Zahnwachstum

Astrid Goldmayer

Zahnwachstum bei Kindern

Das Zahnwachstum beginnt bei Babys meist ab dem fünften bis siebten Monat. In der Regel verläuft das Durchbrechen der Milchzähne ohne Komplikationen. Es treten jedoch häufig Begleitbeschwerden wie Zahnfleischschmerzen, Fieber, Durchfall und allgemeines Unwohlsein auf. Für die Eltern bedeutet das meist wenig Schlaf und eine anstrengende Zeit. Um den Kindern das Zahnen zu erleichtern, gibt es zahlreiche Naturheilverfahren, die Beschwerden beim Zahnwachstum lindern können.

Inhaltsverzeichnis:
Definition
Symptome
Diagnose von Problemen beim Zahnwachstum
Behandlungsoptionen beim Zahnwachstum

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Definition

Als Zahnwachstum wird die Entwicklung der Zähne (Odontogenese) von der Entstehung ihrer Anlagen im Embryonalstadium über die Ausbildung und den Durchbruch der Milchzähne bis hin zu den bleibenden Zähnen bezeichnet. Häufig wird der Begriff jedoch nur auf die Milchzähne und die bleibenden Zähne bezogen.

close-up Baby mouth with two rises teeth
Das Zahnwachstum ist bei Babys oft mit einer Vielzahl an körperlichen Begleitsymptomen verbunden. (Bild: seregraff/fotolia.com)

Das Zahnwachstum und die Zahnentwicklung beginnen ungefähr in der sechsten Schwangerschaftswoche, wenn im Bereich des späteren Ober- und Unterkiefers jeweils eine Zahnleiste aus dem Mundhöhlenepithel entsteht. Im weiteren Verlauf der Entwicklung des Kindes im Mutterleib bilden sich über verschiedene Stadien allmählich die Milchzähne, die innerhalb der ersten zwei bis drei Lebensjahre durchbrechen und vollständig entwickelt sind. Meist beginnt das äußerlich sichtbare Zahnwachstum mit den ersten beiden Zähnchen im Unterkiefer. Sind alle Milchzähne vorhanden, verfügt das Kleinkind über jeweils zehn Zähne im Ober- und Unterkiefer, die im Alter von sechs bis neun Jahren allmählich von den bleibenden Zähnen abgelöst werden. Dieser Prozess verläuft in zwei Phasen: In der ersten Phase (sechs bis neun Jahre) brechen die ersten bleibenden Zähne hinter der Milchzahnreihe durch. Die Milchzähne fallen allmählich aus und die seitlichen und mittleren Schneidezähne brechen durch. In der zweiten Phase (neun bis zwölf Jahre) kommt es zunächst zum Durchbruch der Eckzähne und der sogenannten Prämolaren (Backenzähne, die einen Milchzahnvorgänger haben). Dann brechen auch die anderen großen Backenzähne durch. Der Durchbruch der Weißheitszähne, der letzten bleibenden Zähne, erfolgt erst ab dem 16. Lebensjahr.

Symptome

Normalerweise verlaufen der Durchbruch und das Wachstum der ersten Zähne beim Kind ohne Komplikationen. Häufig sind Babys, die zahnen, jedoch quengelig und zeigen allgemeine Anzeichen von Unwohlsein, die bis hin zu Fieber und Durchfall reichen. Eltern klagen während dieser Zeit häufig über besonders kurze Nächte.

Erste Anzeichen für den Durchbruch der Milchzähne sind bei Babys um den fünften bis siebten Lebensmonat starker Speichelfluss und das „Beißen“ in Gegenstände. Viele Kinder weinen dann häufiger und zeigen einen geröteten Po. Im Mundraum erscheint das Zahnfleisch wund und rötlich. Fieber oder Fieberschübe, Erbrechen und Durchfall mit Bauchschmerzen können ebenfalls hinzukommen.

Die genauen Ursachen für die Beschwerden beim Zahnwachstum sind bislang noch ungeklärt. Ein Team von britischen und finnischen Forscher veröffentliche im Jahr 2010 eine Studie, nach der das Zahnwachstum von fünf Genen bestimmt wird, die gleichzeitig auch Einfluss auf das Wachstum des Kiefers, der Finger, der Zehen, des Herzens sowie der Ohren haben. Demnach könnten Gendefekte, Organbeschwerden und Zahnungsbeschwerden in einem Zusammenhang stehen. Warum manche Babys jedoch starke Beschwerden beim Zahnen haben, für andere aber diese Phase unproblematisch ist, konnte noch nicht abschließend beantwortet werden.

Diagnose von Problemen beim Zahnwachstum

Stellen Eltern fest, dass ihr Baby während des Durchbruchs der Zähne an begleitenden Beschwerden leidet, ist meist ein Besuch beim Kinderarzt oder Heilpraktiker ausreichend. Ein Zahnarzt muss nur in seltenen Fällen konsultiert werden, beispielsweise wenn sich keine Anzeichen für den Milchzahndurchbruch zeigen und möglicherweise bereits in der Anlage der Zähne Entwicklungsstörungen aufgetreten sind oder die ersten Zähne ungewöhnlich oder krank aussehen.

Bei der Untersuchung wird zunächst der Mundraum des Kindes begutachtet und gegebenenfalls vorsichtig abgetastet. Darüber hinaus werden Fragen nach den genauen Beschwerden gestellt, um eine andere Ursache der Probleme auszuschließen. Bestehen Zweifel an der vollständigen Ausbildung der Milchzähne, kann ein Röntgenbild Aufschluss über das Zahnwachstum im Ober- und Unterkiefer geben.

Behandlungsoptionen beim Zahnwachstum

Bei den häufigsten Beschwerden, an denen Babys während des Zahnwachstums leiden, wie Zahn- beziehungsweise Zahnfleischschmerzen und allgemeines Unwohlsein sind Hausmittel und Naturheilverfahren sehr effektiv. So lindert ein kühlender Beißring die Schmerzen im Mund. Natürliche Mittel mit Kamille und Myrrhe wirken zudem entzündungshemmend und können auf die betroffenen Stellen geträufelt und anschließend sanft einmassiert werden. Auf diese Weise wird die Durchblutung des Zahnfleisches gefördert und der Zahndurchbruch erleichtert. Um das Zahnfleisch zu massieren können die Kinder auch auf einer Karotte oder trockenem Brot kauen.

Bernsteinketten aus der Steinheilkunde sollen ebenfalls bei Zahnschmerzen helfen, in dem sie minimale Mengen von Bernsteinsäure an die Haut abgeben und die Wundheilung beschleunigen sowie bei der Bekämpfung von Infektionen unterstützen.

In der Homöopathie können je nach Art der Begleitbeschwerden während des Zahnens unter anderem Chamomilla, Kreosotum (vor allem bei Durchfall), Magnesium phosphoricum, Calcium phosphoricum, Belladonna sowie Podophyllum (vor allem bei Durchfall) zur Anwendung kommen. Leiden die Babys unter hohem Fieber, kann es notwendig sein, fiebersenkende Zäpfchen oder einen Fiebersaft zu verabreichen. (ag)

Bild: Gerrit Schmit / pixelio.de