Brexit der Grund für Ausbreitung antibiotikaresistenter Gonorrhoe?

Alexander Stindt

Wie sich der Brexit auf Infektionskrankheiten auswirkt

Die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterienstämmen stieg in den letzten Jahren immer weiter an. Solch eine Resistenz gegen Antibiotika kann zu einer wahren Bedrohung für die gesamte Menschheit werden. Britische Gesundheitsbeamte warnten jetzt davor, dass der sogenannte Brexit zu einem Anstieg von antibiotikaresistenter Gonorrhoe führen kann.


Sollte Großbritannien wirklich aus der EU austreten, könnte dies zu einem drastischen Anstieg von gegen Antibiotika resistenter Gonorrhoe führen. Zumindest warnten britische Gesundheitsbeamte vor einer solchen dramatischen Auswirkung.

Durch den geplanten Austritt von Großbritannien aus der EU kann es zu einem Anstieg von gegen Antibiotika resistenten Infektionskrankheiten kommen. (Bild: tashatuvango/fotolia.com)

Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden muss verstärkt werden

Menschen in Großbritannien sind schon jetzt durch die Infektionskrankheit stark bedroht, sagen die Experten. Sollte die Regierung nicht in der Lage sein, eine Beziehung zwischen den Gesundheitsbehörden im Vereinigten Königreich und in der EU auszuarbeiten, wird sich die Bedrohung noch weiter verstärken. Gegenwärtig werden Ausbrüche von Infektionskrankheiten vom britischen und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht.

Reisen führen zur Ausbreitung der Infektion

Es besteht die Befürchtung, dass es nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU schwierig sein könnte, eine solch enge Arbeitsbeziehung aufrechtzuerhalten. Aber aufgrund der großen Nähe des Vereinigten Königreichs zum europäischen Festland und den damit verbundenen vielen Reisen in beide Richtungen, ist das Risiko für eine Ausbreitung der Infektionen relativ hoch.

Krankheiten kennen keine Grenzen

Im Augenblick ist die größte Sorge der Mediziner die Unsicherheit. Es ist noch nicht klar, wohin ein solch erhöhtes Risiko führen wird, sagt Niall Dickson von der NHS Confederation gegenüber dem Evening Standard. Eine Auswirkung sei allerdings klar: Das Problem betrifft nicht nur britische Patienten, sondern auch Menschen in Europa sein. Es liegt im Interesse aller, die Zusammenarbeit zu maximieren. Krankheiten kennen leider keine Grenzen, betonen die Forscher. Politische Interessen müssen hinter den Interessen von Patienten in der EU und in Großbritannien zurückgestellt werden.

Gute Zusammenarbeit trägt Früchte

An dem Beispiel der Infektion eines Mannes im Vereinigten Königreich mit resistenter Gonorrhoe erklären die Experten die Vorteile der internationalen Kooperation. Dank der Zusammenarbeit zwischen Behörden in Großbritannien, der EU und der WHO konnten medizinische Fachkräfte nachvollziehen, wo der Mann sich infiziert hatte, um dann weiter zu untersuchen, ob der Betroffene die Erkrankung bereits an andere Personen weitergegeben hat.

Infektionskrankheiten geraten durch Kommunikation außer Kontrolle

Zu der Zeit, als der Fall bestätigt wurde, sagten britische Gesundheitsexperten, dass dies der erste Fall der Erkrankung ist, bei der solch eine hohe Resistenz gegen die meisten gängigen Antibiotika zu beobachten war. Wenn das Vereinigte Königreich nach dem EU-Austritt keinen dauerhaften Zugang zu ECDC-Systemen garantiert, könnten Infektionskrankheiten aufgrund von Verzögerungen bei der Kommunikation außer Kontrolle geraten, sagen die Experten. (as)