Ernährung: Natürliche Nährstoffe sind entscheidend – Viele Nahrungsergänzungsmittel ohne Wirkung

Bestimmte Nährstoffe verlängern unser Leben – falls sie aus echter Nahrung stammen

Über Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln wird in letzter Zeit heftig diskutiert. Die Vor- und Nachteile der Aufnahme von Nährstoffen mittels Pillen wird durch zahlreiche Studien untersucht. Nun erkannte ein amerikanisches Forschungsteam, dass die ausreichende Aufnahme von Magnesium, Zink, Vitamin A und K mit einem geringeren Risiko für einen vorzeitigen Tod verbunden ist. Es gibt jedoch einen Haken: Die Nährstoffe müssen aus natürlichen Quellen stammen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln blieb der lebensverlängernde Effekt aus.


Forschende der Friedman School of Nutrition Science and Policy in Massachusetts untersuchten, ob die Quelle von Nährstoffen die Wirkung beeinflusst. Aus Daten von 27.000 erwachsenen Amerikanerinnen und Amerikanern, die über zwölf Jahre gesammelt wurden, errechneten sie, welche Nährstoffe aus welchen Quellen mit einem geringeren Risiko für einen vorzeigen Tod durch Krebs oder Herzkrankheiten verbunden sind. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ vorgestellt.

Spinat statt Pillen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Nährstoffe aus Ergänzungsmitteln nicht die gleichen Wirkungen erzielen, wie Nährstoffe aus natürlicher Nahrung. (Bild: lecic/fotolia.com)

Die Quelle von Nährstoffen spielt eine entscheidende Rolle

„Es ist wichtig zu verstehen, welche Rolle der Nährstoff und seine Quelle für die gesundheitlichen Ergebnisse spielen können, insbesondere wenn der Effekt möglicherweise nicht vorteilhaft ist“, betont Forschungsleiter Professor Dr. Fang Fang Zhang. Viele vermeintliche Vorteile von Nahrungsergänzungsmitteln wurden laut dem Experten noch nicht ausreichend untersucht. Einige Studien hätten bereits unerwünschten Effekte durch die regelmäßige Einnahme gezeigt, einschließlich eines erhöhten Risikos für bestimmte Krebsarten.

Vitamin A + K + Magnesium + Zink = Verlängertes Leben

Im ersten Schritt der Studie kristallisierten die Forschenden die Nährstoffe heraus, die am häufigsten mit einer Verringerung der Gesamtmortalität verbunden waren. Dabei zeigte sich, dass eine ausreichende Zufuhr von Vitamin K und Magnesium allgemein mit einem geringeren Risiko für einen vorzeitigen Tod verbunden war. Darüber hinaus stellte das Forschungsteam fest, dass eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A, Vitamin K und Zink mit einem geringeren Risiko für den Tod durch Herzkrankheiten in Verbindung steht.

Die Sache hat einen Haken

In einem weiteren Schritt untersuchte das Team, aus welchen Quellen die Nährstoffe stammten. Betrachten die Forschenden nur die Gruppe der Personen, die ihre Nährstoffe vorwiegend aus Nahrungsergänzungsmitteln erhielten, konnte kein lebensverlängernder Effekt festgestellt werden, selbst wenn die Personen eine ausreichende Zufuhr der entsprechenden Nährstoffe durch die Pillen erhielten.

Negative Effekte durch Nahrungsergänzungsmittel

Darüber hinaus zeigte sich, dass eine hohe Einnahme von Kalzium von über 1.000 Milligramm pro Tag mit einem erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Tod durch Krebs verbunden war. Dieser Effekt war in der Studie nur festzustellen, wenn das Kalzium aus Nahrungsergänzungsmitteln stammte. Bei einer hohen Kalziumaufnahme aus Lebensmitteln stellte sich der Effekt nicht ein. „Unsere Studie stützt die Idee, dass es vorteilhafte Assoziationen mit Nährstoffen aus Lebensmitteln gibt, die durch Nahrungsergänzungsmitteln nicht erreicht werden können“, resümiert Professor Zhang in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Aus diesen Quellen beziehen Sie die nötigen Nährstoffe

Die aktuelle Studie empfiehlt eine ausreichende Menge an Vitamin A, Vitamin K, Magnesium und Zink aus natürlichen Quellen aufzunehmen. Aus folgenden Lebensmitteln lassen sich die besagten Nährstoffe beispielsweise beziehen:

  • Zink-Quellen: Austern, Rindfleisch, Leber, Eier, Haferflocken, Käse, Linsen, Sojabohnen, Nüsse, grüne Erbsen, Weizenmischbrot, Sonnenblumenkerne, Hirse, Weizenkleie.
  • Vitamin A-Quellen: Leber, Butter, Käse, Karotten, Spinat, rote Paprika, Tomaten, Brokkoli, Grünkohl, Aprikosen, Kirschen, Grapefruit.
  • Vitamin K Quellen: Hülsenfrüchte, Apfelsinen, Avocados, Birnen, Blumenkohl, Brokkoli, Algen, Meeresfische sowie grünes Blattgemüse wie Spinat, Salat und Kohl.
  • Magnesium Quellen: Kakao, Nüsse, Vollkornprodukte, Spinat, Artischocken, Grünkohl, Brokkoli, Kartoffeln, Fenchel, Hülsenfrüchte und Obst, insbesondere Brombeeren, Himbeeren, Bananen, Kiwis und Ananas sowie getrocknete Feigen, Datteln und Aprikosen.

(vb)

Quellenangaben

Dieser Beitrag basiert auf den folgenden Quellen: