Entwässerungstee – Zubereitung, Anwendung und Wirkung

Den Körper zu entwässern, kann viele Gründe haben. Viele Menschen nutzen dies als Trick, um kurzfristig durch den Abbau von Flüssigkeit schlanker zu erscheinen. Entwässern regt aber auch die Tätigkeit der Nieren und Harnorgane an, fördert deshalb die Entgiftung und lindert Beschwerden der Nieren und der Leber. Wassereinlagerungen lassen sich ebenfalls mit einer Entwässerungskur angehen.


Die wichtigsten Fakten

Entwässerungstees sind Tees aus Pflanzen, die durch enthaltene Gerbstoffe und Kalium entwässernd wirken. Solche Tees helfen, überschüssiges Wasser im Körper abzubauen (Ödeme). Beim Abnehmen wirken sie nur kurzfristig, da sie kein Fett verbrennen. Das ausgeschiedene Wasser reichert sich wieder in den Zellen an.

Entwässerungstee kann gegen überschüssige Wassereinlagerungen helfen und Abnehmerfolge kurzfristig unterstützen (Bild: womue/fotolia.com)

Entwässert jeder Tee?

Erst einmal: Tee entwässert nicht grundsätzlich, sondern nur bei Pflanzen, deren Inhaltsstoffe entwässernd wirken. Die meiste Früchtetees haben diese Wirkung nicht. Entwässerungstees sind in Wasser aufgebrühte Pflanzen, die Harndrang, Verdauung wie Stoffwechsel anregen. Der Körper schwemmt so angesammeltes Wasser aus und oft Giftstoffe gleich mit.

Welche Stoffe sind verantwortlich?

Unter den Mineralien fördert Kalium den Harnfluss. Ansonsten wirken vor allem die Gerbstoffe in Pflanzen entwässernd. Sie verbinden sich bei Kontakt mit Eiweißen und verdrängen das in den Proteinen gebundene Wasser.

Wassereinlagerungen

Unter Umständen lagert der Körper zu viel Wasser ein, und wir nehmen zu, fühlen uns aufgequollen und sehen oft auch so aus. Besonders schwellen Knöchel, Beine und Finger an. Um jetzt zu entwässern, hilft es generell, viel Flüssigkeit aufzunehmen, die der Körper wieder ausscheidet. Sind im Tee, den wir trinken, zusätzlich entwässernde Kräuter, dann scheiden wir bis zu dreimal so viel Flüssigkeit aus wie normal.

Abnehmen mit Entwässerungstees?

Mit Entwässerungstee nehmen Sie nur ab, wenn ihre Gewichtszunahme an außergewöhnlichen Wassereinlagerungen im Körper liegt. Wenn Sie „wirklich“ abnehmen möchten und keine irregulären Wassereinlagerungen haben, kommen Sie nicht umhin, das Körperfett zu reduzieren. Um Fett zu reduzieren hilft nur, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, als Sie verbrauchen.

Besonders zur Entwässerung geeignet sind zum Beispiel Tees aus Löwenzahn, Brennnessel, Birkenblättern, Wachholder und Pfefferminze. (Bild: Dušan Zidar/fotolia.com)

Welche Entwässerungstees gibt es?

Ein Entwässerungstee regt vor allem den Harndrang an. Umso besser ist es, wenn er Vitamine und Mineralstoffe, beziehungsweise andere Stoffe enthält, die eine zusätzliche Heilwirkung haben. Dies gilt zum Beispiel für einen Tee aus Brennnesseln, Birkenblättern, Wacholder oder Löwenzahn.

Zu den Pflanzen, die sich für Entwässerungstees eignen gehören neben den genannten: Petersilie, Schachtelhalm, Fenchel, Löwenzahn und Katzenbart, Ingwer und Goldrute. Löwenzahn wirkt so gut, dass die Volkssprache seine Eigenschaften vielfach erwähnt, als Pissblume, Pissnelke oder Pisser.

Übrigens: Da die Inhaltsstoffe entwässernd wirken, müssen Sie nicht nur Tee trinken. Pflanzen, die sich kaum als Tee eignen, aber entwässern, sind zum Beispiel Rettich, Spargel und Kürbis, Tomaten, Zucchini und Sellerie.

Worauf sollten Sie achten?

Es klingt vielleicht banal, aber dennoch begehen viele Menschen diesen Fehler: Ein Tee entwässert den Körper vor allem durch einen erhöhten Harndrang. Das heißt im Umkehrschluss: Wenn Sie einen solchen Tee zu sich nehmen und der Gang zur Toilette nicht bzw. nur schlecht möglich ist, haben Sie ein Problem. Außerdem müssen Sie den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, das heißt mehr trinken als gewöhnlich. Bei einer Kur mit Brennnesseltee zum Beispiel gilt die Leitlinie: Drei Liter Wasser pro Tag.

