AOK-Studie: PKV-Beiträge steigen stetig an

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

AOK prognostiziert massive Beitragssteigerungen bei den Privaten Krankenversicherungen

04.05.2012

Laut einer Studie des Bundesverbandes der Allgemeinen Ortskrankenkassen AOK müssen die rund neun Millionen Privatversicherten in Deutschland mit massiven Beitragsanstiegen in den PKV-Einzeltarifen rechnen. Der Bundesverband der PKV wehrt sich gegen die Studienergebnisse und wirft der AOK vor, selbst zu wenig für die Finanzvorsorge zu leisten.

Bereits zum Jahreswechsel wurden die Beiträge laut der Verbraucherzentralen durchschnittlich zwischen 20 und 60 Prozent erhöht. Eine Studie der AOK kommt nunmehr zu dem Ergebnis, dass Versicherte der Privatkassen bald mit weitaus höheren Beitragsanhebungen rechnen müssen. Grund dafür seinen nach Ansicht der Finanzexperten die steigenden Kosten im Gesundheitssystem. So müsste jeder Versicherer von jedem Privatversicherten pro Jahr knapp 2700 Euro verlangen, damit die Finanzlage in den kommenden 40 Jahren der PKV stabil bliebe.


Die Kosten im Gesundheitssystem steigen laut Studie aufgrund der immer höheren Ausgaben. Kliniken, Ärzte und Arzneimittelhersteller verlangen immer höhere Budgets ab. Auf der anderen Seite erbringen die Kapitalanlagen aufgrund der anhaltenden Finanzkrise zu niedrige Zinsen, um die Ausgabenseite abzudecken. Demnach müssten die Versicherungskonzerne die Einnahmeseite zu Lasten der Versicherten erhöhen, um weiterhin bestehen bleiben zu können. Inzwischen hat der Bundesverband der AOK die Angaben im Magazin „Stern“ bestätigt, in dem die Ergebnisse vorab gemeldet wurden.

Bundesverband der PKV wehrt sich gegen die Studie
Die privaten Krankenversicherungen wehren sich gegen die Studie. Der Sprecher des Privaten Krankenversicherungsverbandes (PKV), Stefan Reker, warf seinerseits der AOK vor, „selbst keinerlei Vorsorge für die steigende Lebenserwartung und die steigenden Gesundheitsausgaben ihrer Versicherten“ zu bilden. Die PKV verfüge im Gegensatz dazu rund 150 Milliarden kapitalgedeckte Vorsorgen. Die AOK könne eine solche Rücklage nicht vorweisen. Zusätzlich sei der Höchstbeitrag der AOK in den letzten 40 Jahren enorm gestiegen.Die Ausgaben werden demnach auch hier weiter nach oben klettern, so Reker.

Ende letzten Monats wurde in der Medienlandschaft gemeldet, dass sich die Beiträge der Privaten Krankenversicherungen in den zurückliegenden Jahren fast verdoppelt haben. Nach Angaben des Bundesgesundheitsamt stiegen die Privattarife zwischen den Jahren 2000 und 2010 um durchschnittlich 74,6 Prozent. Der Bundesvorsitzende der AOK forderte angesichts dieser Zahlen, die Bundesregierung solle die PKV in der jetzigen Variante „nicht künstlich am Leben halten“. (sb)


Lesen Sie auch:
Hartz IV: Schuldenerlass für PKV-Versicherte
Kritik gegenüber der PKV wächst
Auslaufmodell Private Krankenversicherung (PKV)
Kostenfalle PKV: Wie Betroffene sich wehren können
PKV: Für Nichtzahler nur Notfallversorgung
Krankenkassen: Nichtzahler verursachen Verluste
Privatpatienten fliehen in die Krankenkassen
Krankenkassen: Zusatzbeiträge kommen wieder
Beschwerden über Anstieg der PKV-Beiträge
Krankenversicherung: Was ändert sich 2016351a2cc0b08c03 />Bild: Ronny Richert / pixelio.de