Bauchnabelbruch (Nabelhernie) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Geburtshilfe
Redaktion Heilpraxis.de
Der Nabel- oder Bauchnabelbruch (Nabelhernie) betrifft vor allem Neugeborene sehr häufig. Statistiken zufolge erleidet gut jeder fünfte Säugling in den ersten Monaten nach der Geburt einen derartigen Bruch des Bauchnabels, was die Nabelhernie zu einer der häufigsten Komplikationen in der Geburtshilfe macht. Es sei jedoch gesagt, dass grundsätzlich auch Erwachsene einen Nabelbruch erleiden können.


Definition

Der Bauchnabel (Umbilicus) ist, was nach der Geburt von der körperlichen Verbindung eines Säuglings zu seiner Mutter übrigbleibt. Einst war er der Ansatz für die Nabelschnur (Funiculus umbilicalis), welche die Plazenta des ungeborenen Kindes über den Blutkreislauf der Mutter mit wichtigen Nährstoffen versorgte. Nach der Geburt, wenn die Nabelschnur nicht mehr benötigt und demzufolge abgetrennt wird, verwächst sich die so entstehende Wunde am Bauch des Kindes zum Bauchnabel. Dabei unterliegt dieser spezielle Bauchabschnitt lebenslang einer besonderen Sensibilität, da es sich wie bereits erwähnt, eigentlich um eine Narbe handelt.

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Insbesondere Neugeborene sind von einem Bauchdeckenbruch (Nabelhernie) betroffen. (Bild: Kwangmoo/Fotolia.com)

Der Bauchnabelbruch ist kein Bruch im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um einen Geweberiss, der sich nach großem Gewebedruck oder bei unzureichender Elastizität des Gewebes ereignet. Unterschieden wird hier zwischen einem angeborenen Nabelbruch im Säuglingsalter und dem erworbenen Nabelbruch im späteren Jugend- oder Erwachsenenalter. Ein angeborener Bauchnabelbruch resultiert dabei in der Regel aus einer bestehenden Bindegewebsschwäche der Bauchwand. Ein erworbener Bauchnabelbrauch hat seine Ursache meist in einem erhöhten Druck, der im Bauchraum vorherrscht und durch verschiedene Szenarien ausgelöst werden kann. Mehr Informationen hierzu finden sie im Abschnitt zu den möglichen Ursachen.

Das Wort Hernie entstammt dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie ‚Knospe‘. Gemeint ist damit die für Hernien typische Vorwölbung des über dem „Bruch“ gelegenen Gewebes. Grund hierfür ist die Tatsache, dass unter der Hernie befindliche Organe und Gewebeelemente durch die Bruchpforte nach außen drücken uns so einen knospenartigen Hubbel formen, den sogenannten Bruchsack. Beim Bauchnabelbruch besteht dieser Bruchsack aus freigelegtem Bauchfell, das ausgestülpte Gedärme enthält, welche durch die Bruchpforte nach außen quillen können. Eine heikle Angelegenheit mit tückischem Komplikationspotential.

So kann sich der Bruchinhalt zum Beispiel in der Bruchpforte verklemmen oder Ansammlungen entzündlicher Gewebeflüssigkeit aufweisen. Hierdurch werden zum einen Entzündungen verursacht, welche nicht nur die Bruchpforte selbst, sondern auch das eingeklemmte Organ betreffen können. Zum anderen kann der Bruchinhalt bei Verklemmungen auch von der Blut- und Sauerstoffversorgung abgeschnitten werden, sofern Gefäße von der Komplikation betroffen sind. Im schlimmsten Fall kommt es so zu Nekrosen im Bereich der Nabelhernie, was eine Notoperation unumgänglich macht.

Nicht zuletzt kann die Bruchpforte bei Nichtbehandlung des Bauchnabelbruchs auch weiter aufreißen, wodurch sich die Hernie verschlimmert. Schon gewöhnliche Alltagstätigkeiten wie Gehen, Treppensteigen oder Strecken üben diesbezüglich einen großen Druck auf die Nabelhernie aus, weshalb es nicht ratsam ist, die Wunde sich selbst zu überlassen, in der Hoffnung, sie möge von alleine wieder verheilen.

