerzen ein Muskelfaserriss zugrunde, so haben sich hier neben Akupunktur und homöopathischen Maßnahmen zur Beschleunigung des Heilungsprozesses neben konventionellen Methoden auch die Elektro- und Magnetfeldtherapie bewährt. Ebenso kommen in diesem Fall häufig Lymphdrainagen, Kälteanwendungen und Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation zum Einsatz – Massagen und Dehnübungen sollten bei frischen Muskelfaserrissen hingegen vermieden werden, da dadurch das Risiko für Verknöcherungen steigt. (nr)

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