Bluthochdruck: Achtung Rückruf für Blutdrucksenker Candesartan – Überdosierung droht!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Candesartan: Bekannter Blutdrucksenker wird zurückgerufen

In der Vergangenheit wurden schon häufiger blutdrucksenkende Medikamente wegen Verunreinigung zurück gerufen. Bei diesen Rückrufaktionen handelte es sich in der Regel um krebserregende Stoffe, welche in Medikamenten mit dem Wirkstoff “Valsartan” entdeckt wurden. Bei dem aktuellem Rückruf wird auf die falsche Kennzeichnung der Inhaltsstoffe hingewiesen. Das pharmazeutische Unternehmen Puren Pharma GmbH & Co. KG hat einen Rückruf für Candesartan eingeleitet, da bei dem weit verbreiteten Blutdrucksenker Kennzeichnungsfehler festgestellt wurden. Dies könnte zu Überdosierungen und erheblichen gesundheitlichen Problemen bei den Betroffenen führen. Der Hersteller empfiehlt, “die betroffenen Chargen umgehend in den Apotheken zurückzugeben”.


Kennzeichnungsfehler betrifft die Angabe der Stärke

Das Pharmaunternehmen Puren Pharma GmbH & Co. KG führt einen Chargenrückruf für Candesartan durch. „Es wurde ein Kennzeichnungsfehler festgestellt. Der Fehler betrifft die Angabe der Stärke auf der Faltschachtel: 32 mg/12,5 mg anstelle von 32 mg/25 mg“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Doch: „Die enthaltenen Tabletten stimmen mit den Angaben auf den Blistern überein.“

Das Pharmaunternehmen Puren Pharma GmbH & Co. KG ruft bestimmte Chargen des Blutdrucksenkers Candesartan zurück, weil auf den Verpackungen ein Kennzeichnungsfehler festgestellt wurde. (Bild: john9595/fotolia.com)

Vom Rückruf betroffene Mittel

Wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) informiert, sind von dem Rückruf folgende Präparate betroffen:

Candesartan-comp PUREN 32 mg/25 mg, 98 Tabletten
Candesartan-comp PUREN 32 mg/12,5 mg, 98 Tabletten

PZN: 11354037 und 11354008

Ch.-B.: JDSB18002-A, JDSB18003-A, JDSB18004-A, JDSB18005-A, JDSB18006-A, JDSB18007-A, JDSB18008-A, JDSB18009-A, JDSB18010-A, JDSB18011-A, JDSB18011-C, JDSB18012-A, JDSB18013-A, JDSB18014-A, JDSB18015-A

Laut der Mitteilung ging diese Information an die Niederlassungen des pharmazeutischen Großhandels zur Weiterleitung an die öffentlichen Apotheken und an die Landesapothekerkammern. Die Krankenhausapotheken wurden durch die AMK-Geschäftsstelle informiert.

Kunden sollen informiert werden

Der Mitteilung zufolge wurde bereits am 25. April 2019 eine AMK-PHAGRO-Schnellinformation zu einer anderen Charge der genannten Arzneimittel veröffentlicht. Die AMK bittet um Überprüfung der Warenbestände.

„Betroffene Arzneimittel sind von Apotheken und Großhandel unverzüglich vom Verkauf zu sperren“, heißt es in der Mitteilung.

„Der pharmazeutische Unternehmer bittet Apotheken, Kunden zu informieren, die bekanntermaßen eines der Präparate mit den genannten Chargen erhalten haben.“

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Die erstmalige Auslieferung der betroffenen Ware erfolgte am 16. Juli 2018.

Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck

Candesartan gehört zu den Sartanen. Diese sogenannten Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten werden zur Behandlung einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) eingesetzt.

Auch bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), nach einem kürzlich aufgetretenen Herzinfarkt oder bei Patienten, die Nierenerkrankungen und zusätzlich eine Hypertonie und einen Typ-2-Diabetes mellitus haben, werden diese Medikamente verwendet.

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In manchen Fällen wird auf diese Mittel zurückgegriffen, um hohen Blutdruck zu senken, weil die Einnahme anderer Medikamente bei den Patienten zu andauerndem Reizhusten führt.

Verunreinigungen mit krebserregenden Substanzen

In den vergangenen Monaten wurde mehrfach vor Verunreinigungen in solchen Bluthochdruckmitteln gewarnt.

Teilweise mussten die Präparate wegen darin enthaltener krebserregender Substanzen zurückgerufen werden.

Diese Rückrufe betrafen vor allem Mittel, die von indischen und chinesischen Produzenten hergestellt wurden.

Blutdruckmittel mussten bereits europaweit zurückgerufen werden. Betroffen waren valsartanhaltige Arzneimittel gegen Bluthochdruck. Der Wirkstoff des chinesischen Herstellers „Zhejiang Huahai Pharmaceutical“ war laut offizieller Behördenangaben mit einer krebserregenden Substanz verunreinigt.(ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.