Übrigens: Eine Hernie kann nicht nur am empfindlichen Bauchnabel entstehen. Beispielsweise gehört der Nabelbruch zusammen mit dem Leistenbruch und dem Narbenbruch zu den sogenannten Bauchdeckenhernien, was bereits aufzeigt, dass es hier lokale Varianten der Hernie gibt. Die Medizin unterscheidet folgende Hauptformen von Hernien:

  • Bauchnabelhernie (Hernia umbilicalis et paraumbilicalis),
  • Epigastrische Hernie (Hernia epigastrica),
  • Hüftbeinhernie (Hernia obturatoria),
  • Leistenhernie (Hernia inguinalis),
  • Narbenhernie (Hernia cicatrica),
  • Schenkelhernie (Hernia femoralis),
  • Spieghelhernie (Hernia spigeli) und
  • Zwerchfellhernie (Hernia diaphragmatica).

Sonderform: Physiologischer Nabelbruch

Schwachstellen in der Bauchwand entstehen oftmals schon im Laufe der Entwicklung eines Embryos im Mutterleib und sind dort sogar gewollt. Das Areal rund um den späteren Bauchnabel beherbergt nämlich die rasant wachsenden Dünndarmschlingen solange außerhalb der Leibeshöhle, bis diese im Laufe der späteren Entwicklung eines ungeborenen Kindes genügend Platz hat, um den Dünndarm in sich aufnehmen zu können. Danach schließt sich die entstandene Lücke der Bauchwand zum größten Teil bis auf die Nabelschnur, wobei es im Falle einer Bindegewebsschwäche zu einem vorgeburtlichen Nabelbruch kommen kann. Da es sich hierbei aber um einen auf natürlichen embryonalen Entwicklungsprozessen beruhenden Effekt handelt, wird er auch als physiologischer Nabelbruch bezeichnet.

Sollte sich der physiologische Nabelbruch bis zur Geburt nicht vollständig zurückbilden, so ist die Entstehung einer Omphalozele, wie der angeborene Bauchnabelbruch medizinisch genannt wird, sehr wahrscheinlich. Kinder, die unter dieser Form der Nabelhernie leiden, werden mit außerhalb der Leibeshöhle befindlichen Darmschlingen geboren. Eine Operation zur Bruchkorrektur und Rückverlagerung der Eingeweide in den Bauchraum ist bei dieser Hernienform, die mit fast 98 % den häufigsten Grund für Nabelhernien ausmacht, alternativlos.

Durch Schwachstellen in der Bauchwand, die das Ungeborene braucht, damit sich der Darm entwickeln kann, kann es nach der Geburt zu Bindegewebsschwäche im Bereich des Bauchnabels kommen. (Bild: unlimit3d/Fotolia.com)

Ursachen für einen Bauchnabelbruch

Fernab des physiologischen Bauchnabelbruchs werden die Ursachen für eine Nabelhernie nach Altersklasse des Patienten unterschieden. Denn für Hernien im Säuglingsalter sind üblicherweise andere Faktoren verantwortlich als für einen Bauchnabelbruch im Erwachsenenalter. Grob kann man hier altersbedingt zwischen Bindegewebsschwächen im Säuglingsalter und extremer Druckbelastung im Jugend- und Erwachsenenalter unterscheiden.

Nabelbrüche durch angeborene Bindegewebsschwäche

Neugeborene haben in der Zeit nach der Geburt ein erhöhtes Risiko einen erworbenen Nabelbruch zu entwickeln. Die Bruchpforte des physiologischen Nabelbruchs ist zu diesem Zeitpunkt in der Regel zwar schon verschlossen, jedoch ist sie noch nicht ausreichend vernarbt und somit anfälliger für Verletzungen. Hat das Neugeborene nun mit einem erhöhten Druck im Bauchinneren zu kämpfen, kann die gerade erst geschlossene Bruchpforte wieder aufbrechen und Organe und Gewebe können hervortreten. Insbesondere Frühgeburten sind für diese Form des Bauchnabelbruchs prädestiniert. Des Weiteren können bestimmte Druckeinwirkungen begünstigend wirken wie

  • Starkes Husten des Säuglings: Im Erwachsenenalter macht dem Bauchnabel starkes Husten normalerweise nichts aus. Aufgrund der bestehenden Bindegewebsschwäche im Säuglingsalter rund um den Nabel können Hustenattacken hingegen zu einer Nabelhernie führen. Denn auch, wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, so ist der Husten eine starke Druckbelastung für den gerade erst verschlossenen Nabel.
  • Starkes Schreien des Säuglings: Wenn Babys schreien, wird ähnlich wie beim Husten ein enormer Druck auf die Bauchdecke ausgeübt. Zwar ist Schreien für Säuglinge eine relativ natürliche Verhaltensweise, in manchen Fällen nimmt das Geschrei aber auch überhand, was dann das Risiko eines Nabelbruchs erhöht. Besonders gefährdet sind demnach Schreikinder und Säuglinge, die krankheitsbedingt an starken Schmerzen leiden und deshalb unentwegt kreischen.
  • Wundheilungsstörungen im Bereich des Nabels: Nach dem Durchtrennen der Nabelschnur kann es bei Säuglingen gelegentlich zu Wundheilstörungen kommen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Nabelschnur nicht ordnungsgemäß abgeklemmt oder gereinigt wurde. Die so entstehende Wunde am Nabel kann gelegentlich Komplikationen bei der Abheilung und in Folge eine Hernie verursachen.
Wenn Neugeborene zu heftig und ausdauernd schreien, kann das auch zu einer Nabelhernie führen. (Bild: alfa27/Fotolia.com)