Einen Entwässerungstee zubereiten

„Tees“ sind nichts anderes als Pflanzen, die in heißem Wasser aufgebrüht werden und ihre Stoffe wie ihren Geschmack in das Wasser abgeben. Fast immer gießen Sie lediglich heißes oder kochendes Wasser auf die entsprechenden Teile der Pflanze wie Blätter, Samen oder Wurzeln. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die Eigenschaften, Dosierungen und Nebenwirkungen der jeweiligen Pflanze kennen. Falls Sie sich nicht sicher sind oder optimale Dosierungen brauchen, können Sie aus einem Sortiment an fertigen Entwässerungstees aus der Apotheke zurückgreifen.

Brennnesseltee

Dieser Tee ist ein Superstar beim Entwässern. Junge Blätter der Pflanze enthalten fast siebenmal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte, dazu Vitamin A, Magnesium, Kalzium, Kalium und Silizium. Während das Vitamin C das Immunsystem stärkt und so indirekt auch Leber und Niere, hilft Eisen bei der Blutbildung – für das Entwässern sorgt indessen das Kalium. Der Tee treibt den Harn, während die Vitamine und Mineralien zugleich den Körper entgiften.

Allerdings haben Brennnesseln, wie die meisten Heilmittel, ungewollte Nebenwirkungen. So kann der Tee beispielsweise zu Problemen beim Einschlafen führen.

Eine Kur mit Brennnesselteee sollten Sie nicht länger als circa vier bis sechs Wochen auf sich nehmen. Bei chronischem Brennnesselkonsum gewöhnt sich der Körper an die Zufuhr an Kalium und baut es ab. Trinken Sie außerdem nicht mehr als zwei Tassen pro Tag, in kleinen Schlucken und über den Tag verteilt.

Andere Tees

Wacholder wirkt entwässernd, weil er den Harn treibt, Birkenblätter spülen durch, und Pfefferminze regt die Verdauung an.

Matetee

Tee aus der Matepflanze Südamerikas ist der beste Kandidat, um zu entwässern und real abzunehmen. Er entwässert (wenn auch nicht so stark wie Brennnessel), zügelt zugleich den Appetit und hilft, Fett zu verbrennen.

Matetee wirkt belebend und wirkt wahre Wunder bei der Entwässerung. (Bild: Lisa Birkigt/Fotolia.com)

Wer profitiert von Entwässerungstees?

Entwässerungstees eignen sich vor allem für Menschen, die eingelagertes Wasser loswerden möchten. Zum Abnehmen führen Sie nur kurzfristig und als „Notlösung“. Im Klartext heißt das: Wenn Sie in 10 Tagen zu einer Hochzeit eingeladen sind, und das alte Ballkleid nicht mehr passt, können Sie entwässern, um kurzfristig dünner zu sein. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie genug Nährstoffe zu sich nehmen. Bei einem normalen Einlagern des Wassers nehmen Sie danach aber sofort wieder zu.

Entwässerungstee ersetzt kein Umstellen der Ernährung, reduziert kein Fett und ist keine Alternative dazu, die Energiezufuhr einzuschränken. Das „Abnehmen“ kommt nicht daher, dass Sie Körperfett reduzieren, sondern den Fettzellen vorübergehend Wasser entziehen. Auch wenn im Internet ständig etwas anderes behauptet wird: Wer dauerhaft abnehmen möchte, kommt ums Kalorienzählen nicht herum.

Für wen sind Entwässerungstees nicht geeignet?

Die Pflanzen in Entwässerungstees enthalten Stoffe, die nicht für jede/n verträglich sind. Prüfen Sie deshalb, ob Sie gegen bestimmte Substanzen in Brennnessel, Pfefferminze etc. allergisch sind. Wenn Sie Beschwerden mit dem Herzen oder entzündete Nieren haben, schwanger sind oder ein Baby stillen, sollten Sie auf eine Entwässerungskur verzichten. Sonst kann es sogar zu Schäden der Niere kommen. Sprechen Sie am besten vorher mit einem Arzt ab, welche Entwässerungstees und welche Art der Kur für Sie in Frage kommt. Niemals sollten Sie Entwässerungstees dauerhaft einnehmen, sonst sind Stoffwechselbeschwerden vorprogrammiert. (Dr. Utz Anhalt)