Alkoholverzicht: Schon während vierwöchiger Abstinenz verändert sich unser Körper

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Alkohol-Fastenzeit vor Ostern

In unserer Gesellschaft hat sich eine Alkoholkultur entwickelt, welche kaum noch wegzudenken ist. Das Bier zum Feierabend, ein Glas Wein zum Essen oder Abends mit Freunden etwas trinken gehen. Daher nutzen viele die Fastenzeit vor Ostern, um dem Alkohol zu entsagen. Was bringt diese Zeit aber wirklich?


Lohnt der Verzicht auf Alkohol

Einfach mal über einen gewissen Zeitraum auf den Konsum von Alkohol zu verzichten lohnt sich immer. Denn auch schon Kleinstmengen Alkohol können zu Organschäden führen, wie zum Beispiel Zellschäden an der Leber. Darüber hinaus verkürzt auch schon geringer Alkoholkonsum die Lebenserwartung, das Ergebnis hat ein internationales Forscherteam kürzlich in einer Studie veröffentlicht, diese ist im Fachmagazin Lancet erschienen. Bewiesen ist natürlich: Desto größer der Konsum, umso schädlicher ist er auch! Durch den Alkoholkonsum steigen die Risiken, gerade für Krebs- und Herzkreislauferkrankungen.

Was passiert nach zwei bis vier Wochen Abstinenz

Relativ schnell sind wahrnehmende Veränderungen zu spüren. Je nach dem bisherigem Trinkverhalten treten leichte bis stärkere Veränderungen ein. Was aber genau im Körper passiert und inwiefern der Körper sich regeneriert, ist vielen Konsumenten nicht bekannt. Deswegen hier ein kleiner Überblick, welche positiven Auswirkungen nach welcher Zeitspanne auftreten können.

Nach zwei Wochen:

  • Besserer und tieferer Schlaf,
  • geringere Kalorienzufuhr und somit erleichtertes Abnehmen,
  • gesteigerte Leistungsfähigkeit,
  • höheres Selbstbewusstsein durch ein gezieltes Umsetzen des Vorhabens,
  • Verbesserung des Immunsystems,
  • Stressabbau.
Gerade für Menschen, die normalerweise täglich Alkohol trinken oder mehr als empfohlen, ist der Verzicht eine lohnende Erfahrung. (Bild: karelnoppe/fotolia.com)

Nach vier Wochen:

  • Senkung des Blutdrucks,
  • Verbesserung des Hautbilds,
  • Steigerung der Lebensenergie.

Wichtig: Nach einem Monat Verzicht sollten die Alkoholmengen nicht nachgeholt werden, sondern das zukünftige Trinkverhalten den Empfehlungen der Mediziner angepasst werden. Das heißt, an mindestens zwei Tagen der Woche keinen Alkohol trinken!

Psychische Auswirkungen

Alkoholverzicht kann neben den körperlichen Auswirkungen auch einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Psyche haben. Neben der Steigerung der Leistungsfähigkeit durch besseren Schlaf und ein höheres Selbstbewusstsein sind hier vor allem Motivationssteigerung, erhöhter Tatendrang, geistige Klarheit, Stressabbau, emotionale Festigkeit, Erhöhung der Lebensfreude und Steigerung der Sozialkompetenzen zu nennen.

Äusserliche Veränderungen

Wer weniger Alkohol trinkt, bleibt länger jung – sowohl geistig als auch körperlich. Diese Aussage ist damit zu begründen, dass Alkohol entwässert und folglich die Haut schneller austrocknet, was wiederum dazu führt, dass sie schneller altert. Die Folgen sind mehr Falten sowie eine unreinere Haut. Des Weiteren enthalten alkoholische Getränke viele Kalorien und können daher zu einer schnelleren Gewichtszunahme und Aufgedunsenheit beitragen. Besonders die typischen Problemzonen wie der Bauch oder der Po und die Oberschenkel sind hierbei betroffen. Wurde zuvor relativ viel Alkohol konsumiert, wird man nach einigen Wochen des Verzichts auch positive Veränderungen hinsichtlich der eigenen Ausstrahlung bemerken können.

Konsumverhalten beim Sport

Sport und alkoholhaltige Getränke passen nicht nur schlecht zusammen, da Alkohol die Leistungsfähigkeit beeinflusst, es ist zudem auch für den Stoffwechsel und den Muskelaufbau kontraproduktiv. Sportler sollten daher stets darauf achten, keinen Alkohol direkt nach einer Trainingseinheit zu trinken.

Im Alltag verzichten – wie geht das?

Grundsätzlich ist das ändern von Gewohnheiten sehr schwer. Mit kleinen Belohnungen für einen gewissen Zeitraum kann man sich die Zeit vereinfachen. Auch durch Ablenkungen von den eigenen Gedanken vergeht die Lust auf Alkohol. Aber grundsätzlich zählt ein NEIN zu Alkohol ist keine Schande und soll ruhig ausgesprochen werden. Kein gesellschaftlicher Anlass verpflichtet zum Alkohol trinken, außerdem gibt es unzählige alkoholfreie Alternativen. (fm)