Wasser im Knie – Ursachen, Therapie und Hausmittel

Dr. Utz Anhalt
Wasseransammlung in den Knien
Wasser im Knie ist keine Beschreibung einer Krankheit, sondern ein populärer Begriff dafür, dass sich in den Knien zu viel Feuchtigkeit ansammelt. Dabei ist ein gewisses Maß an Flüssigkeit im Kniegelenk nicht nur normal, sondern notwendig, damit das Gelenk arbeiten kann. Ein Erguss von Flüssigkeit im Knie gehört indessen in die Hände eines Arztes, es handelt sich nicht um die Krankheit, sondern um ein Symptom.

Die häufigste Ursachen sind Arthrosen an den Kniegelenken, Schäden am Meniskus oder sonstige mechanische Reizungen. Dabei entzündet sich das umliegende Gewebe, und deshalb sammelt sich das Gewebewasser, und die Schleimhäute sind gereizt. Das Knie ist geschwollen und fühlt sich warm an – typische Zeichen einer Entzündung. Das Wasser im Knie ist körpereigene Flüssigkeit.

Wasser im Knie kann zu Schmerzen führen. Bild: kei907 – fotolia

Die Ursachen sind der Wissenschaft wohl bekannt. Bei einem Schaden am Meniskus zum Beispiel sind Muskelzellen zerstört, und das zwischen ihnen gespeicherte Wasser tritt aus. Es kann nicht abfließen und staut sich deshalb im Knie.

Bei einer Arthrose vermehrt sich das Knorpelgewebe. Damit verdrängt es das Wasser, und das fließt jetzt in „leere Räume“. Oft ist auch eine Entzündung der Schleimbeutel die Ursache.

Es kann sich sowohl um Gelenkflüssigkeit, Blut wie auch Eiter handeln, der sich in der Gelenkkapsel ansammelt.

Folgen

Wasser in Knie schränkt die Funktionsfähigkeit ein, führt also in der Konsequenz dazu, dass das Knie sich nicht mehr bewegen lässt. Das Knie kann vollkommen steif werden. Die Betroffenen leiden immense Schmerzen, denn die Schwellung und das Wasser drücken auf die Nerven.

Der Schmerz steigert sich, wenn die Patienten das Knie belasten. Halten die Beschwerden an, dann bedeutet Belasten bereits aufzustehen oder zu gehen. Sie leiden sowohl unter pulsierendem wie unter Druckschmerz.

Schäden am Meniskus

Menisken lautet der Fachbegriff für Knorpel im Kniegelenk. Diese sitzen an den Enden der Knochen von Oberschenkel und Schienbein. Normalerweise federn sie Stöße und Schläge ab, schützen also das sensible Kniegelenk vor Schäden.

Ein verletzter Meniskus franst aus, und es bilden sich Risse. Klassische Ursache sind Unfälle, bei denen sich das Knie verdreht oder starken Druck ausgesetzt ist – ein Riss im Meniskus gehört zu den typischen Verletzungen von Snowboardern und Skispringern.

Doch auch Altersverschleiß kann dazu führen, dass Menisken reißen.

Eine andere Ursache ist kein akuter Unfall, sondern eine chronische Überlastung, zum Beispiel, wenn sie das Knie ständig in einer unnatürlichen Position halten oder schwere Gewichte unsachgemäß tragen – Möbelschlepper oder Menschen, die in der Behindertenbetreuung arbeiten, kennen das Problem.

Wir unterscheiden nach Ort und Form des Risses zwischen einem Meniskusriss im vorderen, mittleren oder hinteren Drittel, außerdem zwischen senkrechten, waagerechten, queren oder lappenförmigen Rissen.

Meistens entstehen die Risse am inneren Meniskus, dem Meniscus medialis, der ist nämlich fest verwachsen, deshalb unbeweglich und somit wesentlich empfindlicher für Schläge oder Stöße. Außerdem tritt fast die Hälfte aller Meniskusverletzungen im hinteren Drittel dieses Innenmeniskus auf. Männer sind doppelt sp häufig betroffen wie Frauen.

Ein traumatischer Meniskusriss entsteht meist durch Sportverletzungen, wenn sie das Kniegelenk verrenken oder abrupt stoppen – typisch bei Tennis, Fußball, Handball, Ski, Inlineskating oder Skateboard fahren und bei akrobatischen Übungen.

Ein besonders hohes Risiko besteht, wenn ihr Meniskus bereits überlastet ist, zum Beispiel durch dauerhafte schwere körperliche Arbeit, Alter oder Erkrankungen der Kniegelenke und sie zusätzlich potenziell belastende Sportarten ausüben.

Bei chronischer Überlastung enstehen kleinste Risse im Meniskus, die sie kaum bemerken. Jetzt reicht schon eine kleine Dehnung, zum Beispiel, wenn sie in die Hocke gehen, damit der Meniskus reißt.

Auch angeborene Fehlstellungen wie die so genannten X-Beine oder der „Scheibenmeniskus“ erhöhen die Gefahr, sich einen Meniskusriss zuzuziehen.