Nabelbrüche durch erworbene Bindegewebsschwäche

Die möglichen Ursachen für eine erworbene Nabelhernie im Jugend- und Erwachsenenalter sind besonders vielseitig. Allein die Gründe für mögliche Bindegewebsschwächen können hier von Verletzungen im Bereich des Nabels bis hin zu gesundheitlichen Faktoren reichen. Verletzungen in der Region des Bauchnabels entstehen hierbei oft durch Gewalteinwirkung, etwa körperliche Auseinandersetzungen, die Schläge in die Bauchgrube mit der Faust oder mit Handwaffen umfassen.

Gesundheitlich kann unter anderem eine zu schnelle Gewichtsabnahme für die Hernie verantwortlich sein. Denn ein rasantes Abnehmen gibt dem Bindegewebe nicht genügend Zeit, sich auf das veränderte Gewebevolumen einzustellen, wodurch es leicht erschlafft. Gerade bei extremem Gewichtsverlust ist der Bauchnabelbruch darum eine häufige Komplikation.

Nicht zu unterschätzen sind im Bereich der erworbenen Bindegewebsschwächen auch Operationswunden am Bauchnabel. Wird die Bauchdecke hier zum Beispiel im Rahmen einer Magen-Darm-OP eröffnet, bedeutet dies immer auch eine Schwächung der Gewebestrukturen. Patienten, die eine entsprechende Operation durchlaufen, müssen während der Genesungszeit deshalb häufig ein Bauchnetz tragen, um die Druckbelastung von der Nabelregion zu nehmen. Allerdings bleibt das betroffene Gewebe auch nach der Wundabheilung häufig weiter geschwächt, was das Risiko einer Nabelhernie erhöht.

Erhöhte Druckbelastung im Bauchraum

An so gut wie allen erworbenen Formen der Nabelhernie ist neben Bindegewebsschwächen auch ein erhöhter Druck im Bauchraum (intraabdominaler Druck) beteiligt. Die druckauslösenden Situationen können dabei sehr unterschiedlich sein. Wie im Säuglingsalter sind zum Beispiel starke Husten- oder Niesreize dazu in der Lage, eine Hernie auszulösen. Hinzu kommen ungünstige Verhaltensweisen im Alltag, wie

  • das Heben schwerer Lasten,
  • starke körperliche Betätigung,
  • oder starkes Pressen beim Stuhlgang.
Die extreme Ausdehnung, die der Bauch einer Schwangeren erfährt, macht sie anfälliger für eine Nabelhernie. (Bild: David-Pereiras/Fotolia.com)

Geht es um körperliche Faktoren so müssen des Weiteren folgende Aspekte erwähnt werden:

  • Schwangerschaft: Ein ungeborenes Kind in sich zu tragen, bedeutet für den Bauch einer werdenden Mutter besondere Strapazen. Die hier entstehende Spannung macht die Bauchdecke und damit auch den Bauchnabel deutlich anfälliger für eine Hernie. Dies gilt insbesondere für Mehrlingsgeburten, bei denen sich die Bauchwand weit über das natürliche Maß einer Schwangerschaft hinaus dehnen muss. Und auch der Pressvorgang während der Geburt verursacht eine zusätzliche Druckbelastung, die einen Bauchnabelbruch begünstigt.
  • Übergewicht: Mit Übergewicht verhält es sich in Bezug auf Nabelhernien wie mit der Schwangerschaft. Der Unterschied ist allerdings, dass die Bauchbelastung einer Schwangerschaft zeitlich absehbar ist, wohingegen Übergewicht das Bindegewebe des Bauches über Jahre hinweg schwächen kann. Die Elastizität des Bauchgewebes wird hierdurch oft irreparabel geschädigt, weshalb die Gefahr einer Hernie für übergewichtige Personen besonders groß ist.
  • Erkrankungen in der Bauch- und Darmregion: Zu den Krankheitsbildern, die theoretisch einen Blähbauch auslösen können, zählen vor allem raumfordernde Gesundheitsprobleme im Bereich des Darms. So sorgt der Blähbauch (Meteorismus) beispielsweise für chronische Blähungen, die das Volumen des Darms dauerhaft ausreizen und einen zusätzlichen Druck auf die Bauchdecke ausüben. Ähnlich sieht es bei Bauchwassersucht (Aszites) aus. Die Erkrankung beschreibt eine unnatürliche Ansammlung von Gewebewasser im Bauchraum, was zu ähnlichen Druckbelastungen für den Bauchnabel führen kann, wie sie durch anhaltende Blähungen verursacht werden. Ebenfalls als Ursache für die Nabelhernie denkbar, sind zudem Geschwüre im Bauchraum. Dabei ist es im Übrigen nicht von Bedeutung, ob die Geschwüre gut- oder bösartig sind.

