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Demenz: Mit kognitivem Training Risiko signifikant senken

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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24. Februar 2026
in News
Gezeichnetes Gehirn beim Gewichtheben
Ein adaptives Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit kann das Demenz-Risiko über einen Zeitraum von 20 Jahren signifikant senken. (Bild: wowomnom/stock.adobe.com)
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Ein spezielles computergestütztes Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit kann das Demenz-Risiko über Jahrzehnte signifikant senken. Damit erscheint das kognitive Training als vielversprechender neuer Ansatz zur Demenz-Prävention.

Ein US-Forschungsteam um Dr. Marilyn Albert von Johns Hopkins Medicine und Dr. George Rebok an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hat den Einfluss von kognitivem Training auf das spätere Risiko einer Demenzerkrankung untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Alzheimer’s & Dementia: Translational Research and Clinical Interventions“ veröffentlicht.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Kognitives Training kann das Risiko für Demenz langfristig senken.
  • Computergestütztes, adaptives Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit ist dabei besonders wirksam.
  • Sechswöchiges Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit mit anschließenden regelmäßigen Auffrischungskursen senkt das Demenz-Risikos über 20 Jahre.
  • Damit könnte das kognitive Training einen wichtigen Beitrag zur Demenz-Prävention leisten.

Kann kognitive Training helfen?

Bei der Demenzprävention wird vor allem einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung hohe Bedeutung zugeschrieben, doch auch mögliche positive Effekte des kognitiven Trainings werden in verschiedenen Studien thematisiert.

Eine davon ist die sogenannte ACTIVE-Studie, die den Einfluss verschiedener kognitiver Trainingsprogrammen für Gedächtnis, Denkvermögen und Verarbeitungsgeschwindigkeit auf das Demenz-Risiko untersucht. ACTIVE steht dabei für „Advanced Cognitive Training for Independent and Vital Elderly“.

Die Studie startet 1998/99 mit 2.802 Teilnehmenden, die einem von drei kognitiven Trainingsprogrammen oder einer Kontrollgruppe ohne kognitives Training zugeordnet wurden.

Zwischenzeitige Datenauswertungen deuteten bereits darauf hin, dass alle drei Formen des kognitiven Trainings (Gedächtnis, Denkvermögen und Verarbeitungsgeschwindigkeit) die Teilnehmenden bei alltägliche Aufgaben im Zusammenhang mit Denken, Erinnern, Schlussfolgern und schnellen Entscheidungen unterstützten, berichtet das Forschungsteam.

Auch sei in der Gruppe mit einem Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit nach den ersten zehn Jahren der Studie eine geringeres Demenz-Risiko aufgetreten. Das fünf- bis sechswöchige Training basierte dabei laut den Forschenden auf der schnellen Erfassung visueller Informationen auf einem Bildschirm und der Bewältigung zunehmend komplexerer Aufgaben in kürzerer Zeit.

Die Hälfte der Teilnehmenden dieser Gruppe habe in den folgenden 35 Moanten zudem per Zufallsauswahl bis zu vier weitere Trainingseinheiten (Auffrischungskurse) für die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit absolviert

Reduziertes Demenz-Risiko

In der neuen Datenauswertung betrachten die Fachleute nun die Auswirkungen des kognitiven Trainings auf das Demenz-Risiko in den Zeitraum von 1999 bis 2019 und es zeigte, dass lediglich die Teilnehmenden mit Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit und zusätzlichen Auffrischungskursen eine signifikante Reduzierung des Demenz-Risikos aufwiesen.

Bei diesen Teilnehmenden war das Erkrankungsrisiko jedoch um ganze 25 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe. Das „ist bemerkenswert, da es darauf hindeutet, dass eine relativ moderate nicht-pharmakologische Intervention langfristige Wirkungen haben kann“, so Dr. Albert.

Kognitives Training zur Prävention nutzen

„Unsere Ergebnisse unterstützen die Entwicklung und Optimierung kognitiver Trainingsinterventionen für ältere Erwachsene, insbesondere solcher, die die visuelle Verarbeitung und die Fähigkeit zur geteilten Aufmerksamkeit fördern“, ergänzt Dr. Rebok.

Nun seien weitere Studien erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und zu erklären, warum die Interventionen zur Verbesserung des Denkvermögens und des Gedächtnisses nicht den gleichen positiven Einfluss hatten, wie das Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Möglicherweise sei letzteres besonders effektiv gewesen, da das Programm – anderes als die Gedächtnis- und Denkprogramme – adaptiv war und den Schwierigkeitsgrad an das individuelle Leistungsniveau der Teilnehmenden anpasste.

Schnellere Teilnehmende konnten schnell zu anspruchsvolleren Aufgaben übergehen, während langsamere Teilnehmende mit einem niedrigeren Niveau begannen, erläutern die Forschenden.

Insgesamt lassen die Studienergebnisse darauf schließen, dass das adaptive Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit mit regelmäßigen Auffrischungskursen einen wichtigen Beitrag zur Demenz-Prävention leisten kann. Außerdem lässt sich dies möglicherweise mit andren Präventionsmaßnahmen verknüpfen, so die Hoffnung der Forschenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Johns Hopkins Medicine: Cognitive speed training linked to lower dementia incidence up to 20 years later (veröffentlicht 09.02.2026), eurekalert.org
  • Norma B. Coe, Katherine E. M. Miller, Chuxuan Sun, Elizabeth Taggert, Alden L. Gross, Richard N. Jones, Cynthia Felix, Marilyn S. Albert, George W. Rebok, Michael Marsiske, Karlene K. Ball, Sherry L. Willis: Impact of cognitive training on claims-based diagnosed dementia over 20 years: evidence from the ACTIVE study; in: Alzheimer’s & Dementia: Translational Research and Clinical Interventions (veröffentlicht 09.02.2026), alz-journals.onlinelibrary.wiley.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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