Andere Ursachen

– ostechondrale Fraktur: Hört sich kompliziert an, ist aber einfach zu erklären. Wenn Teile des Gelenkknorpels durch Verletzungen abbrechen, führt dies häufig zu einem Ödem im Knie.

– Kreuzbandriss: Reißen die Kreuzbänder oder eines davon, kann sich Wasser im Knie stauen.

– Patellaluxation: Eine Luxation der Patella bedeutet, dass die Kniescheibe heraus springt. Geschieht dies nur teilweise, lautet die Bezeichnung Subluxation. In beiden Fällen kann sich Flüssigkeit ins Knie ergießen.

Eine Ursache kann ein Kreuzbandanriss sein. Bild: Henrie – fotolia

Operationen

Nach einer Operation am Kniegelenk kann sich ein Kniegelenkserguss bilden. Gewöhnlich hält sich die Ansammlung circa 3 Wochen. Das ist eine normale Reaktion: Die Operation reizt nämlich die Schleimhaut des Gelenks, und diese produziert als Antwort mehr Flüssigkeit.

Solche Ergüsse sind harmlos, gehen in der Regel von selbst vorbei oder lassen sich durch ein Punktion, bei die Flüssigkeit auslaufen kann, entlasten.

Anders sieht es aus, wenn sich das Kniegelenk infiziert. Dann kann ein entzündlicher Erguss entstehen, und im Ernstfall füllt sich das Kniegelenk mit Eiter.

Hausmittel bei Wasser in den Knien

Wenn Sie unter Wasser im Knie leiden, dann gehen Sie unbedingt zum Arzt. Sie können die Beschwerden allerdings selbst lindern – mit einfachen Mitteln.

Halten Sie das Bein still und machen sie ein Bad mit Meersalz. Legen Sie Quark auf ein feuchtes Tuch und wickeln es um das betroffene Gelenk.

Kälte wirkt gegen die Schwellung, legen Sie jedoch Kühlakkus nicht direkt auf die Haut, sondern wickeln das Eis zum Beispiel in Tücker ein oder füllen sie einen Gummibehälter mit Eiswürfeln. Flüssigkeit im Knie nach einem Trauma oder eine OP, ist erst einmal eine normale Reaktion. Sie muss meist nicht punktiert werden, da das Wasser wieder verschwindet, wenn die Wunde heilt.

Das dauert allerdings, manchmal plagen Sie sich Monate. Schonen Sie ihr Knie in dieser Zeit, vermeiden Sie also Formen von Belastung, sei es durch Sport oder durch harte körperliche Arbeit.

Schwangerschaft

Je mehr das Kind im Mutterleib an Gewicht zunimmt, umso mehr belastet das Gewicht die Kniegelenke. Die stehen jetzt nämlich ständig unter Druck. Oft führt dies zu einem Reizerguss, der Körper reagiert auf die Überbelastung, indem er mehr Gelenkflüssigkeit produziert.

Das Gewicht des Fötus drückt außerdem auf die Hohlvene im kleinen Becken, und dadurch ist unter Umständen der Transport des vernösen Blutes zum Herzen gebremst – als Folge lagert sich Flüssigkeit in Knien, Händen und Füßen ein.

In manchen Fällen kann eine Physiotherapie helfen. Bild: Andrey Popov – fotolia

Punktieren

Eine Gelenkpunktion führt in der Regel ein Orthopäde oder Chirurg durch. Die Fachärzte unterscheiden zwischen unblutigen und blutigen Kniegelenksergüssen. Bei einer Knieverletzung ist die entnommene Flüssigkeit rot, bei einem gesunden Gelenk klar.

Liegt ein Hämatom vor, dann lässt der Orthopäde so viel Blut wie möglich aus dem Kniegelenk entfließen, da die Ansammlung die Knorpel schädigen kann, und das Kniegelenk zu einer Entzündungsreaktion provoziert.

Wasser im Knie vorbeugen

Bei alten Menschen führen oft rheumatische Erkrankungen und Arthrosen zu Wasser im Knie. Sie können dagegen ankämpfen.

Je besser die Verfassung ihres Körpers ist, umso mehr haben Sie Verletzungen durch Überlastung im Griff, das heißt: Je stärker das Bindegewebe, die Knochen und Muskeln sind, umso stabiler ist ihr Knie.

Gelten Sie als Risikopatient, dann hilft ihnen Physiotherapie mit Übungen, die einem Kniegelenkserguss vorbeugen. Dazu gehört Gangschule, denn viele Knieverletzungen entstehen durch falsches Gehen, dazu gehört ein Muskel- und Koordinationstraining, und dazu gehört Ergotherapie.

Sie sollten auch Entspannungsübungen lernen, um Muskeln, Sehnen und Bänder zu entlasten. Außerdem helfen Dehnübungen, das Kniegelenk beweglich zu halten. (Dr. Utz Anhalt)

Advertising