Symptome

Im Anfangsstadium eines Nabelbruchs halten sich die Beschwerden zumeist in Grenzen, weshalb die Hernie nicht immer sofort bemerkt wird. Kommt es allerdings vermehrt zur Belastung der Bruchpforte, werden etwaige Symptome meist schnell deutlicher. Vor allem Belastungsschmerzen melden sich im weiteren Verlauf relativ zuverlässig zu Wort. Dies gilt insbesondere für Bauchnabelbrüche, bei denen es zur Einklemmung der im Bruchsack enthaltenen Organe gekommen ist. Die Medizin spricht hier auch von der sogenannten Inkarzeration. Sie kann neben Funktionsstörungen der betroffenen Organe auch zu gefährlichen Entzündungen, Problemen in der organeigenen Sauer- und Nährstoffversorgung und in Folge dessen zu ernsten Gewebenekrosen führen, weshalb erste Anzeichen einer Nabelhernie von Betroffenen dringend ernstzunehmen sind. Alles in allem können folgende Symptome auf eine Hernie des Bauchnabels hinweisen:

  • Erhöhtes Druckgefühl um die Nabelregion,
  • Unwohlsein im Bauchraum,
  • Rötungen am Bauch,
  • Schwellungen um den Bauchnabel,
  • vergrößerte Lymphknoten,
  • Gefäßveränderungen oder
  • Entzündungen der Hernie.

Diagnose bei einem Bauchnabelbruch

Zur Diagnose eines Nabelbruchs reicht es in der Regel schon aus, ein palpatorisches Abtasten der Bauchdecke durchzuführen. Hierfür begibt sich der Patient in Rückenlage, während der Arzt den Bauchraum auf Auffälligkeiten hin abtastet und testet, ob sich die Bauchstrukturen leicht zurückschieben (reponieren) lassen. Diese Reponierbarkeit eines Nabelbruchs hat später auch Auswirkungen auf die sich anschließenden Therapiemaßnahmen.

Zur Diagnosesicherung empfiehlt es sich, den Bruchsack und das umliegende Gewebe sonografisch zu betrachten. Hierdurch kann der Arzt feststellen, ob sich Darmschlingen im Bruchsack befinden und ob eine Notoperation erfolgen muss.

Die extreme Ausdehnung, die der Bauch einer Schwangeren erfährt, macht sie anfälliger für eine Nabelhernie. (Bild: David-Pereiras/Fotolia.com)

Therapie bei einem Bauchnabelbruch

Viele Nabelhernien verlaufen harmlos und oft auch symptomlos. Jedoch bergen sie immer die Gefahr, dass Darmschlingen oder das Bauchfell in den Bruchsack gedrückt werden und sich eine harmlose Nabelhernie zu einem lebensbedrohlichen Zustand beispielsweise in Form eines Darmverschlusses (Ileus) oder einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) zuspitzt. Aus diesem Grund werden heutzutage auch kleinere Nabelbrüche oft präventiv-operativ versorgt. Glücklicherweise ist das Operations- und Narkoserisiko im Zuge des medizinischen Fortschritts mittlerweile so niedrig, dass der chirurgische Eingriff weniger gefährlich ist als die Komplikationen, die aus einer Nichtbehandlung entstehen würden.

Operative Therapie

Bei jungen Patienten im Säuglingsalter bildet sich die Nabelhernie in der Regel von selbst wieder zurück, sodass nur selten eine Operation notwendig ist. Bei Nabelbrüchen in der Schwangerschaft oder im Erwachsenenalter ist ein chirurgischer Eingriff dagegen häufiger notwendig, etwa um Inkarzerationen zu beheben.

