Wangenschmerzen, Schmerzen an der Wange

Schmerzen an der Wange

Schmerzen im Bereich unter der Augenhöhle, zwischen Jochbein und Unterkiefer, werden als Wangenschmerzen bezeichnet. Viele Menschen klagen über Schmerzen im Wangenbereich, auch wenn ausgeschlossen wurde, dass es sich um Brüche vom Jochbein oder vom Oberkiefer handelt.

Wangenschmerzen - Schmerzen an der Wange:
Synonyme
Beschwerden und Symptome bei Wangschmerzen
Funktionelle Ursachen von Wangenschmerzen

Synonyme

Beschwerden der Wange, Wangenbeschwerden, Schmerzen an der Wange, Wangenschmerzen.

Beschwerden und Symptome bei Wangschmerzen

Bei vielen Menschen können die Schmerzen in der Wange bewegungs- und positionsunabhängig sehr punktuell auftreten oder kleiner Areale umfassen. Teilweise sind die Beschwerden aber auch abhängig von Bewegungen des Kiefergelenks, so dass die Schmerzen bei Mundöffnen oder beim Mundschliessen auftreten. Sie können dann auch punktuell vor dem Kiefergelenk sein oder entlang des Jochbeines ziehen.

Funktionelle Ursachen von Wangenschmerzen

In der Wangenregion verlaufen einige Nerven und Muskeln, die starke Schmerzen bereiten können. Die bekannteste Symptomatik ist sicherlich die Trigeminusneuralgie. Der Trigeminus ist der Gesichtsnerv. Er untergliedert sich in drei Hauptnervenäste am Kopf. Einer von ihnen versorgt den Wangenbereich. Man geht bei der Trigeminusneuralgie von einer Reizung des Nerven aus, was Schmerzen in seinem Versorgungsgebiet nach sich ziehen kann. Ein Grund könnte darin liegen, dass der Nerv an einer Engstelle abgeklemmt wird, was zu einer Reizung führt.

Speziell ist es der Nervus maxillaris, der den Wangenbereich versorgt. Noch genauer, ein Unternerv: Der Nervus infraorbitalis. Er versorgt die Zähne des Oberkiefers und die Haut des vorderen und oberen Gesichts. Er tritt durch ein Loch im Oberkiefer (Foramen infraorbitale) nach aussen, dass etwa drei Millimeter unterhalb des Auges liegt. Vermutet wird, dass der Nerv auf seinem Weg gereizt werden kann und dann Schmerzen im Versorgungsgebiet bereitet.

Aber auch das Kiefergelenk kann bei Beschwerden in den Wangenbereich ausstrahlen. Häufig sind die Muskeln, die den Mund schliessen sehr verspannt und können Schmerzen in das ganze umgebende Gebiet projizieren. Schon die us- amerikanische Ärztin Dr. Janet G. Travell des ehemaligen US- Präsidenten John F. Kennedy hatte dies erkannt und berichtete über sogenannte „Triggerpunkte“ in Muskeln, die in bestimmten Arealen Beschwerden auslösten. Für den Bereich der Wange sind dies beispielsweise die Mundschliesser- Muskeln.

Neuere Forschungen haben ergeben, dass in diesen Muskeln ein veränderter pH- Wert und erhöhte Werte von Schmerzsubstanzen bestehen, die mitverantwortlich für die Schmerzen könnten. Nach Ansicht vieler Manualtherapeuten könnten häufiges Zusammenpressen oder Reiben der Zähne tagsüber oder nächtliches Knirschen eine Rolle bei der Entstehung der Muskelverhärtungen spielen. Auch durch Asymmetrien des Kiefergelenks, entstanden vielleicht durch Zahnfehlstellungen oder Zahnwachstum, ist eine ungleiche Belastung der Muskulatur möglich und könnte einseitige Beschwerden hervorrufen. Aber auch die Zähne selbst oder Entzündungsherde dort, könnten Beschwerden im Wangenbereich auslösen, sowie Probleme mit der Nasennebenhöhle, z.B. eine Nasennebenhöhlenentzündung, im Oberkiefer.

Nach dem auf der Körpersprache beruhenden Konzeptes des Fasziendistorsionsmodells (FDM) nach dem us- amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziner Stephen Typaldos D.O., handelt es sich meist um Störungen der Knochen- Band- Übergänge (sogenannte Kontinuumdistorsionen) oder Verdrehungen der Faszien- sogenannte Triggerbänder.

Das Konzept der Osteopathie, begründet von dem us-amerikanischen Arztes Arthur Taylor Still, bezieht verschiedene Faktoren in die Diagnose mit ein, die Einfluss auf den Wangenbereich auch über andere Verbindungen haben könnten. So werden in die Erstuntersuchung auch beispielsweise Beschwerden wie Nackenverspannungen, Schläfenschmerzen, Stirnschmerzen oder sogar Hüftschmerzen mit einbezogen und gegebenenfalls behandelt, die oftmals für die Betroffenen erstmal keinen Zusammenhang ergeben, da sie aber einen Einfluss auf die Gesamt- Statik haben können. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie)