Minze – Arten, Wirkung und Anwendung

Auswahl an Minze-Arten ist groß

Minze ist ein Allround-Talent. Sie gibt nicht nur Kaugummi den Geschmack und sorgt für guten Atem, sie würzt auch Desserts und Cocktails, Lammfleisch und Gemüse. Als wäre das nicht genug, sind von der krautigen Pflanze auch noch zwei Dutzend Sorten verbreitet – manche schmecken nach Apfel, andere nach Schokolade. Zudem handelt es sich bei dem Lippenblütengewächs um eine Heilpflanze.


Grüne Minze

Die Grüne Minze ist in Europa weit verbreitet. Sie liebt die Nähe von Wassser und wächst wild auf Boden mit vielen Nährstoffen. Tee aus der Pflanze ist ein wirksames Hausmittel bei Erkältung, Durchfall, Übelkeit, Rheuma, Kopfschmerzen, Mundgeruch, Herzschwäche und Verspannungen.

Ein Tee mit frischer Minze gilt als bewährtes Hausmittel bei Beschwerden wie z.B. Erkältung, Kopfschmerzen und Mundgeruch. (Bild: kristina rütten/fotolia.com)

Sie lässt sich als Medizin einfach anwenden. Für einen Tee lassen Sie einen Teelöffel getrocknete oder drei Teelöffel frische Minze in einem Viertel Liter heißem Wasser ziehen – für circa zehn Minuten. Dann seihen sie den Tee ab und trinken ihn.

Kalt oder warm

Wenn Sie unter Brechreiz leiden, lassen Sie den Tee abkühlen und trinken in kleinen Schlucken. Auch für heiße Tage können Sie den Tee abkühlen, zum Beispiel mit Honig und Zitrone abschmecken und dann trinken. Allerdings trinken Berber, Araber und Iraner Minztee grundsätzlich heißt. Das ist auch sinnvoll, denn eiskalte Getränke in der Mittagshitze kühlen den Körper zwar, doch der Temperatursturz kostet den Organismus eine Menge Energie.

Der Tee lässt sich auch äußerlich anwenden. So hilft ein darin getränktes Baumwolltuch gegen Kopfschmerzen.

Grüne Minze gegen Mundgeruch

Der englische Name Spearmint erinnert daran, dass Grüne Minze die Basis bietet für den Geschmack von Kaugummi und Zahnpasta, und unsere Vorfahren kauten die Blätter gegen Mundgeruch.

Medizinische Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält ätherische Öle wie Menthol, Menthon und Mentholestern, dazu Gerbstoffe, Flavonoide, Harze und Bitterstoffe. Bitter- wie Gerbstoffe und die ätherischen Öle lösen nachweislich Krämpfe und Schmerzen. Auch Muskelverspannungen und starke Kopfschmerzen lassen sich mit der Heilpflanze bekämpfen; der Tee ist dafür indessen zu schwach, hier sollten Sie verdünntes Minzöl äußerlich auftragen.

Minze als Hausmittel

Sie ist als Hausmittel gegen „Alltagskrankheiten“ wie Erkältung und grippale Infekte weit verbreitet, zum einen lindert es die Symptome, zum anderen lässt sich die Pflanze leicht anbauen und außerdem stehen die getrockneten Blätter immer zur Verfügung.

Blätter und Stiele lassen sich im Freiland von April bis August ernten, die Blüten von August bis September. Um die Blätter zu trocknen, müssen sie diese nur an einem trockenen Ort aufhängen oder auf einem Tuch ausbreiten – bei geringer Luftfeuchtigkeit.

Minzblätter können zum Trocknen auf einem Tuch ausgebreitet werden. (Bild: Brent Hofacker/fotolia.com)

Minze kaufen

Das Kraut lässt sich im Topf oder in Bündeln in jedem größeren Supermarkt kaufen, auch in Bioqualität. In Deutschland bekommen Sie ohne Probleme auch die intensiv schmeckenden orientalischen Sorten – in Bündeln in türkischen Gemüseläden.

Minze im Bund sollten Sie schnell verbrauchen, denn das wertvolle Menthol verschwindet in wenigen Tagen nach dem Schnitt, und die Blätter hängen. Im Topf hält sich die Pflanze dauerhaft, Voraussetzung ist ein halbschattiger Platz, nährstoffreiche Erde und viel Feuchtigkeit.

Zubereitung

Um das Kraut zu verwenden, spülen Sie dieses mit klarem Wasser und schütteln sie es trocken, dann zupfen Sie die Blätter von den Stielen.

Anbau aus Samen

Wenn wir Grüne Minzen direkt im Garten aussäen, bleibt nur wenig für uns über. Vögel, Schnecken und andere Wirbellose finden die Keimlinge ebenso schmackhaft wie wir. Deshalb sollte das Kraut unter Glas vorgezogen werden und erst eine bereits entwickelte Pflanze nach draußen bringen.

Wir können das ganze Jahr über die Samen unter Glas ziehen, am besten jedoch von März bis Juni.

