Wasser in den Beinen – Ursachen und Behandlung

Thorsten Fischer

Geschwollene Beine oder Füße sind häufig auf Wasser in den Beinen zurückzuführen. Gerade im Sommer führt dies bei vielen Menschen zu Problemen. Dabei sind die ästhetischen Komponenten nur ein geringer Teil des Leidensdrucks der Betroffenen. Wir zeigen Ursachen, Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten auf.

Inhaltsverzeichnis:
Wasser in den Beinen
Synonyme
Symptome
Ursachen
Mögliche Therapien aus der Naturheilkunde

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Synonyme

Wasser in den Beinen, geschwollene Beine, Lymphstau in den Beinen, Ödeme in den Beinen, Beinödeme, Wasserbeine, Beinödeme, Lymphödeme in den Beinen, Elephantisais, dicke Beine, waterleg, water in legs, Triggerband am Bein, Beintriggerband, Leg CyD, Zylinderdistorsion am Bein.

dicke Beine auf einer Waage
Die vermehrten Flüssigkeitsansammlungen führen zu einer deutlichen Schwellung der Beine. (Bild: Heidi Mehl/fotolia.com)

Symptome bei Wasser in den Beinen

Die eingangs erwähnten Schwellungen stellen neben den ästhetischen Erscheinungen meist eine mechanische Behinderung dar. Daneben klagen viele Betroffene über ein unangenehmes Schwellungsgefühl oder dumpfe Schmerzen im Bein. Bei oder nach Belastung, aber auch nach langem Sitzen und bei Wärme können die Beschwerden zunehmen und abends klagen viele Betroffene über geschwollene Beine. Durch die Schwellungen kommt es natürlich häufig zu einem Spannungsgefühl. Es kann zusätzlich zu Taubheitsgefühl in den Beinen kommen. Vermutet wird, dass viele Betroffene aus ästhetischen Gründen bei gravierenden asymmetrischen Schwellungen gerade im Sommer mit vielen Einschränkungen zu kämpfen haben. Bei schwerwiegenden Einschränkungen kann es eventuell zum Auftreten von Depression kommen.

Ursachen

Wasser in den Beinen kann lokale oder generelle Ursachen haben und es ist wichtig, gründlich Vorgeschichte und momentane Situation in die Untersuchung mit einzubeziehen.

Die Flüssigkeit aus unseren Beinen hat natürlich den größten Druck und die längste Strecke zurück zum Körperzentrum zu überwinden. Ein wichtiger Mechanismus zum Abfluss ist der Unterdruck, der durch unsere Atmung erzeugt wird. Ein weiterer ist die Aktivität der Muskeln in den Beinen, die die Gefässe quasi zusammendrücken und so die Flüssigkeit die sich darin befindet, nach oben weiter drückt. Die Klappen in den Venen tun das Übrige und verhindern das Zurückfliessen.

Das Bindegewebe (Faszien) in den Beinen, besonders in den Waden, ist sehr fest und eng gepackt, so dass Verdrehungen oder Verklebungen des Bindegewebesaus der Sicht der manuellen Untersuchungs- und Behandlungsform des Fasziendistorsionsmodells (FDM) auch einen Stau auslösen kann und für Wasser in den Beinen verantwortlich gemacht wird.

Aus anatomischer Sicht muss der Verlauf der Gefässe untersucht werden. Bekannt ist, dass eine Engstelle für die Beingefässe unter dem Leistenband ist, wo es durch Spannungen und ungünstige Haltungen zu einem erschwerten Rück- und Zufluss kommen kann.
Auf diese Weise können eine flache Atmung, Krampfadern (bei denen die Klappen das Zurückfließen nicht verhindern können) und verminderte Bewegung schon Faktoren sein, die bei Wasser in den Beinen zu berücksichtigen sind. Die Ursachen, die zu einem Stau führen sind oftmals struktureller Natur und es sollte natürlich stets ausgeschlossen werden, dass es keine strukturellen Gründe gibt. Dazu zählen neben Krebserkrankungen, Erkrankungen der Schilddrüse (zum Beispiel Schilddrüsenunterfunktion), Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes, besonders Erkrankungen der Nieren wie ein Nierenversagen oder eine Nierenentzündung und der Leber wie Leberzirrhose, Stauungsleber und Leberkrebs eine Rolle.Daneben ist vor allem eine Untersuchung der Gefässe vonnöten. Zu untersuchen sind Verschlüsse der Gefässe,chronische Durchblutungsstörungen, Krampfadern und Lymphödeme.

Aber auch im Rahmen von Schwangerschaft, Nahrungsmittelallergien, Operationen, Unfällen, der Einnahme oder dem Missbrauch mancher Medikamente kann es zu Schwellungen der Beine kommen, die von vielen Menschen als Wasser in den Beinen bezeichnet wird.

Mögliche Therapien aus der Naturheilkunde

Nach dem Ausschluss struktureller Gründe stehen naturheilkundliche Behandlungen für eine Anregung des Abflusses und der Beseitigung von Hindernissen. Ganz einfache, selbst durchzuführende Maßnahmen sind Hochlagerung der Beine, kaltes Abspritzen oder Güsse (auch Kneipp- Kuren), gymnastische Bewegung der Beine mit abwechselnd Anspannung und Entspannung (zur Pumpmechanik), vertiefte Bauchatmung und ein starker Wechsel zwischen Ein- und Ausatmung. Yoga und Feldenkrais sind zum Beispiel Bewegungs- und Ruhemethoden, die in diesem Fall ausprobiert werden können.

Es bestehen naturheilkundliche Maßnahmen, die von erfahrenen naturheilkundlich arbeitenden Ärzten oder Heilpraktikern nach einer gründlichen Anamnese durchgeführt oder angewiesen werden sollten, in Medikamenten oder Mitteln (z.B. Einreibungen mit Roßkastanie oder Steinklee) die den Lymphabfluss und die Flüssigkeitsausscheidung anregen und in mechanischen Maßnahmen wie beispielsweise der Osteopathie.

Andrew Taylor Still der Begründer der Osteopathie, hat schon vor 120 Jahren stets die Wichtigkeit der Lymphe und des Flusses von Flüssigkeiten hervorgehoben. Er gab an, dass alle versorgenden Nerven der Beine und die Gefäßstrecken auf anormale Spannungszustände untersucht werden müssten. So ist nachvollziehbar, warum bei Wasser in den Beinen ein Osteopath auch nach Rückenschmerzen oder Bauchschmerzen fragt, zu denen die Betroffenen erst einmal keine Beziehung herstellen. Alle Hindernisse müssen aus Sicht der Osteopathie beseitigt werden, damit Staus aufgehoben werden und alle Flüssigkeiten normal fliessen können. Daneben gibt es unspezifische Annahmen und Berichte aus der Erfahrungsheilkunde, wonach Übersäuerungen des Organismus oder Übergewicht zu Wasser in den Beinen führen können und Ausleitungsverfahren angezeigt sind, die den Organismus entschlacken und zu Normalgewicht führen. (tf)