Laparoskopie

Mittlerweile werden Nabelbruch-Operationen meist laparoskopisch in einem minimal-invasiven Verfahren durchgeführt. Dabei wird je nach Schwere der Hernie unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose die Bauchdecke über kleine, bogenförmige Einschnitte eröffnet. Anschließend bringt der Chirurg über die Öffnung die notwendigen Operationsinstrumente in den Bauchraum ein, um die nach außen gestülpten Organe zurück in den Bauchraum zu verlagern und ggf. den Bruchsack sowie eingelagertes Bruchwasser abzutragen. Im nächsten Schritt wird die Bruchpforte durch verschiedene Nahttechniken vernäht oder mit Hilfe eines eingebrachten Kunststoffnetzes verschlossen. Der Einsatz eines Kunststoffnetzes ist diesbezüglich grundsätzlich bei Nabelbrüchen angezeigt, deren Durchmesser mehr als zwei Zentimeter beträgt.

Komplizierte oder große Hernien bedürfen manchmal größerer Schnitte, um sie beheben zu können. Hierbei wendet der Chirurg oft eine überlappende Nahttechnik der Bauchwandschichten an, um ein Wiederauftreten des Bauchnabelbruchs zu vermeiden.

Einsatz von Bruchbändern

Eine eher als überholt einzustufende Methode ist die Anwendung von Bruchbändern, um das Heraustreten von Organen und Geweben aus vorhandenen Bruchpforten zu verhindern. Früher wurden diese Bänder häufig eingesetzt, da sich das Vorgehen bei Nabelbruchoperationen aufgrund des mangelnden medizintechnischen Fortschritts sehr komplikationsträchtig gestaltete. Heutzutage werden Bruchbänder aber nur noch vorübergehend bis zum OP-Termin verordnet.

Bruchbänder können Nabelhernien nicht heilen, außerdem wiegen sie den Betroffenen in falscher Sicherheit, da ihm das Warnsignal der heraustretenden Organe fehlt und er sich entsprechend wieder mehr belastet, was den Nabelbruch verschlimmern kann.

Ein Bruchband hilft bei den Symptomen oder nach einer Operation, um den Bauchdeckenbereich zu entlasten. (Bild: staras/Fotolia.com)

Medikamentöse Therapie

Die Nabelhernie selbst lässt sich leider nicht medikamentös behandeln. Einzig zur Symptomkontrolle, also zur Behandlung von Entzündungen, Bauchkrämpfen, starken Schmerzen oder Fieber, können in der Akutsituation schmerzstillende, krampflösende und/oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden.

Heilpflanzliche Behandlung

Auch der heilpflanzliche und homöopathische Ansatz kann eine aufgetretene Nabelhernie nicht heilen. Allerdings gibt es die Möglichkeit das Bindegewebe zu unterstützen. Silicea gilt zum Beispiel als das homöopathische Mittel der Wahl bei zu schwachem Bindegewebe.

Hausmittel und Alltagsmaßnahmen

Betroffene, die ein hohes Risiko aufweisen, eine Nabelhernie zu entwickeln, können im Alltag ein paar Kniffe und Hausmittel anwenden, die das Risiko einer Hernie minimieren. Hierzu gehört es unter anderem, durch eine ballast- und nährstoffreiche Kost (v.a. viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte) für weichen Stuhlgang und Blähungsfreiheit zu sorgen. Moderate aber regelmäßig Bewegung, eine geregelte Flüssigkeitszufuhr sowie der gezielte Verzehr verdauungsfördernder Lebensmittel wie Buttermilch oder probiotische Joghurts unterstützen dieses Vorhaben zusätzlich.

Das Heben schwerer Lasten ist während der Behandlung von Nabelhernien selbstverständlich zu unterlassen. Auch nach erfolgreichem Auskurieren sollten Betroffene es nicht mit dem Tragen und Anheben von Schwerstlasten übertreiben, da das Gewebe nach einer Hernie für gewöhnlich vorgeschwächt bleibt. Um die Bauchdecke wieder zu stärken, kann gezieltes Bauchmuskeltraining helfen, das zu Beginn aber bitte nur unter Anleitung in der Krankengymnastik bzw. Reha durchgeführt werden darf, damit es während des Trainings nicht zu erneuten Fehlbelastungen des Bauchnabels kommt.

Krankheiten bei Bauchnabelbruch:

Bindegewebsschwäche, Adipositas, Meteorismus, Aszites, Geschwürleiden (ma)