Lichtkeimer

Minze ist ein Lichtkeimer. Wir brauchen also lediglich eine Saatschale mit einer Mischung aus Erde und Sand. Darauf streuen wir die Samen und stellen die Schale an einen hellen Platz in Treibhaus, Wintergarten oder Fenster.

Die Samen sollen ständig feucht bleiben. Sie keimen nach circa 2 Wochen. Wir setzen die Keimlinge in Einzeltöpfe, sobald sie ein Paar Laubblätter entwickeln. In diesen Töpfen sollte ein Gemisch aus Gartenerde, Gartenkompost und Grünschnitt sein.

Ab einer Höhe von circa 10 cm kommen sie an ihren Endort – in Kübel, Blumenkasten oder ins Beet.

Minze kann in Kübel, Kästen oder ins Beet gepflanzt werden. (Bild: AlexQ/fotolia.com)

Schneiden

Grüne Minze wächst stark. Wir sollten Sie mehrmals pro Jahr schneiden, wenn wir die Artenvielfalt im Garten erhalten wollen. Anfang März können wir die gesamte Pflanze knapp über dem Boden zurück schneiden und direkt nach der Blüte stutzen wir die Triebe.

Übrigens: Das Aroma ist unmittelbar vor der Blüte am höchsten, und das ist die beste Zeit für die Ernte.

Im Winter

Die Lippenblütengewächse sind harte Brocken. Alle Formen der Grünen Minze sind winterhart bis minus 24 Grad Celsius. Aufpassen müssen Sie lediglich bei Kübelpflanzen. Bei diesen kann das Wurzelbett durchfrieren.

Das zeigt sich in ausgetrockneten Blättern, die daher rühren, dass die Wurzeln kein Wasser aus der gefrorenen Erde bekommen. Verhindern lässt sich dies, indem Sie den Wurzelbereich mit einer Lage Laub oder Grünschnitt zudecken.

Vermehren

Wenn Sie die Pfanze einmal im Garten haben, ist ihr Hauptproblem, dass sich diese nicht vermehrt. Die Vermehrung ist ausgesprochen einfach.

1) Über Ausläufer. Sie graben ein Wurzelstück aus und schneiden es mit einem bis zwei Knoten ab, setzen es in einen Topf mit Kräutererde, halten das Substrat feucht und bald hat das Wurzelgeflecht den Topf ausgefüllt.

2) Sie schneiden im Frühsommer Stecklinge ab, stecken diese in Anzuchterde und wässern Sie regelmäßig. Wenn neue Blätter austreiben, ist die Vermehrung gelungen.

3) Sie können eine Pflanze einfach teilen. Dazu graben Sie diese aus, schneiden die Wurzeln mit einem Messer in mehrere Teile und pflanzen diese separat wieder ein.

Minzarten

Neben der Grünen Minze gibt es ungefähr 20-30 andere Minzarten, die sich ebenfalls als Lebensmittel verwenden lassen. Dazu zählen zum Beispiel Mentha alaica aus Zentralasien, die heimische Wasser- wie Ackerminze, die asiatische, australische oder die kanadische Minze, weiter die Hirsch-Minze Südeuropas oder die Cunningham-Minze Neuseelands.

Japanisches Heilpflanzenöl

Die Ackerminze ist Grundlage für das Japanische Heilpflanzenöl, das weltweit beliebt ist als Hausmittel gegen Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Erkältung.

Die Apfelminze hat ein erfrischendes Aroma und ist daher als Teeminze sehr beliebt. (Bild: volff/fotolia.com)

Mentha aquatica dient vor allem als Heilpflanze, Mentha rotundifolia, die Apfelminze gibt einen besonderen Tee, die Polei-Minze ist erst einmal Heilkraut, selten „normaler Tee“ (sie schmeckt zu sehr nach „Medizin“). Die rundblättrige Minze ist als Duftpflanze beliebt.

Die Algerische Fruchtminze erinnert an den Geschmack von Papaya und eignet sich für Tee ebenso wie für Nudelsoßen oder Reisgerichte. Sie gehört zur nordafrikanischen Joghurtsoße aus fettreichem Joghurt, Knoblauch, Zitronensaft und Chili sowie der Minze. Die Soße wird zu gegrilltem Fleisch serviert.
Ihre rot gefärbten Stängel und grünen Blätter machen Sie auch zu einer Zierde im Garten.

Minzsorten

Wir unterscheiden, nicht biologisch, sondern geschmacklich drei verschiedene Sorten von Minzen.

1) Die Pfefferminzen werden seit Jahrhunderten in der Küche und Heilkunde verwendet und vermutlich bereits von den Römern kultiviert und sind seit vielen Jahrhunderten Teil der englischen Küche.

2) Fruchtminzen haben weniger Menthol als die „Heilsorten“ und unterschiedlichen Fruchtgeschmack. Sie schmecken nach Apfel, Ananas, Erdbeer oder Zitrone, nach Ingwer oder Lavendel.

