Fitness: Stärkere Muskeln erhöhen die Lebenserwartung

Alfred Domke

Studie zeigt: Längeres Leben durch mehr Muskelstärke

Millionen Bundesbürger gehen regelmäßig ins Fitnessstudio, um ihre Muskeln beim Krafttraining zu stärken. Wie sinnvoll dies für die Gesundheit ist, zeigte sich nun einer aktuellen Studie, in der festgestellt wurde, dass Menschen mit mehr Muskelstärke länger leben. Insbesondere die Griffstärke ist hier entscheidend, berichten die Forscher.


Höhere Lebenserwartung durch regelmäßigen Sport

Um länger jung zu bleiben, sollte man regelmäßig Sport treiben. Empfehlenswert sind sowohl Ausdauer- als auch Kraftsport. Durch letzteren wird offenbar auch die Lebenserwartung erhöht. Denn wer mehr Muskelstärke hat, lebt länger. Dies hat sich nun in einer neuen Studie von Forschern der University of Michigan (USA) gezeigt.

Krafttraining kann womöglich dazu beitragen, die Lebenserwartung zu steigern. Denn in einer Studie zeigte sich, dass Menschen mit mehr Muskelstärke länger leben. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Aufrechterhaltung der Muskelkraft

Laut der Studie, die im „Journal of Gerontology: Medical Sciences“ veröffentlicht wurde, sterben Menschen mit geringer Muskelkraft um 50 Prozent eher als ihre stärkeren Mitmenschen.

„Die Aufrechterhaltung der Muskelkraft während des gesamten Lebens – und besonders im späteren Leben – ist extrem wichtig für Langlebigkeit und Altern und zwar unabhängig voneinander“, erklärte die leitende Forscherin Kate Duchowny in einer Mitteilung.

Laut der Wissenschaftlerin haben schon frühere wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Muskelkraft ein noch wichtigerer Prädiktor für die allgemeine Gesundheit und Langlebigkeit ist als Muskelmasse.

Handgreifkraft von herausragender Bedeutung

Für die aktuelle Studie wurden Daten von 8.326 US-amerikanischen Männern und Frauen über 65 Jahren analysiert.

Dabei zeigte sich, dass insbesondere die Handgreifkraft wichtig ist, da diese, wenn sie schwach ausfällt, mit Einschränkungen der Mobilität verbunden ist.

Obwohl es sich hierbei um einen relativ einfachen Test handelt, ist die Messung der Griffkraft derzeit nicht Bestandteil der meisten Routineuntersuchungen, sagte Duchowny.

„Diese Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, Messungen der Griffkraft in die Routineversorgung zu integrieren – nicht nur für ältere Erwachsene, sondern sogar in der Lebensmitte“, so die Studienautorin.

„Wenn die Handkraft ein fester Bestandteil der Routineversorgung wäre, würde dies frühere Interventionen ermöglichen, die zu einer erhöhten Langlebigkeit und Unabhängigkeit für den Einzelnen führen könnten.“

Auch schon frühere Untersuchungen konnten zeigen, dass die Kraft der Hände für die Diagnostik von Krankheiten von Bedeutung ist.

„Schwache“ Menschen sterben früher

Wie in der Mitteilung der University of Michigan erläutert wird, kann die Griffstärke mit einem Gerät gemessen werden, das Dynamometer genannt wird.

Dieses wird vom Patienten zusammengedrückt, um seine Stärke in Kilogramm zu messen. Die Forscher verwendeten Schwellenwerte, um Stärkegrade zu definieren.

Zum Beispiel wurde Muskelschwäche mit einer Handkraft von weniger als 39 kg für Männer und 22 kg für Frauen identifiziert.

Basierend auf ihren Daten wurden 46 Prozent der Probanden zu Beginn als „schwach“ eingestuft.

Die Forscher stellten fest, dass die Menschen in der Kategorie „schwach“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent früher sterben als die Vergleichsgruppe.

Die Studie zeige auch, „dass Muskelschwäche ein ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt“, so Duchowny. (ad)