3) Teeminzen haben weniger Menthol als Pfefferminzen, sind deshalb freundlicher für den Magen und lassen sich im Alltag besser konsumieren. Man kann pure Minztees zubereiten oder diese Sorten mit Grünem wie Schwarzem Tee mischen.

Die Grüne Minze (Mentha spicata) gibt es in diversen Sorten, dazu gehören natürliche Unterarten ebenso wie Zuchtformen. So ist die Englische Grüne Minze Grundlage für „Lammfleisch mit Minzsauce“, Dunkle Spearmint zeichnet sich durch dunkelrote Blätter aus und schmeckt stark nach Kaugummi, marokkanische Minze gibt den besten Tee, und türkische Minze ist eine althergebrachte Gewürzpflanze aus „1001 Nacht“.

Marokkanische Minze

Diese Variante heißt auch Nanaminze. Sie stammt aus Nordafrika und Vorderasien und verfügt über besonders viel Menthol, sie schmeckt also wie Kaugummi und ist die Basis für das marokkanische Nationalgetränk, den Minztee, der zwischen Fes und Agadir verbreitet ist wie hier der Morgenkaffee. Die Zubereitung ist die gleiche wie bei normalem Minztee.

Die Nanaminze lässt sich einfach anbauen. Sie ist ebenso winterhart wie die Grüne Art und wächst deshalb auch im Freiland. Wie bei dieser sollten Gärtner allerdings aufpassen, weil Nanaminze Ausläuer bildet. Wenn Sie nicht wollen, dass sie den Garten überwuchert, legen Sie eine Wurzelsperre an oder pflanzen in Kübeln. Auch für Balkon, Wintergarten und Fensterbank eignet sich diese Art sehr gut.

Im Freiland pflanzen Sie von März bis Oktober. Dafür graben Sie den Boden um und entfernen die dort vorhandenen Wurzeln anderer Gewächse. Sie setzen die Pflanze am besten so tief wie sie vorher im Topf stand mit einem Abstand von circa 40 cm zwischen den einzelnen Exemplaren. Dann drücken Sie diese an und wässern reichlich.

Nanaminze blüht von Juli bis September, die Blüten sind weiß bis violett, die Blätter gezahnt, und die Pflanze wächst bis in eine Höhe von 60 cm.

Minze passt zum Beispiel sehr gut zu Couscous-Salat. (Bild: 13smile/fotolia.com)

Minze in der Küche

In Deutschland gehört das Kraut vor allem in Süßspeisen, in Torten, Desserts oder fruchtige Cocktails. Im Orient ist es hingegen fester Bestandteil der Mittagsküche. In Arabien gibt es zum Beispiel Tabouleh, einen Salat, der aus gehackter Petersilie und Minze besteht, in Indien Minzcurries, in Ägypten Linsengerichte und in der Türkei Lammfleisch damit. Dabei verwenden die „Orientalen“ Minze in Verbindung mit Petersilie und Knoblauch. Kräuter mit subtileren Geschmäckern erschlägt sie mit ihrem dominanten Aroma.

Wozu passt Minze?

In der Küche harmoniert sie mit Zitrusfrüchten, vor allem mit Zitronen, Orangen und Limonen, sowohl in Soßen wie als Getränk. Sie passt auch gut zu allen Beerenfrüchten, zu Melonen und Feigen, zum Beispiel als kalte Melonensuppe im Sommer. Ebenso harmoniert sie gut mit Hülsenfrüchten, mit Erbsen und Linsen. Gerade junge grüne Erbsen verbessern ihren Geschmack durch ihre Zugabe, und Gerichte mit Kichererbsen und Minze lassen sich nicht aus der arabischen Kultur wegdenken.

Auch gehacktes Lammfleisch oder Kürbissuppe, ein Gurkensalat, eine kalte Tomatensuppe oder eine heiße Möhrensuppe mit dem Kraut sind Klassiker.

Für Veganer bietet sie unzählige Möglichkeiten auch für Hauptgerichte. Das beginnt bei Bulgur und gefüllter Paprika mit Minze, geht über zu Artischocken mit Minzdressing, zu Auberginen in Minzsoße.

Zum Kochen und für Hauptgerichte eignet sich frische Minze, getrocknete Blätter sollten Sie vor allem in Tees und als Heilmittel einsetzen. Eine Faustregel: Verwenden Sie die Pflanze in der Küche so wie Zitrusfrüchte, also bei allem, was frisch und sommerlich schmecken soll. Sie eignet sich hingegen weniger für schwere Mahlzeiten.

Erdbeerminze

Erdbeerminze schmeckt und riecht wie Beeren. Das zarte Aroma verpufft beim Erhitzen, deshalb mischen wir sie roh in Salate oder Joghurt oder garnieren mit ihr Eiscreme. (Dr. Utz Anhalt)

Quellen
http://www.kraeuter-buch.de/magazin/minzearten-und-sorten-vorgestellt-ein-ueberblick-55.html
http://heilkraeuter.de/lexikon/ackerminze.html
http://minze-pflanzen.de/minze-sorten.html